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Ausgabe:

1927

Spalte:

241-243

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Buddhas Reden. Sein Leben und seine Lehre. Eingel. u. ausgew. v. Paul Th. Hoffmann 1927

Rezensent:

Franke, R. Otto

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emaniiel HfrSCh unter Mitwirkung von
Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Hans Lietzmann, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietri ch Schmi dt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: vierteljährlich Rm. 9—. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

C1 . . M ,| Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. Hirsch in Güttingen, lo IQ77

OL. Jahrg. INT. II. Bauratgerberstr. 1«, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. *0. 1U«I lyLl.

Spalte

Buddhas Reden (Franke)........... 241

Wesendonk, Urmensch und Seele in der

iranischen Überlieferung (Dibelius).... 243
Loewe, Catalogue of the Mannscripts in

the Hebrew Charakter (Kittel)...... 244

Mc Fadyen , The approach to the Old

Testament (Hempel)............ 245

Smith, The Psalms (Staerk)........ 246

Funk, Lehrbuch der Kirchengeschichte

(Krüger)................... 247

Römische Quartalschrift (Stuhlfauth) .... 24S

Jahrbuch für Liturgiewissenschaft (Schian). 249

Spalte

Theologische Arbeiten aus dem wissenschaftlichen
Prediger-Verein der Rheinprovinz
(Zillessen)..................250

Jahrbuch für Brandenburgische Kirchengeschichte
(Clemen)............252

Kehr, Die ältesten Papsturkunden Spaniens
(Ficker)...................252

A11 m a n n , Vom heimlichen Leben der
Seele (Bornkamm).............253

Burdach, Vorspiel (Ficker)........254

Luther, Predigten (Hirsch)........254

W e i s Ii a u p t, Rebmanns Reisen im Dschagga-
land (Schomerus)..............256

Spalte

Hartmann, Ethik (Kesseler)........257

Man, Zur Psychologie des Sozialismus
(Knittermeyer)...............253

Sch ü n ke , Religion, Kultur und Wirtschaftsleben
(Ernst)................260

Braun, Handlexikon der katholischen
Dogmatik (Koch)..............261

Lennerz, Natürliche Gotteserkenntnis
(Fendt)...................262

Wust, Naivität und Pietät (Adolph). . . . 263

Reh mke, Grundwissenschaftliche Kernfragen
aus der Philosophie (Thimme) . 264

Buddhas Reden. Sein Leben u. seine Lehre. Eingeleitet u. ausgew. bel der Bemerkung (15): „Buddhas .Erleuchtung' ist

. Paul Th. Hoff mann. München: G. D. w. Cailwey 1925. von der Notwendigkeit des kosmischen Schicksals er-

(175 s.) kl. 8°. = Kunstwart-Bücherei, Bd. 31/32. Rm. 2—; geb. 3—. füllt"? — Von der richtigen Deutung des Terminus

Da von den beiden Teilen des vorliegenden Werk- Tathägata weiß er (37) offenbar nichts. — Von der

chens, einer Einleitung „Buddhas Leben", und einem Bemerkung auf S. 20: „In dem Augenblick, da der

Hauptteil „Buddhas Reden in ausgewählten. Texten" 1 Buddha die Sphäre (warum, nebenbei, Sphäre?)

die letzteren einfach Abdruck von Übersetzungen Olden- I des Pasinirwana berührt, erbebt die Erde, die Sonne Verbergs
und Seidenstückers sind, haben wir es nur mit der
Einleitung zu tun und meist aus ihr Folgendes hervor
zuheben

finstert sich und die Toten stehen aus ihren Gräbern
auf" (beiläufig verbrannten die damaligen Inder die
Leichen) ist das Meiste erfunden. — Die Feststellung

Was berechtigte den Verf. zu der Annahme (S. 5), >,A's das Jahr seines Todes wird 480 v. Chr. angegeben"
daß das Leben des Buddha, wie er es darstellt, „in den (20) ist nur durch ihre kühne Präzision und Entschiedenwirklichen
geschichtlichen Grundzügen festliege"? —Das i heit ausgezeichnet. — Gerade das, was unter anderem
Evangelien-Gleichnis „vom Scherflein und der Witwe" I auch Nichtsein ist, das Nibbäna, nennt H. 22 den „höch-
steht nach seiner Ansicht (8) „schon wortgetreu im sten Seinswert" und „ein Unsagbares, Unfaßliches"...
buddhistischen Kanon; und da der Buddhismus ein „Im Anschluß an frühere Philosophien (Samkhya,
halbes Jahrtausend älter ist als das Christentum, kann s?[) glaubt der Buddhismus an ein unentfaltetes, in
es nicht zweifelhaft sein, wer der Empfangende gewesen sicb ruhendes... Sein, das vor der Erschaffung der
ist". Auf den buddhistischen Kanon ist H. wohl ge- i We't ^ar...". Auf s- 23 g'bt H- mit „Verlangen
kommen wegen des Wortes „Tripitaka" im Titel von nach Dasein entweder upädäna (das Erfassen und
Prof. H. Haas' vortrefflicher Schrift „Das ,Scherflein EÄ^ÄErscheinungstruges) oder bhava (das
der Witwe' und seine Entsprechung im Tripitaka" Leipz. f^"^ was beides verkehrt ist oder
inoo a -r • • x j- r, i a au aau i i laßt ems von Beiden aus. — Dhammapada („Samm-
1922, denn Trip, ist die Bezeichnung des nordbuddhist lung von Worten des 0rundgesetzes") Übersetzt er mit
Kanons wie Tipitaka die des sudlichen. Haas meint >>Pfad der Lehre" (33). Pali soll die Sprache Buddhas
(21) damit ein Werk des chinesischen Tripitaka, also gewesen sein (33). Daß H. überhaupt von Sprache und
ein spätes, keineswegs aber ein Stück aus dem alten Literatur des Buddhismus bestenfalls nur eine ganz
südlichen Kanon, von dem und dessen Einzelwerken unzulängliche Kenntnis besitzt, beweisen Falschschrei-
ja übrigens auch erst nachgewiesen werden muß, welcher bungen wie Maya (6 u. 9), Siddhatta und Sidd-
Zeit sie angehören, und erst recht vor allem nachgewie- : harta (9), Rahula (außerdem mit der unberechtigten
sen werden müßte, daß er ein halbes Jahrtausend älter Übersetzung „Fessel" 9), Gopa (9), Uruvela (13),
sei als das Christentum. Die älteste Belegstelle für die „ein jivanmukti" (16), mit zwei Fehlern, Cudra
Parallele zum Scherflein der Witwe steht in einem i (24), mit zwei Fehlern, vib hä v a (174). Sid dh är t h a
Werke Asvaghosas, der entweder dem 1./2. Jh. n. Chr. j bedeutet auch nicht „der seinen Zweck erreicht hat"
°der dem 1. Jh. v. Chr. angehört. — Was Verf. von (9 Anm. 27), sondern nach der Buddha-Legende selbst
w/nem »Fest" im Harem in der Nacht vor des Bodhisatta „mit (dessen Geburt) alle Zwecke erreicht sind". Gopä
Weltflucht und von den „Gästen" S. 11 erzählt, ist, (9) ist nicht der einzige überlieferte Name der Mutter;
was Fest und Gäste anbetrifft, erfunden.—Der Satz sa mk hä r a ist weder „Lebenskräfte" (19) noch „Drang
L> 12) „Dieses Elternhaus aber wird nach den Nach- zum Handeln" (23) noch „Gemüt" (40 Anm 1) noch
£lCJlf if6"' die an °rtJund Stelle stattgefunden haben, „die .Gestaltung' des Lebens, die auf das Leben gerich-
ih l so reich • uppi£ gewesen sein, wie die ] tete innere Tendenz"... (63 Anm. 1) noch auch die
Legende berichtet" ist in jedem seiner Teile aus den Dispositionen künftigen Daseins, die Bildekräfte im Un-
^Vj^n£ern gesogen. — Und was denkt sich H. eigentlich j bewußten" (94 Anm. 1).

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