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Ausgabe:

1922

Spalte:

137-138

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Jordan, Hermann (Hrsg.)

Titel/Untertitel:

Beiträge zur bayerischen Kirchengeschichte. 27. Bd 1922

Rezensent:

Schornbaum, Karl

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Seite 1

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137

0«cken, Hermann: Aus Rankes Frühzeit. Mit den Briefen Rankes
an f. Verleger Kriedr. Perthes u. anderen unbekannten Stucken
f. Briefwechfels. (VIII, 14g S.) kl. 8». Gotha, F. A. Perthes 1922.

M. 14—; geb. M. 20 —
S. 83—149 enthalten bisher ungedruckte Stücke aus Ranke's Brief-
wechlel, vor allein mit feinem Verleger Perthes. Einer der Briefe ift

war, die Verfuche um Heiligfprechung der Achahildis
wieder aufzunehmen, fetzte die Reformation ein. Wiede-
mann ift es gelungen, das notarielle Protokoll aufzufinden,
das die Grundlage des Kanonifierungsprozeffes fein follte.
Mit Heranziehung noch weiterer Urkunden gibt er ein

auch als" Fakfnnile gegeben, s. 1—81 machen das neugewonnene Mate- j anfchauliches Bild des ganzen Kultus diefer Lokalheiligen,

rial fruchtbar in einer Schilderung von Ranke's geittigem und wiflen- , Scharffinnig fucht er die wirklichen Vorgänge zu ergrun-
fchaftlichcm Werden 1817 bis etwa 1832. Es wird zunuchft das ,rel 1- 1 P allmähliche Verlöfchen Her einff frt kJ?L,,t

gi.ife Urmotiv fowie das Verhältnis su Hegel und Goethe wundervoll oen, aucn das aumanncne Veiloicnen der emlt lo bedeut

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anfchaulich herausgearbeitet, dann die Entftehung von Rankes Ge-
fehichtsfehreibung und die Entwicklung feiner literarifchen Pläne im
einzelnen verfolgt. (U. a wird von Oncken der uberrafchende. aber
überzeugende Nachweis geführt, daß wir in einer Anzahl fpäterer kleinerer
Schriften Ranke's im wefentlichen Teilftücke zu fehen haben, die Ranke
1827/28 für den urfprünglich geplanten zweiten Band der .Fürften und
Volker in Südeuropa' niedergefchrieben hat.) Das Heft wird dem
Ranke-Forfcher unentbehrlich fein, darüber hinaus aber einem weiteren
Kreife das Verftändnis von Ranke's Eigenart erfchließen können.
Göttingen. E. Hirfch.

lamen Verehrung zeigt er. Da wir über das kirchl. Leben
der Diözefe Eichftätt in jener Zeit fehr wenig wiffen, ift
diefe Abhandlung fehr zu begrüßen. Ein Vergleich mit
den Ausführungen P. A. Z.' im Kalender für katholifche
Chriften auf das Jahr 1890 Sulzbach S. 72, wo eines von
den Wundern der Heiligen abgebildet ift, läßt den Wert
der vorliegenden Arbeit recht ermeffen. — Theobald be-
fchäftigt fich mit dem angeblichen Frundsbergwort vom
Wormfer Reichstag. Er fpricht ihm jede hiftorifche Glaub-

MichaeliS, Georg: Für Staat und Volk. Eine Lebens- i Würdigkeit ab weil nicht nur die gleichzeitigen Quellen
• refchichte. (XIII 440 S.) 8°. Berlin, Furche-Verlag fchweigen, fondern auch der Charakter des Landsknechts

1922. M. 36—, geb. M. 48 —

Als' ich 1917 erfuhr, daß M. Kanzler geworden,
freute ich mich. Hatte ich doch den Reichskommiffar
für das Ernährungswefen in den Kommiffionsverhandlungen
des preuß. Abgeordnetenhaufes als Mann ruhiger und
zugreifender Tat, knappen und manchmal humorvollen
Worts fchätzen gelernt, anders als Herrn von Batocki.
Aber der Bann des Reichtags war zu groß, auch feine

vaters dagegen fpricht. Leider läßt fich aber über die
Entftehung diefes zuerft im Adelfpiegel Spangenbergs
1594 auftauchenden Wortes bis jetzt noch nicht viel
fagen. — Referent hat fich bemüht, der Ansbacher Synode
1556 zur rechten Würdigung zu verhelfen. Bis
jetzt wußte man allein, daß auf derfelben die eigentlich
noch jetzt geltende Organifation der markgräflichen Landeskirche
, die Einteilung in Kapitel und Dekanate, befchloffen

Schätzung durch M felbft; die Bethmann'fche Linie hatte I worden wäre; in Wirklichkeit aberbrachte fie auf Betreiben

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fich fchon zu tief eingegraben und entfchloffener Wille des
Kaifers fehlte. So kam es zu der jammervollften Sitzung
des Reichstags, in der fogar ein Naumann für einen Dittmann
eintrat und M. nicht mit einem Schwerthieb den Knoten

des Stadtpfarrers Gg. Karg die Neuordnung der ganzen
Landeskirche nach den Stürmen des Interim. S. 164 Z.
22 v. u. fehlt nach Kitzingen das Wort: ,itziger'. — Hauck
teilt einen Katechismusentwurf des Unteraltertheimer

der Abreden zerhieb. — Jetzt erzählt er fein Leben, j l'farrersjoh. Daniel Burkhardt (1741 —1829) .Vernunft- und
Das Wertvollfte darin ift der Einblick in die preußifche | fchriftgemäßer Religionsunterricht für die chriftl.Jugend'mit.
Verwaltung. Ihre ausnehmende Vorzüglichkeit beftand ! Von Bafedow ausgehend, von Kant und Fichte viel beein-
darin, daß fie in unausgefetzter Verbindung mit nach- j flußt^zeigt er doch^felbftandige gdftjge Arbeit
geordneten Inftanzen bis hinunter zu den Örtsbehörden
und ihren Selbftverwaltungskörpern und fomit mit dem
Volksleben ftand. Intereffante Lichter fallen auf die Per-
fönlichkeit des Grafen Zedlitz und Fürftbifchof Kopp und
auf die Haltung der Konfervativen Partei, die Behandlung
der Polenfrage und die Kriegswirtfchaft. In einem
eigenen Kapitel ringt der als Gemeinfchaftschrift befonders
peinlich überlegende konfervative Monarchift um eine einwandfreie
, wahre Darftellung der .Schuld' des Kaifers.
Den amenkanifchen Chriften hattenwirdabeinochkräftigere
Worte gewünfeht, die heute noch einen Pfarrer Schumann
im Gefängnis fitzen lallen, weil er als Deutfcher den Eintritt
Amerikas in den Weltkrieg bekämpfte. Das Buch
bietet dem Theologen, Beamten und Politiker reiche Anregung
und erfreut durch feine ruhige und unverärgerte

Kleinere Beiträge bieten Braun zur Geichichte von Langenaltheim
und Kurzenaltheim, 1 lauft zu einer Wendelfteiner Ablaßurkunde, Cleinen
zu (.allus Korn und Dürers Stich: Maria mit der Meerkatze. Hofer Migt,
■wie in Malrikeleinträgen dogniatifche Anlchauungen von Erhftünile und
Taufe nach dem dreißigjährigen Krieg in Tafehendorf einen ieder-
lehlag fanden.

Alfeld. . Schornbaum.

Blätter für württembergilche Kirchengefchichte. Hrsgeg. v.
Dr. Julius Raufcher, Stadtpfarrer in Tuttlingen. Neue
Folge. XXV. Jahrgang (1921) Heft 1/4 (272 S.) 8».
Stuttgart, Chr. Scheufeie 1921. M. 18 —

Heft 1/2 gibt die erfte Hälfte der großen Arbeit
„Ferdinand Chriftian Baur als Kirchenhiftoriker" von
Lic. Karl Bauer in Munfter. Er belpricht zuerft die
Genefis der Prinzipien Baurs, indem erden Stand der Kirchen-
Ärt"'der"Ausfprache. I gefchichtsfehreibung zur Zeit Baurs, dann das Reifen feiner

München-Solln. Traub.

Beiträge zur bayeriiehen Kirchengefchichte begründ. v. D.
Tb- v. Kolde unter Mitwirkg. von Prof. Dr. Beckmann,

Prof. D. Dr. Bürckftümmer u. a., hrsg. von Prof. D. ! gefchichre. Man lernt die gewaltige Arbeit Baurs, aber

Gefchichtsbetrachtung und endlich feine Prinzipien für
die KG.fchreibung fchildert. Dann behandelt er die
Arbeiten Baurs auf dem Gebiete der hift. Theologie:
Dogmengefchichte, Gefch. des Urchriftentums, Kirchen-

Herm. Jordan. XXVII. Bd. 176 S. 8". Erlangen, Junge j auch die Lücken und Schwächen derfelben kennen.
& Sohn 1920. pro Jahrg. M. 8 — Auffallend ift das auch von Bauer nicht ganz verworfene

Einen wichtigen Beitrag zur Gefchichte des religiofen Urteil Schefters S. 69: der lYofeffor in der hiftorifchen
Lebens im Mittelalter bietet der tieffchürfende Auffatz I Kritik ift in der Philofophie meiftenteils Student geblie-

Wiedemanns über die Legende der heiligen Achahildis,

der Lokalheiligen Wendelfteins bei Nürnberg. In Wendel- fpräch eines Fuchs und Wolf 1523", wie die Stimmun'z

Hein, einem Marktflecken füdlich von Nürnberg, ent

ben. Ref. zeigt an der Hand der Flugfchrift „Ein Ge-

der Ritterfchaft in Franken nach Sickingens Niederlage

wickelte fich gegen Ausgang des Mittelalters eine eifrige ; gegenüber der religiofen Bewegung eine o-eteilte war»
Verehrung der heiligen Achahildis, wohl der Stifterin des und welche Bedeutung Brenz" fchon 1523

Gotteshaufes. Als fich an ihrem Grabe eine Reihe von
wunderbaren Heilungen vollzog, ging man damit um, ihre
Heiligfprechung in Rom zu erwirken. Da brach im mark

hatte mit feinem befonnenen Rat an die Ritterfchaft.

Heft 3/4 bildet die Feftfchrift zum Soften Geburtstag
des Ref., der vor 36 Jahren die Bl. f. w. KG. ins

gräflichen Krieg im Dorf ein Brand aus, welcher nicht : Leben gerufen hat. Sie enthält 11 Arbeiten. Geh. Rat
nur die Kirche einafcherte, fondern auch die Pfarrei fonft | Dietr. Schäfer zeigt den innigen Zufammenhang von
empfindlich fchädigte, fo daß das kirchliche Leben von Reichs- und Landesgefchichte und gibt einen Überblick
neuem aufgebaut werden mußte. Bis man wieder foweit l über die Anftalten und Vereine für ihre Verwirklichun<z