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Ausgabe:

1926 Nr. 9

Spalte:

263

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Honecker, M.

Titel/Untertitel:

Das Denken 1926

Rezensent:

Bruhn, Wilhelm

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Seite 1

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263

Theologische Literaturzeitung 1926 Nr. 9.

264

Kurz, P. Edelbert, O. F. M.: Christlich denken! Ein Hilfsbüchlein
zur geschlechtlichen Erziehung. München:
J. Kösel & Fr. Pustet 1925. (61 S.) 8°. kart. Rm. 1—.

Ein Mönch über geschlechtliche Erziehung! Man wird überrascht
sein, wenn man diese Schrift liest. Vor allen Warnungen stellt
er das ganze Gebiet unter den religiösen Gesichtspunkt: Hier ist alles
von Gott. Natürlich sind Gefahren da, wie auf jedem andern Gebiet,
das von Gott geschaffen und geordnet ist. Der Verfasser geht sehr
weit in der Besprechung aller Vorgänge auf diesem Gebiete; so entzieht
er es dem unheimlichen Bann, der auf ihm liegt. Lieber zu früh
als zu spät, lieber zu viel als zu wenig davon mitteilen! Am wichtigsten
ist natürlich die Erziehung zur Herrschaft der Seele über den
Leib. Bemerkenswert sind noch einige Einzelheiten. Nur Einen ließ
Gott nicht auf die gewöhnliche Weise ins Leben treten; die Sünden
gegen das 6. Gebot sind lange nicht die schwersten, das sind die des
Unglaubens und der Gleichgiltigkeit gegen Gott; besser aber als das
tantenhaftc Schwärmen für die Unschuld als Unkenntnis des Geschlechtlichen
ist die rechte Führung der Kinder. — Hier weht ein
guter Geist.

Marburg a. L. F. Niebergall.

Honecker, M.: Das Denken, Versuch e. gemeinverst. Gesamt-
darst. Berlin: J. Dümmler 1925. (VIII, 149 S.) 8°. Rm. 4—.
Das Buch führt den Anfänger in die wichtigsten Fragen der
Denkpsychologie von heute ein, im wesentlichen an der Külpeschen
Schule orientiert. Als Methoden werden die retrospektive Selbstbeobachtung
und das intuitive Verfahren herausgestellt. Zur Analyse
der Bewußtseinsvorgänge tritt eine Genetik in Grundzügen hinzu.
Eine logisch-erkenntnistheoretische Erörterung sowie Ausführungen
über die Pädagogik und Lebensbedeutung des Denkens samt Literaturüberblick
vervollständigen den psychologischen Hauptteil zu einer
populären Encyklopädie des Denkens.

Kiel. _ W. Bruhn.

Erwiderung.

Zu der „Verwahrung" A. von Harnack's in der
Theol. Literaturzeitung 1926, Nr. 5 erlaube ich mir Folgendes
zu bemerken.

Die Anmerkung bei Harnack, Marcion 2 242 *2
lautet: „Eben deshalb sind auch (beim Evangelium),
wie beim Apostol(icum), die Übereinstimmungen mit
Syr. Curat, und Sin. und mit den ägyptischen Versionen
zahlreich." Dieser Satz hat m. E. nur dann einen Sinn,
wenn Syr. Curat, und Sin. auch Paulustext bieten. Ich
habe trotzdem meiner Überzeugung Ausdruck gegeben,
daß dies nicht Harnack's Meinung sein werde. Konnte
ich mehr tun, und darf hier von einem „gröblich beleidigen
" die Rede sein?

Irn Übrigen habe ich meiner Anzeige in der Theol.
Revue nichts hinzuzufügen.

Bonn. Heinrich Vogels.

Ich meiner „Verwahrung" auch nichts.

v. Harnack.

Verlag FERDINAND SCHÖNINGH, Paderborn.

Neuerscheinungen.

Rephaim, Die vorgeschichtliche Kultur Palästinas
und Phöniziens. Aichüologische und religionsgeschichtliche
Studien von Dr. Paul Karge, f Professor a.d.Univ
Münster i. W. (Collectanea Hierosolymitana 1.) 2. Aufl. XV,
753 S Lex. 8". Mit 67 Abbild, u 1 Karte. GM. 30. - , gb. in Hldr.
GM 35. —. DasWerk ist für die PalSStinaforschling von größter
grundlegender Bedeutung, wie die Fachpresse anerkannt hat.

Kolon, Bened., P. Dr., O. F. M„ Die Vita S. Hilarli
Arelatensis. Eine eidographische Studie (Rhetorische
Studien XII.) IV, 124 S. gr. 8. GM. 8.-.

Steinmann, Alphons, Dr., Univ.-Prof., Jesus und die
soziale Frage. Ein Beitrag zur Leben-Jesu-Forschung
und zur Geschichte der Karitas. 2., neubearbeitete
Aufl. VII, 296 S. gr. 8°. GM. 6 60, geb. GM. 8.40. Die
2. Auflage stellt sieb als eine ganz neue Arbeit dar. Ueber
die erste Auflage schrieb Kardinal Fürstbischof Dr Bertram-
Breslau an den Verfasser: Die gründliche, ebenso lehrreiche
wie aktuell praktische Arbeit macht mir besondere Freude.

Hünermann, Frledr., Dr., Privatdozent, Wesen und Notwendigkeit
der aktuellen Gnade nach dem Konzil
von Trient. (Forschungen zur christlichen Literatur- und
Dogmengeschichte XV. 4.) XIII, 87 Seiten gr. 8°. GM. 6.—.

In zweiter und dritter unveränderter Auflage
gelangte soeben zur Ausgabe:

Wesen und Wahrheit
des Christentums

von

D. Dr. GEORG WOBBERMIN

Professor an der Universität Göttinnen.
Preis Jt 16.20; geb. 18.—.

Systematische Theologie
nach religionspsychologischer Methode.
Band III.

Weitere Auszüge aus Urteilen:
(Vergl. Th. L. Z. 1925, No. 23 )

„Ungemein klare und klärende Darlegungen......O,

daß sich mir, als ich Theologie studierte, eine Dogmatik wie
diese von W. dargeboten hätte!"

Prof. D. Haas (Zeitschr. f. Missionskde. u. Religionswiss. 41,1).

„Ein im besten Sinne des Wortes repräsentatives Werk . . . .
Flüssig geschrieben und erstaunlich leicht lesbar. Dem ganzen
Werk eignet in hohem Grade der Charakter intellektueller Redlichkeit
, die keine Schleichwege kennt, sich keine Schwierigkeiten
erspart und nicht aus apologetischem Interesse die Erscheinungen
der geschichtlichen Welt zu vergewaltigen sucht.*

Prof. D. Dr. Dibelius (Literaturbl. d. Frankf. Zeit. 58,26).

„Dankbar müssen wir die neuen wertvollen Gesichtspunkte
anerkennen, die uns W. in diesem methodisch höchst sorgfältigen,
ehrlich mit dem gewaltigen Stoff ringenden Buche gewiesen hat."
Prof. Dr. Heinzelmann (Liter. Wochenschrift 1926,14/15).

„Umsichtig, orientierend gewährt das Buch eine gewinnbringende
Lektüre. Wie man auch zu der Auffassung von der
Trinilät stehen mag, die W. vorträgt, das Kapitel: der trinitarische
Monotheismus in seiner Bedeutung für die allgemeine Religionsgeschichte
und für das menschliche Geistesleben überhaupt
bleibt feinsinnig, sachkundig und anregend."

Lic. Dr. Vollrath (Theologie d. Gegenwart 1926,3).

„Wenn wir auch die „Trinität" des Verf. ablehnen müssen,
so enthält das Bucli doch gar manches, das auch der katholische
Theologe mit Nutzen studiert und in das System einbaut."

Prälat Dr. Bartmann (Theologie u. Glaube 1926,1).

„Die Lektüre dieses Buches ist mir ein besonderer Genuß
gewesen. Nicht, als ob ich mit allem, was gesagt wird, übereinstimmte
, sondern weil es überall anregend ist und weil die
Probleme prächtig herausgearbeitet sind."

Prof. D. Schuster (Literaturblatt d. Köln. Zeit. v. 16. 3. 1926).

„The lucidity of W 's writing is not one of its least merits.
No one need be in the least doubt as to Iiis meaning. This is
an inestimable benefit for the reader who whishes to take füll
advantage of a most erudite and important work."

Prof. D. Dr. Mackin tosh (Expository Times, Febr. 1926).

„Eine Fülle von Auseinandersetzungen mit führenden
Theologen der Gegenwart erhebt das Werk zu einem Abschluss
der 25 jährigen Diskussion über das Wesen des Christentums.
Es ist nicht bloß eine entscheidende Förderung der Wissenschaft,
sondern auch eine Fundgrube für den Religionslehrer."

Oberstudiendirektor Lic. Dr. Kessel er
(Deutsch. Philologenblatt 33,37).

Ausführlicher Prospekt kostenfrei.

Verlag der J.G. Hinrlchs'schen Buchhandlung / Leipzig

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 15. Mai 1926.

Verantwortlich: Prof. D. E. Hirsch in Göttingen, Bauratgerberstr. 19.
Verlag der J C. H i n r i c hs'schen Buchhandlung in Leipzig, Blumengasse 2. — Druckerei Bauer in Marburg.