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Ausgabe:

1923

Spalte:

121-125

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Wolf, Gustav

Titel/Untertitel:

Quellenkunde der deutschen Reformationsgeschichte. I. Band: Vorreformation u. allgemeine Reformationsg. II. Band: Kirchliche Reformationsg 1923

Rezensent:

Titius, Arthur

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emanuel Hirsch unter Mitwirkung von

Prof. D. Wilh. Heitmüller, Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Vikar Kurt Dietrich Schmidt, Göttingen.
Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Vierteljährlich 1200 Mark

Für den Fall der weiter fortfchreitenden Markentwertung behält der Verlag (ich eine entfprechende Erhöhung im Laufe des Quartals vor.

Bezugspreife für das Ausland vierteljährlich 12.50 f. Fr.; 25 fr. Fr.; 10 sh.; 2*/2 S;

12.50 n. Kr.; 8.75 f. Kr.; 31.25 Lire; 50 tfch. Kr.

6.25 Fl.;

n.25 d. Kr.;

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find au« f c hl i e ßl ic h an
AQ TuTTPAr TVTt* fi Profeflbr D. Hirsch in Göttingen, Nikolausberger Weg 31, m fenden.
**0« dam g. J Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

24.

März 1923.

Die für die Umrechnung von Grundzahlen gemeinfam von dem Börfenverein der Deutrehen Buchhändler und dem Deutfchen

Verlegerverein feftgelegte Schlüffelzahl beträgt ab 19. Februar 2000.

Wolf, Quellenkunde der deutfchen Refor-

mationsgefchichte (Titius).
Lofthoufe, Altar, Cross and Community

(Bertholet).

Rabindranath Tagore: Flüflern der Seele
(Otto).

Clay, A Hebrew deluge story in cuneiform

and other epic fragments in the Pierpont

Morgan library (Meißner).
Keulers, Die esebatologifche Lehre des vierten

Flsrabuches (Beer).
Bonwetfch, Die Bücher der Geheininifle

Henochs (Derf.).
Weidel, Jefu Perfönlichkeit (Schufter).
Ha umtlark, Gefchiclite der fyrifchen Literatur

mit Ausfchluß d. chriftl. paläft. Texte (Horten).
Roloff, Im Lande der Bibel (Schmidt).
Achelis, Die Deutung Auguflins (Bauke).
Warner, The Alhigensian Heresy (Ficker).
Lohr, Beiträge zur Gefchichte des Kölner

Dominikanerkloflers im Mittelalter (Lerche).

Wolgaft, Schleswig-HoKleinifche Kirchenver-
faffung in Vergangenheit und Gegenwart
(Ficker).

Pauls, Gefchichte der Reformation in Scliles-

wig-Holftein (Ficker).
Bufch, Beiträge zum Urkunden- und Kanzlei-

wefen der Herzöge zu Braunfehweig und

Lüneburg (Lerche).
Reichert, Luthers Sept.-Teflament (Gerben).
Liefe, Gefchichte der Caritas (Schian),
Schröder, Deutfch-fchwedifche u. fchwedifch-

deutfehe Kulturbeziehungen in alter und neuer

Zeit (Kai/.).

Kappllein, Schleiermacliers Weltbild und

Lebensanfchauung (Mulert).
Pieper, Her Sinn der Standes- und Jugend-

vereine als Lebensgemeinfchaften (Mulert).
Breitenftcin, Diafpora und Bonifatiusverein

(Mulert).

Dyroff, Die Miffion im Lichte philofophifcher
Betrachtung (Richter).

Stein mann, Jefus und die foziale Frage

(Thieme).
Religion und Sozialismus ( Titius).
Herz, Volkskirche und Freikirche (Eger).
Rittelmeyer, Tatchriftentum (Bussmann).
Held, Die Freudigkeit des Pfarrers. Ein Wort

aus dem Amt für das Amt (Schian).
Sawicki, Die Wahrheit des Chiiftentums

(Koch).

— Das Ideal der Perfönlichkeit (Thimme).
Korff, Christelijke Religie en Hiftorie in de

Theologie van W. Herrmann (Bauke).
Spemann, Jerufalem, Wittenberg und Rom

(Mulert).

Richert, Weltanfchauung (Niebergall).
Hof (mann, Vererbung u. Seelenleben (Titius).
Schneider, Lebensglaube eines Arztes (Titius).
Dörries, Die Welt Gottes (Niebergall).
Verzeichnis neuefler Befprechungen.
An die Lefer!

Wolf, Guftav: Quellenkunde der deutfchen Reformationsgefchichte.

1. Band: Vorreformation u. allgem. Reformationsgefchichte. (XIV,
582 S.) 1915. 2. Band: Kirchliche Retörmationsgefchichte. 2 Teile.
(XII, 362 S. u. X, 296 S.) gr. 8«. Gotha: F. A. Perthes 1922.

Wattenbachs und Lorenz' Quellenbücher in die Neuzeit
fortzufetzen, war das Ziel, das W. fich gefleckt hatte.
Eine felbfländige Durcharbeitung eines getarnten riefigen
Stoffes geht über die Kräfte des Einzelnen und mit einer
bloI3en Auswahl wollte fich W. nicht begnügen, ebenfo
wenig aber nur Bibliographie bieten. Eine Verbindung
beider Gefichtspunkte ergab fich, wenn die Gefchichte
der Forfchung, der von ihr aufgeworfenen Probleme fo-
wie der fie beherrfchenden Vorausfetzungen, in den Mittelpunkt
geflellt wurde. Diefe Aufgabe ließ fich bei den
wertvollen Vorarbeiten, die vorhanden waren, und bei
der Sachkunde und dem bewundernswerten Fleiß des Ver-
fäffers löfen und ift glänzend gelöft worden, denn vielfach
führt er fo unmittelbar an die Probleme heran und
zeigt fo deutlich, was noch zu tun ift, daß er zur Mitarbeit
anregt. Hinzu kommt die Befonnenheit und vornehme
Objektivität des Urteils, wie fie z. B. tler katholifchen
Lutherforfchung oder umftrittenen Auffaffungen (z. B.
Barge's) gegenüber hervortritt und die überall wohltuend
berührt, auch wo man im Einzelnen diffentiert. Es verlieht
fich, daß neben der proteftantifchen Literatur die
katholifche in vollem Umfange herangezogen ift, und man
hat tlen Eindruck, daß W. nicht nur überall die epochemachenden
und die wichtigen Leiftungen hat herausheben
wollen, fondern in der Darbietung des wiffenfehaft-
lichen Apparats nicht feiten bis an die Grenze des Zweckmäßigen
gegangen ift. Daß es einem erften Entwurf an
Ungleichmäßigkeiten nicht fehlt, ift felbftverftändlich, z. B.
hat Kalkoff (Monatsfchrift für den höhern Unterricht 1916)
fich nicht ohne Grund über Zurückfetzung feiner Arbeiten
befchwert (was inzwifchen im Nachtrag korrigiert ift) und
hat (Archiv für Ref.-Gefch. 1919) feine .reftlichen Wünfche
für die Anfangsperiode' zufammengeftellt. W. Köhler
(Gotting. Gel.-Anz. 1919), H. Becker (Theol. Stud. u. Krit.
1921) und H. Preuß (Theol. Lit.-Bl. 1915, 1916) haben
einzelne Unrichtigkeiten klargeftellt, aber auch wertvolle
Ergänzungen geboten, Buchwald (L.-Zbl. 1916, 1918.)
und Doelle (Franzisk. Stud. 1919) wichtige Einzelheiten hinzugefügt
. Gewiß wird jeder, der felbftändig arbeitet, auf
feinem Gebiete Vorbehalte machen und Ergänzungen
bieten können. Aber als Ganzes genommen, führt W.s
Werk die geradezu immenfe Arbeit, die an die Reformationszeit
gewendet ift, zum erften Male voll vor Augen,
und es wird wenige Forfcher geben, die ohne eigenen
Schaden auf feinen Gebrauch verzichten könnten.

Man muß freilich beachten, daß W.s Manufkript
Ende 1913 druckfertig war und daß die Nachträge bzw.
Ergänzungen, die in II. 2. vorgebracht werden konnten, Voll-
ftändigkeit, insbefondere auch hinfichtlich der Jubiläums-
literatur nicht erreichen konnten und wollten. Auch die Abgrenzung
des Stoffes ift im Auge zu behalten. W. war be-
ftrebt, über die Mitte des löten Jahrhunderts nicht weiter
hinauszugehn als das Bedürfnis nach Abfchluß (namentlich
der biographifchen Darftelhmg) es erforderte; auch wollte
er ausfchließlich ,deutfche' Reformationsgefchichte geben;
nur in der Entwicklungsgefchichte der Kurie und der lehr-

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