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Ausgabe:

1921

Spalte:

26-27

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Reitzenstein, Richard

Titel/Untertitel:

Die hellenistischen Mysterienreligionen nach ihren Grundgedanken und Wirkungen. Vortrag. 2., umgearb. Aufl 1921

Rezensent:

Harnack, Adolf

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Professor D. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 18 M

Bezugspreife für das Ausland jährlich Fr. 25—; 1 £; 9 $— holl. Gulden 12—; fkandin. Kr. 18-

_ Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan T-<T_ , „ _,

£fi JahrtT. NF. 314 Profeflor D. Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 56, rufenden. ^SO. Jf eDrUcir ISJsil

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Winternitz, Die Frau in den indifchen Religionen
I (R. O. Franke).

Reitzenftein, Die hellenift.ifcb.en Myfterien-
religionen (v. Harnack).

Daffon, Geo., Hegel als Gefchichtsphilofoph
(Derf.).

Jahrbuch f.Brandenburgifche Kirchengefchichte,
hrsg. v Zfcharnack (O. Clemenj.

Kyle, Mofes and thc Monuments (Ed. König). | Kaftner, Kirchengefchichte Schlefiens (Derf.).
Novum Teftamentum Graece rec. H. J. Vogels j zündel, Joh. Chr. Blumhardt (Schulter).
(Pott).

, , I Döllinger, J., Betrachtungen über das Wefen
Documents illustrative of the history ol the j der deutfchen Univerfitäten, hrsg. v. Lubofch

Schrempf, Chr., Vom öffentlichen Geheimnis

des Lebens (Haering).
»Altes« und »neues« Evangelium (W. Thimme).
Lehmann, H., Was ift uns Jefus (Derf.).
Schneider, K. C., Die Welt, wie fie ift und

wie fie fein wird (Titius).
Holle, H. G., Allgemeine Biologie iDerf.).
Haeckel, E., Kriftallfeelen (Derf.).

church I ed. by J. Kidd (II. Koch). 7~' H^ack), ""' """6" " I Dennert, Die Wahrheit über E. Haeckel und

Sild, Das altchriftliche Martyrium (v. Harnack). ! ■ ■ R Ein Menfchenalter deutrc,ier chrift- I _ ffine 'Weltrttfel' (Derf-)-

Geffcken, J., Der Ausgang des gnechifch- j Studentenbewegung (W. Thimme). | bc'lm1uAt' Der deutfchen Seele Not und

römifchen Heidentums (Krüger). d ,. tv". „ „ Heil (W. thimme.

Macarii Anecdota, ep. G. L. Marriott (Lietz- ; »ggjj ^ * H. Schulz | RagaZ) Politik und Gottesreich IDerf.).

mann). , , n i Berger, T., Über eine unveröffentlichte Wiffen-

A7f:r^r^:!a'^v- zurhel,en- j. & w«. (Den.)

Wuft, Die Aufcrftehung der Metaphyfik (Goe-

deckemeyer).
Schlatter, Die Enlftehung der Beiträge zur
Förderung chriftlicher Theologie (Stephan).
Stange, C, Zum Verftändnis des Chriftentums

(Steinmann). Bibliographie.

P Heid er er (Schufter).
Lehmann, R., Die Gefchichte des Cifterzienfer-

klofters Dobrilugk in der Laufitz (O. Clemen).
Schellenberg, Die deutfehe Myftik (Derf.).
Wolff, O., Mein Meifter Rupertus (Derf.).
Hegel, H., Die germanifche Welt, hrsg. v.
Geo. Laffon (Scholz).

Thoma, H., Seligkeit nach Wirrwahns Zeit
(Derf.).

Niebergall, F., Idealismus, Theofophie und

Chriftentum (Steinmann).
Herrmann, L, Das neue Vaterunfer (Knevelsp
Stieglitz, Die religiöfe Fortbildung der Jugendlichen
(Derf.).

Winternitz, Prof. Dr. M.: Die Frau in den indifchen Reli- Eugenetik' (S. 105 ff.). Darüber, ob dharma am bellen

gionen. I. Teil: die Frau im Brahmanismus (S.-Dr. ; mit ,Religion' wiederzugeben fei (S. 2), wird man ftreiten

aus Archiv f. Frauenkunde u. Eugenetik, Bd. II/III), j können. Es bedeutet nach Etymologie und Verwendung

(121 S.) gr. 8°. Leipzig, KabitzCch 1920. M. 5 — ; ganz allgemein die .tragenden'Prinzipien, das Allgemeine

Von den drei Teilen, in die W's Arbeit zerfällt, wird i hinter dem Schleier der Einzelheiten und ift dement-

uns mit Rückficht auf die vorläufige Ungunft der Um- , fprechend je nach Zufammenhang fehr verfchieden zu

ftände hier nur der erfte in Sep.-Ausgabe vorgelegt. Die | überfetzen, als ,das Wefentliche', .Grundlage', .Prinzip',

.Begriff, .Wahrheit', .Wahrheitslehre', .Recht' ufw.
Königsberg i/Pr. R. Otto Franke.

beiden anderen (II. die Frau im Hinduismus, III. die Frau
im Buddhismus) werden vermutlich länger auf fich warten
laffen.

Die Titelworte ,in den indifchen Religionen' dürfen Reitzenftein, R.: Die hellenirtifchen Myfterienreligionen nach
nicht zu eng aufgefaßt werden. Es find die Kulturkreife j ihren Grundgedanken und Wirkungen. Vortrag geh.

der betreffenden indifchen Religionen gemeint, denn auch
alle Fragen der weltlichen Stellung der indifchen Frau
behandelt W. mit derfelben Vollftändigkeit und noch

in d. wiff. Predigerverein f. Elf.-Lothr., den 1 i.Nov. 1909.
2. umgearb. Aufl. (VIII, 268 S.) 8°. Leipzig, B.
G^ Teubner 1920. M.9 —; geb. M. 12--1- 100 °/0

größerer Ausführlichkeit als J. Jolly in .Recht und Sitte'. Die erfte Auflage ift in diefer Zeitung (1911 Nr. 24)

Freilich wird ja in Indien das weltliche Leben durch tau- j von Zielinski angezeigt worden. Was dort am Schluffe
fend Kanäle mit dem religiofen verbunden und aus ihm j bemerkt ift, wiederhole ich gern: .Unbedingt recht gebe
gefpeift. In diefem I. Teile, der alle Vorzüge von W's j ich Reitzenftein, wenn er für das frühe Chriftentum ftatt
Arbeitsweife zeigt, fpricht er, um nur einige Hauptthemata j einer kirchengefchichtlichen vielmehr eine allgemein reli-
hervorzuheben, außer über die direkten Beziehungen zu i gionsgefchichtliche Behandlung verlangt; und daß er mit
Religion, Kult, Ritual (auch Ehe und Kinderzeugung ift j feiner neuen Schrift dazu einen neuen und wichtigen Beieine
religiöfe Pflicht) über die indifche Bewertung der 1 trag gelieferthat, follvollundwilliganerkanntwerden.' Aber
Frau als Tochter, als Ehefrau und Mutter, über die Kinder- auch die Ausftellungen, die in materialer und formaler
heiraten, das Levirat, das Schickfal der Witwe, alfo über Hinficht in jener Anzeige angedeutet find, find m. E. be

die Frage der Wiederverheiratung von Witwen, über
Witwenverbrennung ufw. Die Witwenverbrennung bringt
er, um ihr richtigeres Verftändnis zu ermöglichen, in Zufammenhang
mit der Sitte des religiofen Selbftmordes
(S. 83) und noch mehr mit dem Selbftmord aus Freund-
fchaft beim Tote des Freundes (ebd.). Soll dann alfo die
Erklärung daraus, daß die Frau des Verftorbenen (Fürften)
Tabu und ihm nachgefandt worden fei (S. 82), daneben
gelten, oder nicht gelten? Dem Umftand, daß W. feine

rechtigt: ich habe oft genug aus chronologifchen und aus
fachlichen Erwägungen Bedenken, das als Vergleichsmaterial
heranzuziehen, was hier angeführt wird, und es fällt
mir nicht immer leicht, den Faden in den Darlegungen
zu erkennen und feftzuhalten.

Die neue Auflage ift ausgezeichnet durch das nicht
erfolglofe Bemühen, die Darfteilung vor Mißverftändniffen
zu fchützen, den großen Erfcheinungen die feilen Linien,
in denen fie flehen, zu erhalten und die Grenzen nicht zu

Arbeit für das Archiv für Frauenkunde und PLugenetik verwirren. Ferner hat der Verf. in den letzten Jahren
fchrieb, verdanken wir auch ein Kapitel .Brahmanifche | die Bedeutung des perfifchen Elements in der Religions-

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