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Ausgabe:

1922 Nr. 20

Spalte:

439

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Niebergall, Friedrich

Titel/Untertitel:

Sexuelle Aufklärung der Jugend, ihr Recht, ihre Wege und Grenzen 1922

Rezensent:

Rolffs, Ernst

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439

Theologifche Literaturzeitung 1922 Nr. 20.

440

mittelalterl. Arbeiten über das Ganze oder Einzelheiten, j Vaihinger, H: Philofophie d. Als-Ob 2., 3. u. 4. A. (BWSwitalski:
Befremdlich ift das Fehlen von Artikeln wie Credo, Ab- i L'Hdw 1920, 3; HScholz: HiZ 122 F 3, 26 2, '20; Kowalewski:

laß (nur von Rofenkranzabläffen ift die Rede), Abendmahl
(auf dies Stichwort wie auf „Herrnmahl" wird S. 180
irrigerweife verwiefen), Intinktion, Spülkelch. Unrichtig
ift die Stellung der Kirche zu den Bauftilen (141 f.) angegeben
, wenigftens foweit z. B. neuzeitliche erzbifchöfliche
Verfügungen in Betracht kommen. Die fistula (98) kommt
nicht nur als filbernes Röhrchen vor. Wo Braun bibli-
fches oder reformatorifches Gebiet berührt, zeigen fich
naturgemäß fofort die Schranken feines Vermögens. „Die
Anwendung von Sakramentalien reicht bis in die apoftol.
Zeit zurück" (264). „Die Lutheraner fchreiben den Sakramenten
eine Wirksamkeit ex opere operato zu" (263).
„Allgemein verwarfen das Latein beim Gottesdienft und
erfetzten es durch die Volksfprache die Reformatoren
des 16. Jahrhdts." (143). Wer fich derlei Dinge zumuten
läßt, wird nicht widerftreben, wenn z. B. „die Kindertaufe
als Regel" ins 2. Jahrhdt. verlegt wird.
Münfter, W. J. Smend.

Niebergall, Friedrich: Sexuelle Aufklärung der Jugend, ihr Recht,
ihre Wege und Grenzen. (23 S.) gr. 8". Evangelischer Verlag,
Heidelberg 192t. M. 1.50

Niebergall erkennt die Notwendigkeit fexueller Aufklärung der
Jugend an; er möchte es, fofern eine Antwort auf die Frage, ,woher
die kleinen Kinder kommen', gegeben werden foll, am liebften der
Mutter anheimftellen, ihren Kindern von dem Wunder der Geburt zu
erzählen, während die Stimme der Natur dem Vater verbiete, in gleicher
Weife über die Zeugung zu reden. Über diefen Punkt werden die Kinder
am bellen durch naturwiffenfchaftlichen' Anfchauungsunterricht (etwa
an Haustieren) aufgeklärt. Über die Aufklärung hinaus verlangt er
aber mit F. W. Foerfter Bändigung des Gefchlechtstriebes durch Erziehung
; er geht indes über Foerfter noch hinaus durch die Forderung,
daß die direkte Einwirkung auf den Zögling durch Erziehung ergänzt
werde durch eine indirekte auf feine Umwelt, die er nicht gerade
glücklich .Erlöfung' nennt. Er meint damit die Befreiung der Welt
von den überftarken Kräften der Verführung. In der Sache hat er dabei
jedenfalls recht. S. 20 ift infolge eines Druckfehlers ein .nicht'
ausgefallen.

Osnabrück. Rolffs.

Oman, John, D. D.: The Paradox of the World. Sermons.
(VIII, 292 S.) 8°. London, Cambridge University Press
1921. 9 sh.

Man wird mit nicht geringen Erwartungen an die Predigten
Omans herantreten, der fich durch feine früheren
Schriften als der bedeutendfte religiöfe Denker Englands
in der Gegenwart erwiefen hat. Und diefe Erwartungen
werden nicht getäufcht. In ganz fchlichter undogmatifcher
Sprache führen fie überall in die letzten Tiefen der Probleme
und ihrer Löfung vom Standpunkt des Glaubens.
Vor allem die ethifchen Fragen werden mit einer Un-
erfchrbekenheit und Herbheit angefaßt, daß man feine
helle Freude daran hat. Diefe Predigten find das Zeugnis
eines Glaubens, der wirklich die Kraft hat, auch die gegenwärtige
Welt mit ihren Paradoxien zu überwinden. Am
wertvollften erfcheinen dem Referenten die Predigten über
Rom. 8,28 und Matth. 5,9.

Marburg. Theodor Sippe 11.

Verzeichnis neuefter Belprechungen.

Von Vikar Kurt Schmidt, Göttingen.

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ThBlätter 32, 1922, 5).

I Verlag der J. C. Hinrichs'schen Buchhandlung in Leipzig,
j Soeben erschien:

[ Anthroposophie oder religiöse Erneuerung

t von ;

Lic. Kurt Lehmann-Issel.

I 112 Seiten. — Geheftet M. 60 —

Kein Teuerungszuschlag des Verlages

i In scharfer Antithefe gibt der Verfaffer feiner Schrift den

• Titel „Anthroposophie oder religiöfe Erneuerung". Von
: einem Standpunkte aus, der der eigenen, in Freiheit erlebten
; religiöfen Erfahrung eine maßgebende Bedeutung beimißt,
: wird eine Kritik gegeben, der die Pofition wichtiger itt als

• die Negation. Die Auseinanderfetzung verzichtet auf alle ;
! hiftorifche Einordnung der Anthroposophie in das Geiftes- !
: leben der Menfchheit. Es handelt fich nur um die Sache. •
'■ Aus der eigenen religiöfen Pofition heraus wird nachgewiefen, '■
I daß die religiöfen Begriffe, wie Religion, Erleben, Chriftus, Er- ;

löfung, Prophetie, Gebet, Kultus usw. kein Heimatrechtbei der :
Anthropofophie haben und mißbräuchlich verwendet werden. :

Nach dem Ausland in der Währung des Bestimmungslandes auf :
der Grundlage des Umrechnungskurses der Aullenhandelsstelle. ,

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 21. Oktober 1922.
Beiliegend Nr. 8 des Bibliographischen Beiblattes.

Verantwortlich: Prof. D. E. Hirsch in Göttingen, Nikolausberger Weg 31.
Verlag der J. C. Hinrichs'schen Buchhandlung in Leipzig, Blumengaue 2. — Druck von Auguft Pries in Leipzig.