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Ausgabe:

1922

Spalte:

129-130

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Obbink, H. Th.

Titel/Untertitel:

De Bijbel 1922

Rezensent:

Volz, Paul

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Seite 1

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129 • Theologifche Literaturzeitung 1922 Nr. 6. 130

Zimolong. P. Bertrand, O.F.M.: Die Nikodemusperikope (Jo j heit durchgeführt; entweder lind ganze Abfchnitte oder Kapitel wegge-
1,33—3.22) nach dem fyrofinaitifcheii Text. (Differtation). (89 S.) : Iahen, wie Gen 6,1—4, die VölkertafeJ, Gen 14. 38, oder nur einzelne

8U. Leipzig, W. Drugulin 1919.
In den Jahren 1897—1911 erleiden die t berletzung und Erläuterung
der fyrifchen im Sinaiklofter gefundenen Palimplefthandfchrift aus
der Feder von Adalbert Merx unter dem Titel; „Die vier kanonifchen
Evangelien nach ihrem alterten bekannten Text". Das Urteil der Gelehrten
über das vielfach fo anregende Werk des verdorbenen Heidelberger
Altteflainentlers geht in textkritifcher Beziehung bekanntlich
weit auseinander. Das treibt die vorliegende von der katholilch theolog.

Verfe (fo in den Pfalmen die fämtlichen fpäteren Überfchriften, textlich
fchwierige oder weniger belangreiche Zeilen, z. B. auch Ps 19,4 42,9
51,8, merkwürdigerweife z. B. auch 2,13«ß). Von Leviticus find nur
Kp. 16. 19. 26 und einige Verfe aus Kp. 18. 24 aufgenommen, 1. Chron.
fehlt ganz, 2. Chron. ifl aus 2. Kon. aufgefüllt; durch diese Zufammen-
ftcllung, durch die Kürzungen und durch die Überfchriften wird in den
Gefchichtsbüchern ein trefflicher Überblick über den Verlauf der ifra-
elitifchen Gefchichte gewonnen. Auffallend ift die faft unverkürzte

Fakultät zu Breslau angenommene Doktordiffertation auf den Plan. Sie Wiedergabe von Efter; wollte man das Büchlein, fo mußte man es aller
bewundert die Gelehrfamkeit, den Fleiß und die liebevolle Hingabe von j dings in feiner ästhetifchen F.inheit bclaffen.

Merx. Aber fie will feine textkritifche Arbeitsweife naher und fyfte
niatifcher, als es bisher gelchehen ift, verfolgen und charakterifieren
Denn „ein Urteil über die Brauchbarkeit der Methode von Merx kann
nicht gefällt werden, ohne daß man fein Buch an einzelnen Punkten

Dem Gefamtwerk 1 oll ein kurzer, für den praktifchen
Gebrauch beftimmter Kommentar mit fprachlichem und
archäologifchem Inhalt angehängt werden. Wir zweifeln

nu ll! geiailt WCIUCII, umia ia„ man itni ,...... an BUiaaaa--------- | . , , -y, ,. y ~

kritilch prüft, um 7u ermitteln, wie er fie im großen und im kleinen j niCBt, ilali die neue Bibel ihren Zweck erreichen wird,
handhabt und was fie ergibt". Aus äußeren Gründen nimmt lieh Z. ; dem heutigen Gefchlecht in den Niederlanden den reli-

die Nikodemusperikope zum Vorwurf. Das Ergebnis feiner mühevollen gjöfen Reichtum, die Schönheit und Weisheit der Bibel

Prüfung ift kurz folgendes: Der Syrofin mag feine große Bedeutung i wjerjer zu erfchlieüen
auf dem Gebiete der neuteftl. Textkritik behalten. Aber der Methode, rp.,,._

die Merx bei feiner Verwertung einfchlägt, darf man nicht folgen. Er ■, iUDingen. Volz.
wendet nicht fefte Prinzipien der Auslegung an, londern läßt fich in

der Anlage feiner Unterfuchungen towohl. wie bei der Fällung leiner | BaUITlItark, Dr. Anton: NichtevaACjelilche (vrifche PerikODen-
Urteile von einer Vorliebe für die alten Syrer und belonders lur den orrlnunnPii Hp« Prffpn lahrtaiilpnrl« I.„ t

Syrofin beeinrtuffen. Zu den unlieberen Vorausfetzungen feiner Schluß- j °f,Ü"U"9en T ?" er,te" Jahrtaulends. Im Sinne verglei-

fcilgerungen gehört die Notwendigkeit der befferen Konfcquenz, des 1 Chendei Llturgiegefchichte. (Llturgiegefchichtl. Por-

ftUimfenen Gegenfatzes und der fachlichen Antithefe. Das .Wander- : fchuilgen H. 3.) (XII, 196 S.) gr. 8°. Munfter,

Wort" macht er zum abfolut ficheren Kriterium der Unechthcit. Die j AfdiendorffTche Verlagsbh. I92I. M CO_

durchaus unbewiefene und unbeweisbare Behauptung, daß Syrofin all- j Oiefes Buch ift wieder eine Leiftung, wie fie unter

zeit und überall feine Vorlage w edergrbt, loll gar die Berechtigung , /-. __V Jf' „ ",c unlei

zur^Ableitung weitgehender Folgerungen und method.^cher Grund.ätze ! den jetzt lebenden Gelehrten eben nur Baumftark fertig
abgeben. Schließlich wird direkt die Güte des Syrofin als Beweis aus- j ZU Dringen lmltande llt. Auf einer reichen Fülle VOI1
geipielt. Die Hauptrolle wird den fachlichen Gründen zuerkannt. 1 fchwer erreichbarem, gedrucktem und ungedrucktem

' Material fyrifcher Liturgiebücher aufgebaut, hegt uns
jetzt endlich ein Überblick über die Ferikopenordnungen
der fyrifchen Kirche vor, foweit fie nicht die Evangelien
betreffen. Wobei wir dann gleich den Wunfeh nicht
unterdrücken können, daß doch auch die evano-elifchen
mancherlei lernen müffen. Diettrich I PerikoPen einer ebenfo forgfamen Behandlung einmal

_________. unterzogen werden möchten. Es ift ja erftaunlich mit

De Bijbel, opnieuw uit den grondtekst vertaald door en ™dc^l Gleichgültigkeit die Fo.fchung die Gefdnchte
onder leiding van Dr. H. Th. Obbink, Hoogleeraar I der BibeUektionen in der Kirche bisher behandelt oder
aan de Rijksuniversiteit te Utrecht (verkorte uitgave)
Deel I Genesis tot Ester (279 S.) Deel II 5. en 6.
Stuk (Job. Ps. 1—69). Amfterdam 1921, van Looy.
Die Niederländer befitzen neben ihrer .Staatenbibel'
noch keine Bibelausgabe, die der heutigen Zeit gerecht
würde; was in den letzten Jahrzehnten an neuen Werken
herauskam, war nicht vollftändig und vermochte nicht
in weitere Kreife zu dringen. Das Bedürfnis, namentlich
nach einer Überfetzung des A. T. wurde lebhaft empfunden;

Diele find aber mein allzuweit hergeholt. Man wird im allgemeinen
dem Urteil Z.'s zuftimmen müden. Nur follte er Merx keinen Vorwurf
daraus machen, daß er eine ungewohnlc und eigenartige Exegefe
befolgt und infonderheit philologilche Kleinigkeiten ungebührlich ausbeute
.- (S. 88). Denn gerade hierin wird man von Merx als einem gewiesen
Kenner orientalifcher Ausdrucksweife und Auslegungskunft

vielmehr nicht behandelt hat. Rankes für feine Zeit
höchft anftändige Leiftung ift doch durch einen allzu
engen Gefichtskreis befchränkt. Aber Nachfolge hat fie
doch erft in jüngfter Zeit gefunden, wo Beiffel die evan-
gelifchen Ferikopenordnungen, freilich auch wieder unter
Zufpitzung auf das römifche Meßbuch, behandelte. Geradezu
bahnbrechend hat die Unterfuchung von A.
Rahlfs über die altteftamentlichen Lektionen der grie-
chifchen Kirche gewirkt. Jetzt bringt Baumftark dazu
eine höchft erfreuliche Erweiterung. Er unterfucht zu-
die Abkehr von der Bibel war ja vielfach in der Unver- j nachft die Ferikopenordnungen der beiden nationalfyri-
ftändlichkeitderalten.befondersderprophetifchen Schriften , fcnen Kirchen der Neftorianer und Jakobiten in ihren
für den heutigen Leier begründet. — Wie bei dem Werke | verfchiedenen Stadien und fetzt dagegen die mit pale-
von 1852 ff liegt die Leitung und die Hauptarbeit in der | ftinenfifchen Quellen zufammengehenden Ordnungen der
Hand eines wirklichen Fachmanns, Frofeffors Obbink von ; Melkiten. Es ift peinlich faubere Arbeit die hier Seite
Utrecht, der imftande ift, eine dem praktifchen Zweck j fur Seite geleiftet wird, und der Lefer fohrt °-ernlen
dienende Bibelausgabe auf wiffenfchattlicher Grundlage ; mannigfach verfchlungenen Wegen die zu^Emficht in
herzuftellen. Die neue Bibel foll die .Staatenbibel' nicht die wechfelnden Geltalten, Vei längeruno-en und Verkür-
verdrängen, fondern ihren Gebrauch erleichtern; fie fchheßt 7.ungen der Ferikopenreihen in den verfchiedenen Syfte-
fich daher in der Reihenfolge der Bücher, Kapitel und men führen. Es ift überrafchend zu fehen in wie o-ro-
Verfe an fie, nicht an das hebraifche Original an. Sie Llem Umfange auf mefopotamifchem Gebiet, zumal&bei
will aber eine verftändliche, finngenwüe Uberletzung geben, den Kieftorianern, fich noch das alte Syftem der lectio
und vor allem enthält fie nur den Kern der Bibel. Durch contjnua ganzer biblifcher Bücher gehalten hat, und fehr
eine wefentliche Verkürzung, durch Belchrankung auf das lehrreich, das Aufkon imen und Händige Zunehmen der
religiös und gefchichtlich Wertvolle, auf das, was man im ; fur beftimmte Tagescharaktere herausgeholten Sonderpe-
häuslichen und kirchlichen Gebrauch zu lefen pflegt, foll nippen (Eklogadien) zu verfolgen: da ift Jerufalem die
der Bibel ihr Platz im heutigen Gefchlecht gekichert werden, führende Metropole. Und «auch die Fäden die fich im
Alle Mittel äußerer Veranfchaulichung find angewendet, um Qegenfatz zu Jerufalem von Antiochia äus bis nach
das Lefen und Verftehen zu erleichtern, Überfchriften über . Gallien und Spanien verfolgen laffen zeigen daÜ diefe
die einzelnen kleinen Abfchnitte (auch z. B. in Hiob), lfturgifche Kleinarbeit, ebenfo wie jede andere verHei-
Druck der Lieder in Liedform (bei Hiob u. Ps.; dagegen chende Unterfuchung, die auf dem Gebiet der Liturm'e gelei-
r.ichtbei den Liedern in Fentat. und Gefchichtsbüchern), j ftet wird, letzten Endes Auffchlüffe über kirchengefchicht-
ein Regifter der Überfchriften liehe Zufammenhänge der älteren Zeit zu geben ver-

Textkritik ift nur in drin^endltcn Fallen verwendet (z.B. Ps 2,11 f. <y,r;.-Et ,.,:„ :_ ,,„_ »11 j /-x 11 1 j tt

,küftet bebend feine Füße');"bisweilen ift durch einfache Weelaffun, $™"> 6"™lrl6fn^™^$%P™ ^ Ur"

fchwieriner Satzteile oder Worte geholfen (z.B. ES 19,26; auch ierl>? ! kumlen vergeblich ruchen. Ift doch die Bedeutung des
v. 25 fehlt). Die Kürzung ift mit bewunderungswürdiger Entfchlöffen- ganzen groUen Problems der liturgifchen Zufammenhänge