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Ausgabe:

1925

Spalte:

530-531

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Casel, Odo (Hrsg.)

Titel/Untertitel:

Jahrbuch für Liturgiewissenschaft. 3. Bd 1925

Rezensent:

Smend, Julius

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil ScKurer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von
Prof. D. Wilh. Heitmüller, Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Priv.-Doz. Lic. theol. Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen
Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: vierteljährlich Rm. 9.—. — Verlag: J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig.

50 lohn, Kr 12 Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D.Hirsch in Göttingen, Ii Nnvffmhae IQK

OV. «Jdlirg. IM. iO. Uauratgerherstr. lj, zu senden, Rezensionsexemplare ausschließlich au den Verlag. isWCIIlUCI lyLO.

Kling, .Mitteilungen ans der Papyrnssamnilung
der Giellener Universitätsbibliothek (Peterson).

Jahrbuch für I.itnrgiewissensehaft (Smendj.

über Miraculorun] Ninivensiiun Sancti Cornelii
Papae (Hashagen).

Bces, Der französiseli-niittelgriechische Ritter-
roman „Imberios und Margarona" und
die QrflnddngSsage des Daphniklostcrs bei
Athen (Meyer).

Altaner, Die Briefe Jordans von Sachsen,
des zweiten Doniinikancrgenerals (1222 — 37).

Blätter für wflrttembergische Kirchengeschichte
(Bossert).

Burdach, Die nationale Aneignung der
Bibel tmd die Anfänge der germanischen
Philologie (Hübner).
Piel, Geschichte des ältesten Bonner Buchdrucks
(Hashagen).
Schrörs, Ein vergessener Führer aus der
rheinischen Geistesgeschichte des neunzehnten
Jahrhunderts, Johann Wilhelm Joseph Braun
(1801 - 1863), Prof. d. Theologie in Bonn
(Den.).

(I.empp). i Roth, St. Severin in Köln (Oers)

Rommel, Die Reichsstadt Ulm in der Katastrophe
des SchmalIcaldischen Bundes (Bossert).

Klein, Geschichte der Jassyer deutsch-evangelischen
Gemeinde (Ders.).

C o 11 i n s , Catholieism and the Second b'rench

Repnblic 1848 - 1852 (Goetz).
Ettlinger, Geschichte der Philosophie von
der Romantik bis zur Gegenwart (Paulus).

I.ennerz, Scltelers Konformitätssystem und
die Lehre der katholischen Kirche (Fendt).

Bogdanow, Die Entwicklungsformen der
Gesellschaft und die Wissenschaft (Thimme).

Vossler, Geist und Kultur in der Sprache
(Giintert).'

Vierkandt, Der Dualismus im modernen

Weltbild (Thimme).
Bleuler, Ethik, Glauben, Wissen (Ders.).
Katzer, Reines Christentum (Ders.).
Feldmann, Schule der Philosophie (Knitter-

meyer).

Diekinson, Indien, China und Japan (Haas).
Schüttler, Von der Heimat der Seele
(Schien).

Kling, Hans: Mitteilungen aus der Papyrussammlung
der Gießener Universitätsbibliothek. I.: Griechische Papyrus-

urkiinden aus ptolem. u. röm. Zeit. Gießen: A. Töpelmann 1924.

(38 S.) gr. 8°. = Schriften d. hess. Hochschulen, Jg. 1924, Heft 4.

Rm. 1.40.

Die vorliegende Veröffentlichung von Gießener
Papyri, für die K. Kalbfleisch die Abkürzung P. bibl.
univ. Giss. vorschlägt, enthält 16 bisher unveröffentlichte
Texte. Inhaltlich sind diese Stücke für den Theologen
nicht besonders interessant, sprachlich müssen sie
beachtet werden. In Nr. 2 Z. 12 und Z. 22 sind die Bildungen
rcaQa&istv und 7Cagaicuc()äay.eiv beachtenswert,
sie sollen die Unrechtmäßigkeit der Handlungen bezeichnen
. Von da aus bekommt auch der Sinn von
uaQStadvw und 7caßeioigx°fial 'm Neuen Testament
eine bestimmte Nuance. In Nr. 4 Z. 7 f. ist das Verbum
■WQtßitü» im Hinblick auf den Gebrauch im Neuen
Testament und bei den apost. Vätern beachtenswert. In
Nr. 5 Z. 10 f. begegnet auch der Gebrauch von f-trj
beim kausalen Partizipium entsprechend Neutestament-
licher Verwendung. Die Nr. 10 Urkunde mit Inventarverzeichnis
ist kulturgeschichtlich interessant. Nr. 14
Subjektsdeklaration, illustriert den N. Tl. Sprachgebrauch
von ttfioygafw. Nr. 15 Z. 2 ist das «HaHfutia weiteres
Beispiel für den technischen Gebrauch dieses Verbums
in Vorführungsbefehlen, worüber O. Eger Rechtsgeschichtliches
zum Neuen Testament. Baseler Progr. 1919
S. 17 A. 33. 34 schon gehandelt hat. Nr. 16 scheint mir
ein besonders interessanter und wichtiger Text zu sein,
der leider zu stark verstümmelt ist, sodaß es nicht sicher
ist, ob wir es hier mit den Resten eines Amtstagebuchs
zu tun haben. In Z. 3 ist von der üblichen Opferhandlung
die Rede. In Z. 6 steht tty xvflqi elg uiwvug.
Wilcken hat sicher Recht, wenn er darin eine Akklamation
sieht, aber sehr auffällig ist, daß statt der üblichen
dg uiwva Akklamation die uns aus Doxologien
bekannte pluralische dg uuürag Formulierung steht.
Daß die Akklamationen aus dem Orient stammen, scheint
mir durch solche Wendungen, wie die eben genannte,
nahe gelegt zu weiden. In Z. 8 wäre ein fiovuyolg in
einem Text, der zwischen 277 und 282 geschrieben ist,
sehr auffallend und für den Kirchenhistoriker von großer
Wichtigkeit, indes die Lesung ist nicht sicher. Die im

früheren: tqi xvQiqi elg aidjvag gut passen. Es ist sehr
schade, daß grade der Text von Nr. 16 so verstümmelt
erhalten ist.

Bonn a. Rh. Erik Pttcrson.

Jahrbuch für Liturgiewissenschaft. In Verbindung mit A. Baumstark
und A. L. Mayer herausgeg. von P. Odo Casel. 3. Bd.
Münster i. W.: Ascliendorff'sehe Verlagsbuchhandlung 1923. (III,
251 S.) gr. 8°. Rm. 8- .

Infolge bedauernswerten Mißverständnisses kommt
das vorliegende Sammelwerk erst jetzt zur Anzeige. Am
14. Dez. 1921 ist der „Verein zur Pflege der liturg.
Wissenschaft E. V." ins Leben getreten, dessen Jahrbücher
, unter der Schriftleitung seines Vorsitzenden, gefüllt
mit den Arbeitsfrüchten eines erlesenen Stabes von
Gelehrten, in vortrefflicher Ausstattung sich schnell allgemeines
Ansehen erwarben. Jeder der Bände bietet geschichtliche
und systematische Aufsätze, Miszellen und
übersichtlich geordnete Literaturübersichten. In der
Reihe der historischen Untersuchungen gibt u. a.
A. Baumstark wertvolle Beiträge zur Stellung der Maria
in den Heiligenlisten der stadtrömischen Messen (Bd. I),
zu den Einflüssen orientalischer Kirchendichtung auf
die röm. Karfreitagsliturgie (Bd. II), zum Verhältnis des
Trishagion zur Synagoge (Bd. III); Odo Casel behandelt
z. B. die actio als Bezeichnung der liturg.
Opferhandlung (I), Mysterium und Martyrium in den
röm. Sakramentarien (Wesentliche Unterschiede zwischen
der Ost- und Westkirche; II), altchristlichen Kult und
Antike (beiderseits starke Betonung des Objektiven und
Überpersönlichen; III). Weil wir „des Historizismus
gründlich überdrüssig geworden", tritt neben die Geschichte
als die Darstellung dessen, was gewesen und
geworden, die grundsätzliche Betrachtung der
Dinge, d. h. die Frage: Was gilt, und was bedeutet das
in Geltung Stehende für alle Zeiten und vorab für die
Gegenwart? Hier ist es vor allem R. Guardini, der
„die systematische Methode" und „das Objektive im
Gebetsleben" (Ausgleich zwischen dem Zwange des
dinglich Dargebotenen und den Ansprüchen des frommen
Individuums), behandelt. Unter der Rubrik „Mis-
zelle n" findet man eine Fülle interessanter kleiner Beiträge
, darunter eine Auseinandersetzung H. Lietzmanns
mit Stapper über die Datierung des Sacr. Leonianuin
Apparat für das Ende dieser Zeile vorgeschlagene Le- ! (II). In den Li t e r a t u r ü b e r s i c h t e n scheint nichts
sung dd vixrjoat würde als Akklamation zu dem | wichtiges vergessen; selbstverständlich wird die Arbeit

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