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Ausgabe:

1929

Spalte:

169-171

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Holl, Karl

Titel/Untertitel:

Gesammelte Aufsätze zur Kirchengeschichte. Bd. 3: Der Westen 1929

Rezensent:

Koch, Hugo

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack
Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von
Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Hans Lietzmann, Prof. D. Arthur Tltius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften, bearb. v. Priv.-Doz. Lic. theol. K. D. Schm id t u. Lic. H. Kittel, Göttingen.
Jährlich 26 Nrn. Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50. - Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

"i I U-rr NIr 8 .Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. Hirsch in Güttingen, 15 Anfil lfl?fi

34. janrg. IXT. O. Hainholzweg 62, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. '«»• April ly£y.

Spalte. Spalte
Holl: Gesammelte Aufsätze zur Kardien- Steinborn: Die Kirchenzttclit in der Ge-

gesehidtte (Koch)..............160! schichte der deutschen evangelischen

Nielsen: The Site of tue Biblical Mount ; Mission (Schiunk)..............177

Sinai (Gustavs)...............171 |J eitle: Köstlicher denn das vergängliche

Seilers: Eustathius of Antioch and Iiis Gold (Ders.)................177

place in the earlv historv of Christian 'Richter: Der Missionsgedanke im evangc-

Doctrine (Volker). . . . ..........I7.2|. lischen Deutschland (Ders.)........177 Schleiermacher (Schhmk)..........183

S. Benedicti: Regula Monasteriorum iHaack: Die evangelische Kirche Deutschlands jOdenwald: Protestantische Theologie

tl.empp)...................173 der Gegenwart (Schlatt).........178! (Mttlert)...................184

Salvatorelli: San Benedetto e litalia del Triebe: Kirchliches Handbuch für die |ß 0 h 1 j n: Glaube und Offenbarung (Winkler). 186

stio tempo (Ders.).............I74, evangelische Gemeinde (Ders.).......179,

I. e m m e n s: Geschichte der Franziskaner- jS c h nt i d I i n : Das deutsche Missionswerk

missionen (Ders.)..............I73; der Gegenwart (Ders.)...........ISO

Vogel: The Capuchins in l'rench Louisiana Auf hauser: Meine Missionssttidientährt

(1722 17b6) (Ders.)............176] nach dem fernen Osten (Schomerus) ... 181

Spalte

Wilson: The indirect effects of Christian
Missions in india (Schhmk)....... . 181

Pixberg: Novalis als Nattirphilosoph
(Unger)...................182

Zur Nieden: Der Missionsgedanke
in der systematischen Theologie seit

Robinson: The Christian Experience of

the Holy Spirit (Bohlin)..........187

Ulrich: Fürsorge und Seelsorge (Schreiner). 189
Doli der«: Meister der Predigt aus dem
19. u. 20. Jahrhundert (Niebergall). . . . 190

historikers abgeschlossen. Er enthält 26 Abhandlungen
von denen nur drei Altchristliches zum Vorwurf haben
(1. Tertullian als Schriftsteller, 2. Zeit und Heimat des

Holl, Karl: Gesammelte Aufsätze zur Kirchengeschichte. Seine Beschäftigung mit dem Calvinismus setzt H. in Nr.
Bd. 3: Der Westen. Tübingen: J.C.B. Mohr 1928. (XIII, 602S.) 1 16 u. 17 fort (Zinsnehmen u. Wucher, Thomas Chal-
4' RM 21—; Hlwd. 24-; Hfrz. 29.50. j mer). Nr. 18—20 handeln über den Modernismus, den

Mit diesem, den Westen betreffenden 3. Bande ist Szientismus und Steiners Anthroposophie, Nr. 21—24
die Sammlung der Aufsätze des verewigten Kirchen- ; u°er Begriff und Bedeutung der „dämonischen Persönlichkeit
", Christentum und Sozialismus, über den Protestantismus
in seiner Kulturbedeutung, über den Takt in
der Religion. Den Schiuli (Nr. 25 und 26) bilden zwei
ps.-tertullianischen Gedichtes adv. Marcionem, 3. Au- Herzstücke Holl'scher Theologie: die Rechtfertigungsgustins
innere Entwicklung), während von den 24 Auf- i 'ehre im Lichte der Geschichte des Protestantismus, und:
Sätzen des den Osten umfassenden 2. Bandes nicht we- Was hat die Rechtfertigungslehre dem modernen Menniger
als 20 altchristliche Gegenstände behandeln. Man schen z" sagen? Mag man sich zu seinen Gedanken
sieht auch hieraus, wie aus seinen größeren Arbeiten, stellen, wie man wolle: es ist eine kraftvolle, geschlosse-
daß Holls Aufmerksamkeit im Altertum mehr auf den "e Persönlichkeit, die daraus spricht. So sehr sich Holl
Osten gerichtet war, während im Abendland Luther den '" die Gedankenwelt und die Erscheinungen anderer
Mittelpunkt seines Forschens bildete. Auch beim Mittel- Kirchenformen einzufühlen vermag, er selber wurzelt
alter stand ihm der Osten näher als das Abendland, da m.'t seinem Besten im Luthertum, ohne sehnsüchtiges
er auch die scholastische Theologie nur näher ins Auge Liebäugeln mit dem Katholizismus, am wenigsten in
faßte, soweit sie in Lutherfragen hereinspielte. Aber wo seiner römischen Gestalt, mit entschiedener Ablehnung
er es tat, ging er wie immer den Dingen auf den Grund. : a"er Versuche, von dorther Anleihen zu holen, Andachts-
Eine Art Übergang bildet im vorliegenden Band Nr. 4 [ u"d Gottesdienstformen herüberzunehmen, die nur dort
über die Missionsmethode der alten und die der mittel- m Zusammenhang des ganzen Glaubens und Kirchen-
alterlichen Kirche. Dann folgen 8 um Luther kreisende tums "lre Stätte haben können, im Protestantismus aber
Untersuchungen (Nr. 5—12), als Ergänzung zu Bd. 1. «hm als „ein bloßes Spiel", ja als „Kinderei" erscheinen
Nr. 13 würdigt die Persönlichkeit und Lebensarbeit Cal- (S. 223). Auch Mystik, zumal wie sie heute von Schön-
vins. Nr. 14 die geistlichen Übungen des Ignatius von geistern und Feinschmeckern betrieben wird, ist nicht
Loyola, des großen Gegenfüßlers der Reformatoren. seine Sache. Gewiß hat auch er manches an seiner
Besonders ans&Herz gewachsen war dem Heimgegange- Kirche und ihrem Gottesdienst auszusetzen, aber wo er
nen seine den Erlebnissen des Weltkrieges entsprungene : Vorschläge macht zur Behebung vorliegender Mängel,
Schrift über die Bedeutung der großen Kriege für das greift er zu den Grundlagen des evangelischen Christenreligiöse
und kirchliche Leben innerhalb des deutschen ' tums zurück. Den Ausschlag aber gibt bei ihm stets der
Protestantismus (Nr. 15). Für sie hatte er eine 2. Auf- Gottesbegriff : ihn belauscht er bei Jesus, bei Paulus, bei
läge mit vielfacher Umgestaltung vorgesehen, nicht etwa ; Augustin, bei Luther, nach ihm beurteilt er die großen
wegen grundsätzlichen „Umlernens". sondern zur Ver- I christlichen Persönlichkeiten und Bewegungen. So
tiefung und Erweiterung der darin niedergelegten Ge- schließt man diesen Band mit dem schmerzlichen Bedanken
. Es ehrt die wissenschaftliche Ruhe und Sach- dauern, daß der Geist so frühe scheiden mußte, der der
Iichkeit dieses vaterlandsliebenden Mannes, daß er auch Gegenwart noch so vieles zu sagen gehabt hätte,
aus seinen „Kriegsschriften" (außer Nr. 15 noch Nr. 7: Es war ein glücklicher Gedanke, diesen Abhand-

Luthers Anschauung über Evangelium, Krieg und Auf- lungen die Gedächtnisrede Lietzmanns (in der Berliner
gäbe der Kirche im Lichte des Weltkrieges) nach dem Akademie d. Wiss.) beizufügen (S. 568—577) Denn sie
deutschen Zusammenbruch nichts zu verleugnen und zu führt vortrefflich in die Arbeiten Holls ein und erklärt
verwischen brauchte. Hier zeigt sich der weite Abstand ihren Verlauf aus den Grundrichtungen seiner Forschung
eine., deutschen Gelehrten und Charakters vom Lite- und aus der Entfaltung seiner eigenen Wesensart S
ratenschwarm, der vorgestern so schrieb, heute so '< 578—584 ist ein Verzeichnis sämtlicher, im Druck erschreibt
und morgen wieder anders schreiben wird. ' schienener Schriften Holls beigegeben einschließlich der

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