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Ausgabe:

1929 Nr. 8

Spalte:

182-183

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Pixberg, Hermann

Titel/Untertitel:

Novalis als Naturphilosoph 1929

Rezensent:

Unger, Rudolf

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Theologische Literaturzeitung 1929 Nr. 8.

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neben den allgemeinen Missionsorganisationen wie be- sam und sollte von den Leitungen der indischen Missi-

sondere deutsche Missionsgesellschaften zur Stellung onen und von den indischen Missionaren wohl beachtet

des Missionskontingents so auch eigene deutsche Mis- werden. Das gilt nicht nur für die europäisierte Er-

sionsvereine für die finanzielle Unterstützung speziell j Ziehung, auch für den stark institutionellen Betrieb für

der deutschen Missionen bestehen sollten und dürften! die Gedanken über eine dem indischen Volkstum a'nge-

— Einen für uns recht großen Vorzug des Buchs be- j paßte Form der Evangelisation und vor allem über die

deutet die Tatsache, daß Schm. „wenigstens anhangs- , Einordnung des Kirchenwesens in Leben und Empfinden

und vergleichsweise" auch der protestantischen Mission j der Inder. 1

seine Aufmerksamkeit schenkt. Vielleicht legte sich das Tübingen. m s hi
durch die Aufnahme der Schrift in die Sammlung

„Deutschtum und Ausland" nahe; aber die Neuerung — Pj xberg, Dr. Hermann: Novalis als Naturphilosoph. Gütersloh-
ich glaube, daß noch kein Katholik so verfuhr — ist c. Bertelsmann 1928. (76 S.) gr. 8°. rm 2—'
außerordentlich erfreulich Wohl zeigt sich das An- Über Hardenbergs Naturphilosophie hat 1905 Walhangsweise
" in manchen Fallen sehr klar; so z. tJ. bei demar Olshausen eine (Leipziger) Dissertation veröffent-
der Vorgeschichte und der heimatlichen Missionsbasis. lkM< die sdther manchc 'erfahren hat Man hat
Aber Schm. würdigt die evangelische Mission ganz j ihr _ go noch p , Kiuckhonn in der Einleitung zu
sachlich; sie ist ihm „ebenfalls eine wertvolle deutsche ; sein(M erschienenen neuen Novalis-Ausgabe -
wie allgemein-christliche Pionierarbeit die unser al er einerseits ung€nügende Materialverarbeitung, anderseits
Beachtung und Anerkennung verdient . Auch im Ein- Mange, an Verständnis für die über spezialwissenschaft_
zelnen finden sich freundliche Urteile, so sagt er Z B. ; ,iche Exaktheit weit hinausgehenden Absichten für die
S. 20. daß die protestantischen Missionen trotz ; üef Intuitionen und das allem misitivisEschen En,!
ihrer „angeborenen Dezentralisation und Zersplitterung" jrismus über, Ahnungs- und fd^w^LSS
„durch ihre gemeinsamen Beratungen und Konfer^ ; des frühroniantfschen DichtJrdenkcrs zum Vorwurf fe-
oft zu einheitlicherem und rationellerem Vorgehen ge- ; macht Und • der T t ß h Seite
langen, als unsere sonst so straff organisierte ka hohsche Hardenbergs Lebenswerk nicht nur umfassen^uer geMission
". Die Daten aus der evangeli chen Arbeit sind würdi t w*rd ^ auch SS den
meist J. Richters Miss.onskunde und dem Kirchl. Jahr- m()derncrcn Gesichtspunkten, welche erst die gewaltige
buch entnommen; eine statistische Tabelle dem Jahr- , Entwicklung der Naturerkenntnis in den letzter.Jahr!
buch der vereinigten Missionskonferenzen. - Das Buch zennt er*hlossen hat. Dennoch kann Olshausen mei-
ist mit 28 Illustrationen und 2 Karten ausgestattet. ; nes Erachtens das Verdienst nicht abgesprochen werdlm,
Breslau. M- Schaan, dcn schwierigen Problemkreis als Erster mit Ernst und'
— —■ 7 , , , T~ strengerer Sachlichkeit in Angriff genommen und ihn
Aufhauser, J. B.: Meine Missionsstudienfahrt nach dem vor an€m energisch in einen Zusammenhang gerückt zu
fernen Osten. Religiös-kulturelle Streiflichter zum nahen u. fernen ]lahen, der allein eine fruchtbare Auswertiino- rrmAa
Orient. Mit 82 Abb. München : Dr. F. A. Pfeiffer 1927. (xi, 427 S.) . n°Zn !^J5S£5u5?5£

gr. 8°. RM 9 -; geb. 12

Die Berufung zum Professor der Missionswissenschaft an der
Universität München war dem schon früher durch seine muuuorut

dem fernen Osten zu machen. Die Reise führte ihn von November
1922 bis Ende Oktober 23 von Egypten über Ceylon, Java, China,
Korea nach Japan und von dort über Nordamerika in die deutsche
Heimat zurück. Die wissenschaftliche Ausbeute dieser Reise wird

licht: in den der Beziehungen zur Naturwissenschaft und
Naturphilosophie seiner Zeit. Diese bei Olshausen freilich
immer noch zu schmale und hie und da vielleicht

wissenschaftlichen Studien bekannten katholischen Verfasser ein An- | noc" nlcnt recht tragfähige Grundlage galt CS nun ZU-
laß, eine auf ungefähr ein Jahr sich erstreckende Studienreise nach I nächst durch Heranziehung des gesamten, auch des

selbst jetzt bei Kiuckhonn noch ungedruckten Materials
der naturwissenschaftlichen Studien hefte und auch der
Zeugnisse für Hardenbergs praktische Tätigkeit in Ber<r-

in dem vorliegenden Buche dargeboten. wLl"^ (v«^ Kllickhohns eben genannte Ein-

Der Wert des Buches besteht in den in die Reiscbeschrcibimg J 4~™I!g &' 41' rv"U )^breitcrn Und zu festigen Sowie

eingefügten Übersichten über die kulturelle, politische und religiöse oui eil genaue Durcharbeitung des damaligen Standes

Entwicklung der betreffenden Länder und Völker und in der Dar- i einzelnen III Frage kommenden naturwissenschaft-

stellung und Beleuchtung der gegenwärtigen Lage. Für jedes Land 1 liehen oder naturphilosophischen Probleme zu vertiefen

und Volk wird eine eingehende Übersicht über den gegenwärtigen um darauf dann den Bau einer wirklich eindringenden

Stand der Mission gegeben, wobei naturgemäß die katholische Mission und Umfassenden Entwicklungsgeschichte und Würdi

weh ausführlicher berücksichtigt wird als die evangelische, deren Be- ; gung des naturphilosophischen Denkens H .rdenhoro-e

deutung jedoch auch gewürdigt und anerkannt wird. Unter den prak- zu errichten Freilich o^hÄrt, A .7 naraenoergs

tischen Missionsfragcn, die behandelt werden, steht „hemm die der Z^SSSL^SUßSS 7 t Y^.'^ng

Heranbildung eines einheimischen Klerus. Als praktisches Ziel schwebt 5-2? K^SSSS^S^nS'T'' Zustand'gk«t, Selbstän-

dem Verfasser vor Augen, das Interesse der katholischen Akade- Ql&T iV^"" . dC.r ^Schichte der Naturwissenschaften

miker für den fernen Osten und seine zivilisatorisch-kulturellen, j allgemein geistes- bezw. literarhistorischer Durch-

aber auch seine missionarischen Probleme zu wecken und zu beleben. | blldung, wie sie wohl auch hellte noch selten sein ma<>

Da er bemüht ist. in die Seelenlage der alten Kulturvölker des Ostens, Indessen scheint, nach Kluckhohns Verheißung (a a OT

ihr Denken, ihre Kultur, Volksart und Religion sich hineinzufühlen. wenigstens ein Teil dieser anspruchsvollen Auffräße in

werden auch evangelische Akademiker von dem Buche lernen können. | einer demnächst in der Sammelschrift Romantik For

Hermannsburg. Cnr- Schomerus.

schlingen" der Buchreihe der „Deutschen Vierteljahrs
schritt für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte'
■«. The indirect effects of Christian I (Bd. 16) ZU veröffentlichenden Untersuchung vor, Käte
Wilson. Rober, Smith: . .J sir |^nc Mund w« i»y ] Hamburger über „Novalis und die Mathematik" (vgl.
Missions in India. Berns the . . Kluckhohns Ausgabe 3, 404) in allerjüngster Zeit

r2o?s Tt° b sh- wirklich bewältigt worden zu sein.

_ _ , ... . als der Titel verspricht , Die vorliegende Studie von Hermann Pixberg
Es bSrt i?9dS^n fünf Kapiteln Beobachtungen dagegen bereitet dem der mit entsprechenden Erwar-
ts Dringt in seinen ersten ™ > jndien die dem tungen an sie herantritt, eine nicht geringe Enttau-
1^ä£*Z^?Sw&Mcht* nicht fremd 1 selig Auch wenn man, angesichts der Weitschichtig-
Kenner uer inuiscnen «ussiu. g Def0rmbeweirunfren keit und Schwierirrkoit Hoc FnerprU»,^,
sind, so wenn es von rlr-n sozialen

eise
man

sind, so wenn es von den sozialen Reformbevvegungen, keit und Schwierigkeit des Fragenkreises billigerw

von dem Einfluß auf die andern Religionen, von den zunächst nur eine Teillösung erhoffen mochte wird m
Samadjen redet. Aber in den letzten fünf Kapiteln wird j feststellen müssen: von den soeben, aus dem heutirzen

die Missionsarbeit einer gründlichen und vernünftigen Problemstand heraus, erhobenen Forderuno-en ist hier so

Kritik unterzogen. Vielleicht, daß auch hier die Einzel- gut wie nichts erfüllt. Weder ist neues Quellenm iterial

heiten im wesentlichen schon früher ausgesprochen sind. beigebracht noch die Naturwissenschaft oder Natur

Aber als Gesamtkritik ist die Darstellung überaus wirk- Spekulation jener in dieser Hinsicht so fruchtbaren und