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Ausgabe:

1926

Spalte:

73-77

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Streeter, Burnett Hillman

Titel/Untertitel:

The Four Gospels. A study of Origins 1926

Rezensent:

Dibelius, Martin

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. EmatlUel Hirsch unter Mitwirkung von
Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften,bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: vierteljährlich Rm. 9.—. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

;i lahrir Tür 4 Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D.Hirsch in Oöttingen, Ift Fphrll.'ir 1Q26

Olm JOTirg. 1>T. t. Bauratgerberstr. 19, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. <,v" 1

Spalte

Streeter, The Four Gospels (Dibelius). . . 73
Heichelheim, Die auswärtige Bevölkerung

im Ptolemäerreich (Wiedemann)......77

Hebrew Union College Annual (Dalman). . . 78

V i t e a u , Une Enigme historique: Le röle de
Saint Jean (Dibelius).............

- Un Probleme litteraire: La fin de S. Jean 79
Baptiste dans les evangiles (Ders.).....

- Sur deux versets de S. Matthieu (Ders.).

Blätter für christliche Archäologie und Kunst
(Beyer)....................80

Preuschen, Griechisch-Deutsches Wörterbuch
zu den Schriften des Neuen Testaments

Spalte

und der übrigen urchristlichen Literatur
(Debrunner)..................81

Symbolae arctoae (Behm)........'. , .

Symbolae Osloenses (Ders.)..........I

Kraft, Die Evangclienzitate des heiligen
Irenäus (Ficker)................83

[Finke-Festschrift] Abhandlungen aus dem Gebiete
der mittleren und neueren Geschichte
und ihrer Hilfswissenschaften (Seeberg). . . 83

Kaerst, Weltgeschichte (Ficker).......84

E h r 1 e , Der Sentenzenkommentar Peters von
Candia, des Pisaner Papstes Alexanders V.
(Seeberg)...................85

Spalte

Burdach, Vorspiel (Ficker).........87

C o r r e 11 , Das schweizerische Täufer-
mennonitentum (Köhler)...........89

Croce, Der Begriff des Barock (Ders.). . . 90

Strasser, Die Taufe in der Geschichte der
deutschen evangelisch-lutherischen Mission
(Oepke)....................91

Treitz, Michael Felix Korum (Foerster). . . 92

Drahn, Das Werk Stefan Georges, seine
Religiosität und sein Ethos (Odenwald). . . 94

T h i m m e, Deutscher Volksgeist in der Zeit
des Idealismus und der Romantik (Hirsch). 95

D. W. Heitmüller

f 29. Januar 1926

in memoriam

Streeter, Burnett Hillman, Hon. D. D. Edin: The Four Gospels.

A study of Origins. Treating of the manuscript tradition, sources,
authoriship and dates. London: Macmillan ft. Co. 1924. (XIV,
622 S. m. Abb.) 8°.

Das vorliegende Werk ist eine der wesentlichsten
Erscheinungen auf dem Gebiet der Evangelienkritik seit
dem Kriege. Hier wird versucht, auf beiden Feldern,
dem der Text- wie dem der Literarkritik über das vor

Der nach meinem Urteil wichtigste und förderlichste
Teil des Werkes ist der erste, der Textkritik gewidmete.
Seine Grundlage bildet eine Theorie der Lokaltexte,
aufgebaut auf der auch für die Literarkritik Streeters
wichtigen, im übrigen selbstverständlichen, aber nie genug
ausgewerteten Beobachtung, daß die Evangelien ur-

uem uei iext- wie dem der Literarkritik über das vor sprünglich Bücher mit provinzieller Geltung, aber einer

uem lyneg trreichte hinauszukommen. Textkritik, synop- ; Geltung fast monopolartigen Charakters waren. Denn

uscne nage, johanneische Frage und das Problem der j die Kirche war in der fraglichen Periode ohne Zentrum;

ADrassungszeit werden in vier großen Abschnitten be- j so fehlte zunächst die ausgleichende Instanz, und jede

HpH a'ra T/-r ausßesprochenermaßen so behan- Provinzialkirche las ein Evangelium als das Evangelium.

c5. ,Lj. daß der, Mitforscher Belehrung über des Autors Daraus ergibt sich dann ein Bedürfnis nach Normierung,

mein!"' ■ 0eubll,.teL aber Orientierung über die allge- ! dem die Kanonbildung dient. Ähnliches wiederholt sich

dm R,T ■ C e Behandlung des Problems aus etwas später auf dem/Gebiet der Textherstellung. Einer

oolnnoon gewinnen kann- Inwieweit das dem Autor | Periode der Verwilderung, die ihren Höhepunkt etwa

da« mfinrV' 'T'Vv,61, d,er eng'ische „educated layman" um 200 hat (bezeugt durch die ägyptischen, die alt-

hmirfPw,.gnt,c Werk lesen wird> vermag ich nicht zu lateinischen und die altsyrische Übersetzung), folgt die

m Her Ta'+ ftL ^UrL feststfllen, daß der Verfasser , Zeit der Angleichung der griechischen Texte an die by-

kunst verfr.^ ,r, ? ™ abe 'mchtf aßlicher Darstellung*- j zantinische, der lateinischen an die Hieronymianische

auch vermHrre ei„ Wes-nthches von Unwesentlichem, > Norm; so entstehen die Mischtexte. Der westliche Text

zu scheiden^weiß geschickten Disposition des Stoffes ! erscheint in diesem Zusammenhang nicht als eine „Re

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zension"; er zerfällt vielmehr in lauter Lokaltexte. Wah-

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