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Ausgabe:

1929

Spalte:

354

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Peers, E. Allison

Titel/Untertitel:

Studies of the Spanish Mystics. Vol. I 1929

Rezensent:

Ficker, Gerhard

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung 1929 Nr. 15/16. ;;.,]

Gelehrten eine Lichtaufnahme durch die munificentia (vol. V, p. 295—302), und eine von Rusticus die er in

Papst Pius XI. zur Verfügung gestellt wurde. Diese der Collectio Casinensis (vol. IV, p. 'ry>— 239) er

Handschriften und Übersetzungen zerfallen in 2 Klassen, öffentlicht hat.

von denen die eine, zu der außer drei Handschriften Diese der Vorrede entnommenen Angaben zeigen

auch die lateinische Übersetzung der Collectio Palatina welche schwierige Arbeit der scharfsinnige und uner'

und die syrische Übersetzung gehören, nur die Apologie müdliche Gelehrte auch im vorliegenden Teile wieder

Cyrills mit den Einwänden Theodorets bietet, während in bewältigt hat. Mit dem 7. Teil soll dann vol I seinen

der andern noch Solutiones oder Interpretationes beige- Abschluß finden,

fügt sind, in der Weise, daß der Anathematismus voran- München,
.geht, dann die Interpretatio Cvrills, hierauf Theodorets

gern, uanu "lc '"^'V"1'" tnt '_.._„ folgt Außer- Peers, E. Allison, M. A.: Studies of the Spanish Mystics.

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Teil der cyrillischen Apologie dieses Kapitels gegen die Der Verfasser, Professor für Spanisch an der Uni-
Orientalen angehängt und bei den capp. XI und XII versitat Liverpool, hat sich durch ein Werk über die
stehen statt des Einwands Theodorets und der Entgeg- spanische Mystik: Spanish Mysticism, a Prelumnary Sur-
nuno Cvrills die Einwände der Orientalen und Cyrills i vey, London 1924 und durch Übersetzungen von Werken
Antwort hierauf. Die Rezension der Handschriften dieser Hamern Lulls bekannt gemacht. Jetzt egt er einen ersten
zweiten Klasse und der dazu gehörigen lateinischen Band eines größeren Werkes vor, das die spanischen
Übersetzung in der Sichardschen Sammlung stammt von Mystiker dem englischen Publikum naher bringen soll;
einem und demselben Manne, der wahrscheinlich eine die folgenden Bandesollen Unbekannteres enthalten, der
Handschrift vor sich hatte, worin der letzte Teil fehlte vor legende erste Band beschäftigt sich mit den Hauptoder
verdorben war, weshalb er das Fehlende aus der Vertretern des goldenen Zeitalters der spanischen Mystik
zweiten Apologie Cvrills ergänzte. Da sie in die nach «? 16. Jahrhundert. Es wird keine Geschichte der spa-
i££ta!?%dn2£ (Abhdlg. d. Bayer. Akad. d. ".sehen Mystik versucht; dazu ist die Zeit noch nicht
Wiss XXXII 6 S 136) nicht nach dem letzten Jahr- reif, dazu mußte auch erst der Charakter der spanischen
zehnt des 3 lahrhunderts entstandene Collectio R (Vat. Religiosität im Allgemeinen dargelegt sein, sondern es
14314 auf genommen worden ist, kann sie von Cvrills sind einzelne Bilder der großen Mystiker, die hier vor-
Zeit nicht weit abstehen. In der erstgenannten Klasse gefuhrt werden, beginnend mit Ignatius von Lovola,
dagegen stecken, wie aus den verschiedenen Eingängen dessen Exercitia spintualia eingehend gewürdigt werden,
hervorgeht, mehrere Rezensionen. Die älteste und hin- « folgen S. 31-76 Luis de Granada, S. 77-131
sichtlich der Reihenfolge am nächsten an Cyrill heran- Francisco de Osuna, S. ^~22o St Teresa, S. 227-
reichende liegt in der lateinischen Übersetzung der Col- ,88 St. John of the Cross (Juan de Yepes), S. 289-344
lectio Palatina und in der syrischen Übersetzung vor: ' -U1S de Leon, S. 345—405 Juan de los Angeles. Jeder
hier kommt zuerst Cvrills Brief an Euoptius, dann cap. dieser sieben Abschnitte wird eingeleitet von einer kur-

1 und Theodorets Einwand; vorangeschickt aber ist der zen Mitteilung der Lebensumstände des betr. Autors; es
letzte Teil des Theodoretschen Briefes an Johann von tolgt d'e Besprechung seiner Werke, der poetischen und
Antiochien der zum Verständnis der Vorwürfe Cvrills prosaischen, mit reichlichen Exzerpten und Wiedergabe
am Schluß seines Briefes dient. Daß diese Rezension von von Gedichten, in der Originalsprache und in Übereifrigen
Anhängern Cvrills stammt, zeigen die Über- Setzung. Es wird dann das Wesen der mystischen
schritten. Sie hat nun der Hersteller der Rezension der Frömmigkeit charakterisiert und auch die Frage nach
zweiten Klasse benützt, da die Handschriften dieser d.e" Quellen gestellt; alles sehr lehrreich und unter-
Klasse, abgesehen von den eingefügten Solutiones, die- richtet; man merkt die Vertrautheit des Verfassers mit
selbe Reihenfolge aufweisen wie die lateinische Über- seinen Quellen. Wie der Verf. die Stellung des betr.
setzung in der Collectio Palatina und die syrische Über- ' Autors zur Natur untersucht, so hat er auch Wert darauf
setzung. Die zeitlich letzte, sachlich aber bequemste £e!egt, die literarische Stellung der Autoren zu charakte-
Reihenfolge findet sich in der zur ersten Klasse ge- f'sieren Es ist ja bekannt, daß manche dieser Mystiker
hörenden Moskauer Handschrift und ihr ist Schw. in der Literaturgeschichte Spaniens eine hervorragende
seiner Ausgabe gefolgt. Bei Verschiedenheit der Les- Holle spielen. Ich zweifle nicht, daß gerade durch diese
arten aber verdienen die der beiden soeben genannten Abschnitte das Ziel des Verf.s erreicht wird, das Wesen
Übersetzungen den Vorzug. des Spaniers einem größeren Publikum klarzulegen und

Als drittes Stück folgen in der Collectio Vaticana die Bekanntschaft mit Spanien zu fördern.

f Anathematismen, die unter dem Namen des Gre- Diesem Zwecke dient schließlich auch die reich-

«M-iUS Thaumaturgus von Neocaesarea die Lehre Cv- *}'M%1 Bibliographie, die der Verf. beigegeben hat,

rills wiedergeben und sich ebenso von allem Apollina- » 407—462 (876 Nummern). Gerade dafür müssen

rismus fernhalten wie sie gegen Nestorius oder vielmehr wlr dem Verfasser dankbar sein. Besonders ältere Lite-
"■e<ren Theodor von Mopsuestia ankämpfen. Daß sie ! ™tur Jst d°ch verhältnismäßig wenig bei uns bekannt,

kurz vor oder kurz nach dem Tode Cvrills ans Licht y,erf- ]m d>e Schate des British Museum, der Biblioteca

traten zeigt ihre Aufnahme in die Bücher des Timotheus Nacional von Madrid, der Bibliothek der Universität von

Aelurus <?egen das Konzil von Chalcedon. Angehängt Barcelona, der Bibliothek des Instituts für katalanische

sind Erklärungen die wohl nicht vom Verfasser der Ka- Studien in Barcelona, der Bibliothek Menendez Pelayo

pitel selber stammen und merkwürdigerweise in umge- !" Stander benutzt und zusammengestellt, was

kehrter Reihenfolge von 12 zu 1 laufen. Die Ursprüng- vo" Ausgaben der Werke der behandelten Autoren

lichkeit dieser Reihenfolge aber bezeugen der genannte bekannt geworden ist. Sehr wertvoll ist auch, daß er

Timotheus Aelurus und die vatikanische Collectio 1431 die neueren spanischen Ausgaben der Werke nennt. So

(R). Vermutlich wurde zuerst dem letzten Kapitel eine )v!rd aucb uns Deutschen das Werk von Nutzen sein

Erklärung angehängt und zu ihr kamen dann nach und *onn üe)vll< wird, ps an seinem Teile dazu beitragen,

nach Erklärungen auch für die andern Kapitel. dem. Mangel Deutschlands an spanischen Büchern oder

Den Schluß bilden die zwei Commonitoria (vno- wenigstens an ihrer Kenntnis abzuhelfen.

(tmqmaaS) Cyrills an Successus, die ebenso von seinen Kieb_ G- Ficker.

Anhängern wie von den Vorkämpfern des Konzils von Coulton, G.G., M. A., Hon. D. Litt.: Life inlhenviidditT/ÄB^

Chalcedon eifrig benutzt wurden und darum in zahl- Selected, translated and annotated. Vol. !—III. Cambridge - Univer'

reichen Handschriften mit nicht wenigen starken Ab- sity Press 1928 n. 1929. (XV, 246, XIII, 170 u. XIII, 183 s. m.

weichungen der Lesarten vorliegen. Es haben sich auch j Abb) 8°- D 7 sh. 6 d; Ii u. in: je 6 sh'

2 lateinische Übersetzungen erhalten, eine von Dionysius Das Werk ist 1910 in erster Auflage erschienen.
Exiguus, die Schw. schon in der Collectio Sichardiana Die neue Auflage ist in vier handliche Bändchen z.er-