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Ausgabe:

1921

Spalte:

121-122

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Bô Yin Râ, Das Buch vom Jenseits 1921

Rezensent:

Franke, R. Otto

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack
Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiuS und Professor D. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 18 Mark

Bezugspreife für das Ausland jährlich Fr. 25—; 1 £; $ 5—; holl. Gulden 12—; fkandin. Kr. 18 —

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan #-» p- -r

46- Jahrg. Nr. 11/12 Profeffor D.Titius inGöttingen Nikolausberge, Weg 66, zu fenden. 25. JUIll 1921

O ' Rezenfionsexemplare ausirhheßhch an deD Verlag.

Beyer, Apuntes acerca de un nuevo manuel
de Arqueologia Mexicana. — La piedra de sa-
crificios (Techcatl) del Museo national de
Arqueologia (Preuß).

Bö YinRa, Das Buch vom Jenseits. (Franke).

König, Israels Religion. (Nowack).

D u b n o w, Die ncuefte Gefchichte des jüdifchen
Volkes 1789—1914 Bd. ML (Bifchoff).

Irritz, Der Geift des Judentums und fein Einfluß
auf die kulturhiftorifche Entwicklung
der Menfchheit. (Derf.).

Heinemann, Zeitfragen im Lichte jüdifcher
Lebensanfchauung. (Derf.).

Pal Iis, To the Romans. (Pott).

Fifcher, Ehe und Jungfräulichkeit im Neuen
Teftament. (Derf.).

Renard, Saint Joseph et l'enfance de Marie
et de Jesus. (Hennecke).

Cadoux, The early Chriftian attitude to war.
— The Guidance of Jesus for to-day (v. Harnack).
Vogels, Unterfuchungen zur Gefchichte der

lateinifchen Apokalypfe. (v. Soden).
Doergens, Eulebius v. Caefarea. (Staerk).
Sancti Ambrosii opera. Pars sexta: Explanatio

psalmorum XII recensuit M. Petschenig.

(Jülicher).

Diehl, Hiftoirede L'Empire Byzantin. (v. Dob-
fchütz).

Epiftolae Selectae in usum Scholarum ex Monu-
mentis Germaniae Historicis. Tom II, Fase. I:
Das Regifter Gregors VII. (Ficker).

Glitfch, Gottesurteile. (Derf.).

Heller, Nördlinger Gotteshäufer. (Stuhlfauth).

Benary, Zur Gefchichte der Stadt und der

Univerfität Erfurt am Ausgang des Mittelalters.
(Scheel).

Berger, Martin Luther. 2. TL 2. Hälfte
(Cohrs).

Bezzel, Briefe. (Schornbaum).

Rickert, Die Philofophie des Lebens. (Frifch-

eifen-Köhler).
Heußner, Ich weiß, an wen ich glaube.

(Krueger).

Ehrenberg, Tragödie und Kreuz. (Piper).
W i 11 m a n n, Die Ethik des Ariftoteles.(Goedecke-
meyer).

Rothacker, Einleitung in die Geifteswiffen-

fchaften. (Wendland).
Liebe, Die Neugeburt des Chriftentums.

(Niebergall).
Bauer, Bethaniaftunden. (Schian).
Eberhardt, Religionskunde. (Richert).
Mitteilung.
Bibliographie.

Beyer, Hermann: Apiintet acerca de un nuevo manual
de Arqueologia Mexicana. — La piedra de sacrificios (Techcatl
) del Museo nacional de Arqueologia, historia y etno-
logia de Mexico. (Disertaciones cientificas de autores
Aiemanes en Mexico, 2 u. 3) (30 S.) 8°. Mexico, Ser-
vicio de informaciones alemanas en Mexico 1918.
Der durch feine Erklärungen altmexikanifcher Darftellungen
auf den Monumenten und Bilderfchriften rühm-
lichft bekannte Verf. ift gegenwärtig Profeffor für mexi-
kanifche Altertums- und Volkskunde an der Univerfität
Mexiko, was um fo bemerkenswerter ift, als er Deutfcher
ift, und verfpricht durch feine rührige Tätigkeit ein
fefter Rückhalt auch für die mexikanifche Wiffenfchaft
in Deutfchland zu werden. Auch diefe Sammlung ,wiffen-
fchaftlicher Abhandlungen deutfcher Autoren in Mexiko'
geht auf ihn zurück. Die erfte der beiden Schriften bringt
eine eingehende kritifche Besprechung des hier noch nicht
bekannten Buches des Amerikaners Herbert T. Spinden,
Ancient Civilifations of Mexico and Central America New
York 1917, dem er auf dem mexikanifchen Gebiete eine
große Anzahl elementarer Unrichtigkeiten nachweift. —
Sehr bemerkenswert ift die zweite kleine Abhandlung,
da fie den einzigen Opferftein (techcatl), den wir überhaupt
kennen, befchreibt. Und noch dazu ift diefer Stein bisher
nie in feiner Eigenfchaft erkannt worden, obwohl er
wiederholt abgebildet und von vielen Gelehrten im Na-
tionalmufeum in Mexico, wo er fich befindet, befichtigt
worden ift. Beyer hat jetzt feine Beftimmung durch Vergleiche
mit den Bilderfchriften ficher geftellt. Er ift nur
37 cm hoch, abgeftumpft kegelförmig und mit vier Darftellungen
des Smaragdes (chalchiuitl) verfehen, der Blut
fymbolifiert. Auf ihm wurde dem zu Opfernden das Herz
herausgeriffen.

Berlin. Preuß.

ßö Yin Rä: Das Buch vom Jenleits. (86. S.) 8°. München, Verlag
der weißen Bücher 1920. M. 6 —; geb. 10 —

Was eine Brücke von diefem Büchelchen eines deutfehen Pseu-
donymus zu meinem Wiflensgebiete fchlägt, ift nur der Umftand, daß
in der gewiß nicht geringen Bildung des fehr ftilgewandten Verfaflers
»nch alt-indifche Elemente zu fpüren find. Im übrigen flehe ich wie
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jeder andere, dem die Fähigkeit fehlt, im Jenfeits zu verkehren (Verf.
nennt es auch z. B. ,die geiftige Seite des Univerfums' oder ,unfere
Welt des Geiftes', ,die ewige Welt der Meifter', ,das einzig Wirkliche',
das ,Reich der myftifchen, der okkulten' Kräfte'), dem Inhalt ratlos
gegenüber. Ein Urteil über ihn abzugeben, muß ich mir verfugen, da
er wenigftens nach allgemeincrem Dafürhalten außerhalb der Grenzen
unlerer Erkenntnis und Urteilsmöglichkeit liegt und da der Verf. dasjenige
eines .okkult-geiftig' nicht Erkennenden doch wohl ablehnen würde,

R. Otto Franke.

König, Prof. Dr. Eduard: Ifraels Religion, nach ihrer Stellung
in der Geiftesgefchichte der Menfchheit beurteilt.
(Chriftentum u. Judentum Ser. I, Heft 2) (68 S.) 8°.
Gütersloh, C. Bertelsmann 1919. M. 2.40

Die Frage nach dem Verhältnis von Ifraels Religion
zu den übrigen Religionen ift durch Harnacks Vorlefungen
über das Wefen des Chriftentums und Delitzschs Vorträge
über Babel und Bibel fowie durch die lebhafte Tätigkeit
jüdifcher Gelehrter in neuerer Zeit wieder Gegenftand der
Diskuffion geworden. Dies, fowie die Beobachtung Königs,
daß eine gewiffe Richtung unter den proteftantifchen
Theologen meint die klaffifchen Urkunden der chrift-
lichen Religion fo auslegen zu dürfen, daß das Chriftentum
entleert und herabgedrückt wird, veranlaßt K. zu einer
neuen Prüfung, ob diefem eine andere Stellung zur alt-
teftamentlichen Religion zukommt, als wie in den vergangenen
Jahrhunderten gelehrt ift. Daher unterfucht
König, welche Stufe die ifraelitifche Religion unter den
gleichzeitigen Religionen eingenommen, ob die ifraelitifche
Religion fich felbft für vollkommen gehalten hat, und
endlich ob eine andere Periode in der Entfaltung der
menfchheitlichenReligionsgefchichtedieVervollkommungs-
ftufe der ifraelitifchen Religion gebracht hat. Den Haupt-
refultaten Königs wird man zuftimmen müffen: daß verglichen
mit den andern femit. Religionen die ifraelitifche
den Höhepunkt darftellt, daß in ihr da und dort fich
Ahnungen einer einft kommenden vollkommenen Erkenntnis
und eines vollkommenen Zuftandes des fittlichen
und religiöfen Lebens fich finden, daß endlich die in der
ifraelitifchen Religion vorhandenen Anfätze und Keime
im Chriftentum zur vollen Entwicklung gekommen find,

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