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Ausgabe:

1927

Spalte:

54

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Johannessohn, Martin

Titel/Untertitel:

Der Gebrauch der Präpositionen in der Septuaginta 1927

Rezensent:

Allmen, Oskar

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Seite 1

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53 Theologische Literaturzeitung 1927 Nr. 3. :> 1

mann S. J. über ein in den Studi eTexti (Bd. 46. 1926)
erschienenes Werk des Präfekten der Vatikanischen
Bibliothek Mercati über den Kardinal Isidor von
Kiew und seine Handschriften in der Vaticana.
Isidor, geb. zwischen 1380 und 1390 im Peloponnes,
gest. 1463, war ein eifriger Anhänger und Förderer
der kirchlichen Wiedervereinigung. Daß die ihm vom
Papst Calixt III. geliehenen griechischen Handschriften
der Vatikanischen Bibliothek verschleudert worden seien,
ist eine Fabel. Im Gegenteil: außer den entliehenen
Handschriften kam auch noch persönliches Eigentum
Isidors nach seinem Tode in die Vaticana. Von sich
aus gibt H. ein Breve des Papstes Eugen IV. an
Isidor vom 11. Juni 1445 nach Vat. gr. 133 bei,
worin der Grundzug in der Lebensarbeit Isidors, das
Apostolat der Union, hervorgehoben ist. Von den
Bücherbesprechungen sei namentlich auf die „Russisch-
religiöse Bücherschau: Streifzüge durch die religiöse
Literatur der Russen im Ausland während der Jahre
1925 26" (S. 292 ff.) hingewiesen. Aus den „Berichtigungen
" (S. 322 ff.) erfahren wir u.a., daß katholische
Russen, denen der hl. Stuhl in Rom eine Zufluchtsstätte
bereitet hat, in ihrem Nationalgefühl gekränkt waren,
weil sie glaubten, daß ein tschechischer Jesuit ihnen
Gottesdienst gehalten habe, obwohl sich auch russische
katholische Priester in Rom befänden .... Zum Schluß
(S. 325 ff.) sind die Prüfungsaufgaben des Pontificium
Institutum Orientale für das Ende des Schuljahres
1925 26 und die Vorlesungen für 1926'27 angegeben.

München. Hugo Koch.

Dürr, Prof. Dr. theol. et phil. Lorenz: Die Wertung des Lebens
im Alten Testament und im antiken Orient. Ein Beitrag zur
Erklärung d. Segens des 4. Gebotes. Münster i. Vf.: Aschendorff
1926. (III, 47 S.) gr. 8°. Rm. 1.80.

was zu beanstanden wäre, ist, daß die Sapientia Salo-
monis zu summarisch in den Bereich des Au ferste hu ngs-
glaubens einbezogen wird. Hier hätte differenziert
werden müssen, denn in der Sap. liegt platonischer
Unsterblichkeitsglaube vor. Im Übrigen wird man an
dieser Schrift seine volle Freude haben.

Goslar. Hugo Ducnsing.

Johannessohn, Martin: Der Gebrauch der Präposilionen
in der Septuaginta. Berlin: Weidmann 1925. tS. 165 bis
388.) 4". Nachrichten v. d. Gesellsch. d. Wissensch, zu Göttin-
• gen. Phü.-hist. KL, Bcih. - Mitteilungen d. Septuaginta-Unter-
iiehmens d. Gesellsch. d. Wissensch. zu Göttingen, 111,3. Rin.10—.

In seiner Dissertation „Der Gebrauch der Kasus
und der Präpositionen in der Septuaginta Teil I. Berlin
1910" hat der Verfasser die Kasus behandelt; in der
vorliegenden Arbeit behandelt er die Syntax der Präpositionen
und der bedeutungsverwandten Präpositionsadverbien
. Hinzugefügt werden noch einige Bemerkungen
zum Gebrauch des Artikels und der Pronomina.
In übersichtlicher Anordnung wird der Gebrauch der
Präpositionen unter ständigem Hinweis auf das hebräische
Acquivalent aufgezeigt, bei den weniger häufigen
Präpositionen mit Berücksichtigung aller Bücher, bei
den häufiger vorkommenden mit Beschränkung auf
Gen. Exod. und Mac. I IV. Wir erhalten so eine'
sehr sorgfältige Stellensammlung, wodurch eine notwendige
Vorarbeit für die Darstellung der Syntax der
Septuaginta geleistet wird. Öfters wird die Tätigkeit
der Übersetzer kritisch beleuchtet. Eine Menge wertvolles
Material steht in den Anmerkungen, Parallel-
bcispiele aus den Übereinstimmungen und Abweichungen
des klassischen Sprachgebrauchs, wovon man manches
lieber oben im Text lesen würde. Vielleicht wäre es
überhaupt angebracht gewesen, auch das Griechisch des

Anlaß zu dieser Schrift hat der Umstand gegeben, A- T- mehr 'n die sonstige griechische Sprachentwick-

daß in dem neuen katholischen Einheitskatechismus !ung einzuordnen. Willkommen sind auch - ebenfalls

die Segensformel des vierten Gebotes erweitert wurde. 10 de", Anmerkungen - die gelegentlichen, freilich

Die Untersuchung dieses Segens hat aber ganz unab- ' einem kle""-'n Kreis von Schriftstellern entnommenen

hängig von dieser aktuellen Entstehung Wert Der Beispiele für verwandte sprachliche Erscheinungen im

Verfasser behandelt seinen Stoff in vier Kapiteln- 1 I Arabischen, Syrischen und Aramäischen. Ein gutes Re-

Die Wertung des Lebens im Alten Testament im all- i £ister (von Prof- PahIfs) erleichtert die Benutzung der

gemeinen. 2. Der Segen des vierten Gebotes im beson- wertvollen Arbeit,
deren. 3. Die Euphemismen für „sterben" im alten
Orient. 4. Die Überwindung des alttestamentlicheii
Lebensideales. Das Leben ist der Güter höchstes im
A. T., möglichst lange leben, wenn möglich die Vollwengen
. Oskar von A I I m e n.

Nock, Arthur Darby: Sallustius. Concerning the Gods and tlie
Universc. Edited with Prolegomena and Translation. Cambridge:

zahl fer Ti^ I ihAtaÜt "'res* khö. (cxxiii, 48 S.) 8». ah. 12/6-

erreichen ist das Ideal in Jsrael wie gemeinhin im
alten Orient. Im 4. Gebot ist die Erhaltung des Volkes
in dem ihm zugewiesenen Lande gemeint. Euphemismen
für „sterben", welche einzeln behandelt werden, sind
z. B. „eingehen" oder „sich legen zu seinen Vätern",
„den Weg der ganzen Welt gehen", „die Seele aushauchen
, -gießen, -schütten." Im letzten Kapitel werden
die Gründe für die rein diesseitige, teilweise rein nationale
Lebensbewertung gestreift: die gemein-„a 11 o r i-
entalische Jenseitsvorstellung von dem
Aufenthalt der Toten in der Unterwelt mit ihren
schwarzen, jede Glücksei igkeits- und
jede Ausgleichs - Hoffnung ertötenden
Zügen"; dann aber wird die langsame und späte
Überwindung des Diesseitigkeitsglatibens im Auferstehungsglauben
dargelegt. Mit einem Ausblick auf
das N.T. schließt die Darlegung. Das Schriftchen steht
dem a.t.lichen Tatbestand ebenso unbefangen gegenüber
wie die protestantische Forschung und ist auch für diese
dadurch wertvoll, daß sie aus umfassendster Kenntnis
aas altorientalische Erläuterungsmaterial zusammenträgt.
lst auch die Grundauffassung des in Betracht kommenden
Materials uns geläufig, so werden doch einzelnen
Stellen Lichter aufgesetzt, die in unsern Kommentaren
so noch nicht verwandt worden .sind, so z.B.

vCiT 1,1 Zahlen in Ps- Qo>10 an der orientalischen
Vollzahl von 110 Jahren gemessen werden. Das Einzige,

Vor kurzem erst (1926, Sp. 286 f.) konnte ich
die Leser dieser Zeitung auf die schöne Ausgabe von
Boethius De consolatione philosophiae durch einen englischen
Gelehrten verweisen. Ihr stellt sich die mir heute
vorliegende Ausgabe der unter dem Namen eines Sallustius
(Salustios) gehenden neuplatonischen Abhandlung
jcegl irtiZv /.cu xoOfiov gleichwertig an die Seite. Für
die Wissenschaft ist sie aber bedeutsamer als jene,
weil wir eine einigermaßen zulängliche Ausgabe des
Traktates nicht besaßen. G. Muccio, der die maßgebende
Handschrift, den Ambrosianus B 99 sup. saec.
13 (14?), auffand und darüber in den Studi italiani 7
(1899) eingehend berichtete, hat die geplante Ausgabe
nicht vorgelegt. Inzwischen ist sie mehrfach, zuletzt
von Praechter in seinem trefflich unterrichtenden Artikel
über Sallustius bei Pauly-Wissowa, als dringlich
gefordert worden. Nock hat dem Bedürfnis durch
seine tadellos saubere Arbeit abgeholfen. Dem Text
ist eine englische Übersetzung beigegeben. Der Herausgeber
hat sieh auch um die Einleitungsfragen eindringlich
bemüht. Der Ausgabe hat er eine sehr sorgfältige
Analyse des Traktates mit erschöpfenden Nachweisen
über alles Wissenswerte vorausgeschickt. Die Verfasserschaft
des Sallustius, d. h. des Freundes Julians, an
dessen Bestrebungen zur Wiederbelebung des Hellenismus
er lebhaften Anteil nahm, wird über alle möglichen
Einwände zur Sicherheit erhoben. Eingehender Ver-