Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1928

Spalte:

49-51

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Hackmann, Heinrich

Titel/Untertitel:

Chinesische Philosophie. Hrsg. v. Gustav Kafka 1928

Rezensent:

Haas, Hans

Ansicht Scan:

Seite 1, Seite 2

Download Scan:

PDF

Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack
Herausgegeben von Professor D. Emanuel HirSCh unter Mitwirkung von
Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Hans Lietzmann, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. KurtDietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50 — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

C5 lohrrr N- 7 Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. Hirsch in Oöttingen, A VaUrtiar |Q?k

OO. JUUTg. nr. O. Bauratgerberstr. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. ™ 1

Spalte

Hackinann: Chinesische Philosophie (Haas) 49
Zenker: Geschichte der chinesischen philo- 32

sophie (Ders.)................

Richter: Der Islam als Religion (Strothmann) 53
Mein hoff: Afrikanische Bibelübersetzungen

(Schonierus).................57

The Evolution of Ethics as revealed in the

Great Religions (Rohde)..........38

Stave: Samhällsliv, egendom och arbcte i

Bibelns ljus (Mowinckel)..........60

Spalte

Sc hm ei dl er: Kaiser Heinrich IV. (Grützmacher
) f„L ................62

Lohr: Die theologischen Disputationen und
Promotionen an der Universität Köln im
ausgehenden 15. Jahrhundert (Ritter). ... 63

Sc h er er : Geschichte und Kirchengeschichte
an den deutschen Universitäten (Anrieh) . . 65

Wotschke: Johann Theobald Blasius (Völker) 66

Oetinger: Friedrich Christoph Oetingers
Leben von ihm selbst beschrieben (Heyken) 66

Korff: Biographia catholica (Schmidt) ... 67

Spalte

Smith: The Principles of Christian Living

(Althaus)..................68

v. Soden: Erlösung ohne Religion durch
Wissenschaft, Kunst und Sozialgestaltung?

(Winkler).................. . 69

Das Jahr der Kirche in Lesungen und Gebeten
(Zillessen)...............70

Ostermann: Ihr sollt auch leben (Bulimann) 71
Traue: Du Kirchlein meiner Heimat! (Katz) 71
Wunderle: Zur Biologie des kirchlichen
Lebens (Fendt)................72

Hackmann, D. theol. b.c. Heinrich: Chinesische Philosophie. Gebiet, auf dem H. von lange her als Forscher sich be-
Hrsg. v. Gustav Kafka. Mit e. Bildnis Bodhidharmas. Mflnchen: tätigt hat. Widmet Z. dem chinesischen Buddhismus in
E. Reinhardt 1927. (406 s.) 8". = Geschichte d. Philo«, in Einzel- : Band II seines Werkes nur einen besonderen Abschnitt
ttarst- l< 5- RM 9 ■ von 20 Seiten, so braucht das Werk von H. mit seinem
Seit ganz vor kurzem haben wir in Alfred Forke's , größeren Satzspiegel dafür die Seiten 237—311. Die
„Die Gedankenwelt des chinesischen Kulturkreises" was Zan| derer, die aufgelegt sein werden, 400 Seiten lang sich
uns bisher gefehlt hatte: eine systematische Dar- über ostasiatisches Philosophieren unterhalten zu lassen,
Stellung der Probleme, mit denen philosophisches Den- mag „icht allzu groß sein: die ersten 162 Seiten wenigen
in China von alters bis auf heute sich befaßt hat. j stens sollte man sich nicht entgehen lassen, die Kaub
Hack mann, wenn er darum gewußt hatte, daß I pitel, die unter der Überschrift „Erster Zeitraum: Die
ein anderer E. V. Zenker, auch eine Geschichte Philosophie in freier Bewegung" stehen und nach Aus-
der chinesischen Philosophie, deren ersten, das klassi- führungen über die Grundlagen des Denkens von der
sehe Zeitalter bis zur Han-Dynastie (206 v. Chr.) be- Philosophie vor Konfuzius und Laotse, von diesen beihandelnden
Band (1926) — der zweite, von der Han- den großen Denkern, von Yen Ying, Me Ti, Yang Tschu,
Dynastie bis zur Gegenwart reichende ist erst vor kur- Liehtse, Tschuangtse, Kuantse und endlich von den
zem ( 927) erschienen — seine Bibliographie bereits „Sophisten" handeln. Den zweiten Zeitraum (S. 163 bis
verzeichnet, unter fleißig vorwärtskommender Feder 236) charakterisiert sein Titel „Die Erstarrung der
hatte, sein hier vorgelegtes Buch zum Drucke fertig- ; Philosophie". Es folgt dann der Teil „Der Buddhismus
gemacht hatte? Schwerlich doch wohl. Ist man so ais chinesische Philosophie" und (S. 312—373) „Der
lange bei uns ohne eine größere Zusammenfassung der ; Sung-Konfuzianismus und die neue Zeit". Ein biblio-
Denkarbeit der Chinesen ausgekommen, so wäre doch j graphischer Wegweiser (S. 375—379), 20 Seiten An-
wohl auch er der Meinung gewesen, daß es an einem j merkungen und ein Namen- und Sachregister bilden
Buche dieser Art fürs erste genug sei. Um so mehr dies '. den Schluß

als Zenker nicht mir die Aufgabe Sich ganz gleich wie j Zum andernnlal das „hr stoffreiche, klar Beschriebene Buch

rt gestellt hat, sondern ZU deren Erledigung als Buch- durchblätternd darf ich für einige Einzelbemerkungen hier noch

autor auch seinerseits die wissenschaftliche Eignung mit- I Raum in Anspruch nehmen. Daß philosophisches Denken in China

brachte, die H. für eine solche qualifiziert. Zu dieser ; nicht erst mit Konfuzius und Laotse begonnen hat, hat schon Ernst

Eignung gehört vor allem Vertrautheit mit den bisheri- j Faber gewußt. Ebenso auch, daß die genannten, bei uns jetzt allbe-

gen europäischen Vorarbeiten die, nachgerade in nicht ! kann1en beiden Großen in ihrer Zeit nicht die einzigen Philosophen

geringer Zahl vorhanden, ZU einer Zusammenfassung des ! -^n anderen solchen der seinerseits auch schon Vorgänger

philosophischen Stoffes die Materialien ahrrehen wie 1 hatte (S- d2)' Drmst U"S " S' 45ff" m Tt'"K-Hsl nanc- von dem
aneh d,R 7 , J,ale Materialien aDgeneil, Wie ; man bei un& bisher kaum gewußt. Von Laotse handelnd, gewinnt H.

• 1 ,, ll ZUSammenfaSSer ZU den chinesischen Ori- i ein auch den Leser förderndes Verständnis seines Ti und Wu-wei,

ginaiqueilen unmittelbaren Zugang hat. Ich glaube, wir ! indem er die chinesische Denkweise mit dem „mystischen Denken"

dürfen es zufrieden sein, daß Hackmanns Nichtwissen | Cassirers zusammenstellt (womit eine statische Weltbetrachtung ge-

um die von dem andern bereits angefaßte Arbeit ihn | geben ist). Interessieren mag, daß, anders als O. Franke, H. das

selbst davon abgehalten hat, nachträglich dem Heraus- Lun-yü (er seinerseits transskribiert Lön yü, während Zenker sich ge

fällt, Lün yü zu schreiben) als „eine reiche, echte Quelle für unsere
Kenntnis der Ideen des Konfuzius" gelten läßt (S. 76). Bei aller
Betonung der Gegensätzlichkeit von Laotse und Konfuzius findet er
doch bei diesem wie bei jenem das mystische Denken wirken, dies

geber der Sammlung „Geschichte der Philosophie in
Einzeldarstellungen", Kafka, dem er sich zur Verfügung
Q stellt, sc" "cnste wieder äufzusagen. Die beiden

analogen LeiSUingen, die eine Wie die andere dazu ver- aUch in der hohen Einschätzung des U. Anfechtbar erscheint mir der

meint, mehr der Allgemeinheit, als dem engeren Kreis Satz (S. 108), daß sich schon bei Konfuzius selbst die sog. „fünf

der Sinologen ZU dienen, einer vergleichenden Betrach- j Beziehungen" (das Verhältnis von Landesfürst und Beamten, von

tung zu unterziehen, was nicht wohl ohne Inanspruch- ' Eltern und Kindern, Bruder und Bruder, Gatte und Oattin, Freund

nähme von einigen Seiten der ThLz ZU tun Wäre ist hier j l,nd Freund) fänden. (Durch den Verweis auf S. 96, wo das Richtige

nicht der Ort. Das wenigstens darf'doch wohl hervoree- I steht' wird Z nicht KewhW«rtiKt;) s. io7ff. bringt H. als älteren

hohen „,„üto„ rloß mc a" u i U r»„, V i Zeitgenossen des Konfuzius Yen Ying als dessen Seitenstuck und doch

vor Her 7 ^ ' uL ^rJ Hackmatmsche Darstellung ,eicb ZüVOkn zu Ehren, den Mann, mit dem uns vor einigen

vor der Zenkerschen voraus hat, vor allem die sehr viel Janren ForUe im Hirth Annivcrsarv Vo,ume bekannt gemacht hat.

Weiterreichende Berücksichtigung der Durchdringung Wie viel der eben genannte Sinologe, den zu seinem 60. Geburtstag

Chinas mit der buddhistischen Gedankenwelt ist, ein i die philosophische Fakultät der Universität Leipzig verdientermaßen

50