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Ausgabe:

1929 Nr. 11

Spalte:

243-244

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Danby, Herbert (Ed.)

Titel/Untertitel:

The Journal of the Palestine Oriental Society 1929

Rezensent:

Dalman, Gustaf

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243

Theologische Literaturzeitung 1929 Nr. 11.

244

vorhebung, daß für meine Disziplin in der angezeigten
Zeitschrift nichts von Bedeutung zu finden ist, so darf
ich auch nicht ungesagt lassen, daß dem Alt- wie Neu-
testamentler, dem Kirchenhistoriker, dem Systematiker
und dem praktischen Theologen die erschienenen Jahrgänge
manches bieten, das von ihnen keinesfalls
übersehen werden sollte. Als minderwertig muß ich die
meisten Bücherbesprechungen, oft nichts als kümmerliche
Inhaltsangaben, bezeichnen.

Der Zeitschrift zugedachte Beiträge sind zu adressieren au die
Schriftleiter MM. A. Causse, 32, rue Herder, und Ch. Hauter, 23, I
rue SIeidan, Professoren an der Universität Straßburg. Zur Besprechung
bestimmte Bücher haben an M. Maurice Goguel, Professor
a l'Ecole des Hautes-Etudes, 2, rue Lceourbe, Paris, zu gehen. Die
Adresse der Administration ist 1 b, quai St.-Thomas, Postscheek 457S.
Das Abonnement beträgt jetzt 30 fr. jährlich für Frankreich und seine >
Kolonien, 40 fr. für das Ausland. Für Pastoren und Theologie- '
Studenten ermäßigt es sich auf 25, bezw. 35 fr.

Leipzig. H. Haas. j

The Journal of the Palestine Oriental Society. Herausgeber: j
Rev. Dr. Herbert Danby. Jerusalem [Leipzig: O. Harrassowitz in !
Komm.]. Jährlich 4 Hefte von etwa je 64 S. gr. 8". Jahresbeitrag 1 £.

Die mit dem Jahre 1929 in den neunten Jahrgang
eingetretene Zeitschrift ist das Organ einer Gesellschaft,
in deren Leitung Engländer, Franzosen, Amerikaner,
Deutsche, palästinische Araber und Juden vertreten sind,
welche es sich zur Aufgabe gesetzt hat, palästinische
Wissenschaft jeder Art zu pflegen. Der zur Besprechung
vorliegende Jahrgang VII von 218 S. enthält Alttesta- j
mentliches von Harold M. Wiener, das Rama Samuels
sei bet rlma und weder rentls, noch er-räm, nebi
samwll oder rämalläh (S. 109 ff.), Esras Tätigkeit vor Ne-
hemia sei nicht zu leugnen, und die biblische Chronologie j
auch in diesem Punkte in Ordnung (S. 145 ff.) Di tief
Nielsen kämpft nach einem Besuch in Petra (S. !
187 ff.) für die These, daß der Sinai in Petra zu suchen
sei, weil er im Gebiet der Keniter gelegen haben müsse, 1
welche nach Num. 24, 21 in Petra gewohnt hätten.
Dort gab es die Fruchtbarkeit, welche der Aufenthalt
Israels am Sinai voraussetzt, dort fänden sich vor allen
Dingen Spuren altarabischen Gottesdienstes mit Mondverehrung
, wie es für die alte Jahwereligion vorauszusetzen
sei, und dort habe auch die orientalische Tradition
den Sinai gesucht. Hier sei nur erwähnt, daß diese Be- j
hauptung irrtümlich ist, und die „vorchristlichen jüdi- i
sehen Quellen" den Sinai in die Gegend östlich der
'Araba durchaus nicht legen. Mir warf Nielsen vor, daß j
ich einem ihm in erster Linie bedeutsam erscheinenden
Heiligtum in Petra keine Beachtung geschenkt hätte,
was er dann in einem Sonderdruck etwas mäßigte, aber
doch nicht erkennen ließ, daß ich dieses primitive Heiligtum
sorgsam vermessen, beschrieben, gezeichnet und
photographiert habe, nur darauf nicht aufmerksam
machte, daß in der Westrichtung hinter ihm die felsigen
Berge der Umgebung eine „halbmondförmige Öffnung"
lassen, was der Phantasie Nielsens hochbedeutsam
scheint. F.-M. Abel setzt S. 89 ff. das Sappho des
Josephus gleich saffa, wie auch ich es getan habe
(Orte und Wege jesu s, S. 240), Arus gleich kefr häris.

während ich (a.a.O. S. 236) an 'ära dachte, was dem
Verf. unbekannt geblieben zu sein scheint. S. 112ff. verzeichnet
derselbe alte Erwähnungen von kurse am Ostufer
des Sees von Tiberias und bringt es in Beziehung
zu Gergesa, das bei Eusebius wohl nur aus einem als
Kersa ausgesprochenen Kursa entstanden sei. Auf die
Gergesener von Lk. 8, 26 Sin. und im Pal. Evangel. zu
Matth. 8, 28, Lk. 8, 26 geht er nicht ein. Neue Dolmen-
funde in Westpalästina beschreibt A. E. Mader S.
95 ff., er berechnet die Zahl der jetzt in diesem Landesteil
bekannten Dolmen auf etwa 280 und nimmt an,
daß Höhlenbestattung, aber auch die für die Dolmen
verhängnisvolle stärkere Besiedelung des Westlandes
die gegenüber dem Ostlande geringe Zahl der Exemplare
erkläre. Auf Grund neuer Besichtigung des Sarkophags
des Ahiram in Byblos verteidigt W. F. A1 - j

b rieht S. 122 ff. seine Lesung des letzten Wortes der
Inschrift als mittebel und seine Datierung derselben
aus dem 12. oder 11. Jahrhundert v. Chr. Von besonderer
Bedeutung ist es, daß T. C a n a a n S. lff. vom
Kinde im arabischen Aberglauben berichtet, und daß
St. H. Stephan die arabischen Texte zu seinen Mitteilungen
von arabischen Sprüchen aus Palästina über
die Tiere (Band V, S. 92 ff., VIII, S. 65 ff.) fast vollständig
mitteilt. Denn nur geborene Palästiner können
auf diese Weise unsere Kenntnis von Land und Volk
mit zuverlässig bearbeitetem Material erweitern und damit
auch eine Grundlage geben, von welcher aus das
biblische Altertum mit Nutzen betrachtet werden kann.
Greifswald. G. Dal man.

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft. (Sitz Frankfurt
a. M.) XIX. Frankfurt a. M.: J. Kauffmann 1928. (III, 340 u.
31 S.) 8". geb. RM 14-.

Für die Geschichte der deutschen und österreichischen
Juden sind in diesem Band von Bedeutung S. H.
Lieben über den Prager Rabbiner David Oppenheim,
gest. 1736 (S. lff.), Dr. Altmann über die Juden in
Salzburg im 12. bis 15. Jahrb. (S. 69ff.), E. Frank I
über die rechtliche Stellung der Juden in Halberstadt
bis zum Anfang des 19. Jahrh.s (S. 317 ff.). L.
Moses, Grabinschriften, Rabbiner, Gelehrte und Akten
aus der inneren Geschichte der sogen. Sieben-Gemeinden
in Ungarn (S. 195 ff.) und H. F 1 e s c h, Fragmente
gottesdienstliclier Verzeichnisse jüdischer Märtyrer
und anderer verdienstvoller Personen von verschiedenen
Zeiten und Orten (S. 99 ff.), von demselben
Die Satzungen der mährischen Gemeinde Steinitz vom
Jahr 528 1788 (S. 21 ff. hehr. Teil). Jüdisches Schulwesen
wird beleuchtet von M. Stern für Berlin (S.
39 ff.), von S. Adler für Frankfurt a. M. (S. 237 ff.).
Für den jüdischen Ritus ist bedeutsam die von S.
Krauß aufgestellte Hypothese, daß die Kol Nidre-
Formel des Versöhntages ursprünglich ein von den
palästinischen Juden auf dem Ölberge bei Jerusalem
feierlich ausgesprochener Protest gegen die karäische
Auffassung, daß ein rabbinisches Kollegium Gelübde
und Schwüre lösen könne, gewesen sei (S. 85 ff.). Js.
Jeiteles zeigt, daß die alten synagogalen Gedichte
im Mittelalter auch als Rechtsquellen Bedeutung hatten
(S. 293 ff.). Für das talmüdische Recht ist wichtig,
was L. Fischer über die Kaufurkunden von Grundeigentum
und Sklaven mitteilt (S. 113 ff), für die Zeit
des letzten Tempels nützlich die Sammlung von Nachrichten
über Hollepriester und andere priesterliche Beamte im
Tempel von J. B. jeiteles (S. lff. hehr. Teil).
Am. 5,9; 6,10 und Mich. 4, 11 werden von S. Grünberg
beleuchtet (S. 279 ff.). Hebr. hiblig heißt (nach

arab. falaga) „siegen lassen", sareph (nach arab. zarafa)
„fortschaffen", hänaph (nach arab. hanaba) „umkommen
". Textänderungen werden auf diese Weise überflüssig
gemacht, ob mit Recht, ist hier nicht zu erörtern
.

Greifswald. G. Da Im an.

Dal man, Gustaf. Arbeit und Sitte in Palästina. Bd. I:

Jahreslauf u. Tageslauf. 2. Hälfte: Frühling U. Sommer. Mit
1 Vierfarbendr. u. 38 Abb. auf 19 Taf. Gütersloh: C. Bertelsmann
1928. (VIII u. S. 281 698.) gr. 8". Beiträge z. Förderg. Christi.
Theologie, 2. Reihe, 17. Bd. == Schriften d. Deutschen Palästina,-
Instituts, 3. Bd., 2. Hälfte. geb. RM 24 .

Der Schluß des ersten Bandes dieser groß angelegten
lebendigen Archäologie, den ich in der Theol.
LZtg. 1928 Sp. 288 f. gewürdigt habe, liegt jetzt vor.
Er umfaßt die S. 282—654 und setzt das Thema von
Band 1 „Jahreslauf und Tageslauf" durch den Frühling
und Sommer fort. Auch wenn Dalmans Kunst der
Darstellung biblischen Lebens in Natur und Geschichte
durch Projektion in die unmittelbare Gegenwart des
heiligen Landes noch einer Steigerung über das in der
1. Hälfte Gebotene hinaus fähig gewesen wäre, so