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Ausgabe:

1931 Nr. 1

Spalte:

349-350

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Badcock, Francis John

Titel/Untertitel:

The history of creeds 1931

Rezensent:

Heger, Adolf

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Seite 1

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349

Theologische Literaturzeitung 1931 Nr. 15/16.

350

Mehrdeutigkeit nicht verloren.

Göttingen. Ad. Heger.

sichertheit des metaphysischen Bewußtseins durch das i fuderunt . . . videamus, quid didicerit, quid docuerit,

Absolute (Eudaimonie) und 5. die Freiheit gegenüber ; cum Africanis quoque ecclesiis contesserarit"

der äußeren Welt In einem letzten Kapitel untersucht Badcock noch

Eine Kritik dieser Ergebnisse, die durch vielfältige ! den Begriff „communio sactorum" als Glaubensartikel.

Textinteroretation gestützt werden, kann an dieser Stelle [ Es seien unter „sanctorum" zuerst alle Christen ver-

nicht beabsichtigt sein Die allgemeinen Schlußbemer- ; standen, darauf zur Zeit des Martyrerkultus die Heili-

kungen über die Voraussetzungen und die Nachwir- gen im engeren Sinne. Schließlich sei zur Zeit der Ein-

kungen Plotins fassen nur Bekanntes zusammen. Daraus fügung dieses Artikels in das Symbol die personale

sei mitgeteilt daß die Kenntnis und Wirkung Plotins | Auffassung zurückgetreten und nur noch die sakramen-

im byzantinischen Mittelalter noch nicht erforscht, wie- I tale wirksam: „Die Gemeinschaft mit den heiligen Din-

wohl der Sache nach gesichert ist. Wertvoll ist die - J gen", d. h. mit den Sakramenten. So richtig auch die

durch die ganze Arbeit sich hinziehende — Abgrenzung starke Hervorhebung der sakramentalen Auffassung ist,

der aktualen Ethik Plotins gegen die stoische Apathie, j so laßt sie sich doch für die Zeit der Entstehung des

R H Knittermeyer. [ jüngeren Apostolikums nicht als die allein herrschende

cremen.____■___ j erweisen, sondern der Begriff „sanctorum" hat seine

Badcock, F. J D. D.: The History of the Creeds. London:
S. P. C. K. 1930.' (XIV, 249 S.) 8°. 12 sh. 6 d.

Da seit zwanzig lahren in der englischen Theologie

keine Geschichte der alten Glaubensbekenntnisse ge- j T^":frJ**i tolFttlttStt£'*^

■ , . , . , , ■__x _„ j„_ Wa.rt ;„ s«itw>ni Ruche London: b. r. C. K.. lyzsj. JXY1, Ibj b. m. 102 Abb.) 8 . — The

schrieben .St, ^^^J^.^'J^^^^^ ■ Historie Monuments of England, ed. by A. Hamilton Thompson,

die neueren Forschungsergebnisse zusammenzufassen „h h ,ri

und seihst an seinem Teile die Probleme der Losung „ „ ... _. , s M'00,

uno seiest an seinem iciie uic . Hlirrhsirhtip-e.n In der von Dr- Hamilton Thompson herausgegebe-

Be euchtung dk; da! Romanum in das vierte Jahr- Hnd und Wales zum Gegenstand die hier zum ersten-
h H r+ t aufgrund jahrelanger Vorarbeiten in solcher Voll-
DasVvoneMarce^ dem Bischof Julius von Rom vor- j ständigkeit aufführt und in ihre geschichtliche Stelle
gelegte Bekenntnis sei nicht, wie man bisher annahm, eingereiht werden. Treffliche Illustrationen, zum großen
das römische, sondern das von Ancyra gewesen. Durch i Teil nach Handzeichnungen des Verfassers w.ederge-
MarceTlei dies nach dem Abendland8 gebracht und S^n, vervollständigen den Text und ermöglichen das
durch die Synode von Sardika gebilligt und weiter ver- Verständnis für die geschichtliche Entwicklung auch
breitet worden. Es habe erweiternd auf das kurze Be- demjenigen dem die Originale unbekannt bleiben
kenntnis des in Rom gebräuchlichen Gelasianischen Einleitende Bemerkungen gelten der ersten Form
Taufrituals eingewirkt und so zum Apostolikum Ro- des Taufvollzugs, der mit wenigen Ausnahmen im E.n-
manum geführt Die Gründe für diese These sind nicht tauchen in fließendes Wasser bestand, wobei die Drei-
zwingend. Denn aus den Worten des Marceil, er habe ! "mahgkeit auf das dreitägige Verweilen Jesu im Grabe
sein Glaubensbekenntnis in aller Wahrhaftigkeit mit hlVldeutet^.eh,e €r zu neU€tn Leben auferstand; analog
eigener Hand geschrieben, in diesem Glauben sei er von , s?11 der Taufimg nun in einem neuen Leben wandeln,
seinen Vorfahren unterwiesen worden und so predige er Qern Daute ,™an Kirchen als besondere Taufkirchen
in der Kirche Gottes, kann nicht geschlossen werden, nahe arJ Quellen, die man uberdachte, aber früh schon
daß er in genauem Wortlaut das Bekenntnis von Ancyra ! entstanden auch besondere Taufkapellen seitlich der
vorlege Er weist in dem ganzen Zusammenhang sei- Kirche, wovon wir in Deutschland noch Beispiele in
nes Schreibens an den Bischof Julius mit keinem Wort | Regensburg, Augsburg, Speyer, Worms und Mainz ha-
darauf hin daß das vorgelegte Symbol das seiner I ben; ln Aachen und Essen sind sie durch einen Säulen-
Heimat sei Die angeführten Worte sollen nur die sach- I S^S mit dem Münster verbunden. Innerhalb der Kir-
liche Übereinstimmung dieses Bekenntnisses mit der ihm J chen selbst war der ursprüngliche Standort der Taufüberkommenen
und von ihm weiter gelehrten Glaubens- steine die Vorhalle.

Verkündigung zum Ausdruck bringen. Wenn wenige , Entsprechend den hölzernen Kübeln, in denen z. B.

Jahrzehnte später Rufin die Symbolsätze, die wir bei nach der. Abbildung einer Brüsseler Handschrift die

Marceil finden als altrömisch bezeichnet, so bleibt die ersten Missionare die Sachsen unter Karl dem Großen

Annahme bestehen daß Marcell in kluger Berechnung duften, hatten die alten zur Taufe bestimmten Wasser-

zum Erweis seiner' Rechtgläubigkeit seine Zustimmung 1 gefaße in der Kirche Kubelform. Von der Zeit der nor-

zu dem in Rom üblichen Symbol dadurch ausspricht. I mannischen Eroberung an die ein Zeitalter eifrigen

daß er das römische Symbol als Ausdruck seines eigeZ ' Kirchenbaues einleitete sind solche in England erhalten

nen Glaubens annimmt und bekennt. Selbst wenn er
das Symbol seiner Heimat vorgelegt hatte, so müßte
doch dieses mit dem römischen eine starke Verwandtschaft
haben, wenn es in Rom ein Zeugnis des rechten

Es wechseln damit rechteckige und polygonale Formen;
auch Steine alter Druidenaltäre sowie Teile römischer
Säulenschäfte und alter keltischer Kreuze werden zu
Taufsteinen ausgehöhlt. Die zweifellos vornormanni-

'ÖC'r h^teht" immer""nörh ' sehen Skulpturen an ihnen weisen in solch alte Zeit.

Glaubens sein sollte. römisch" Symbols Aus der anfänglichen Kübelform entwickelte sich

h,c Fl!FJrlt mcht tn eine spätere Zeit als das von in der Zeit nach der normannischen Eroberung die

das also gerade nicht in eine spa Areument auf | typische mittelalterliche Form, bestehend aus der

tnT,rfTö^ ! Grundfläche, dem Stamm und dem Becken, das meist

ah Romanurn stütä weil er seine Regula fidei nur flach war, da es nicht mehr dem Eintauchen diente,

MtZ f! iH^fscrmtrcSn' röS sehen Bekenntnis aus- ' sondern nur dem Besprengen mit Wasser. Aus dieser

Ä ist £toimfm^z£TS& Tertullian nichts > Grundform, die anfänglich rund oder viereckig war, ent-

P$%in?r solchen Identttät uiS wohl weisen die Sätze , wickelten sich mancherlei Abarten bis zur sieben-, acht-,

^^LSTScS^KteMdSedT!^ Romanum auf, ' zehn- und zwölfeckigen Form. Der Schaft verkleinert

ES es gen aoeh Äthe Übereinstimmungen sich an Umfang bis zur Säu enform und wird von

vor und Tertullian verweist ausdrücklich auf Rom als ! 4 oder mehr andern tragenden Säulen umgeben In

autoritativen Bürgen der apostolischen Wahrheit: De j nachreformator.scher Zeit findet man häufig kleine

PrSriptione haereticorum 36, „. . . Romam, unde nobis Becken, die auf einer Säule ruhen ; auch die Form eines

Suoaue auetoritas praesto est. Ista quam fel.x ecclesia, Kruges oder einer Urne kommt vereinzelt vor, auch

cui totam doctrinam apostoli cum sanguine suo pro- nehmen die Taufsteine die Form eines Brunnentroges