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Ausgabe:

1928 Nr. 24

Spalte:

576

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Matthews, Basil

Titel/Untertitel:

Jugend und Kirche 1928

Rezensent:

Niebergall, Friedrich

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung 1928 Nr. 24.

576

Blätter zur bayrischen Volkskunde. Hrsg. im Auftrage d. Jugend und Kirche. Eine internationale Denkschrift d. Jugend-
Vereins f. bayr. Volkskunde u. Mundartforschung v. Friedrich kommission d. Fortsetzungsausschusses d. Weltkonferenz f. prakt.
Pfister. Heft 11. Würzburg (Hofpromenade 1 [Prof. F. Pfistcr]) Christentuni. (Hrsg. von Basil Matthews, Lucy Gardner u.
1927. (III, 76 S.) 8°. Erich Stange.) Deutsche Ausg., hrsg. von Erich Stange.
Für die Rel. Geschichte kommt neben dem Aufsatz Dresden: C. L. Ungelenk 1928. (84 S.) 8°. = Kirche u. Gegen-
von Albert Becker, Heimatboden und Mutter Erde wart> 3- RM 3—.
vor allem der Artikel von Fr. Pfister, Der Glaube Diese kleine Schrift V€rmaß den Blick uber die sanze WeIt
an das „außerordentlich Wirkungsvolle" (Orendismus) , h™ zu zweitem. Sie zeigt wie in allen Ländern die Jugend im
in Re+rarht Üher eine Fülle von Material verfür/end ; Zusammenhang mit den großen Bewegungen der Zeit in Garung ,st.

in Betracht. Uber eine t-uiie von Material vertugena Sehr eingehend wird die Lage der Jugend dargcsteiit. Besonders

handelt er zuerst vom Mana-Begriff bei den Sudsee- spanri€nd und lehrreich ist gleich der erste Aufsatz von Basil

Völkern, der erst Seit 50 Jahren in der Religionswissen- Matthews über die Strömungen im Leben der Jugend. Aufgrund

Schaft bekannt geworden ist, und „eine außergewöhnlich seiner Eindrücke auf Reisen in aller Welt schildert er, wie sich

wirksame Kraft Und Macht" bedeutet. In einem 2. Ar- , überall dieselben Vorgänge zeigen: die Technik, also Fabrik, Radio

tikel zeigt er, wie die mit diesem Wort verbundenen und Motorrad, reißt die Jugend aus ihrer Verkrampfung in Probleme

Anschauungen auch bei andern Völkern, von den Batak theoretischer Art heraus und wendet sie den großen praktischen

auf Sumatra bis zum Christentum, sich finden. Der Frak™ »• den frafn "f^,..^. Fainilie uun< vuc,kchr Jer

3»u u aal t 1 zii™ i__• Geschlechter, nach dem Militärdienst, nach dem Verhältnis der

Abschnitt zeigt 4 Ar en von Totenvorstellungen bei Ragsen und'nad] d€f Lebensarbert der technisierteIl WeH. Für

den verschiedensten Volkern, in denen Wiederum oren- das Christentum hat sie weithin jedes Verständnis verloren. - Andere

distische Anschauungen zutage treten. In einem Schluß- 1 Aufsätze schildern mit derselben Unerbittlicbkeit die industrielle und

abschnitt wird der Orendismus an Einzelbeispielen noch die gebildete Jugend. — Diesen Schilderungen folgt stets eine Dar-

besonders klar gemacht; hier besonders werden Pa- Stellung dessen, was geschieht und geschehen kann. Hier fallen

rallelen zum neuen Testament (Act 5, 19. 12, 5. 16,25) harte Worte über den üblichen Religionsunterricht; vor allem wird

gezogen. Das Verhältnis VOn TapU Und Mana findet ein- ' auf Berücksichtigung der Fragen gedrängt, die die Jungen wirklich

gehende Würdigung. Auch die Aufsätze von Rudolf ^chftigen die soziale Frage die nach dem Sinn des Alltags, der

*-* 4=5 _0 . . _ . _ _ A rhi>i t__Tit»/. rloc uh'c itr» l ipict rl*»c k'o'i ucmiic. nicht rti"Z 11 t> n hctnuc

Arbesmann, Fasten im antiken Zauber und Her-

Arbeit — und das alles im Geist des Realismus, nicht des Idealismus.
Die Kirche suche eine Verkündigung, die Trost, Stärkung und Wie-
mann Gleßgen, Mitteilungen aus einem Brauch- dergehurt mit sjch fuhrt und j€d€ seichte Romantik und bIoßcs

büchleill aus Erlenbach bei Dahn mögen beachtet Wortgebäude ängstlich meidet. — Diese Proben mögen eine Ahnung
werden. von dem Wert des Schriftchens geben.

Roth. Karl Schornbaum. Marburg. Friedrich Niebergall.

Soeben erfdjetnt:

Rudolf MÜhlhaUSen Warnt ber eo.=refonniert<m ©emeinbe (,it üeipaig

Auf goldenen Brücken

Unbogmatifcl)e S^angelreben aus ber (^rofeftabthirc^e

-Ibfdts oon ben 55orfd)rifleit ber fcljulmöfjigen Homiletik gel)t ber "Berfaffer feinen eigenen BBeg ber religiöfen
Berkünbigung. 2)er fromme Klang bebeutet ifjm nidjts, ber fromme Sinn olles. So burdjfdjreitet er,
oom ©Ijriftusgeift unauffällig gefüljrt, bas Ceben nad) feineu Siefen unb Roheit, nicht ein oriefterlidjer
Bormunb ober kirdjlidjer 3)o„ent, fonbern ein SOtenfd) mit iTJtenfdjen in brüberlidjer ©emeinfamkeit. ©s
ift ein Bud) für jene Befinnlidjen, bie bie 2?römmigkeit aus ihrer Sountagsifotierung erlöfeu, für bie
Sehnfüdjtigen, bie allentljalben ©ottesfdjau holten mödjten.

Kart, etraa Bit. 4.50; gebunben etraa 913DI 6-

Verlag der J. C. Hinrichs'schen Buchhandlung in Leipzig C 1

Beiliegend je ein Prospekt des Verlags J. C. B. Mohr in Tübingen, Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen und
Carl Winters Univ.-Buchhdlg. in Heidelberg und das III. Heft des Bibliographischen Beiblattes.
Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 8. Dezember 1928.

Verantwortlich: Prof.D.E. Hirsch in Göttingen, Hainholzweg 62.
Verlag der J. C. H i n ri c h s'schen Buchhandlung in Leipzig Cl, Blumengasse 2. — Druckerei Bauer in Marburg.