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Ausgabe:

1930

Spalte:

409-410

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bruyne, Donatien de

Titel/Untertitel:

Le problème du psautier romain 1930

Rezensent:

Rahlfs, Alfred

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, beide in Göttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften. In Verbindung mit Prof. D. K. D. SCHMIDT, KIEL, bearbeitet von
Lic. Dr. phil. REICH und Mag. theol. H. SEESEMANN, beide in Göttingen. — Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manuskripte und fteleltrte Mitteilungen sind auaacbliefilich an Profesaor D. BAUER in Göttingen, Düstere Eichenvreg 46, au senden

Reaensionsexemplare ausschließlich an den Verlag

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1

D O.

JAHRGANG, NR. 18 30. AU G U S T 1930

Spalte

Ars sacra (von Muralt)............432

B a r i o n: Die intellektuelle Anschauung bei

J. G. Fichte und Schelling und ihre reli-

gionsphilosoph. Bedeutung (Knittermeyer) 428
Bock u. Goebel: Die Katakomben (von

Campenhausen)...............413

DeBruyne: Le probleme du psautier

romain (Rahlfs)..............409

B u o n a i u t i: Tractatus super quatuor Evan-

gelia di Gioacchino da Fiore (H. Koch) .414
Eich mann: Lehrb. d. Kirchenrechts (Schoen) 421
Fascher: Vom Verstehen des N.T. (Torrn) 410
Feckes: Gabrielis Biel quaestiones de justi-

ficatione (Bring)..............425

Spalte Spalte

Feh 1 ei sen : Die Bauten des Klosters Alpirs- iLasson: Einführung in Hegels Religionsbach
(Schornbaum)............ 4101 Philosophie (Hirsch)............425

Hamburger: Die Religion in ihrer dog- iLehmann: Grundtvig (Nojgaard).....429

matischen und ihrer reinen Form (Kesseler) 423 Mahl ing: Kurze homiletische Einführungen

425

Hegel: Die Religionen der geistigen Indi
vidualität (Hirsch).............

— Vorlesungen über die Philosophie der
Religion (Ders.)..............

— Vorlesungen über die Beweise vom Dasein
Gottes (Ders.).............

H e r a e u s: Silviae vel potius Aetheriae pere-

grinatio ad loca sancta (H. Koch)....._414

Jeremias: Das Evangelium n. Markus (Staerk) i ^ j ^

— Das Evangelium n. Lukas (Ders.) . . . .'

zu den altkirchlichen Episteln der Eise-

nacher Perikopenreihen (Schian).....430

Mitteilung (Holtzmann) ...........432

Riggenbach: Predigten (Behm).....430

Schäfer: Das ist das Licht der Höhe (Beyer) 431
Schneider: Kirchliches Jahrbuch (Hirsch) 422
Stonehouse: The Apocalypse in the An-

cient Church (Hennecke).........413

Streit: Atlas hierarchicus (Hirsch) .... 419
Vogelsang: D. Anf.v.Luth.ChristoI.(Scheel) 417

De Bruyne, Donatien: Le probleme du psautier romain.

(Revue Benedictine 1930, S. 101 — 126.)

Seit langem gilt es als ausgemacht, daß die um
384 in Rom entstandene erste Bearbeitung des lateinischen
Psalters durch Hieronymus uns in dem „Psalte-
rium Romanum" erhalten ist, welches im früheren

Augustin in seinem Psalmenkommentar als Variante erwähnt, aber verwirft
; ferner hat es in 105,22 der altlat. cod. Sangermanensis, welchen
Sabaticr, Bibliorum s. latinae uersiones antiquae herausgegeben hat; an
allen drei Stellen aber hat es das Psalt. Rom., übertrifft also hier alle
übrigen altlatein. Texte. Hieronymus würde derart Sinnloses zweifellos
verbessert, auf keinen Fall neu eingeführt haben.

Aber wo ist die erste Psalter-Bearbeitung des

Mittelalter in vielen Teilen Italiens sowie in England Hieronymus geblieben? De Bruyne S. 114 ff. sucht ge-
und Deutschland gebraucht und von Cassiodor seinem j ^sse Spuren von ihr m den alteren Schriften des
Psalmen-Kommentar zugrunde gelegt wurde, mit der ' Hieronymus nachzuweisen Als ganze aber ist sie verZeit
aber immer mehr aus dem Kultus verschwand und ' lot^ gefangen. Wie De Bruyne meint, hat Hieronymus
jetzt nur noch im Gottesdienste der römischen Peters- nach Vollendung seiner zweiten Bearbeitung des latein
kirche bei gewissen Gelegenheiten fortlebt. Infolge- <■ Psalters welche als Psalterium Galltcanum'' bekannt
dessen ist das Psalt. Rom auch in die Ausgaben der und aUch m dle Vulgata die offizielle Bibel der römisch^
Werke des Hieronymus von Martianay und Vallarsi i katholischen Kirche, aufgenommen worden ist selbst
aufgenommen, letzt aber weist De Bruyne überzeugend dafür Sorge getragen daß die erste, nunmehr uberholte
nach daß das Psalt. Rom. gar nicht von Hieronymus Bearbeitung nicht weiter verbreitet wurde.

stammen kann, da es den Grundsätzen, welche dieser ; Gottingen--Alfred Rahlfs-

bei seinen Bearbeitungen der lateinischen Bibelüber- ! Fascher, Priv.-Doz. Lic. Erich: Vom Verstehen des Neuen

setzung befolore durchaus widerspricht. Von den vielen Testaments. Ein Beitr. z. Grundlegg. einer zeitgemäßen Herme-

Beweisen, welche De *^™^ü^^™™ Twen RSÄ* (VI"' g&feJS.

1. In Ps. 34 (hebr. 35), 24 heißt es *a™ j Christentum wird sich aber dadurch, wie schon Nietzsche

xr,v Sixaioammy oou. DleSe für christliches Gefühl bedenkliche Bitte vorauScr€sagt hat in reineo Y/ic I L dis Christen

wurde von den alten Christen gern abgeändert- vor allem setzten viele , vorausgesagt nat „m reines Wissen um das DUnsten-

Lateiner und auch der griechische cod sfnaiticus D^o^v für ^mauflosen (S 3). „Die Fülle von Methoden hat

6ixaiocn>vr|v ein. misericordiam hat auch das Psalt. Rom., aber es fügt j das Menschenmögliche geleistet, Schulen erzeugt, Be-

davor noch magnam hinzu, offenbar im Anschluß an den berühmten i rühmtheiten geschaffen und die Menschen an den Tri-

Bußpsalm 50 (51), der beginnt mUerere mei, deus, semndum magnam ] umphwagen der Wissenschaft gespannt, auch wenn alle

muericordiam tuam. Hier weicht also das Psalt. Rom. noch weiter als , Augenblick ein anderer auf mm saß; denn mit den

oje übrigen latein. Psalterien vom ursprünglichen Texte ab, während i wissenschaftlichen Ergebnissen und Methoden hat's das-

"leronymus gerade Annäherung an diesen erstrebte. ■ i selbe auf sich wie mit ihren Entdeckern: daß sie wie

2. Die Bibel spneht oft vom Lande Kanaan, aber nur ..an dre! ! . Qrases Blumen alnrl« 7k 11) Eine Stimme lautet
», Ps. 104.23.27; 105,22, vom Lndä h,™ h h Äwoten. < aes urases Blumen sind (S. M). eine otimme lautet

Stell

Letzterer Ausdruck war den alten Lateinern befhrnidi'ch, und da , uns entgegen: „Verstehst du denn eigentlich, was du

" Cham einander viel ähnlicher klangen als im Deutschen Kanaan und da "es': •

, emendierte man das auffällige Cham in chanaan. Das hat die I Wir müssen jetzt lernen den Text auch mit anderen

• Kolumne der griech.-iat. Handschrift „R" in io4, 23, wo es auch | Augen als den historisch-kritischen zu betrachten. „Wir

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