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1930 Nr. 18

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432

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(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Ars sacra. Schweizerisches Jahrbuch für christliche Kunst. 1929 1930

Rezensent:

Muralt, Leonhard

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Theologische Literaturzeitung 1930 Nr. 18.

432

geschichtlichen Arbeiten die Wissenschaft vom Neuen
Testament nachhaltig gefördert haben, ist auch ein Prediger
von eindringlicher Wirkungskraft gewesen. Davon
geben die 20 ausgewählten Baseler Predigten und Ansprachen
aus einer mehr als 40jährigen, mit tiefem Verantwortungsgefühl
und heiliger Freude geübten Predigttätigkeit
, die sein Schüler H. Geizer in diesem Bande
vereinigt hat, ein lebendiges Zeugnis. Der Bibelforscher
, an den die sorgsame Text-Analyse und die kundige
Wiedergabe der Situation des jeweils behandelten
Schriftwortes erinnern, wird hier zum kraftvollen Verkündiger
des göttlichen Wortes an die Gemeinde der
Gegenwart. Schlicht und ohne rhetorisches Beiwerk,
meist in der Form der Homilie, die in die Tiefe der

Ars Sacra. Schweizerisches Jahrbuch für christliche Kunst. 1929.
Basel: J. u. F. Hess 192g. (62 S. u. 25 Taf.) gr. 8°.
Wir erhalten einen Einblick in von katholischer Religiosität getragenes
künstlerisches Schaffen. Prof. Dr. A. Meyenberg bespricht unter
„Hl. Schrift, Kunst und Künstler" eine Reihe von Motiven, die sich aus
Bibeltexten für kirchliche Zwecke, Altäre, Kelche usw. ergeben. Er stellt
die Motive in sinnvollen Zusammenhang mit dem Inhalte der Kulthandlungen
. F. Metzger bespricht die Frage „Technik und Kirchenbau" und
zeigt, wie ein konventioneller Kirchenbau mit alten Formen einer neuen
Zeit nicht dienen kann, und will die Architekten ermuntern, auch im
Kirchenbau die Gegebenheiten der Technik zu verwenden. Linus Birchler
gibt einen lebendigen Überblick über die „Moderne Kirchenkunst in
Europa". Während die katholische Schweiz zurückgeblieben ist, streiten
sich Deutschland und Frankreich um den Vorrang. Die Rheinländer
schaffen monumentale Bauten in einfachsten Formen. Der französischen

a ■ „w- „,,o -Q;,.K01- F,-f.,h „„u™ I Kunst fehlen selten Eleganz und Liebenswürdigkeit. Italien kommt von

Schnftbetrachmng dringt, aus reicher Erfahrung schop- j seilier großen tradition nicht r». a. süss schreibt die „Chronik der
fend und mit nüchternem Wirklichkeitssinn praktisches
Christentum fordernd, wollen die Predigten nichts, als
das ewige Wort mit seinem Anspruch an den Hörer
sprechen lassen. Aber durch sie leuchtet auch das Bild
einer in Leiden verklärten christlichen Persönlichkeit
hindurch, die nicht nur die Leidensgefährten im Blindenheim
, zu denen R. besonders gern sprach, zu ergreifen
vermochte. Ein unentbehrlicher Beitrag zur Biographie
Eduard Riggenbachs — und mehr als das!

Göttingen. J. Behm.

Societas Sancti Lucae in der deutschen Schweiz 1927/28". Aus dem
ganzen spricht eine warme moderne Kunstgesinnung, die durch die
Tafeln illustriert wird. Ich verweise nur auf einen eindrucksvollen barmherzigen
Samariter von Ammann und St. Franziskus von Albert.
Zürich._ _ _Leo von Muralt.

Mitteilung.

Zur Besprechung von Holtzmann, Mischna, Tr. Tamid (s. ThLZ. 1930
Sp. 197). Vor Ausgabe dieses Traktats hat Prof. G. Krauß, Wien,
monatelang mit Holtzmann bei der Korrektur mitgearbeitet und nach
Fertigstellung ihm folgende Zeilen geschickt:

Wien, 5. September 1928.
Ich gratuliere Ihnen bestens zum Erscheinen Ihres Tamid; es ist
ein in jeder Beziehung gelungenes Werk. Nur einige Druckfehler
habe ich wahrgenommen, z. B. S. 70 Z. 2 v. u., wo "i für ~l. Auch sind
an vielen Stellen die hebr. Vokale abgesprungen. Ihre Einleitung liest
sich besonders schön. Für die m i r gewidmeten Worte des Vorwortes
besten Dank! Ich habe nun an den Verlag geschrieben, daß mir

Schäfer, Rudolf: Das ist das Licht der Höhe. 15 Farbenbilder
nach Gemälden v. Sch. Mit e. Einführg. v. Hans Preuß.
Leipzig: G. Schloeßmann. (11 S. u. 14 färb. Taf.) 4°.

RM 8—; geb. 11-.

Von Rudolf Schäfers Gemälden zum Leben Jesu ist

eine Auswahl in guten farbigen Wiedergaben zusammen- ; Sanhedrin-Makkot fest übertragen werde,

gestellt. Sie gehören fast durchweg in die Reihe der ' In vorzüglicher Hochachtung (gez.) G. Krauß.

Versuche, die Geschichte Jesu bildlich ins Deutsche zu i Herr Prof- staerk hat sich wohI ein anderes Bild von unsrer

Übertragen. Man sieht, wie eine mütterlich alte Elisabeth ! Zusammenarbeit gemacht.

sich in tiefer Bewegung über eine rotblonde Maria mit j Gießen._Professor Dr. Oscar Holtzmann.

kindlich zarten Zügen neigt, wie Maria und Joseph bei | Q 0 _ _ _

Mondschein über Giebeldächern in einer deutschen Stadt »UfcBfclM LRoCMIEN:

den Weg zum Stalle suchen, den eine Magd und ein I j,

Engel ihnen zeigen, wie die Weisen aus dem Morgen- ^tFOrHcltcl

land vor einer romantischen Landschaft zum Jesuskinde j

wandern, indes auf den Flügeln der Retabel Luther j Festgabe des Akademisch-Theologisehen Vereins

und Bach in einer feierlichen Kirchenarchitektur er- | zu Gießen im Schmalkalden er Kartell, anläßlich

scheinen. Es liegt viel deutsche Sinnigkeit in diesem Be- j seines 50_ Stiftungsfestes unter Mitarbeit von Ehrenmühen
. Wenn der Hauptmann, der hoch zu Roß im
Kürassierhelm hinter dem unter der Last des Kreuzes
zusammenbrechenden Jesus hält, unverkennbar Bismarcks
Züge trägt, so ist damit freilich sehr deutlich an
die Grenze erinnert, welche ein guter Geschmack solchem
Verdeutschen setzt, auch wenn in diesem Fall eine
besondere Beziehung (das Gemälde befindet sich in
einer Kirche in Gelsenkirchen-Bismarck) die Anspielung

Mitgliedern und Alten Herren herausgegeben von
D. Georg Bertram, o. Professor der Theologie
zu Gießen.

Inhalt: A.v.Harnack: Begrüßung. — Ä. Schmidt .-Jesaia 8,9 u. 10.

— G. Holtzmann: Der Glaube an Jesus. — G. Bertram:
Paulus Christophoris. Ein anthropologisches Problem des
Neuen Testaments. — J. Bornemann: Luthers kleiner

veranlaßt hat. Die Bilder des Toten und Auferstandenen ^echhmu},lA „dit Fehler der Katechismus-Über-

sind keine wirklich neue Bewältigung der tausendmal ^*-^^^^^l^

gemalten Und doch nicht malbaren Wirklichkeit. Da- in der Gottesdienstordnung Hamburgs. — F. Herrmann:

gegen sind die Gemälde zu Kirchenliedern (Wie schon Aus der Mainzer Schwedenzeit 1631—1636.— ff. Becfc-

leUChtet der Morgenstern, Wachet auf!) von dichte- toUheimer: Karl Friedrich Bahrdt in seiner Gießener

rischer Schönheit, deren Zauber sich im Grunde auch Zeit (1771—1775). Ein Beitrag zur Kirchengeschichte

ein moderner Kunst aufgeschlossenes Herz nicht ent- des 18. Jahrhunderts. — E. C. Moore: Die Theologie

ziehen kann. im Lichte der Religionswissenschaft. — ff. Matthes:

u - n^nri Uo+ „. a du a„.. cn na Die sittliche Norm und das sittliche Motiv für den

Hans Preuß hat ZU dem Buche, das zum 50. Ge- yom Gesetz erlöste„ Christenmenschen. - A. Allwohn .:

Das Wort Gottes und die Predigt. — M. Schian: Die
„Kultuspredigt" nach Schleiermacher. — F. Flöring:
Liturgische Probleme in Hessen. — F. Stumpf: Die
liturgische Verwendung des Bibelwortes. — G. Krüger:
Chicago.

erstemal im Mittelalter durch Rom, dann durch Frank- j iv, 183 Seiten. 8°. Preis brosch. RM 12—,

reich in der Zeit des Barock und Rokoko, schließlich in

burtstage des Künstlers erschien, eine warmherzige Ein
leitung geschrieben, die von liebevoller Versenkung in
das Werk des Malers zeugt. Er stellt die wenigen
Worte, die der Sache gelten, in einen großen Zusammenhang
: Dreimal sei Deutschland überfremdet worden, das

der Gegenwart durch amerikanische und russische Unkultur
. Nach jeder Regung unverfälschten deutschen

Seelentums müsse man da Ausschau halten. VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN

Greifswald H W. Beyer I BUCHHANDLUNG IN LEIPZIG C1

Beiliegend das II. Heft (Jahrg. IX) des „Bibliographischen Beiblattes*.
Die nächste Nummer der ThLZ- erscheint am 13. September 1930.

Verantwortlich: Prof. D. W. Bauer in Göttingen, Düstere Eichenweg 46.
Verlag der J. C. Hinrich s'schen Buchhandlung in Leipzig C 1, Scherlstraße (frühere Blumengasse) 2. — Druckerei Bauer in Marburg