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Ausgabe:

1929

Spalte:

5

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Zeiller, Jaques

Titel/Untertitel:

L‘empire romain et l‘église 1929

Rezensent:

Grützmacher, Georg

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung 1929 Nr. 1.

unsere Herrn Jesu Christi im Joh. Evgl., 4. Angst und Freude im So sehr diese beiden großen menschlichen I eic+iinr«>„

Lichte des Joh. Evgl., 5. Zwei apostolische Zeugen (Andreas und auf einander angewiesen sind SO Selten ist ihr h"8

nu;™lis) für das Joh. Evgl.. 6. Der kleinasiatische Presbyter Joh. nisches Zusammenwirken ,,'nH M r u"L^T"

r Kritik 7 Die apokalyptischen Reiter. Die wichtigsten, sind Mtnsoth»;* L * •' . dle Geschichte der

und"fc AnitaST Der ei« sucht die ältere Annahme! Joh. 21 f^f"^JZJFTSt SO'Cher glücklichen Zeiten.

Philippus
vor de

der 5. und b. Aufsatz. Der eine sucht d.e altere Annahme, Joh. 21 A^ ^o««^^ IhJC glUCKIldien Zeiten,

stamme von Andreas und Philippus, zu beweisen, der andere die ^flhll £^„?W g" 1* ^ ihrer Weise

Streichung des zuerst genannten Joh. in der bekannten Papiasstelle zu gcstdlieT. es glDt einen Oottesbegriff der Zivilisation

begründen. Der 7. Aufsatz ist eine Auseinandersetzung mit Boll. und einen Oottesbegriff der Kultur, wie auch ein zivili-

Rostodk Friedrich Büch sei. satorisehes und ein kulturelles Gewissen. Der Geeen-

KOMl"-K-___--- I Satz dieser heiHnn ri,.,,„AI„,--- ... yv-gcii

Zeille

— --------..^o .jibujcu. Lzer vjegen-

*• satz dieser beiden Grundlagen des religiösen Lebens

r Dir lacüues: L'empire romain et l'eglise. Paris: E. tritt uns innerhalb des Christentums im Katholizismus
:i"bo ard 1928. (VHl, 360 S.) gr. 8«. = Histoire du Monde, und in der protestantischen Auffassung entgegen. Ihren
y 2 cl Ausgleich finden Zivilisation und Kultur, Beherrschung

' m ■ vorliegende Buch ist der 2. Teil des 5. Bandes einer j der Naturmächte und Entwicklung der Persönlichkeit

vvyeltueschichte, die von Eugen Cavaignac herausgegeben wird, und J das „Müssen" Und das „Sollen", im Staat. Auch das

Jon der der l. Band die Proiegomena, der 2. die Mitte meerweit ins Christentum schöpft seine Macht auf Erden daraus, daß

400 v. Chr., der 3. Indien bis 300 v. Chr der 4. China bis 200 ^j, ^ . ^ Qewand des

v.Chr. .md der 3. ^^^^7^^ ^^ X Staa*es kleid^- «3ie umfassende Macht des Christen-

k'SÄ d l' SÄ £Ä * S ^ aber in seiner Vereinigung der Zivilisation und

^LrXmiTri« zweck des Werkes ist, „die Studenten ,,„d die Kultur in der Welt zuerst dargestellt zu haben, ist das

«ST öffentlichkeit auf dem Laufende., über den Fortschritt der Werk und Verdienst des hl. Augustin, den kein einziges

historischen Kenntnisse zu halten und die Weltgeschichte der Qe- der verschiedenen christlichen Bekenntnisse als zu ihm

schichte Europas und die Geschichte der Vergangenheit der ; gehörig in Anspruch nehmen darf. Seine civitas Dei ist

Geschichte der Gegenwart unterzuordne..", m 21 Kapiteln hat der ; das innere Leben mit Gott, das Sittengesetz die Frei-

Verfasser den außerordentlich umfassenden Stoff zur Darstellung gc- | heit; die civitas terrena die Ungebändigte Natur das
bracht: der Ursprung des Christentums, die Kirche und das römische Rekh fe Damonen Er ^ ^5^7«™ des
,,1. NVro bis Konstant n. d e Kirche und das Reich von Kon- 1 C(. ■ . , . .. . ucMiiiiinic rorm aes

l£ iSÜ«. teOMta außerhalb des Reiches, die S:aa*es in? Auge und jene Unterscheidung bezieht sich

St z Inen christliche^ Provinzen, Palästina, Syrien, Kleinasien, die nicht auf den irdischen Staat als solchen, SOD-
Vriechische Halbinsel, die Donauprovinzen, Gallien, Britannien, Spanien, ! dem auf die zwei Sich gegenseitig bekämpfenden Mächte,
Afrika Rom und Italien. Die äußere und innere Geschichte des Chri- t die Sich in jeder MeilSchenseele entgegentreten. Auch

stentums wird miteinander behandelt und zwar mit großer Vollständig- der Staat ist für ihn eine Notwendigkeit und eine dem

keit in der Darbietung der Tatsachen auf Grund einer umfangreichen Gottesreicll entsprechende Ausgestaltung des mensch-

Kenntnis der Quellen und der wichtigsten, vor allem der französischen lichcn Daseins. Dem römischen Weltreich seiner Zeit

i i+prat.ir Es st ein unverkennbares Streben nach Objektivität, das .f„lt „, «__;i;„l , . , , .., äcmi'-1 "11

der Verfasser dabei bietet und das ihn auch eine vorsichtige Kritik an JS"** fL^M , ablehncnd gegenüber, da es in

L lesrendarischcn Überlieferung üben läßt. Nur in der Geschichte des Qem aUtSent>, was wlr heute als Imperialismus bezeich-

Lm L-,uv,i:,^ ct.~A~.~t,* i---- ..... i nen, wahrend er sich die Förderung der großen sittlichen
Zwecke am ehesten von kleinen Gemeinden er-

b,,4f+ Am~~ : —' p- , «

Papsttums tritt sein katholischer Standpunkt hervor, der ihn
Werk mit den Worten schließen läßt: Le pape est bien desormais le

Werk mir ueu wurcu kwkiku .aoi. Le pape esr nicn üesormais le I hlhcii Z-WeCKC am ehesten von kleinen Genipinzlon
premier personnage de Rome et lcglise la seule societe universelle de hofft, denen jeder Gedanke an Marh+en+fölt,?nrr Ä
cet Occident. oü sc concentra pour des sieclcs le meilleur de la vie Vergrößerung fernliocrt Fi„ L Machtentfdltling und
spirituelle de lnumanite. Irgend welche große Linien in der Dar- liP(rf 1^1 k g * klrcnllcÜtT Imperialismus
Stellung der Geschichte des alten Christentums fehlen vollständig, I hp%Jl ft au? n5J?fem W1C der staatliehe. Die
und die Forschung wird nirgends durch die Verfasser weiter .reführt. I ? ,"aIT aes 1 JOttesreicheS auf Erden schwebt ihm als
....... . eilie a PS vprnin»n"M„/4« i,J......--- , , .. .

Münster i. Westfalen. G. Grützmacher.

_____ ...Uni sLiiweut nun als

eine alles vereinigende Idee vor, unabhängig von der
Gestaltung des politischen Lebens. Bestehen kann aber
j eine staatliche Gemeinschaft nicht ohne Unterordnung
Göll an cz, Hermann: Julian the Apostate. Oxford 1928. , und Zucht. Daher die große Bedeutung, die Augustin
Der svrische Text, der dieser hier veröffentlichten englischen jm Staate der Regierung beimißt. Das Recht der Gesetzübersetzung
zugrunde liegt, ist im J. 1880 von Prof. J G. e. Hoff- | b wie der staatlichen Verwaltung steht im christmann
in Kiel ^S^^J^^J!^E5Z* Z i Hchen Idealstaat dem Volke selbst zu Wo es sich aber

l« ict in dieser Zeitschritt, b. Jahrgang, 1881 bp. 4U2—404 von . .___, . , ..

I nltthnen anaezeigt worden, woraus man den Inhalt entnehmen I dieser Aufgabe nicht gewachsen zeigt, müssen tüchtige

l BaeWen kündigt dort auch eine deutsche Übersetzung an, von j Führer an die Spitze treten. Zweck des Staates ist die

innich nicht in Erfahrung habe bringen können, ob sie erschienen ; Förderung nicht bloß der Kultur, sondern auch des

TT Tjjp den syrischen Text und seinen Inhalt hat sich schon Th. Seelenheils. Darum muß er den Dienst des einen und

Nöldeke 1874 bemüht in seinem Artikel: „Über den syrischen Roman wahren Gottes Schützen und jeder falschen Üottesver-

von Kaiser Julian" der Zeitschrift der deutschen Morgenländischen ehrung entgegentreten. Seine Macht ist durch dieselbe

Gesellschaft 28, S. 2b3-292. Er hat hier den legendarischen cha- höhere Qewalt beschränkt wie der Lebenskreis jedes

rakter des Stückes ^^SL^^1 ^ auch darauf hinge- Untertan und daraus können sich Zusammenstöße er-

...„rin Her historische Wert dieses Romans besteht. Er gibt . , . ... , , .. ... , . . . . .

Tc? ausföhrlich, so daß wir darüber ziemlich gut unter- geben, wie sie spater auch tatsächlich eingetreten sind.

ht t ind auch erfahren können, daß der Titel „Julian der Apostat" ; Doch ist AugUStin für diese Spatere Entwicklung der

" r zum Teil richtig ist. Leider hat der Übersetzer sich die Sache Dinge nicht verantwortlich: bei ihm liegt der Ausgleich
recht leicht gemacht. Wir erfahren nur, daß die syrische Handschrift [ zwischen der lex aeterna lind der lex terrena im Christin
, British Museum liegt, und daß es die einzige ist, die existiert; liehen Staat und eine alles beherrschende Kirche kennt
nicht einmal die Bezeichnung wird angegeben. Eine Einteilung des er noc[, nicht, wie auch der Gedanke an Widerstand
Textes wird nicht vorgenommen, Zitate und Anklänge von Bibelstellcn , der Staatsgewalt gegenüber bei ihm noch nicht aufwerden
nicht notiert; die Frage nach den Quellen wird nicht aufge- ; komrnT sowenig wie die Idee der Inquisition bei ihm
„orfen Für alle solche Fragen sind wir aut die obigen, vom Über- i „ , r- j a. rx o l . • ex j. u -rr

eS nur um Teil genannten Hi.fsmitte. angewiesen. Boden _ findet. Der Schwerpunkt seines Staatsbegriffes

>e „ ^. . I hegt nicht, wie bei der Antike, im Territorium, sondern

in Gottes Willen, worin das ius naturae aufgeht.
Staatsideal ist die Verkörperung des sittlichen Willens
durch das Volk. Da dies aber selten zutrifft, so bleibt
nur der Ausweg einer Führung durch sittlich hochstehende
Persönlichkeiten. Dies allein ist der Grund,

„„1'iim bifYiipU« « —

G. Fickcr.

v. Sokolowski, P.: Der heilige Augustin und die christliche
Zivilisation. Halle a. S.: M. Niemeyer 1927. (48 S.) 4°.=
Schriften der Königsberger Gelehrten Gesellschaft. Geisteswissenschaft!.
Klasse, 4. Jahr, H. 3. RM 4_

Zivilisation ist der Kampf des Menschen mit der ihn | warum Augustin""sö""haüfig ch.Tmonarch^
umgebenden Natur und ihr Prinzip ist Zwang und ! erwähnt. Augustin ist der eigentliche Schönfer rler
Herrschaft oder das harte „Müssen". Kultur ist das christlichen Zivilisation, und er fibt^ solar e.Ä ^

Herrschaft oder das harte „Müssen". Kultur ist das christlichen Zivilisation, und er gibt sogar e n Bild von
Ringen mit den Naturtrieben im Menschen selbst und der Entwicklung der Zivilisation in ihren! verschiede"
ihr Prinzip ist d.e Freiheit oder das sittliche „Sollen", nen Stufen. Auch ihren Unterschied von de• Ku*