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Ausgabe:

1928

Spalte:

385-386

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Titius, Arthur

Titel/Untertitel:

Deutsche Theologie. Bericht über den ersten deutschen Theologentag zu Eisenach (Herbst 1927) 1928

Rezensent:

Seeberg, Reinhold

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. EmaflUel HifSCh unter Mitwirkung von
Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Hans Lietzmann, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften,bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

C1 l„u.„ M_ 17 Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D.Hirsch in Güttingen, 10 At.nriict |Q?Ä

06. jaurg. IXT. II. Uainholzweg 62, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. nuguai

Spalte

Titius: Deutsche Theologie (Seeberg) ... 385
C1 e m e n: Die Anwendung der Psychoanalyse

auf Mythologie und Religionsgeschichte

(Steinmann).................387

Dalman: Arbeit und Sitte in Palästina

(Staerk)...................388

v. Bulmerincq: Der Prophet Mal eachi (Kuh!). 389
Delafosse: Lettres d'Ignace d'Antioche

(Dörries).................392

Gatzweiler: Die liturgischen Handschriften

des Aachener Miinsterstifts (Völker) .... 393

Spalte

Levison: Das Werden der Ursula-Legende

(Völker)...................394

Schott: Fleisch und Geist nach Luthers

Lehre (Kohlmeyer)............. 396jpeuner. r)as überweltliche Gut und die

Blanke: ). G. Hamann als Theologe

(Stephan)..................397

Lindsey u. Evans: Die Revolution der

Spalte

Planck: Kausalgesetz und Willensfreiheit
(Stephan)..................400

innerweltlichen Güter (Ders.)........401

Jelke: Religions-Philosophie (Kesseler). . . 402

modernen Jugend (Heckel).........398 Rauschenbusch: Für Gott und das Volk

W e h r u n g: Protestantischer Geist (Schian). 399
Gruehn: Die Theologie K. Girgensohns
(Ritsehl)...................399

(Bußmann)..................405

Erklärung (Schuster). - Erwiderung (Katz). 406

Titius, D. A.: Deutsche Theologie. Bericht über den ersten und scharfe Urteile, von der anderen Seite die Klage
deutschen Theologentag zu Eisenach (Herbst 1927). Göttingen: über Mißverständnis, wie das ja bei neuauftretenden
Vandenhoeck ft Ruprecht 1928. (VII, 230 S.) gr. 8°. RM6-. Schulen in der Regel der Fall ist. Im allgemeinen
Im Oktober des vorigen Jahres wurde zu Eisenach habe ich den Eindruck, als wenn der über deutsche Ver-
der erste deutsche Theologentag abgehalten. Sein Vor- hältnisse nicht orientierte Leser nach diesem Buch die
sitzender D. Titius hat sich nicht nur durch die mühe- Bedeutung, welche die dialektische Theologie gegenvolle
Arbeit der Vorbereitung und Organisation dieses wärtig für das Leben von Theologie und Kirche hat,
Tages ein großes Verdienst um die Theologie er- leicht überschätzen dürfte. Indessen ist es ja verständ-
worben, sondern dieses noch dadurch gesteigert, daß er lieh, daß auf einem ersten Theologentag allerneuestes
eine große Anzahl der in Eisenach gehaltenen Vorträge gern in den Vordergrund gerückt wurde,
in dieser Schrift veröffentlicht hat. Das Buch ist in der Ich möchte glauben, daß sich die bisher einge-
Tat des Interesses weiterer Kreise nicht nur des Inlandes haltene Auswahl der Themata auch für die künftigen
sondern auch des Auslandes wert. Der Titel heißt: Tagungen als Vorbild empfehlen dürfte. Es wird natur-
.,Deutsche Theologie". Alle Disziplinen der Theologie gemäß immer allgemeine Referate geben müssen, sei es
kommen zum Wort. Mehrere Vorträge bringen in sehr über die neuen Probleme und Methoden einer ganzen
charakteristischer Weise die Anschauungen ihrer Ver- Disziplin, sei es über hervorragende Einzelerscheinungen
fasser oder der theologischen Gruppen, zu denen sie innerhalb derselben, welche ihre Gesamtlage beleuchten,
gehören, zum Ausdruck. Man bedauert dabei immer Daneben wird es aber, glaube ich, gut sein, wenn auch
wieder, daß manche besonders wertvollen Themata von in Zukunft über spezielle und speziellste Themata Vor-
ihren Referenten in diesem Buch nur in knappen Refe- träge gehalten werden. Einmal, weil wir über eine Fülle
raten über ihre Vorträge mitgeteilt werden. Es sind auf , hervorragender Spezialisten verfügen, dann, weil viel-
dem Theologentag außer den Vollversammlungen noch j fach die Arbeitsmethoden in ihrer Eigenart nur an soleine
Anzahl von Konferenzen über die verschiedenen | chen speziellen Ausführungen eindrucksvoll gemacht
theologischen Disziplinen abgehalten worden. Auf erste- werden können. Endlich aber, weil auch die nicht in der
ren sind naturgemäß Themata von allgemeinem Inter- Wissenschaft direkt weiterforschenden Teilnehmer der
esse behandelt worden. In den Spezialkonferenzen Tagungen durch derartige Anregungen dazu angeleitet
blicken hier und da ebenfalls solche zur Zeit weitere werden können, sich selbst mit Spezialfragen zu beKreise
interessierenden Probleme durch. Aber sie sind ! fassen und die Fruchtbarkeit neuer Methoden an ihnen
wenigstens zum Teil, und das mit Recht, unter Er- praktisch zu erproben. Ich möchte daher von einer allzu
wägung vieler Einzelheiten rein wissenschaftlicher Art , weit gehenden Reduktion der Darbietungen der Einzelbehandelt
worden. Ich denke etwa an den Vortrag von abteilungen abraten. Man rät derartigen umfassenden
Peterson über die Mandäer, der ja mittlerweile ander- i und aus vielen Kräften und Köpfen sich zusammen-
wärts in erweiterter Gestalt erschienen ist. Dem Leser ! setzenden Unternehmungen, wie dem Theologentage,
fällt besonders auf, wie ausführlich die Darstellungen | schlecht, wenn man auf Grund theoretischer Erder
Abteilungen für praktische Theologie, Missions- i wägungen allgemeine Programme aufstellt oder gar sta-
wissenschaft und Religionsgeschichte ausgefallen sind. tutarisch fixiert. Man soll Bestes zu liefern versuchen
Nehmen sie doch weit über ein Drittel des Raumes in und im übrigen die Wahl der Aufgaben und die Formen
Anspruch. Aber wegen der eingehenden Darstellung ihrer Bewältigung der Praxis und den sich aus ihr er-
fesseln gerade diese Abteilungen besonders das Interesse j gebenden Erfahrungen überlassen.

des Lesers. Sie zeigen zugleich, wie auch auf dem Ge- Möge die neue Einrichtung des deutschen Theobiete
der praktischen Theologie ein lebhaftes Interesse ! logentages einen frohen und reichen Fortgang nehmen,
für die neuen Fragestellungen in Kirche und Theologie l Dies vorliegende Buch wird dem Leser über seine Bevorhanden
ist. deutung und seine Absichten ein deutlicheres Bild geben,
Ziemlich vielseitig ist die Auseinandersetzung mit I fls allgemeine programmatische Erwägungen es könn-
der „dialektischen Theologie" ausgefallen. Man be- te,n- f° sei °as B.uch der Au™erksamkeit der deutschen
gegnet mehrfach ausgesprochenen u. unausgesprochenen j Theologenschaft bestens empfohlen.
Bezugnahmen auf sie. Von der einen Seite Wiedergaben ! Berlin-Halensee.____ Reinhold Seeberg.

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