Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1928 Nr. 9

Spalte:

210

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Arrowsmith, R. S.

Titel/Untertitel:

The Prelude to the Reformation 1928

Rezensent:

Hirsch, Emanuel

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

209

Theologische Literaturzeitung 1928 Nr. 9.

210

von Rubruk einen „besten und ausführlichsten Bericht"
über seine Reise in das Innere Asiens haben, so wäre
dem Leser jedenfalls gedient mit der Notiz, daß ihm

dieser Bericht seit 1925 in einer deutschen Übersetzung j f^^biei^ ~7 AusgZ^ C. Sd^idt^Leipri^ Ism"

von Hermann Herbst zugänglich ist. U. s. w. u. s. f.: Die
Anzeige sollte (vergl. oben!) nicht zu lang werden.
Leipzig. H. Haas.

Merswin RE3 17, 203—227 herstammt, hat uns jetzt von den
Vier Jahren und dem Fünfmannenbuch nach den Autographen, die dem
sog. Brief buch in der Hs. 2185 des Bezirksarchivs des Unter-Elsaß
eingefügt sind, eine musterhafte Ausgabe geschenkt. Für die Neun

angewiesen.

Zwickau i. S. O. C1 e m e n.

Dolezich, Dr. Gabriele: Die Mystik Jan van Ruysbroecks
des Wunderbaren. Habelschwerdt (Schles.): Frankes Buchh.
1926. (XVII, 171 S.) gr. 8°. = Breslauer Studien zur histor.
Theologie, Bd. 6. RM 6—; geb. 6.75.

Frl. D. hat die Grundgedanken und Grundbegriffe aus Ruysbroecks
Schriften herausgehoben. Sie disponiert: die spekulative und
die praktische Mystik R.s, und innerhalb des 1. Teils: Gott, der
Mensch, innerhalb des 2.: die drei Wege (das wirkende, das innige,
das gottschauende Leben), die Bereitung der Seele zur Beschauung,
der Gipfel der Beschauung. Vorangehen ein sehr vollständiges Literaturverzeichnis
und die zwei Kapitel: Persönlichkeit und Werke, und:
Geistesgeschichtliche Einordnung R.s.

Die fleißige Arbeit ist zweifellos dankenswert. Der Gewinn
scheint mir aber doch nicht sehr bedeutend zu sein. Man weiß bei

Bertholet, Alfred: Kultur und Religion. Festrede im Namen

der Georg-August-Universität zur Jahresfeier der Universität am

5. Juli 1924 gehalten. Göttingen: Dieterichsche Univ.-Buchdr. 1924.

(27 S.) gr. 8°. RM 1-.

Die Rede belegt die Einwirkung der Religion auf
die Kultur durch eine reiche Folge von Einzelzügen und
erörtert dann die Spannungen zwischen beiden Größen,
den Protest der Religion gegen die Kultur, die Auflehnung
der Kultur gegen die Bevormundung durch die
Religion, den Anspruch der Kultur, die Religion zu ersetzen
. Die geschichtliche Betrachtung endet in der Erkenntnis
der inneren Verschiedenheit beider. Ist darin

•u c il j- i „u „•„„•„„„;„ „„H.,- u„„,.,',„Hot m Hoiitot ! R- me: Was nat er übernommen, direkt oder indirekt, und was ist

ihre Selbständig!« t gegeneinander begründet so deutet ; ihm el- tümlich? Vor allem ble'ibt sein VerhäUnis zu' Meister Eck.

die Rede am Schlüsse doch auch an, wie die Kultur { hart unklar DaheT ist besonders das 2. Kapitel, das wohl besser als

trotz aller ihrer Elgengesetzlichkeit auf den Geist der j Quirrtessenz an den Schluß gestellt worden wäre, nicht recht beReligion
angewiesen bleibt. i friedigend. Eine „geistesgeschichtliche Einordnung R.s" ist überhaupt
Die aus reicher Kenntnis des Materials geschöpften j kaum möglich. Es gibt keine Geschichte, sondern nur eine Monotonie

Einzelmitteilungen der Rede sind äußerst dankenswert der christlichen Mystik.

und lehrreich. Aber das Ganze enttäuscht als geschieht- Zwickau i. S. _o. Clemen.

liehe Behandlung des großen Gegenstandes erheblich. Arrow«mlth, R.S.,M.A.: The Prelude to the Reformation.

Der vorausgesetzte Kulturbegriff ermangelt letzter Tiefe. A study of English church life from the age of Wyctjffe to thc
Sein Positivismus hält die Erörterung im Äußeren und i breach with Rome. With two Portraits. London: S.P.C. K. 1923.
Einzelnen fest und verbaut die Erkenntnis der inneren (Xii, 226 S.) 8°. = Studies in Church History.
wesenhaften Verwurzelung und Spannung von Religion j Dies der ThLZ.. verspätet zugegangne Werk will ein Bild von
und Kultur. Von Letzterem hat doch wohl nicht nur der j den kirchlichen Zuständen Englands in der Zeit seit Wicliff bis zum
Systematiker, sondern auch der Historiker Einiges ZU Bruch mit Rom geben. Es benutzt dazu größere englische Darsagen
. Das Meiste des beigebrachten Materials reicht, j Stellungen, außerdem reichlich Veröffentlichungen aus englischen Ar-

jedenfalls in der andeutenden Auswertung einer Rede, i chiven und Kirchenregistern. Der Ton ist gelegt auf das Zuständliche;

an die eigentliche Mitte der historischen Frage nach dem ' ,es1komRn* d€m Verfas;f[ darauf a"' dem geMidetcn Laien eh. anschau-

„ P n ,._. , .- , ° . , _ | hches Bild zu vermitteln. Eine bestimmte Tendenz ist nicht wahrzu-

Verhältnis. von Religion und Kultur noch nicht heran. I Mhm<!n. das Urteil ist maBvol, die Schwachen und Sünden jener

Welchen Sinn hat es, die einzelnen „Einwirkungen" der j Jahrhunderte nicht geradezu verhüllend, aber auch nicht scharf heraus-

Religion, ihre kulturfördernde und kulturhemmende arbeitend. Es fehlen Kapitel über die Universitäten, und über die

Macht darzulegen,.wenn. n'c.ht vorher und in alledem das , Bewegung der LoUarden und die Stellung der Kirche zu ihr.

Ein Gesamtbild des Zeitalters ist also nicht gezeichnet. Der ausgebreitete
Stoff ist vielfach interessant.

Ich gebe einfach die Kapitelüberschriften: I. The Later Medieval

prinzipielle Verhältnis der beiden Größen zur Anschau
ung gebracht wird?

Der Beruf zu einer akademischen Rede stellt dem

Theologen in unsrer heutigen Lage eine große, verant- ««hoJ5- T** La*r Medkvf| .9ath1cd"1. an<| Coliegiate church.

, & , , ,6. .&f , ru j-„ ..„_ HL Sonic Types of the Later Medieval Pansh C ergv. IV. Grow ne

yvortungsschwere und schone Aufgabe. Ob die vor- Tensk)„ withyiRome. v. Rowers and ^ of ^ £ ^

liegende an sich fesselnde Rede es vermag, unserer | church, vi q,,^ and the Nevv Movement tbr Educationai Reform.

akademischen Welt einen lebendigen Eindruck von der VII. Sidelights, mainly from the Visitations Documents, upon Certain

Eigenart theologischer Arbeit zu geben? of the English Religious Houses after tl« Black Death [1349]. vill.

Erlangen P. Althaus. Conclusion. — Appendix. Episcopal Incomes from the ,Valor Ecclesi-

—__i- ! asticus'. — Index.

Owen, E C E.: Some Authentic Acts of the Early Martyrs. Das Oanze "igt deutlich die bekannten Züge der ent-

Translated with notes and intrnduetions. (184 S.) Oxford: Ciaren- ! arteuten spätmittelalterlichen Kirche. Nur daß man sich in England

don Press 1927 n " r a atd Festlande mit dem einmal Gegebenen abge-

v ... i . ...„null l„„ ■ funden hat. Zu den Mystikern und Reformern, die man in Deutschland

Zu dieser Übersetzung der vornehmsten Martyrerakten kann man Holland in der gleichen Zeitspanne hat bringt Arrowsmith eine

uLh^'1SCh<:n Leser nur beglückwünschen. Sie ist durchweg sauber i ch nkht P "at' l>n"M

gearbeitet, gründet sich auf guten - Knopf, V.Gebhardt, in einem ; Qörüneelf E Hirsrl,

FaHe Ruinart entnommenen - Texten, ist mit recht guten An-_____ E" "lrscn-

merkungen und Einieitimg versehen und verrät überall die kundige ßurdach, Konrad: Vorspiel. Namen- und Sachregister zu Bd. I,

nana. u,e lateinische Fassung der Karpusakten, die Franclu de Ca- ' 2 und IL Halle a. S.: M. Niemeyer 1927. (V, 76 S.) gr. 8°.

valheri 1920 veröffentlichte, und über die Lietzmann 1922 in der ■ = Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissensch, u. Geistes-

Festgabe für Karl Müller kritischen Bericht erstattete, ist dem Über- gescb. Buchreihe, Bd. 3a. RM 5—- geb 6—

Anlerl,m^nnt geW°rden- eiKentümlkheS ^^"SIÄ Dieses von Burdacn mit Unterstützung von G. Bebermeyer und

Gaius mit rifn^" Z*^ Po1' 2 o8™ m J W H" Bork Be«beüete ausführliche und inhalfreiche Namen- und Sach-

flZe TndicS Y (Sei"em °egBe > m ,dent,f'ZlerCn S£"- S°rg- ' register ist sehr willkommen, weil es vortrefflich den Inhalt der beiden

Qießcn ' C Krürrer I Bandc des „VorsPieIs" zugänglich macht Es ist erstaunlich, wie viel

,__.__________—-_ ! Kirchen- und dogmengeschichtlicher Stoff berührt wird und wie Vieles

II...... i. m ■ v .. , . „„..__ durch den Autor ein eigenartiges helles Licht erhält. Man vergleiche

f«,,«H« £flÄL: V'r ^fangende Jahre. - Des Gottes- ; ^ dje Artikel Humanismus, Legenden, Hoheslied, Luther Mauren,

freundes Fünfmannenbuch (Die sogenannte Autographa). Hrsg. i „ t b

v. Philipp Strauch. Halle a. S.: M. Niemeyer 1927. (XVII, Rk, Q Ficker
83 S. u. 3 Taf.) 8». i. A|tdeutscbe TextWbliothek Nr. 23

Schriften a. d. Gottesfreund-Litcratur, H. 2. RM 3.60. j ßoehmer, Heinrich: Gesammelte Aufsätze. Mit e. Geleitwort v.

Hauptbeweismaterial für die Identität des großen Gottesfreundes : Rudolf Boehmer. Gotha: Der Flamberg Verlag 1927. (281 S.)8°.
aus dem Oberland mit Rulmann Merswin sind die drei sog. Auto- RM 7.50; geb. 10—.

grapha, die Originale von Merswins Neun Felsen und Vier Jahren j Ich drucke wohl zweckmäßig das Inhaltsverzeichnis ab: 1. Das

seines anfangenden Lebens und von des Gottesfreundes Fünf mannen- ; Wesen der Reformation (Kirch!. Jahrbuch 1917). - 2. Die Bedeutung

buch. Philipp Strauch, von dem auch der ausgezeichnete Artikel über | des Luthertums für die europäische Kultur (AELKZ 1921). - 3. Die