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Ausgabe:

1929

Spalte:

561-562

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Baumgarten, N. de

Titel/Untertitel:

Orientalia Christiana. Vol. IX, 1 = Num. 35: Généalogies et mariages occidentaux des Rurikides Russes du Xe au XIIIe siècle 1929

Rezensent:

Schmidt, Kurt Dietrich

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Seite 1

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J.

B6J Theologische Literaturzeitung 1929 Nr. 24. jjgg

älteste Herausgeber der Werke des J. v. D. als jo- ratur ist zu diesem Zwecke verarbeitet worden. Das auf-
hanneisch angesprochen, aber nicht gefunden hat. Es fallende Ergebnis ist, „daß Rußland vor der mongo-
ist der Libellus Orthodoxiae. Die Übereinstimmung des lischen Invasion eine einzige Familie mit den übrigen
Fundes v. G. mit der genannten Schrift, von der Le Landern Europas gebildet hat". Ich zähle, um das deut-
Quien Kunde gehabt hat, steht einwandfrei fest. Trotz- lieh werden zu lassen, nur einige der Häuser auf, in die
dem ist es G. selbst fraglich, ob die Schrift wirklich von Russen hineingeheiratet haben bezw.die ihre Töchter nach
' v. D. stammt, da vor allem die Erwähnung des Rußland verheiratet haben: zunächst die Herrscher-
icaenums von 787 stutzig machen muß. häuser von Frankreich, England, Norwegen, Dänemark,
VIII 5 (Nr. 32) enthält im ersten Teil eine J. S. dann aus Deutschland die Häuser Schleswig, Ditmar-
gezeichnete Übersicht über die antireligiöse Propaganda sehen, Stade, Buxhöwede, Käfernburg. Kaiser Heinin
Sowjet-Rußland, wie sie sich in den Jahren 1924 bis rieh IV. darf ich auch persönlich nennen.
Ende 1925 gestaltet hat Gestützt auf Originaldoku- DasseIbe Vo|. ix 3 Nr. 37. August 1927. Oeors Hofmann s 1 •
mente, die in deutscher Ubersetzung in den Text einge- Sinai und Rom Ebda (87S ) fcrr g0 -Jj-
flochten sind, kommt J. S zu. dem Ergebnis, daß die H untersucht in diesem Heft mH ; Staunens-
Jahre 1924 5 eine vollige Wendung in der religiösen werten Kemtnis der Ostgeschkhte das Verhältnis der
Politik Rußlands bedeuten. Die Methode der gewalt- Sinai-Klöster zu Rom. Er faßt das Ergebnis selbst in
samen Behinderung aller öffentlichen religiösen Auß^ fol dc Thesen /llsammen (dem InhafJ
rungen, überhaupt die Methode der Verfolgung wird auf- gegeben)- wieaei-
gegeben. An ihre Stelle soll! vielmehr eine planmäßig ' ' Im ersten christlichen Jahrtausend stand das Hauot-
und auf lange Sicht arbeitende materialistische Aufkla- kk>ster der Sinaimonche in Gemeinschaft mit der röm -
rung treten, deren Methoden je nachdem, ob siejich *n schen Ki h ly Ejnh . darf uch ü das
Erwachsene oder an t^W^J^™«*^ XI. und XII. Jahrhundert angenommen werden Für
sein müssen - Der weite Teil enthalt teils sehi ein- dje /wej f(j, J Janrnundei.^e (XI„ XIV ) bezeug
gehende, teils kürzere Buchbesprechungen. päpstliche Schreiben die Union mit Rom Das XV

n 22 "r (NH fmaL s"f dTsich in'diesem Heft /^hundert zeigt in den 80er Jahren eine Schenkung!

Deutschen G. Hofmann S. J der sich in diesem Heft t Im xy, jahrhundert lassen die Que,|en h, Bf_

aber leider der da ,einsehen Sprache bedient (warum ), Rehungen hinüber und herüber erkennen auf eine
über Bellarmins Verhältnis zu den Orientalen Die Union^ann mit Sicherheit daraus aber nicht geschlossen
Untersuchung ist in drei Teile gegliedert Der erste be- werd , xv„ Jahrhundert (Hofmann druck verhandelt
das Verhältnis B.s zu den Griechen. B. erweist sehentlich XVL) wuchs die AnJh an Rom Set
sich hier als außerordentlich eifriger Befürworter der )703 4 w keil/Verhältnis mehr festzustellen - Auf
Union mit den Griechen. Er ist auch, um jedes Befrem- den Sejten 30_87 rf dje Q „ ^ A™
den auf ihrer Seite zu vermeiden, zu weitgehender An- vvesentlichen die Darstellung stützt, i n Wortlaut zum
passung an griechische Brauche und Sitten bereit. Der Abdruck gebracht.

zweite Teil ist uberschrieben B und die Slaven". I Gegen die Verwendung mancher dieser Briefe

Gegenuber den Russen zeigt sich B. als keineswegs so durch £ habe jch BedenkcnV Lammens s. J halt et e

entgegenkommend wie gegenüber den Griechen, dagegen 1 These auf tellt daß die Beziehungen zwischen Rom

!SotteannfÜrr ÄSillS dritter" ' SPS ßS-l

-r ., ,. , x j- t> -l • i» d u. derts gebrochen sind. n. schrankt d ese These auf die

Teil geht kurz auf die Beruhrungen ein, die B. mit 0n„- i„i__, „K„„ a iTjj ., . . ' "c

anderen Orientalen (Chaldaeern, Armeniern, Kopten. : g»V^-fh«™ dargelegt, ein Aber mir ist die

Aethiopiern usw.) gehabt hat. Aufgefallen ist mir dabei; !ew"* "hn,'"gf v?nR D'er aUS fra«,lc?, Z™°JAia-

daß die Stellungnahme B.s zu den Fragen der malaba- ' 1 a" heobachtet daß Papst Innozenz II. (1482 bis

ritchen Riten nicht berücksichtigt ist, obwohl das Thema , iP92> daS *a hannenkloster auf dem Sinai mit geist-

doci, lautet „B. und die Orientalen" und der Begriff der ' J™Voirec hten ausstattet; daß ferner 14/9 und1 1483

Orientalen, wie die Inhaltsübersicht zeigt, sehr weit ge- I 1 £ess nac,h lateinischem Ritus auf dem Sinai darge-

fußt ist (vgl. Peter Daumen S. J., Robert de Nobili i fe^f*' ^Sä^ IS?^1 T ^ }^XaA^ ^

S Ein Beitrag zur Geschichte der Missionsmethode J£i,*f 1 Re,fe,lden vo" Romfeindschaft

j. *~ 5 ..... . ,v. ,„,.,, .v, , ,. 1 des Sinai glaubwürdig sprechen; erwagt man weiter daß

und der j- ' dk orthodoxe Synode^vcS. Konstantine.^! IÄsS

hKh Ante fassen woMen Di>mm? Tel ^n°mie £ewahrte- ohne d;<" dessen Verkehr mit Rom

che ins Auge fassen wollen. u,e zum gioben 1 eil aufhörte so scheint mir der Schluß nahe zu Heeren daß

bisher unveroffen lichten Aktenstucke, auf die sich, H. difj Sinai?-Mönche, die ungeheure Vorteile aus Threr'Ver
bei seiner Darstellung stutzt, werden im Anhang abge- bj rf j rf • Abendl^nd Q hab S
druckt. Sie stammen meist aus dem Archiv des Jesuiten- es d ^ h. Qrund des&auß^ren Vorte 1s Ste Ver-
ordens. - Der Verfasser zeigt seine glanzende Kenntnis bj d mjf R f daß aber auf
der auf den Orient bezüglichen Literatur auch in dieser ihre JrkUch€ Zugehörigfeit zu Rom daraus nicht ee
•Schrift wieder. Sie ist über die Beleuchtung der Person j schlossen vverden darf. Ich darf als Grund für diSe
B.s hinaus für alle Arbeiten über die Geschichte der | ^ M aus dem yon H vervverteten Mat ; , ^ ^
lateinisch-griechischen Union wichtig. Die Au ob.ogra- anführen, daß das Sinai-Kloster 1274 für die Union «re7-
phie B.s verdient allerdings etwas mehr Kritik als H. njchts gefan hat; dn aIlerdings unbezeugter Bericht gibt
für gut hält. , sogar an, daß sich ein Sinai-Mönch Athanasius gegen
VIII 7 (Nr. 34) enthalt Buchbesprechungen. Darauf de£ Konstantinopeler Patriarchen Bekkos gewandt habe
eingehen kann ich nicht, denn eine Besprechung von Auch ein Schreiben des Kiosters an Jufius ,,, VQ^
Besprechungen scheint mir ein Unding zu sein. 5 Oktober 1553 vermeidet es geflissentlich den GeKiel
. __ Kurt Dietrich Schmidt. | danken des römischen Primats klar auszudrücken. Daß

0-He7t7l7a" c5hrTsTT^nTvol IX 1 = Nr. 35, Mai 1927. Baum- '». 'j1"? 'm. übriS.en Rom möglichst entgegengekommen

«5S N de Genci n etmariages occidentaux des Rurikides eS, S'ch llm ei" Bittschreiben handelt, Selbst-

R;,sses du xe au Xllie siecle. Roma: Pont. inst. Orientalium studi- | verständlich. Ich meine gerade bei diesem Charakter

orum (93 S.) er. 8°. 18 L. I des Schreibens fallt die Vermeidung der Aussprache des

Das Heft enthält genealogische Tafeln zur üe- römischen Primats doppelt auf.

schichte der russischen Rurikiden, die zumeist deren Ver- ( Qr Chr !X 7 = Nr. 38. September 1927. Libri Receutiores Fbda

hältnis zu westlichen Häusern klar legen; doch sind die i (61 s.j gr. 8». •

Angaben über russische Heiraten der Rurikiden, soweit Buchbesprechungen.

ich sehe, nach Möglichkeit auch gebucht. Jede einzelne | Kie| Kurl Djetrjch Schmidl

Angabe wird quellenmäßig belegt. Eine ungeheure Lite- !_.-----.__