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Ausgabe:

1922

Spalte:

561

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Lehmann, Friedr. Rudolf

Titel/Untertitel:

Mana. Der Begriff des ‘außerordentlich Wirkungsvollen’ bei Südseevölkern 1922

Rezensent:

Clemen, Carl

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Herausgegeben von Professor D. Emaniiel HirSCh unter Mitwirkung von

Prof. D. Wilh. Heitmüller, Prof. D. Dr. G. Hölscher, Prof. D. Arthur Titius, Prof. D. Dr. G. Wobbermin

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Vierteljährlich 100 Mark

Bezugspreife für das Ausland vierteljährlich Fr. 12.50; 10 sh.; $ 2.50; holl. Gulden 6—; fkandin. Kr. 9 —

, _ T , _T _ „ Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find auafchließlichan _ - ,/-,/-«^

47. Jaiirg. Nr. 26 ProfefforD. HirscB in Göttingen, Nikolausberger Weg31, m fenden. JO. DeZeiTlber 1922.

Rezenfionsexemplare ausfchließlich au den Verlag.

Untere Inlandsleser weiden gebeten, der der Nr. 25 beigefügten Aufforderung zur Nachzahlun g von M. 120— an das die
ThLZ zuheilende Sortiment zu entfprechen. Der Verlag.

Die für die Umrechnung von Grundzahlen gemeinfam von dem Börfenverein der Deutfchen Buchhändler und dem Deutfchen

Verlegerverein feftgelegte Schlüffeizahl beträgt ab 27. Dezember 600.

Lehmann, Mana (Giemen). I Ohle, Die Bedeutung der Zifterzienfer für die I Barth, Die Stoa (Goedeckemeyer)

Perles, Analekten zur Textkritik des Alten Befiedelung der Mark Brandenburg (Derf.). j Schlegel, Paracelfus in feiner Bedeutung für
reftaments (Memhold). _ j Öliger, Le Meditationes Vitae Christi del

Pseudo Bonaventura (Wenck).
The Book of Christian Discipline (Hirfch).
Loofs, Die „Internationale Vereinigung Ernfter
Bibelforfcher (Mirbt).

unfere Zeit (Strunz),
D a 11 ago, Der Chrift Kierkegaards (1914)(Piper).
Hupfeld, Graf Hermann Keyferling (Piper).
Niebergall, Wie predigen wir dem modernen

Das erfte Buch der Machabäer (Staerk).
Diews, Das Markusevangelium (Bauer).
W eir, TheVariants intheGospcl Reports (Derf. j.
Weber, Des Paulus Reiferouten bei der zweimaligen
Durchquerung Kleinafiens (Bauer).
Preuß, Das Bild Chrifti im Wandel der Zeiten

(Stuhl fauth).
Haslehurst, Penitential Discipline (Windifch).
Perels, Eine Denkfchrift Hinkmars von Reims

im Prozeß Rothads von SoilTons (Wenck). (Sehling). Kuntze, Die Technik der geiftigen Arbeit

Egelhaaf, Gefchichte der deutfchen Kaiferitlee ; Guckenheimer, Der Begriff der ehrlofen Ge- (Tiper).
(Derf.). fmnung im Strafrecht (Jordan). | Mitteilung.

The Ministry of Wome'n (v d. Goltz). Menfchen? (Bornemann).

Kieferfauer, Die Trennung des weltlichen Moer>ng> I" ungemeffene Weiten (Schian).

Kirchendienftes vom Schuldienfte (Derf.). i Uckeley u. Richter, Jefus und die Gegen-
Schilling, Der kirchliche Eigentumsbegriff wart (Schian)-

Lehmann, Dr. Friedr. Rudolf: Mana. Der Begriff des j erfcheint dies Werk von Perles, das als eine Ergänzung
außerordentlich Wirkungsvollen' bei Südfeevölkern. | und auch als eine Korrektur von Delitzfch bezeichnet
(Staatl. Inftitut für Völkerkunde, Leipzig, I, 2) (141 S.) j werden kavtv, Denn eine Korrektur kann man doch fchon
Lex 8°. Leipzig, Otto Spamer 1922. Gz. 2,75. | darin fehen, daß Perles im Gegenfatz zu Delitzfch (S. 103)

Die im Jahrgang 1920 S. 52 von Titius befprochene j auch Vervvechf lungen und Verfehen auf Grund der alt-
Differtation von Lehmann über das gleiche Thema er- hebräifchen Schrift anerkennt und nachweift; auch daß
fcheint hier in völlig umgearbeiteter und erweiterter Ge- : er nicht fo viel Rubriken gibt wie Delitzfch macht die
ftalt. Von den beiden erften, dort allein vorhandenen Sache überfichtlicher. — Perles handelt 1. von Abbrevia-
Teilen hat der Verf. außerdem in der Kolonialen Rund- j turen im vormaforet. Text (l —10), 2. von falfchen Wort-
fchau 1922, 147—152 einen kurzen Auszug veröffentlicht, j abteilungen und Verwandtem (11—28), 3. von Buchftaben-
auf den hier verwiefen fei; ganz neu hinzugekommen ift j verwechflungen (28—42), 4. von Buchftabenumftellung
der dritte Teil, der einen Überblick über die verfchiedenen J (43—49), 5. Abirren des Auges (49—56), 6. Falfche Vo-
Deutungen des Mana-Wortes in der neueren theologifchen, ! kalifation (56—69), 7. Exegetifches (69—88), 8. Lexika-
pfychologifchen und religionswiffenfchaftlichen Literatur lifches (88—96), 9) Gloffen (96—II2), 10. Verfchiedenes
gibt. L. behandelt hier zunächft Codrington und Max i (Falfche Satzabteilung; Umftellung von Worten, Vers-
Müller, die den Mana-Begriff bekanntlich vor allem be- ! teilen, Verfen; Volksetymologie ufw.) — Am Schluß ein
kannt machten, dann den magifchen Präanimismus von Stellenindex (123—127), der übrigens nicht ganz yoll-
Frazer, Preuß und Vierkandt, den dynamiftifchen Prä- ftändig zu fein fcheint — fo habe ich Jef. 21, 2 S. 19 nicht
animismus von Marett, Hartland, Clodd und J. H.King, darin gefunden — und ein Wortindex (S. 128—131).
fowie Söderblom und die neueren franzöfifchen Sozio- Daß wir es hier mit einer recht dankenswerten Gabe

logen, den theiftifch- fpiritualiftifchen Dynamismus von 1 zu tun haben, dafür bürgt von vornherein der Name des
Lang, von Schröder und W. Schmidt auf der einen und ; Verfaffers. Bis ift in der Tat gut und nützlich, den ganzen
Beth auf der anderen Seite, endlich die foziale Entwick- ; S'.off der Textkritik für das A. T. einmal überfichtlich
lungspfychologie bei Karutz, Arnes, und Wundt — alles i zufammengeftellt und vorgeführt zu finden. Daß bei der
unter dem Gefichtspunkt ihrer Auffaffung des Wortes j unendlichen Fülle der behandelten Stellen und vorgelegten
Mana, aber zugleich in dem allgemeineren Intereffe, dadurch ! Konjekturen manches mehr, manches weniger einleuch-
derBeantwortung der Präge nach den älteften religiöfen Vor- tend erfcheint, ift kein Wunder. Zuweilen hat man doch
ftellungenvorzuarbeiten. PTirdiefenZweck,derjaimGrunde j den Eindruck, daß der überlieferte Text das Beffere hat.
noch wichtiger als das richtige Verftändnis des Ausdrucks j Wenn. Perles z. B. Pf. 45, 11 "Wl! Dl "WC in THMj ändern
Mana ift, bildet die eindringende und fcharffinnige Kritik, i will, fo ift die Befeitigung der „Tochter" hier' gewiß vom
die L. an den genannten Gelehrten ausübt, eine fehr Übel. Nach dem königl. Bräutigam (V. 3—10) wird die
wertvolle Grundlage; endgiltig löfen konnte er das Pro- Braut angeredet (V. uff.). Die wird paffend mit Dl ein-
blem natürlich in diefem Zufammenhang nicht. geführt, was Perles ungefchickt wegkonjiziert. — Die AnBonn
. Carl Clemen. 1 gäbe „(wie Gen. 12, 5)" S. 51 ift unverftändlich, die Tat-

____'.______fache, daß bei Aufzählung von Buchftabenverwechslung

Perles, Felix: Analekten zur Textkritik des Alten Teltaments. { die von 1 und 5 fehlt (vgl. dagegen Delitzfch S. 115, wo-
NeueFolge. (131 S.) 8°. Leipzig, G.Engel 1922. Gz. 0,5. zu noch ißl»» ftatt bBTöSt = Hammurapi zu fügen wäre),
Nach der dankenswerten Zufammenftellung der „Lefe- I auffallÄid. Wenn Perles das unverffändliche ffWBSl
und Schreibfehler im A. T." durch Friedr. Delitzfch (1920) 1 Jef. 59, 10 als D*1 "ptisa „zur Zeit des Tages" verftehen und
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