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Ausgabe:

1929

Spalte:

481

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Witzel, Maurus

Titel/Untertitel:

Perlen sumerischer Poesie in Transcription u. Übersetzung m. Kommentar. Neue Folge 1929

Rezensent:

Gustavs, Arnold

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack
Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von

Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Hans Lietzmann, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften, bearb. v. Priv.-Doz. Lic. theo!. K.D.Sch m i d t u. Lic. H. Kittel, Göttingen.
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

| , »• -ji Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. Hirsch in Güttingen, n Olrtnhor 1070

04. JHhrg. AT. Li. Hainholzweg 62, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. •*« WMUUcr y Ly

Spalte

W i t ze 1: Perlen sumerischer Poesie (Gustavs). 481
Riggenbach!: Das Comma Juhannetim

(Pascher)..................481

B a u e r n f e i n d : Die Worte der Dämonen

im Markusevangelium (Ders.).......482

Schmidt: Studien zu den Pseudo-Clemen-

tinen (Koch).................4S3

Foerster: Von Valentin zu Herakleon

(Völker)...................487

Spalte Spalte
Acta Concilii Constanciensis (ßramli) .... 490jPf en n igsdorf: Der Erlösungsgedanke

Archiv für Reformationsgeschichte (Wolf) . . 493
Jahrbuch für Brandenburgische Kirchengeschichte
(Gemen)............493

Pius XI.: Rundschreiben über die Förderung
der wahren Einheit der Religion (Malert). 496

(Bohlin)...................4gg

Volkelt: Das Problem der Individualität
(Winkler)..................500

Schwarz: Gott (Ders.)...........501

Hönigswald: G. W. Leibniz (Knitter- Politik: Die Kunsttätigkeit unter Urban VIII.
nieyer).................... 498 (Beyer)...................502

Witzel, P. Maurus, O. F. M.: Perlen sumerischer Poesie. In welches sich völlig druckfertig in seinem Nachlall fand,
Transkription u. Uebersetzung mit Kommentar. Neue Folge. Fulda: zeigt die hekannten Vorzüge des Verewigten: peinliche
Fuldaer Aktiendruckerei 1929. (vi, 117 S.) gr. 8°. — Keil- [ Gewissenhaftigkeit, Gründlichkeit und solides Urteil,
inschriftliche Studien, H. 6. RM 7.30. v/ir erhalten einen vollständigen Überblick über die
Der verdiente Sumer.ologe Maurus W.tzel hat sich alten Bibelhandschriften, Kirchenväterstellen, ersten
schon im 5. Hefte (Fulda 1925) seiner Reinschrift- Druckausgaben des Textes und das Ergebnis, daß diese
liehen Studien" bemuht, uns die Schönheit der sumeri- bekannte Interpolation, welche im 19. Jahrhundert nur
sehen Poesie nahe zu bringen und hat daneben versucht, noch VQn ?wei Gelehrten als echt verteidigt wurde, um
in diesen uralten Hymnen und Liedern Strophenbau nach- dje Wende des 3 und 4 Jahrh jn derf iateinischen
zuweisen. Er laßt nur. nach mehreren Jahren ein neues Bibeltext (und zwar pHscillians wegen vermutlich in
Heft „Perlen sumerischer Poesie" folgen In ganz naher Spanien) eingedrungen ist. Es ist ein „sicheres Resultat
Zeit soll ein weiteres Heft ähnlichen Inhalts heraus- ! d'r Forschung" und darum hat diese Stelle „unter kei-
kommen das auch die notwendigen Indices enthalten nen umständen mehr ein Heimatrecht im Schriftbeweis"
wird. An erster Stelle bietet Witzel eine Liturgie zu ; (S 43) Für die protesTantische Exegese ist damit eine
Ehren der Gottin Istar und zwar eine Prozess.onslitur- erfreuliche Einmütigkeit festgestellt. Wenn ein Dekret
g.e, die wahrscheinlich am Neujahrsfeste gesungen des h, Offiziums vom 13. Jan. 1897 die Authentizität
wurde unter Vornahme allerhand symbolischer Hand- dieses Zusatzes remaß den Ausgaben der Sixtina und
lungen, bei denen die Vollziehung-des, H.eros;üamos die Clementina bestätigt, so ist nach Meinung der meisten
wichtigste Rolle spielte. Der Istar der Stadt Is.n, der katholischen Gelehrten damit nicht die Herkunft des
Göttin N.n.ns.na ,s das zweite Lied gewidmet Die Textteils vom Apostel Johannes, sondern nur dessen
Göttin erscheint dort als die Ärztin die das Heil der kirc,lliche Q^uag behauptet. Die kritische Frage bleibe
Kranken 1*. und als die Gottin der PnrtMgfo Noch auch für den katno,jschai Theologen noch offen. Sie
eine dritte Dichtung zu Ehren der Istar bietet W.tzel, die kann ange8fchts des Handschriftenbefundes ja garnient
durch Stellen von besonderer Schönheit und Warme der ubersehcil werden. _ Vom Verfasser wäre noch eine Aus-
Empfindung ausgezeichnet ist Endlich folgt noch ein , der Joharinesbriefe, die ihn schon einige Jahre
Lied auf den Mondgott, in dem Sin als H.rte der beschäftigte, zu erwarten gewesen. Es ist nicht nur
Sterne auftritt Die Sterne sind als Rinder gedacht, die , für jh i;ondern auch für d£ Wissenschaft JU
Sin hütet und deren Milch er verwertet Em sumerisches , daß es ihm nicW mehr veTg6nnt war die Frucht J™;
Begräbnislied bildet den Schluß W.tzel hebt hervor, Forschunu.en die ihm ian|sam reiie, m pfiücken?.r
daß dies L et religionsgeschichtlich von eminenter Be- .. . ' s ' 5™™™ •

deutung ist, weil es uns einen Einblick in die Anschau- | Marburg a- _Erich Fascher.

ungen der Sumerer über den Zustand der Seelen nach ; Bauernfeind, Priv.-Doz. Lic. Otto: Die Worte der Dämonen

dem Tode gibt. Der Text spricht so klar und unzwei- im Markusevangelium. Stuttgart: W. Kohlhammer 1927. (VIII

deutig von der Vergeltung und der Auferstehung, wie ' 104 S.) gr. 8°. = Beiträge zur Wissensch, v. A. u. N. T., 3. Folge'

dies in keinem akkadischen Texte der Fall ist. Man wird ; h. 8. rm 4.50!

freilich ohne weitere Belege kaum sagen können, daß
der Glaube der Sumerer in dieser Hinsicht reiner und
höherstehender war als der der Akkader. Man hat doch
zu stark den Eindruck, daß das ganze Beschwörungs

B.s Untersuchung gliedert sich in 3 Hauptabschnitte
. Der erste behandelt die einzelnen Dämonenworte
(besonders Mk. 1, 24. 5, 7 und die Notiz in
3, 11) unter Heranziehung von Texten aus Philon und

und Zauberunwesen in der babylonischen Religion ein den Zauberpapyri, um den Nachweis zu führen, daß die

Erbgut der Sumerer war, das von dorther in die religi- ' Anreden der Dämonen, die Jesu Würde kennen, weniger

Ösen Vorstellungen der einwandernden Akkader einge- ein Messiasbekenntnis als ein Abwehrmittel der Dä-

drungen ist. monen sind. Ein zweiter Teil untersucht die Worte

Im ganzen kann gesagt werden, daß die sämtlichen | Mk. 1, 24 und 5, 7 im Zusammenhang der Perikopen

von Witzel dargebotenen Texte religionsgeschichtlich so j — man beachte besonders die Analyse von Mk. 5, 1—20,

bedeutsam sind, daß man auf die Fortsetzung gespannt welche trotz mancher überscharfsinniger und überflüssi-

sein darf. ger Reflexionen viel Bemerkenswertes enthält — sowie

_ Hiddensee._____Arnold Gustavs. die Stelle 3, 11, welche B. auch in den großen Zu-

i<7ggen bachf. weil. Prof. D Eduard Das Comma Johanneum. sammenhang von 3, 6 ab einzuordnen versucht, um da-

Ein nachgelassen« Werk. Gütersloh: c. Bertelsmann 1928. (43 s.) mit seine These des ersten Teils zu stützen, so wenn er

8°. = Beiträge z. Förderung christl. Theologie, Bd. 31, H. 4. RM 1.50. ! z. B. die üerasenergeschichte nicht als Erzählung von

Das von Gerh. Heinzelmann herausgegebene und j betrogenen, sondern betrügenden Teufeln wertet, da

mit einer Vorbemerkung versehene Werk Riggenbachs, Jesus infolge ihres Wunsches und seiner Erfüllung das

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