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Ausgabe:

1926 Nr. 6

Spalte:

134-137

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Weigl, Eduard

Titel/Untertitel:

Christologie vom Tode des Athanasius bis zum Ausbruch des nestorianischen Streites (373 bis 429) 1926

Rezensent:

Loofs, Friedrich

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133

Theologische Literaturzeitung 1926 Nr. 6.

134

(S. XXXV f.), Hieronymus habe nicht die Homilien,
sondern den verlorenen Kommentar des Origenes für
seiinen Kommentar benutzt, sehr wahrscheinlich. Dagegen
sind die Übereinstimmungen zwischen den Je-
saia-Homilien und dem Jesaia-Kommentar des Hieronymus
gering. Die sogenannte IX. Jesaiahomilie ist
von B (S. XLIf., vgl. ThLZ. 1924 Sp. 263) als unecht
erwiesen. Hieronymus selbst bekennt sich nur als
Übersetzer der Jeremia- und Ezechiel-Homilien. Aber
aus Ruf in, Apol. II 27, und aus dem Sprachcharakter
ist mit dem Her. ohne Zweifel Hieronymus auch als
Übersetzer der Jesaia - Homilien zu erschließen (S.
XLIIff.). Diese sind dann erst nach 392 übersetzt worden
, da sie De vir. all. 135 nicht erwähnt werden.

Im einzelnen merke ich hier folgendes an. S. 254, 7 hätte ich
„virga" in den Text gesetzt, da nur dieses Wort, aber nicht „radix",
besprochen wird. — S. 258, 22 tilge ich die Worte: ,,id est
velabant" als unpassenden Einschtib, da wegen „non solum..sed et"
eben „contegebant" nicht ■> „velabant" ist. Auch hätte wohl weder
Orig. noch sein Obersetzer eine Erklärung von „contegebant" für
nötig befunden. In derselben Schriftstellc steht Or. V 346, 15 nur
„operiunt". — S. 276, 10 ist doch wohl „hinc. aeeipiat hunc" mit
B zu schreiben. — S. 314, 7 ist vielleicht „causa" an Stelle des
getilgten „eorum" einzusetzen, vgl. S. 315, lOf. 319,. 5. — S. 360, 8
vielleicht „[pro] satisfactione". — S. 412, 5 sind die Worte: „ad...
sunt" nicht zu tilgen, sondern so, wie App. » angibt, zu verbessern.

Am Ende des Bandes sind Register beigegeben,
die sich „auf das Notwendige" (S. LI) beschränken.
Was geboten wird, ist zuverlässig, doch wäre eine Vermehrung
des Wortregisters um etwa eine Druckseite
wünschenswert gewesen. Ungleichheiten finden sich z.
B. bei „homileticus" (vgl. S. 318,16 und Or. V 4,17),
„idololatria" (vgl. S. 399,18), „Septtiaginta", „christia-
nus", „Antichristus" (S. 389,1. 386,29. 410,30). Das
Adjektiv wäre besser beim Substantiv, als umgekehrt
, anzugeben gewesen. Bei zahlreichen Wörtern habe
ich mir die fehlenden Stellen ergänzt, auch weggelassene
Wörter (z. B. S. 18,16. 53,18. 141,30. 199,31 f. 201,
23. 26 f. 28 und S. 30,13. 50,21. 25. 164,29. 179,12
191,9) hinzugefügt. Am Schluß des Stellenregisters
wäre ein Abschnitt: „Origenes zitiert eigene Schriften"
erwünscht gewesen, vgl. z. B. S. 382,4. 431, 6 f. „Levi-
ticus" im Namenregister (S. 93,22 f.) ist kein Ersatz
dafür.

Für den ersten Apparat habe ich nur ganz wenig nachzutragen
. S. 56 App.1 28 vgl. auch Or. I 170, 20. — S. 74, 8 vgl.
Eph. 6, 12. — S. 115, lOff. konnte der griech. Text Or. I 241, 1 ff.
verglichen werden. — S. 128, 16. 129, 1 vgl. Mal. 4, 2. — S. 279, 26
zu „domesticos" und „alieni" vgl. Eph. 2, 19. — S. 284, 9f. war
Joh. 7, 38. 4, 14 (S. 283, 18 richtig zitiert) zu notieren. — S. 316, 13
u. 317,9 vgl. Matth. 7,13. — S. 319, 12 f. U. 389, 4 f. vgl. Tit.
3,4. — S. 351, lOf. u. 349, 10 vgl. I Kor. 11,4.

Ich schließe ein Druckfehlerverzeichnis an, das den
Text selbst fast nicht betrifft. S. XVIII Z. 5 v. u. 1. diesem —
S. XX Z. 7 v. o. 1. D VIII, Z. 15 v. o. 1. den Z.' 24 v. o. 1.
sponsarum — S. LV 1. Zu S. 59, 17 und Zu S. 219, 19 — S. LVI
I. Zu S. 451, 21 — S. 8/9 1. convertamur — S. 9 App.1 1. 22 statt
23 — S. 98, 31 1. zo nuyv — S. 104 App.2 9 doch wohl hospitali-
tatem — S. 114, 14 1. .Ismael' — S. 128 App.2 I. 27 statt 28 —
S. 130 App.2 19 u. S. 132 App.2 25 doch wohl Anakoluthie —
S. 155, 27 1. äpfjoVat - S. 186 App.1 1. 18 statt 17 - S. 201, 25
1. ((viayovzog - S. 236,32 I. yeatoyot'iteixu — S. 254 App.2 fehlt
7, und 8 1. hom. 3,4. — S. 255,4 1. requieverit u. App.2 23 1.
peccato — S. 259 App.1 7 1. c. Cels. V45 — S. 269 App.2 letzte
Z. 1. Vulg. - S. 278 App.2 1 ist die Angabe unklar - S. 299,32
tilge xi«: — S. 304 App.2 5 I. inconvincibilis — S. 316 App.2 3
1. S. 315,20 — S. 317,9 1. t Vpry-wpo»- — S. 327,23 1. nifiTirrj—
S. 346,21 1. pruriunt (vgl. S. 351,5. 377,7) — S. 347,23 1. Dicunt

— S. 352 App.2 18 1. haesitare (wie im Text) — S. 382 App.1
Z. I I. mlyv — S. 399,6 1. sermonum — S. 400 App.2 14 1. dominus
— S. 408 App.2 letzte Z. 1. alt — S. 484,1. Sp. I. extramundantts

— 2. Sp. figura] 1. 338,22 — S. 488, 3. Sp. iustitia) I. 454,3 —
S. 491, 2. Sp. mundus] 1. 452,25 — S. 493,3. Sp. u. gehören
369,29. 370,2 zu peccator — S. 497, 3. Sp. sacramentum) S. 388, 15
gehört zu sacramenta — S. 502, 1. Sp. I. thesaurus — S. 505, 2. Sp.
xtyododa] 1. 390,19.

Dem Fleiß und der Tatkraft des um Origenes
hochverdienten Herausgebers ist es zu verdanken, daß
die neue Berliner Kirchenväterausgabe ein großes Stück

vorwärts gekommen ist. Von wichtigen Arbeiten des
J Origenes sind noch nicht neu bearbeitet: die das NT.
betreffenden Schriften (Lom. III—VII) und die Arbeiten
zum Psalter (Lom. XI—XIII). Möchten sich
doch auch hierfür Bearbeiter finden, die ihre Aufgabe
ebenso trefflich lösen, wie sie der Herausgeber der Ori-
genes-Schriften zum AT. soeben gelöst hat!

Weimar Paul Koetschau.

*

Im Anschluß an die Besprechung meines dritten Origenesband.s
möchte ich folgendes nachtragen. Im Vorwort S. XLVI habe ich
irrtümlicherweise behauptet, der Imperativ fiere = fi sei sonst nicht
belegt. In Wahrheit kommt er auch an einigen anderen Stellen sicher
vor (Hier. Ep. 22,8, 1; Ital. (Jen. 27,29; Aug. ep. 153,4. 11). An
der dort geführten Beweisführung wird durch diese Feststellung nicht»
geändert.

Göttingen. W. Baehrens.

W e i g 1, Prof. Dir. Dr. Eduard : Christologie vom Tode des Athanasius
bis zum Ausbruch des nestorianischen Streites (373 bis
429). Kempten: J. Kösel ti. F. Pustet 1925. (VIII, 216 S.) gr. 8°. .
Münchener Studien z. histor. Theologie, Heft 4. Rm. 4.50.

Lenz, Prof. Dr. Johann: Jesus Christus nach der Lehre des
hl. Gregor von Nyssa. Eine dogmengeschichtliche Studie. Trier:
Paulinus-Druckerei 1925. (123 S.) gr. 8°. Rm. 3.20.

Zwei stoffverwandte, aber ungleiche Arbeiten aus
römisch-katholischer Feder!

1. Die erstere ist eine gleichartige Fortsetzung der
j „Untersuchungen zur Christologie des hl. Athanasius"
(1914), die Prof. Hugo Koch im Jahrgang 1916
dieser Zeitung (Sp. 57) anerkennend besprochen hat.
Auch dies neue Buch Professor W e i g 1 s wird kein
Dogmenhistoriker lesen, ohne aus ihm lernen zu können.

Schranken der Sachkenntnis des Verf.'s sind mir nur vereinzelt aufgefallen
. Daß die oratio IV c. Arianos und die libri c. Apollinarem
auch hier, wie in den älteren „Untersuchungen", als athanasianisch behandelt
werden, wird man nicht so beurteilen dürfen, obwohl auch
Bardenhewer (Geschichte der altkirchl. Literatur III, 1912, S.54
I u. 57) inzwischen die Bedenken als begründet anerkannt hat. Aber
[ schwer verständlich ist mir's. Inbezug auf die libri c. Apollinarem
können den Verf. vielleicht meine Nachweisungen in meinem PvS
j („Paulus von Samosata", 1921, S. 139ff.) von der Unmöglichkeit
| athanasianischer Herkunft überzeugen; bei der oratio IV, hinsichtlich
j deren ich (Dogmengeschichte4, S. 263 f., Anm.) doch mehr als
| „leise Zweifel" („Untersuchungen" usw., S. 165) ausgesprochen habe,
I bitte ich den Verf., neben der Christologie dieser Schrift auch das zu
| erwägen, ob ihre Trinitätslehre (vgl. PvS, S. 217 f.), die mir als die
I des Athanasius noch einmal so interessant wäre, als sie es so schon
I ist, wirklich dem Athanasius zugetraut werden kann, zumal in der
verhältnismäßig frühen Zeit, in der die Schrift entstanden sein
I muß. Auch das ist wohl kein Mangel an Sachkenntnis, daß Verf.,
j ohne Funk (Kirchcngeschichtl. Abhandlungen III, 1907, S. 323ff.)

zu nennen, Harnacks Hypothese über die Herkunft der als justi-
I nisch überlieferten Quaestiones et responsiones usw. von Diodor für
i gesichert hält und diese Schriften bei der Darstellung der Christologie
Diodors in weitem Umfange heranzieht. Aber wenn (S. 27, Anm.)
Garniers abweichende Hypothese der Erwähnung wert geachtet
wurde, so hätte erst recht auf Funks Ausführungen verwiesen werden
müssen. Sind sie doch auch für Bardenhewer (III, 310f.)
bestimmend gewesen! Eine zweifellose Schranke der Sachkenntnis
aber wird man bei dem Verf. darin finden müssen, daß er bei Ada-
mantius (S. 27 f.) die Ausgabe in den „griechisch - christlichen
Schriftstellern" (1901) nicht berücksichtigt und (S. 30 ff.) die
pseudoathanasianische sog. Confutatio (MSG 28, 1337—1394) trotz
G. Ficker (Eutherius von Tyana, Leipzig 1908) als eine „etwa
373" entstandene Schrift Diodors ansieht, während es als sicher bezeichnet
werden muß, daß sie erst rund 50 Jahre später von Eutherius
v. Tyana verfaßt worden ist. — Ganz falsch, ja unfaßbar falsch, ist die
Behauptung, daß Paul von Samosata „mit seinem avvovaMozisvos
(Xoyog) äv&Qd'mM einen Trennungsgedanken vertreten habe, dem
gegenüber die Synodalväter zum wirklichen ovawnfwg (ovyytyey^nfAai
rei «xOpruzriVw) standen" (S. 89). Denn das aveuvmaiuivoi töi
ctr&fHoneo ist die zu dem otMMMWf passende (nicht aber ihm entgegenstehende
) These der Gegner Pauls (vgl. PvS. S. 334, 2; 333,
27; 337, 9). — Auch das ist mir ganz unverständlich, daß Verf., der,
wie andere, aus Oregor Naz. ep. 101, ad Cledonium I (MSO. 37,
177 B) irrig schließt, der Terminus Sy9fUno{ xvg/uxog sei auch bei
den Apollinaristen „verwendet" worden (S. 109, mit Anm. 5), eine
Bestätigung dafür in den Worten des Apollinaris findet: ovx iiv&otonos,
«AA (Ss ("y&pamog, SitiTi ovy ofzoovaio; toi «v&Qoijtm xntcr To
xvQidjaToy (vom Verfasser gesperrt). Eduard Sch'wartz, der