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Ausgabe:

1927

Spalte:

337-338

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Baumgärtel, Friedrich

Titel/Untertitel:

Ist die Kritik am Alten Testament berechtigt? Notwendigkeit, Wesen und Nutzen historisch-kritischer Betrachtung des Alten Testaments 1927

Rezensent:

Hempel, Johannes

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von
Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Hans Lietzmann, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. - Bezugspreis: halbjährlich Rm. 18—. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

'?? lahi-rr Mf 15 Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D.Hirsch in Göttingen, 72 ■ «• IQ7/7

«4., Jaiirg. JM. 10. Bauralgerbersv. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. «JU11 y 11.

Spalte

Baum gärte]: Ist die Kritik am Alten

Testament berechtigt? (Hempei)......337

Grünberg: Exegetische Beiträge (Dalman). 338
Brockelmann: Lexicon Syriacnm (Ders.). 338
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
(Ders.)................33S

Auf hauser: Antike Jesus-Zeugnisse (Bultmann
)....................339

Hoppe: Die Idee der Heilsgeschichte bei
Paulus (Oepke)...............339

Spalte

W i n d i s c h : Der zweite Korintherbrief

(Klostermann)................341

Eusebius Werke (Koetschau) ........342

Zorell: Chronica EcclesiaeArbelensis(Koch). 347
Geiselmann: Die Eucharistielehre der

Vorscholastix (Betzendörfer)........348

Baerwald: Die Schlacht bei Frankenhausen
1525 (Schornbaum)........350

Archiv für Reformationsgeschichte (Wolf). . 351
Hoitzrnann u. Möllenberg: Sachsen

Spalte

Maas: Die Wiedereröffnung der Franziskanermission
in China in der Neuzeit (Schomerus). 355
Stange: Unser Glaube (Rendtorff) . . . . 355
Grit ndler: Geisteswende (Lüttge) .... 356
Walter: Deutschtum und Christentum

(Smend)...................357

Bechmann: Evangelische und katholische
Frömmigkeit im Reformationsiahrhundert

(Lüttge)...................358

Schwelleubach: Warum ich aus der

und Anhalt (Ders.)............. 353; katholischen Kirche austrat (Schian) . . . 358

Baumgärtel, Prof. D. Friedrich: Ist die Kritik am Alten von ernstem Verstehen wollen auch der religiösen Mo-
Testament berechtigt? Notwendigkeit, _Wesen und Nutzen jjve der Gegner durchzogen, in wissenschaftlich freiem
historisch-kritischer Betrachtung des Alten Testaments. Schwerin un(j starkem Geiste geschrieben, wird jedem, der sie
i. M.: f. Bahn 1927. (85 S.) 8«. Rm. 3.60; geb. 4.50. mft offenem Verstehen wollen liest, wertvolle Dienste
Seit mehr als 2 Jahren steht Baumgaertel auf Grund leisten können. Ob freilich alle sie so lesen? Und im
eines auf der kirchlichen Konferenz in Schwerin gehal- Grunde ein trauriges Zeichen der Zeit, daß Dinge, die
tenen, 1925 im Druck erschienenen Vortrages: „Die Be- langst Gemeingut sein sollten, noch so hart umkämpft
deutung des A. T. für den Christen" in hartem Kampfe, werden müssen. Dem Wissenschaftler sind die von B.
yon dem das „Nachwort" des vorliegenden Heftes einen I dargelegten Tatsachen bekannt — er dankt ihm für die
für die Gegner B.'s wenig ehrenvollen Eindruck ver- Art, w i e er die Fragen aus den Einzelheiten in eine
mittelt (vgl. die gegen B. gerichtete wüste Schmähung prinzipielle Auseinandersetzung gehoben hat —; daß
auf S. 83!). In ruhiger, innerlich vornehmer Art sucht es in der Gemeinde anders steht, ist Schaden der Kirche,
der Angegriffene nun, den Streit zur Entscheidung zu ihre und der Theologie gemeinsame Schuld,
bringen, indem er auf das Grundsätzliche hindrängt. 0ferhwaM. Johannes Hempei.

Kritik am A. T. wird notwendig, wenn nur an einem, -

an sich vielleicht wenig bedeutungsvollen Punkte ein Grünberg, Dr. Samuel: Exegetische Beiträge. III. (Sonder-

Widerspruch zwischen mehreren Berichten oder zwischen abdr. aus „Jeschurun", Jahrg. xil, H. 9/10 u. 11/12.; Jahrg. xm,

Bericht und berichteter Tatsache klafft. Sie wird durch H. 1/2 u. 7/8.) Berlin N. 24: Verlag des „jeschurun" 1926. (40S.)

die Fülle der tatsächlich vorhandenen Widersprüche und gr- 8°.

Unzuverlässigkeifen geradezu zur Pflicht der Theo- Jes. 23,15 f. wird als Aufforderung an Tyrus verstan-
logie. Wohl sind bei der kritischen Arbeit starke den, die verlorene Kundschaft durch neue Lockmittel zu-
Unsicherheitsfaktoren in Rechnung zu stellen, doch wider- rückzugewinnen. Zu Jes. 24,6 wird härü von einem
legt das Hypothetische vieler kritischer Annahmen nicht stamm h 0 r „weniger werden" abgeleitet. In Jes. 30, 7
die Notwendigkeit der Kritik als solcher solange der „ k^ ,azzöt : voraUsgenommener Satz sein, wel-
zur Kritik zwingende Tatbestand selbst besteht. Ihrer •. „ Jf , ....
Methode nach ist die alttestl. Wissenschaft philologisch- eher dem Orakel des Propheten gilt. Jes. 35,7 ist in
historischer Natur; zur „theologischen" wird sie lediglich Ordnung gebracht durch das Verständnis von le als
durch die sie treibende „besSndere, d. h. glaubende, »und". Die aus dem arab zifr gewonnene Bedeutung
fromme Persönlichkeit", in der sich in „lebendiger Wech- „Schlauch" wird Ps. 56, 9 auf sifra, Hi 38 37 auf
selwirkung" der Ausgleich zwischen der gewissensmäßig sapper als denominativ „mit Wasserschlauchen begebundenen
„religiös-theologischen Grundüberzeugung" 'egen angewandt.

und der exegetisch-kritischen Arbeit vollzieht. Auch an Oreifswald.__Gustaf Dalman.

die Aussagen Jesu über literarhistorische und geschieht- ^^rn^~^: Lexicon Syriacumf Editio secunda

liehe Dinge ist der Forscher nicht gebunden, bedeutet aucta et emendata. Fase. 7. 8. Halle a. S.: M. Niemeyer 1925.

es doch eine Verkürzung der „Hoheit Christi", wenn (s. 481—640.) 40. Rm. 10—

man unter Beiseiteschiebung des lutherischen und auch ' Unter Verweisung auf meine Anzeige, Jahrg. 1926,

wahrhaftiger Mensch' die Vollkommenheit Christi ins s 245 wird auf diese seitdem erschienenen Lieferun-

forma e Wissen verlegt". Die Kritik schafft zwar - aufmerksam gemacht. Das wichtige Wörterbuch ist

i!6 aile ™eologie - keinen Glauben, sie bereitet ihm gadurch bis kebal gekommen,

aber den Weg, hilft ihn ausgestalten und vertiefen, in- • _ . _ .

dem sie den Christen von einer intellektualistischen Ein- ' Greifswald-_Gustaf Dalman.

Stellung zum A. T. abdrängt und zu lebendigerem Er- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft (Sitz: Frankfassen
des tA.T. verhilft, in dem sie die großen Zu- furt a. M.) XVII. Frankfurt a. HL: J. Kauffmann 1926. (III,
sammenhänge, die Niveauunterschiede und den religiösen 334 u- 41 S. m. 1 Taf.) gr. 8". geb. Rm. 13—.
Reichtum in seiner Einzigartigkeit aufzeigt. Neben Aufsätzen über die Geschichte der Juden in
Die Schrift B.'s, von warmer Frömmigkeit getra- Salzburg und Mähren, einem Vokabular hebräischer

en, die ihr Heil allein im Glauben an Christus findet, Fachausdrücke auf dem Gebiet der Astronomie und

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