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Ausgabe:

1927 Nr. 7

Spalte:

153

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Herrmann, Fritz

Titel/Untertitel:

Inventar der älteren Registratur des Evangelischen Landeskirchenamts 1927

Rezensent:

Krüger, Gerhard

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153

Theologische Literaturzeitung 1927 Nr. 7.

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Te Deum, Ambrosius, PrudenLus, Sedulius, Venantius Fortunatas, Da
paccm). Unter dem Strich ein bescheidenes Vokabular. Alles nett und
sauber. Aber: wir werden immer dünner, und wo soll das enden?
Oießen. O. Krüger.

Herrmann, Archivrat D. Fritz: Inventar der älteren Registratur
des Evangelischen Landeskirchenamts. Mit Ergänzungen
aus d. Registraturen d. Dekanate u. Kreisämter sowie den Archiven
früherer Landesherren etc. Darmstadt: Hessischer Staatsverlag
1926. (XV, 524 S.) gr. 8°. Km. 15—.

Beiträge zur Hessischen Kirchengeschichte hrsg. v. Wilhelm
Diehl u. Fritz Herrmann. Darmstadt: Selbstverlag d. Historischen
Vereins f. Hessen 1922—1925. (IV, 530 S. m. 82 Abb.) 8°.
= Archiv f. Hessische Geschichte u. Altertumskunde. N. F.
Erg.-Bd. VIII, H. 1—4.

Im Jahre 1901 wurde zu Friedberg die Hessische
Vereinigung für Kirchengeschichte gegründet. In nun
25 Jahren hat sie, in Verbindung mit dem Historischen
Verein für Hessen, acht stattliche Bände von „Beiträgen
zur Hessischen Kirchengeschichte" zu Tage gefördert,
von denen auch in dieser Zeitung wiederholt, zuletzt
1921, Sp. 324, die Rede gewesen ist. Der gerade
zur Jubelfeier abgeschlossene 8. Band bringt außer Mis-
zellen folgende größere Abhandlungen: Hans Burkard
, Anselm Casimir Wambolt von Umstadt, Erz-
bischof und Kurfürst von Mainz (1630—1647). Seine
Vorgeschichte und Wahl (S. 1—47). — Ludwig
Clemm, Beiträge zur üeschichte des Stifts zu Flonheim
in Rheinhessen (S. 59—81). — Leonhard Kraft,
Forschungen zur Bau- und Kunstgeschichte des Klosters
Ilbenstadt (S. 82—137). — Hans von der Au, Der
Seniorat in der evangelischen Kirche der Landgrafschaft
Hessen - Darmstadt (S. 147 — 211). —Heinrich
W a 1 b e , Kirchtürme in Oberhessen und Starkenburg.
Mit 82 Abbildungen. — Georg Julius Schorn,
St. Peter extra muros, das erste und älteste Mainzer
Kollegiatstift (S. 226—242). — Emil Büchler, Der
Staatszuschuß an die evangelische Landeskirche in Hessen
und die Rechtsgrundlagen der ihn bildenden Einzel-
leistungen (S. 268—515), eine umfängliche, den Gegenstand
erschöpfende Monographie. Herrmann hat den
seine mühsame Arbeit abschließenden zweiten Band der
„Inventare" der Vereinigung, deren verdientes Vorstandsmitglied
er von Anfang an war, zu ihrer Jubelfeier gewidmet
. Mit Recht darf er in seiner Vorbemerkung darauf
hinweisen, daß das Werk sich schon jetzt als ein
brauchbares Hilfsmittel für alle erwiesen habe, die auf
dem Gebiet der hessischen Geschichte und insbesondere
der Kirchengeschichte arbeiten. Der Reichtum dessen,
was in diesen beiden Bänden mit ihren rund 1750 engbedruckten
Seiten vor uns ausgebreitet wird, ist in der
Tat erstaunlich, und die durch Jahrzehnte lange Erfahrung
bewährte Sorgfalt des Herausgebers bürgt für
die Zuverlässigkeit der Angaben. Die hessische Landeskirche
darf man zu einem solchen Werke aufrichtig
beglückwünschen.

Gießen. G. Krüger.

Erichsburgensia und Verwandtes. Herrn Ob.-Konsist.-Rat D.

Ph. Meyer in Hannover. Eine Gabe des Dankes bei Niederlegung

seines kirchenregimentiiehen Amtes u. in Erinnerung an d. 17.

Febr. 1924 v. d. Gesellschaft f. niedersächs. Kirchengcsch., v.

Nachf. u. Schülern in d. Arbeit am Predigerseminar zu Erichsburg

u. v. Freunden u. Verehrern bei d. 7. Mitgliederversammlung d.

Gesellsch. (Lüneburg, den 13. Okt. 1925) ehrerbietigst dargebr.

BraunschwcLg (Selbst-Verl. d. Gesellsch. f. niedersächs. Kirchengesch.

[durch Past. Dr. Wolters, Schliestadt b. Schöppenstedt]) 1925.

(XI, 262 S. m. 4 Taf., Tabelle u. Anhang.) gr. 8°. = Zeitschr. d.

Gesellsch. f. niedersächsische Kirchengcsch., Jg. 29 u. 30. Rm. 11 — .
Ein Eucharisterion für den siebzigsten Geburtstag
des Mitherausgebers der Zeitschrift der Gesellschaft
für niedersächsische Kirchengeschichte und des Vor- ,
sitzenden dieser Gesellschaft, O. K. R. D. Philipp
Meyer. Die inhaltsreiche Gabe wird ihn um so mehr
erfreut haben, als er der erste Studiendirektor von Erichsburg
gewesen ist. Das Heft enthält Beiträge aller bis- j
herigen Studiendirektoren und mancher Theologen, die
in Erichsburg ihre weitere Ausbildung gefunden haben,
dazu eine Reihe von Aufsätzen, die sich auf die Graf- l

schaff Hohnstein beziehen, der die besondere Fürsorge
des Jubilars in seinem kirchenregimentiiehen Amte gewidmet
war, wie einen Aufsatz über Henke als Mitdirektor
des Wolfenbütteler Predigerseminars. So ist
es ein reichhaltiges Heft mit vielseitigem Inhalt geworden
, das manchen für die Kirchengeschichte Niedersachsens
bedeutenden Aufsatz bietet und auch weitere
Kreise fesseln kann. Im Einzelnen ist der Inhalt
folgender:

F e 11 r u p , zur Zeit der Abfassung des Heftes
letzter Studiendirektor in E., gibt eine kurze Geschichte
des Predigerseminars, das aus dem zu Hannover hervorgegangen
ist. 1816 ist nach langen Bemühungen,
bes. des Abtes Salfeld zu Lokkum, das Seminar in
Hannover begründet und hat bis 1890 bestanden, während
welcher Zeit 350 Geistliche dort Studien obgelegen
haben. Die Instruktion für den Studiengang ist abgedruckt
, und um ein lebendiges Bild von dem Leben und
der Entwicklung eines Kandidaten aus der ersten Zeit
des Seminars zu geben, ist der selbstgeschriebene Lebenslauf
eines durch das Seminar Gegangenen aus dem Jahre
1821 gegeben. Es ist weiter dargelegt, aus welchen
Gründen Uhlhorn in einer ausführlichen Denkschrift der
Regierung den Vorschlag gemacht hat, neben Lokkum
ein zweites Seminar in ländlicher Stille, das das von
Hannover ersetzen sollte, zu schaffen, und wie es dann
dazu kam, daß es in E. begründet wurde. Schöne Bilder
erläutern die Ausführungen. — Lic. Cölle erzählt aus
der Arbeit der Predigtkritik im Predigerseminar und
läßt uns schauen, welch gründliche Arbeit dort geleistet
wird. — Lic. Taube bietet ein feinsinniges Stimmungsbild
aus dem Leben und den inneren Kämpfen der Studiengenossen
: Sonnenschein am Kreuz. — D. Marah-
rens behandelt eingehend die von Salfeld stammende
Instruktion für Lokkum vom 15. April 1800 und sucht
sie für die Gegenwart zu würdigen. — D. C o h r s bringt
eine Prüfungsordnung aus dem Jahre 1575 von dem
Nachfolger des Urbanus Rhegius, dem Generalsup.
Fischer im Fürstentum Lüneburg. Es wird erst über
den Verfasser und den Inhalt der Ordnung berichtet,
dann werden die Quellen und Grundlagen im einzelnen
sehr genau nachgewiesen und endlich wird ihre Bedeutung
für die damalige Zeit und die theologische Bildung
ittres Verfassers aufgezeigt. — Eine sehr verdienstliche
Arbeit bietet Dr. Weerts über die viel verhandelte
Dannenbergische Schulordnung von 1687, deren Veranlassung
und Wortlaut eingehend abgedruckt und behandelt
sind. — D. Rolff s erzählt vom Konfirmanden-
Unterricht des Magisters Weibezahn in Osnabrück, den
Uhlhorn besucht hat, und bietet damit einen Beitrag zur
Reform des kirchlichen Unterrichtes in der Erweckungs-
zeit. — Von dem segensreichen Wirken Henke's während
dreier Jahre in Wolfenbüttel vor seiner Berufung nach
Marburg gibt D. Beste ein deutliches Bild. — Dr.
Wolters veröffentlicht Briefe von dem und gegen den
Enthusiasten Felgenhauer, der mit staatlicher Gewalt
aus seinem Zufluchtsorte Bederkesa verdrängt wurde.
— Philipp Meyer jr. bespricht die wirtschaftlichen
Leistungen des Klosters Wülfinghausen für die Landesherrschaft
während der Regierung Erichs IL, aus denen
sich für das Kloster ungeheure Lasten und schließlich
eine bedeutende Schuldenlast ergeben. Angefügt ist die
Verpfändungsurkunde, wonach der Herzog das Kloster
für ein Darlehen von 15 000 Taler verpfändet hatte. —
F e rd. Cohrs jr. teilt aus seiner Pfarregistratur mit, wie
1811 —16 Schullehrerkonferenzen zur Fortbildung der
Landschullehrer im Göttingischen entstanden sind und
wie sie gestaltet waren. — Die Aufsätze aus der Grafschaft
Hohnstein beginnen mit einem: Aus der Zeit der
Reformation und Gegenreformation im Kloster Ilfeld
von Studienrat Klein Schmidt, dann beschreibt
Ködderitz Michael Neanders Grabmal in der Klosterkirche
zu Ilfeld; über den deutschen Familiennamen des
Laurentius Rhodomanus, des „christlichen Homer", stellt
Rasch die Vermutung auf, daß er Rodemann gelautet
habe. — D. C o h rs zählt die Superintendenten der Graf-