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Ausgabe:

1928

Spalte:

97-99

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Sprank, Siegfried

Titel/Untertitel:

Studien zu Ezechiel und dem Buch der Richter 1928

Rezensent:

Kuhl, Curt

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emaniiel HirSCh unter Mitwirkung von

Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Hans Lietzmann, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50 — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

» Inhrrr Nr C .Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. Hirsch in QSttingen, j Mjir^lO?«

«Jö. JOUrg. Itr. O. Bauratgerberstr. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. «• l'UM * IZfcU.

Spalte

/Sprank u. Wiese: Studien zu Ezechiel

und dem Buch der Richter (Kühl). ... 07,

/ Rost: Die Überlieferung von der Thron- y

nachfolge Davids (Ders.).......... y99

Gulkowitsch: Der Hasidismus (Beer). . 100
Dttbnow: Weltgeschichte des jüdischen

Volkes (Ders.)............... 101

Müller: Die Forderung der Ehelosigkeit
V für alle Getauften in der alten Kirche

(Völker)................... 101

V Paul: Gustaf Adolf (Beyer)......... 102

Spalte

Gollancz: Chronicle of events between
. the years 1623 and 1733 (Lempp) . ... 103
W e r n 1 e: Pestalozzi und die Religion (Schian). 104
Wach: Das Verstehen (Heckel)......105

V i g e n e r: Drei Gestalten aus dem mod. Katho-

V lizismus: Möhler, Diepenbrock, Döllinger
(Krüger)...................107

Spalte

B a c h in a n n : Das holländische Volksschulgesetz
(Pfannkuche)............ 109

Jahrbuch für Brandenburgische Kirchen-

V geschichte (Gemen)............110

a 11 h a u s: Forschungen zur evangelischen

Gebetsliteratur (Macholz)..........111

Beth: Erömmigkeit der Mystik und des

Robi nson: The Life and Faith of the Baptists " Glaubens (Bruhn)............. 116

O(Neiiendam)................. 109 Müller: Psychologie (Knittermeyer). ... 117

Horsch: The Principle of Nonresistance Ruttenbeck: Die apologetisch-theologi-

0 (Ders.)................... 109|Vsche Methode Karl Heims (Thimmc) ... 118

Sprank, Lic. theol. Siegfried, und Lic. theol. Kurt Wiese: Studien Überzeugungskraft gebracht wird. Angemerkt sei fer-
zu Ezechiel und dem Buch der Richter. Stuttgart: w. Kohl- i ner, daß der Ton, welchen der Verf. in der Auseinhammer
1926. (Vll, 74 u. I, 61 s.) gr. s°. = Beiträge z. Wissensch. andersetzung mit anderen Autoren anzuschlagen pflegt,
vom a. u. N. T., 3. Folge, H. 4. RM 7 . leider nicht immer vorbildlich genannt werden kann.
1. Während W. Keßler in seiner Gießener Disser- 2. Auch die andere Arbeit dieses Heftes krankt an
tation (vgl. ThLZ. 1927, Sp. 393 f.) um eine metho- ; dem gleichen bedauerlichen Mangel. So gewiß man
dische und prinzipielle Stellungnahme zu G. Hölschers j keine Autoritätenwirtschaft befürworten darf, so sehr
„Hesekiel" bestrebt war, kommt es dem Verfasser der ' muß doch mit allem Nachdruck angestrebt werden, daß
vorliegenden „Ezechielstudien" nur darauf an, an ein- ! die Einzeldiskussion in weniger selbstbewußten, dafür aber
zelnen Punkten in die Diskussion einzugreifeni und hier um so sachlicheren und vornehmeren Formen geführt
und da Hölschers Auffassung zu modifizieren. Im er- wird. Wiese behandelt in seiner Studie „Zur Literar-
sten Teil seiner Arbeit (S. 1—25) handelt Sprank über kritik des Buches der Richter" gleichfalls ein Problem,
Ez. cap. 8 und sucht in Auseinandersetzung mit das neuerdings mehr in den Vordergrund zu treten be-
Kraetzschmar und Rothstein die neue topographische ginnt. Im Gegensatz zu Eißfeldt, dessen Untersuchung
Erkenntnis zu vermitteln, daß — nach Ausschaltung über die „Quellen des Richterbuches" nicht unwider-
von 8,5 — Ez.s Besuch im Tempel nach einem festen sprochen geblieben ist (Volz, Hempel), hat sich Wiese
Plan vor sich gegangen sei: von der Burgmauer zum die Aufgabe gestellt, „die herkömmliche Verteilung der
Tempel in der Richtung von Norden nach Süden. Ein Erzählungsstoffe auf die pentateuchischen Quellen J
zweiter Abschnitt (S. 26—73) behandelt cap. l,4ff, und E als einen Irrtum zu erweisen" (S. 61). Für die
und cap. 10, in welchem nach Spr. drei Schichten zu Durchführung dieser Absicht sind m. E. zwei Wege
unterscheiden seien: a) Jahwes Befehl zur Einäsche- j gangbar. Einmal negativ, indem man zunächst klar her-
rung der Stadt (v. 2. 6 f.; die ursprüngliche Fortsetzung ausstellt, was nach Meinung der verschiedenen For-
fehlt jetzt); b) eine post eventum eingefügte Speku- i scher als sicher zu den pentateuchischen Hauptsträngen
lation über den Verbleib der Lade (besonders v. 4 f. gehörig anzusprechen ist, und dann die dafür ins Feld
9—11. 18 f.) und c) die Beantwortung einer sich aus geführten Argumente scharf unter die Lupe nimmt,
dem Befehl Jahwes ergebenden Frage. Entgegen der Oder aber positiv, indem man von den einzelnen Ge

bislang vertretenen Auffassung, nach welcher cap. 10
durch cap. 1 aufgefüllt gedacht wurde, vertritt Sprank

schichten des Richterbuches ausgeht, sie umgrenzt und
literarisch wertet nach Form, Stil, Aufbau, Gedanken-

m nicht ungeschickter Weise die These, daß c. 1 auf gehalt usw. und ihrer Komposition nachforscht. Wiese
grund von c. 10 später überarbeitet worden sei. In exe- j hat — und das erscheint durchaus vorteilhaft — beides
getisch nicht immer ganz klaren und einwandfreien miteinander zu vereinen gesucht. So besteht ein großer

Ausführungen wird als das Ursprüngliche aus c. 1 eine
Vision herausgeschält (unter Streichung von w. 7—9.
14—21. 23—25 und Teilen von vv. 4. 10. 22), die als
gleichwertig neben Jes. 6 und Jer. 1 gestellt werden
könne. Eine weitere These Spranks sucht eine Ent-
wickelungslinie aufzuzeigen von der Lade Jahwes bzw.
seinem Thron zur Merkabah. H. Schmidts Aufsatz über
„Kerubenthron und Lade" war dem Herrn Verfasser
bedauerlicherweise zunächst unbekannt geblieben; in den
Anmerkungen ist dann nachträglich darauf Bezug genommen
worden. Sprank ist in seiner Arbeit, „die mit
zünftigen Untersuchungen dieser Art nur den Namen
gemein" haben will (S. V), mit viel Scharfsinn zu
Werke gegangen und bemüht sich, seine Anschauungen

Teil seiner Ausführungen in einer fortlaufenden Auseinandersetzung
mit den Hauptvertretern der bisherigen
Quellentheorie, vornehmlich Budde und Eißfeldt. Weiter
greift der Herr Verf. die wichtigsten Erzählungen heraus
und gibt sich Mühe, ihre ursprünglichste Form aus dem
vorliegenden Textbestand zu eruieren. Das Ergebnis
seiner kritischen Erwägungen, die leider des öfteren der
Begründung entbehren, läßt sich dahin zusammenfassen,
daß diese Geschichten „sich als Stammesgeschichten von
fast durchweg einheitlichem Charakter und weltlichen Inhalts
" erweisen, welche „hier und da mit Erzählungen
geistlichen Inhalts durchsetzt" oder „allmählich zu Kultsagen
erweitert" worden seien; und „dann haben Tendenzschriftsteller
zusammenhängende Stücke (Gideon,

bestens zu begründen. Der Leser freilich wird ihm nur Simson) zu einer Einheit zu verschmelzen gesucht" (S.

schwer folgen, da Spr. seine Beweisfühmng oft ausein- 4). Gewiß wird man Wiese darin zustimmen, daß „ein

anderreißt, sodaß die Arbeit um die nötige Klarheit und j jeder Komplex zunächst einmal aus sich selbst heraus

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