Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1928 Nr. 8

Spalte:

192

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Haußen, Karl

Titel/Untertitel:

Predigtstudien über einen Jahrgang der altkirchlichen Evangelien, d. Amtsbrüdern, bes. d. Jüngeren dargeboten 1928

Rezensent:

Niebergall, Friedrich

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

191

Theologische Literaturzeitung 1928 Nr. 8.

192

methodische Anleitungen gegeben worden wären, den Text in die
Gegenwart überzuleiten. So mag dies Buch die Zahl der Bücher
vermehren, ein wissenschaftlicher Wert kommt ihm nicht zu.
Marburg._F. Niebergall.

bleibende Rest immer schwerer unter dem Sammelnamen katholisch Hau Ben, Karl: Predigtstudien Aber einen Jahrgang der altunterbringen
, wie ja die Ausführungen der folgenden Teile immer j kirchlichen Evangelien, d. Amtsbrüdern, bes. d. jüngeren dar-
wieder, stillschweigend, erweisen. (,Das ausgesprochen Katholische, geboten. Herborn: Oranien-Verlag 11)28. (515 S.) gr. 8".

dem Christentum Wesensfremde' S.19 o.) Mit dem Prädikat ,Sekte' RM 12—; geb. 14_

kann man noch vorsichtiger sein als S. 4, bis zur Meidung. Im ! [n diesem umfangreichen Band will der frühere Direktor des

Osten wird doch, in Widerspruch und Hinneigung zu uns, viel Herborner Predigerseminars zumal jüngeren Amtsbrüdern Hilfsmittel

Neues. Daß die ,Sekten' aus dem Gesichtswinkel des preußischen j zum Predigen anbieten. Zu diesem Zwecke sammelt er um die alt-

Schülers ausgewählt sind, tadle ich nicht. Nur durften die .Ernsten : kirchlichen Evangelien nach einer längeren Einleitung in sehr breiten

Bibelforscher' nicht fehlen, und mußte den Ersatzreligionen eine , Ausführungen eine Fülle von Materialien: Reflexionen über den

Kennzeichnung gewidmet oder auf eine andre Stelle des Gesaint- j Text, verschiedene Dispositionsentwürfe, eigne und fremde Predigter.,

werks verwiesen werden. Anglikanien tritt unter Verfassung und ; Anekdoten usw. in bunter Menge. Besser wäre es gewesen, wenn an-

Gottesdienst anhangsweise auf. Daraus wird kein Bild, wie es doch i statt dieses Gemisches entweder ausgeführte Predigten oder streng
erforderlich ist. Auch sonst ist manches zu ebnen: Der russische
Umsturz ist bei der Liebestätigkeit (33) und Mission (42), nicht
aber schon bei der grundlegenden Schilderung (9), wo neben den
Raskolniki die neuen Abspaltungen genannt werden konnten, berücksichtigt
. Was die .wechselnden' farbigen Gewänder der römischen
Kirche bedeuten (22), wird erst aus einer Bemerkung 4 Seiten später
klar. Daß sich die Kirchenfarben auch auf lutherischem Boden gehalten
haben, steht nirgends. Daß der Grund der Kelchentziehung
genannt wird, ist verdienstlich. Man möchte mehr solcher Notizen
wünschen: ,Der Papst hat 1870 nur gewonnen'; gewiß! wie aber

demgegenüber die Kirche urteilt, daß ihr der Kirchenstaat eine unge- { 93erid)t über ben erften betltfdjen Sheologcntog JU Sifcnadj. Sleratl5=

löste Frage bleibt, war zu sagen (II). Die Bestreitung der Ge- gegeben Don Tärofeffor D. 9J. 2 i 11 II S, "Berlin. 237 6. gr. 8°. 6 <R3Jl.

schichtlichkeit von Matth. 16, 18/19 dient dem Zweck vielleicht weni- ; m ... ..... ... . r an ».<

ger als der Hinweis auf Matth. 18,18. Folgt die kath. Gemeinde ?„« *«'* . IOnBUbI^ "^"IW W»™ ^anblnngen

Tmeist mit Hilfe eines Gebetbuchs' der Meßhandlung? Ich wünschte "?« Annäherung «Ott Sheo*

den Mißbrauch der Privatandachten aus den Büchern während des m,i l^Ä "^uÄ

Meßvollzugs und die Versuche, den Sinn des canon missae der Ge- °mfh ?A ^^"^

meinde - zunächst in ihren gebildeten Teilen - zu erschließen, imb

u- t „• a u jL n.« ■ t ■! j um a i -L bcoloqte ufro. bei t id 51 tage treten unb bietet eine

scharfer voneinander abgesetzt. Daß ein Teil der Handlung der Zu- » . •■ r ■ lt . ,.v." /, '„ ,' ... "v

bereitung des Priesters dient, sollte man lesen (22). Vielleicht auch, gnnÄ norogg Iche Ortentterung »ber b.e^roblente unb

daß die meisten Kommunionen in der Frühe aus aufbewahrten Ele- 1 lt«mt*n Sf.nbenjen «er heutigen b(Ut|d)en Theologie

menten stattfinden, daß der Katafalk der Seelenmesse tumba heißt, daß tfj« mie jte uuf onbcrem 9J3e9C kaum jU erlangen tft.

Joh. 1 auf dem Altar gedruckt stehn muß (alles 23), seit wann es *—»-»jUJf**. „^nanaanaunn^n^nmBn^^nB^n^naa^Bm
eucharistische Kongresse gibt, welche zwei Richtungen in der kath.

Kirchenmusik widereinander stehn (beides 24), daß die Stola das _

Kennzeichen der Rechte des Ortspfarrers ist bei Missionen kann VffiV'V^/ 35öttbCttl)0C(It & 3t U |) X C dt) t

sie an den Leiter der Mission Übergehn, dem sich der Ortspfarrer
solange unterordnet. Daß das Wandlungsgebet der Ostkirche die
Epiklese ist (20); was für Enttäuschungen Luther der Übergang
des Kirchenregiments an die Juristen doch bereitete (/In), ließ sich
ohne Raumverschwendung sagen. Die systematische Beurteilung hält

manchmal zu sehr zurück: Die Einwendungen gegen den .schweigen- SOEBEN ERSCHIEN

den Dienst' durften im Einklang mit S.s Position mehr als sage- t Ar a ■

deutet weiden (31). Im einleitenden Abschnitt Uber ecang. und kath. Ijafv l*f MQIQ HpC iQlpfefYl

Glauben ist das llckenntms nicht einmal erwähnt, wo doch der ev. L/Iv7 ll lOlO UCÖ lOlHl I

Christ mehr Theolog, sein eigner Theolog ist als irgend ein andrer /7).
Im landeskirchlichen Unterricht muß ganz anders dargelegt werden,

wie die Volkskirche in ihrem ganzen Wesen die vorlaufende Gnade I Professor an der Universität Heidelberg.

Gottes abspiegle, im Gegensatz zur Freiwilligkeitskirche, deren fal- j

scher Ansatz, in der Gründung auf das eigne Urteil über die Stellung 37 Seiten. Cr. 8°.

zu und vor Gott, nicht erst in der andern Generation, bei beginnen- I MORGENLAND. Darstellungen aus Geschichte und Kul-

den volkskirchlichen Verhältnissen (16), sich, auswirkt. Da stets in | tur des Ostens. Herausgeber: Prof. Dr. Dr. Wilhelm

den Einzelabschnitten der Osten, Rom und die Evangelischen auf- j Schubart, Berlin. 15. Heft.

einander folgen, entsteht u. a. der Eindruck, als ob unsre innere j „Der Islam kann nicht reformiert werden; d.h. ein refor-

Mission hinter der kath. Caritas herhinke. Und doch empfängt diese mierter Islam ist nicht mehr Islam, er ist etwas anders",

von jener die stärksten Impulse. Muß es S. 16 statt rel. Kunst- I so ,lrteilte Lord Cromer in seinem Buche über das moderne

Übung vielmehr rel. Kultusübung heißen? Man schreibe Clemens j Ägypten. Heute ist die ganze Welt des Islam von einer

oder Kleines, nie Klemens (18); Tran-subsfantiation (23); Elisabeth tiefen Gärung, ja Umwälzung in ihren kulturellen Grund-

Fry, nicht Frey (36). Auf der Karte der ev. Missionsgebiete dürfte lagen erschüttert. Sie steht in einer kulturellen und po-

nicht die gesamte nicht-evangelische .katholische' Welt mit den glei- litischen Krisis. Unlöslich damit verbunden ist eine Krisig

chen Pünktchen, für die West- wie Ostkirchen, bezeichnet sein. de, Islam als Religion. Ist die Religion des Islam

Fahrenbach (Baden). Peter Katz. lösbar aus der Verkettung mit der mittelalterlich-orientalischen,

der sog. „islamischen" Zivilisation? Das ist die Frage, von

in Böttingen

Von DR. RICHARD HARTMANN

aus der bisherigen Entwicklung des islamischen Modernismus
zu erklären, ist die Aufgabe der vorliegenden Schrift.

Preis brosch. RM 1.50

Simons, Reichsger.-Präs. Dr. Walter: Christentum und Verbrechen. deren Beantwortung die Zukunft des Islam als Religion abVortrag
, gehalten auf d. Wcltkonferenz f. prakt. Christentum zu hängen wird. Diese Probleme — nicht etwa zu lösen —

Stockholm am 22. Aug. 1925. (Scmderdr. aus „Evangelisch-Sozial" das kann nur der Verlauf der Geschichte, — aber ihr Wesen

1925, Heft 4.) Leipzig: A. Strauch. 8°. RM 80.

„Ein Richter, der Christ sein will", setzt das Verhältnis des
Christentums zur Strafrechtspflege ins Licht. Den Unterschied: hier
Rechts- und Machtverhältnisse zwischen den Menschen, dort das
Verhältnis zwischen Menschen und Gott; der Gegensatz: der Protest
gegen das Strafen vom Standpunkt der Gnade, verstärkt durch die
Stimme moderner Theorien; die Unsicherheit vom christlichen Standpunkt
aus zu den Fragen der Strafjustiz Stellung zu nehmen. Klar
ist die christliche Verpflichtung den Ursachen des Verbrechens nach- w rr d 1 a n nrB I O UlM D ir>U<P5PHFIl

zuspüren und sie zu beseitigen, aber auch die andere für eine Sühne V E R LA G D ER J. C. H IN R I CHb M,HEN

außer der Strafe einzutreten, die dem Geschädigten das Vergeben ; D U O H H A N UL U N U IN LtlrZlü Ol

■BaaaHajMMRBHiSaaiaaHI|HHH|^^H

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 28. Apnl 1928.

Verantwortlich: Prof. D. E. Hirsch in Göttingen, Bauratgerberstr. 19.
Verlag der J. C. Hinrichs'schen Buchhandlung in Leipzig C 1, Blumengasse 2. — Druckerei Bauer in Marburg.