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Ausgabe:

1930 Nr. 25

Spalte:

589

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Schwartz, Eduardus

Titel/Untertitel:

Acta Conciliorum Oecumenicorum. Tom. I: Vol. 1, Pars VIII 1930

Rezensent:

Koch, Hugo

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589

Theologische Literaturzeitung 1930 Nr. 25.

590

ich leider den Schwestern S u 11 i v a n und M a d d e n den Vorwurf nicht
ersparen, daß sie Schanzens Literaturgeschichte zitieren, ohne meinen
Namen oder den von Hosius zu nennen. Die neue Auflage der Bibliothek
der Kirchenväter (Übersetzung der Doctrina von Mitterer) ist der
Schwester Sullivan unbekannt geblieben. Dafür kennt und benutzt sie
so neue Werke wie Polheim (Lateinische Reimprosa) und Baldwin
(Medieval and Poetic).

Gießen. °- Krüger.

Acta conciliorum oecumenicorum. Jussu atque mandato Societatis
scientiarum Argentoratensis ed. Eduardus Schwartz. Tom. I, vol.
I, pars VIII. indices vol. I.: Concilium universale ephesenum. Berlin :
W". de Gruyter & Co. 1930. (V, 67 S.) 4°. RM 26-.

Das Erscheinen der pars VII des vol. I von tom. I
der Schwartz'schen Konziliensammlung (1929) habe ich
in dieser Ztg. 1930, Nr. 12, Sp. 280 etwas zu frühe
als Abschluß gefeiert, da noch die Indices zu diesem
vol. ausstanden. Sie liefert Schw. mit mustergültiger
Sorgfalt in der vorliegenden pars VIII, und zwar verzeichnen
sie die ephesinischen Aktenstücke der griechischen
Sammlungen, die Zeitfolge der ephesinischen
Akten vor der Synode, auf den Synoden der beiden
Parteien und während der Friedensverhandlungen, die
Bischöfe, die bischöflichen Städte und Provinzen, die
nomina hominum mit den Äußerungen über sie, die
Ortsnamen und die Zusammenhänge, worin sie genannt
werden, die dignitates imperii und ihre Bezeichnungen
, besondere Zeitangaben, kirchliche Dinge, wie
z. B. die Eingangsformeln von Konzilsverhandlungen,
die ehrenden Bezeichnungen für Bischöfe, Glaubensbekenntnisse
, ferner die griechischen Wörter mit Angabe
der entsprechenden lateinischen Ausdrücke, wenn
die Aktenstücke auch lateinisch vorliegen, endlich diese
lateinischen Wörter mit Angabe der griechischen. Wie
man sieht, hat Schw. alles getan, um die Benutzung
seiner Ausgabe zu erleichtern, und jeder, der zur Sammlung
greift, wird ihm dafür Dank wissen. Stichproben,
die ich anstellte, ergaben eine so gut wie unbedingte Zuverlässigkeit
der Indices und ihrer Zahlen.
München. Hugo Koch.

Wagenmann, Priv.-Doz. Dr. theol. Julius: Entwicklungsstufen
des ältesten Mönchtums. Tübingen: J. C. B. Mohr 1929. (24 S.)
gj. 8°. = Samml. gemeinverständl. Vortr. u. Sehr. a. d. Gebiet der
Theol. u. Religgesch. 139. RM 1.80; in Subskr. 1.50.

Die Schrift, die in drei Abschnitten einen Überblick
über die Anfänge des Mönchtums (I: Antonius; II:
Pachomius; III: Basilius d. Gr.) bietet, gibt einen Vortrag
wieder, den W. im Historisch-Philosophischen Verein
in Heidelberg gehalten hat. Gut und lebendig wird
die innere und äußere Entwicklung der Bewegung geschildert
die eine Verchristlichung der Grundgedanken
des Mönchtums bedeutet. Der Laie wird sich gerne
durch die fesselnde Darstellung belehren lassen.

Göttingen. H. Seesemann.

Michel, Prof. Dr. theol. Anton: Humbert und Kerullarios.

Quellen u. Studien zum Schisma d. XL Jahrhs. 2. Tl. m. einer
photogr. Taf. Paderborn: F. Schöningh 1930. (XII, 495 S.) gr. 8°.
= Quellen u. Forschungen aus d. Gebiete d. Gesch. In Verbdg.
m. ihr. histor. Institut in Rom hrsg. v. d. Görres-Gesellsch. XXIII. Bd.

RM 32—.

In einer umfassenden Arbeit behandelt M. das
Schisma zwischen der griechischen und römischen Kirche
unter Papst Leo IX. Er hat zunächst seine Studien über
die Quellen, in denen diese zum Teil erstmalig veröffentlicht
und einer eingehenden Untersuchung unterzogen
werden, veröffentlicht. Der erste Teil dieser
Studien ist 1927 erschienen, jetzt ist ihm der zweite Teil
gefolgt. In einem dritten Band will er dann die zusammenfassende
Darstellung „Humbert und Kerullarios,
Geschichte" geben. Möhler war in seiner in derselben
Sammlung veröffentlichten Biographie des Kardinals
Bessarions den umgekehrten Weg gegangen, indem er
der Darstellung die Quellenpublikation hatte folgen
lassen. Beide Wege sind möglich, wenn auch bei der
von M. angewandten Methode schon bei der Erörterung

der Quellen gewisse Forschungsresultate, die in der Darstellung
wiederkehren müssen, vorausgenommen werden.
So läßt das Vorwort bereits die Grundauffassung, die
M. von der Entstehung des Schismas gewonnen hat, erkennen
: „Entstanden ist das Schisma nach meiner Ansicht
dadurch, daß neben dem römischen Primat alten
Stils im griechischen Kaisertum eine neue selbständige
; Spitze sich erhob, die sich nicht apostolisch, sondern
politisch orientierte. Der ökumenische Patriarch dagegen
| ist kein selbständiger Faktor des Schismas". In diesem
i 2. Band der Studien wird von M. zunächst die Frage be-
I antwortet, wann Photos in das Synodicon, die feierlichste
Heiligenlitanei der Griechen, kam, und wann durch
seine offizielle Erklärung zum Heiligen der orthodoxen
j Kirche das Schisma besiegelt wurde. M. macht es
i höchst wahrscheinlich, daß dies unter Sergios IL,
| 999—1019, geschah. Die nächste Abhandlung befaßt
sich damit, ob eine Trennung der griechischen und römischen
Kirche schon vor Kerullarios bestand. Vor
Kerullarios galt nach M. im Orient die römische Kirche
immer noch als eine christliche Kirche, erst dieser er-
I klärt, daß es außerhalb der griechischen Kirche keine
, Kirche Christi gebe. Dann ist ein sehr ausführlicher Ab-
; schnitt der im griechischen Urtext und in lateinischer
Übersetzung — die letztere stammt von Oberstudienrat
Weissenbach — veröffentlichten Panoplia gegen die Lateiner
gewidmet. Sie ist ein Werk des Kerullarios und
i hat für den Orient durchschlagendes Gewicht, während
sie im Abendland nicht bekannt wurde. Dagegen löste
j die darnach von M. behandelte Enzyklika an alle Erz-
; bischöfe der Franken und an den hochgeehrten Papst
über die Azymen eine ungeheure Erregung im Abendlande
aus. Dieser Pamphlet stammt von dem Erzbischof
Leo von Achrida, hat aber den Patriarchen Kerullarios
1 zum moralischen Urheber. Gegen diese Enzyklika ist
eine kleine, bisher unbekannte Sammlung von Schriftstellen
aus dem heiligen Paulus gerichtet, die Papst
Leo IX. selbst verfaßte. Im folgenden wird die Dialexis
und der Antidialog des griechischen Mönches Niketas
1 Stethatos als Antwort auf den 1053 von dem Kardinal
, Flumbert verfaßten Dialog eines Römers mit einem
j Konstantinopolitaner von M. erwiesen. Von demselben
j Mönch stammt die Synthesis über das filioque, die wie
' die eben genannte Schrift veröffentlicht und analysiert
wird. Nach einem kurzen Nachweis des Praedestinatus
als ungenannte Quelle des Kardinal Humberts im
Kampfe gegen Kerullarios folgt der Text und eine ausführliche
Abhandlung über die Inthronistiken des Patriarchen
Petros III. von Antiochien. Diese Briefe an
den alexandrinischen, den jerusalemischen Patriarchen
und an Papst Leo IX. wie die Antwort des Papstes an
Petros sind von besonderem Interesse, weil der antioche-
nische Patriarch zwischen Rom und Konstantinopel zu
vermitteln suchte. Endlich schließt dieser 2. Band der
Studien mit einem Bericht des Philosophen Michael
j Psellos über die Stürme des Jahres 1054. Wir sind
| M. für seine wertvollen Quellenveröffentlichungen und
seine gründlichen und scharfsinnigen Untersuchungen
zu großem Danke verpflichtet. Sie halten abgesehen
von Einzelheiten jeder Kritik stand.
Münster i. W. G. G r ü t z m a c h e r.

i Orientalia Christiana:

| XII, Nr. 45: Hausherr, P. Irenee, S. J.: Un grand mystique
byzantin: Vie de Symeon le Nouveau Theologien

(949-1022) par Nicetas Stethatos. Texte erec inedit publie avec
introduetion et notes critiques et traduetion francaise en collaboration
avec le P. Gabriel Horn, S. J. Rom: Pont. Institutum Orientalium
Studiorum 1928. (XCV, 255 S.) 4°. 35 L.

Symeon der Neue Theologe ist uns vor allem durch
, Karl Holl's Studie über „Enthusiasmus und Bußgewalt
beim griechischen Mönchtum", 1S98, nahe gebracht worden
. Holl hat auch den Plan gehabt, die Vita Symeons
von Niketas zu veröffentlichen, ohne dazu zu kommen.
| Ebenso hat der französische Dominikaner Combefis eine
; gleiche Absicht nicht verwirklichen können. Jetzt legt