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Ausgabe:

1929 Nr. 7

Spalte:

150-152

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Barth, Karl

Titel/Untertitel:

Erklärung des Philipperbriefes 1929

Rezensent:

Strathmann, Hermann

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L49

Theologische Literaturzeitung 1929 Nr. 7.

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Hpnstpr Snrarh^n und Rassen auf dem Boden Palästinas schritten erschienen, hier nie zur Anzeige kamen und in

ck^Mmsfo^ i unsern Kreisen so gut wie unbekannt sind, sei der An-

1 Für die Subaräer nimmt O. (S. 13 ff.) unter ge- j laß benützt, auf die für uns wichtigsten kurz hinzu-

nauerer Begründung eine Vermutung Ungnads auf. Da weisen.

in den Amarnatexten wenige echte hetitische, wohl aber „Rassen biologische Betrachtungen aber das MasaJ-Voik". Ar-

SUbaräische' Namen vorkommen und da Uria „der | chiv für Hygiene 1906, 201—226. Die Masai sind nicht aus Asien

Fletiter" ceinem Namen nach eher ein Subaräer sein eingewandert, sondern seit uralten Zeiten in den ostafrikanischen

-is Ii. • Ii 7 a„„ Ho+itorn" des Alten Testaments Steppen wohnhaft. Die von Merker gesammelten Traditionen hat k.

durfte. Sind unter den „Hetltcril des ^1«™«™ trotz genauen Nachfragens nirgends gefunden, traut den Oberliefe-

wohl die Subaräer gemeint, die hier MOB naen uu | mngen dcr M ühcrhaiipt kcin hohes Alter zu (S. 203f.).
jüngeren assyrischen Bezeichnung des Landes „tietitei Djc Si,laiu.lisll... Mit i garte und 12 Textfiguren. ioo s.

heißen. Daß damit die vielerörterten palästinischen Sonderabdruck aus Heft 24 der „Mitteilungen der Thurgauer Natur-
Hetiter" aus der Geschichte verschwinden, ist gewiß forschenden Gesellschaft", 1922; Arbon, im Selbstverlag, 1922. Ver-
kein Schade. griffen. Behandelt Landschaft, Geologie, Bergbau, Klima, Bevölkerung,

AnfWhth-trer erscheint mir der Versuch, in den Elu- I Flora und Fa""a- Aus dem Innalt erwähnenswert: keine Erdbeben,
Antecntnarer erscneinr mir oer vcisuen, i ^ , ^ Sedlclwn (S Bcdllinen (S. 35{f); Pariastätnme dcr Djcbelic

s enthaltenden Namen die althebräische „EIrcligion < ,„,d Muatra (S. 39ff.); VVaehteizQgc im Süden der Halbinsel mir

... . ««-'ring (S. 94).

und in ihren Trägern Leute der ersten hebräischen Ein- Dcr /„.„„■,,,. sland Manna/ragt". Sonderabdruck aus Heft

Wanderung wiederzufinden, die damals in Nordpalästina >b der „Mitt. d. Thurg. Naturforsch. Ges." 1924. 59 S. Arbon,

unter den Kanaanäern wohnten (S. 37), aber im Unter- | Selbstverlag, 1924. Eine eingehende Besprechung aller „Manna"-

SChied ZU ihnen eine ernste und strenge Religion hatten i Arten und aller Manna produzierenden Gewächse — auller der Tama-

/§ 3Q _ Tatsächlich ist doch wie U. selber bemerkt, j riskc ncu Artemisia und Haloxylon —, auch eine Geschichte der

die .ElreKlrion" auch in Kanaä.l vertreten. Liest man »anzen Fragc. Wenn K. hier die Frage des biblischen Manna offen

Za c47^o_ a im ,!,„- Arnum Texte als R-ial laßt llnd cs als noch lmmer ""gewiß bezeichnet, ob das Manna an

mit Greßmann das d IM der Amarna- exte als Baal ffl odcr Rillde ailftrctc d A tatsachlidl ,nscktcn aK E

was auch G. (S. 35) offen laßt, so stehen sich 3 mit . in Bdradlt kr)mmtn S3 komn)4 er „ dncr jm ™
Baal und 4 mit El gebildete Namen gegenüber — ein j Veröffentlichung „Wanderungen und Wandlungert in der Sinaiwüste-
Verhältnis, aus dem man vorsichtigerweise besser | zu einem neuen Ergebnis. Darnach handelt es sich vielmehr um eine
keinerlei Sschlüsse zieht. Die paar Namen genügen in. E. j die Bruthülle einer auf Tamarisken lebenden Schildlausgattung (Tra-
aber auch nicht, einen Unterschied in der Religion fest- [ hutina) umgebende, tropfenweise sich sammelnde Flüssigkeit, ein
zustellen Daß Gott groß Und erhaben heißt, ist doch Verdauungsprodukt der Schildlaus. Dieses Manna kommt nur in gc-
wohl alloemeinsemilisch, S. Baildissin, Kvrios III S. 61ff. , rinSer MenKc von nach Aussagen der Beduinen vermag ein Sammler
75ff- Namen mit rab Und ram sind jedenfalls gerade .c",cr Saison etwa 61/, Kilo zusammenzubringen. Es ist kein

fih pJonizien belegt. Der dritte Name Elu-raib läßt ; ' TOh
sich, wiederum auch nach G. (S. 38) ZU 3TiH wie ZU In der Frage nach dem biblischen Sinai kommt K. - nach zerStellen
; wenigstens ZU ersterem geben die ägyptischen ! streuten Andeutungen in den verschiedenen Publikationen, ergänzt
Aussagen Über den Baal — S. Greßmann, Baudissin — d,lrch "riefliche Mitteilungen - zum Ergebnis, daß derselbe nicht
Festschrift (1918) S. 199 ff 203 ff. - Parallelen genug, ; b!°" "V .djeb' Ml'sa' vielc" andcr" ^tlkhkeiten der

„ . ' o i i oz i i ■ te. ! südöstlichen Wustenecke des Mitte meergeb etes zu suchen sei Mit

Muß ich somit diese Schlußfolgerung als nicht dlwn, Tdl dcr FJ6cMiin4fe aus ^ hsabe Mosc ^ZJt%tJ^

genügend gesichert ablehnen, SO verdient die sorgfaltige j der Halbinsel aufgesucht, wo heute noch ein vielbegangener Weg

und scharfsinnige Arbeit, deren Verfasser auf diesem ! „ach Midian führt und wo sie sich vor den wilden Nördstämmen wie

schwierigen Grenzgebiet mehrerer Disziplinen wie I vor den mit der Gegend um Scrabit el Cbadem wohl vertrauten

wenige ZU Hause ist, Uinsomehr Zustimmung. Daß Ägyptern eher sicher fühlen konnten; die Masse der Israeliten sei

der Verlag sie auch einzeln zugänglich machte, ist sehr 1 weiter nördlich auf weidereichen und kürzeren Wegen direkt nach

ZU begrüßen 1 °sten W**01, _ t)cnl n,it der ganzen Problematik der Oberlieferung

' H.«m*.,^."r ' Vcrtrau1cn mae diese Lösung noch immer zu einfach vorkommen.

0'eBen-_W. Baumgartner. j Aber auch er wW auf j£den Fa„ g£rn ^ Ansjcht ^

Kaiser, Alfred: Mensch und Menschwerden am Sinai. Vortr., Kenners derOrtUchkefaa erfahren.

gehalten in d. Museumsgesellsch. Arbon. Sep.-Abz. vom „Arboner So bietet denn auch die vorliegende Schrift man-
Tagblatt", 1928. Arbon (Schweiz) [Inden Reben]: Selbstverlag d. j cherlei Interessantes aus der Vorgeschichte der Sinai-
Verf. 192S. (19 S.) 8°. gegend: über die durch Erosion und nachfolgende Ab-
In der anspruchslosen Form eines Vortrages vor j tragung durch den Wind geschaffenen wilden Talläufe
einem Laienpublikum entwirft der Verf. ein anschau- , (S. 4f.); die Schuttablageningen an ihren Seiten keine
liches Bild der Menschheitsgeschichte von ihren er- Gletscherbildungen, sondern Aufschüttungen starker
sten Anfängen im Eocän bis zum Auftreten der Regenwasser, die auch an der Armut des Diluviums an
Schrift, aber mit spezieller Abzielung auf die Sinai- Vegetation und Tieren schuld sind (S. 51); über
gegend. Und das gibt der unscheinbaren Broschüre Eolithen und die Fundstätten erster Feuersteinwerkzeuge
ihren Wert. Ist der Verfasser doch vielleicht der beste (S. 7f.), Kupfer- und Quarzbearbeitung im Alluvium
lebende Kenner der Sinaihalbinsel, deren Erforschung (S. 15 f.). Die vielerörterte Sinaischrift wird aus Besitz-
seit mehr als vier Jahrzehnten seine eigentliche Lebens- marken, wie sie für Kamele und Kleinvieh Verwenduno
arbeit ist. 1886 unternahm er als Vierundzwanzig- finden, hergeleitet (S. 17). Endlich macht K. auf die
jähriger von Kairo aus, wo er am Naturalienkabinett des zahlreichen „Dendriten" aufmerksam : Gesteinsstücke, auf
Vizekönigs angestellt gewesen, von Schweinfurth per- deren Spaltfläche sich moosförmig verzweigte Lin'ien-
sönlich dazu ermutigt, allein seine erste Reise dort- Zeichnungen abheben, die versteinerten Pflanzengebilden
hin. 1887 kam er wieder hin als Begleiter des Hallen- ähnlich sehen, tatsächlich aber durch eisenhaltige Ausser
Geologen Joh. Walter. Nachdem er seine natur- Scheidungen von Sickerwasser entstanden. Von den
wissenschaftliche Ausbildung in Zürich und München Beduinen werden sie als „unseres Gottes Schrift" bevervollständigt
, weilte er von 1890—98 — mit wenigen zeichnet, und K. wirft die Frage auf, ob nicht besonders
Unterbrechungen für Forschungsreisen nach Afrika — I schöne und zu Stelen abgerundete Dendritentafeln den
wieder dort, mit festem Wohnsitz erst in et-Tor, dann Anlaß zur Sage von den Gesetzestafeln gegeben haben
im Wadi Bedr. Seitdem kam er noch mehrmals zu könnten (S. 18).

kürzerem Aufenthalte hin, zuletzt 1926/27. So erwarb Gießen. w Baumeartne

er sich eine seltene Kenntnis dieser Gegend und konnte —-«armer.

große Sammlungen und eine reichhaltige Kartothek an- Barth, Karl: Erklärung des Philipperbriefes. München- Chr

legen. , Kaiser 1928. (III, 126 S.) gr. 8°. RM 3.50; geb. 5.2u!

Da seine zahlreichen Veröffentlichungen, die meist , Nichts von „Einleitungsfragen". Literarkritische

in geographischen und naturwissenschaftlichen Zeit- Fragen „lassen wir auf sich beruhen". Nichts von Text-