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Ausgabe:

1921

Spalte:

17-18

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Geley, Gustave

Titel/Untertitel:

Die sog. supranormale Physiologie und die Phänomene der Ideoplastie 1921

Rezensent:

Hoffmann, Richard Adolf

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Theologifche Literaturzeitung 1921 Nr. 1/2.

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Taufe die Trennung von Kirche und Staat bedeute und eine Staatskirche
unmöglich mache, wurde er zum Verteidiger der Kinderlaufe. Es folgen
Ausführungen über Hubmayer, Oecolampad, Bucer, Menno Simons,
Calvin und John Wesley. Not through the reformers' arguments for
infant baptism, bet though the sword of the hangman dit statechurchism
triumph over Anabaptism.

Tübingen. Otto Scheel.

Geley, Dr. Guftave: Die fog. fupranormale Phyliplogie und

die Phänomene der Ideoplaitie. In deutfcher Überfetzg.

von Dr. Freiherrn von Schrenck-Notzing. Mit 10 Mate-

rialifationsphotographien aus dem Laboratorium des

Dr. Geley. (30 S.) gr. 8°. Leipzig, Oswald Mutze 1920.
Schrenck-Notzing, Dr. A. Freiherr von: Phyfikalifche Phänomene
des Mediumismus. Studien zur Erforfchg. der

telekinet. Vorgänge. Mit 15 Taf. u. 33 Abb. (X, 201 S.)

München, Ernft Reinhardt 1920. Mk. 26

Die Materialifationsbeobachtungen, welche der münchener
Arzt Freiherr von Schrenck-Notzing in den Jahren
1909—14 an dem Medium Eva C. gemacht hatte, find
während der Kriegszeit von dem Mediziner Geley in Paris
nachgeprüft und vollauf beftätigt worden. In wöchentlich
zwei Sitzungen hat er die Verfuchsperfon ein Jahr lang
beobachtet, und zwar während dreier Monate in feinem
eigenen Laboratorium. Die aus verfchiedenen Körper-
ftellen austretende und fpäter wieder verfchwindende
Subftanz haben er und mehr als hundert Gelehrte mit
ihm immer wieder deutlich gefehen. Auch wurde fie befühlt
und photographiert. Sie war beweglich und geftaltete
fich oft zu ausgebildeten Fingern, Händen, Gefichtern und
andern Kopfteilen, wie Haare und Schädeldecke. G. nimmt
einen feelifchen Dynamismus an, der die Subftanz aus
dem Körper hervortreibt und organifiert. Sie ift zunächft
einheitlich, verwandelt fich aber in die verfchiedenartigften
Gebilde, gleichwie bei der Verpuppung eines Infekts fich
alles in die eine Grundfubftanz auflöft, aus der dann aber
das neue Tier mit feinen verfchiedenen Gliedern wird. Zu
diefer Arbeit Geleys hat der Generalmajor Peter noch
ein Nachwort gefchrieben, in dem er das Verhältnis der
Forfchungen des parifer Gelehrten zu den Epoche machenden
Schrenck-Notzings etwas näher beleuchtet.

Materialifierte, vom Körper eines Mediums ausgehende
Gebilde löfen nun auch das Rätfei, welches die Erhebung
oder Verrückung von Tifchen und andern Gegenftänden
ohne fichtbare Berührung fo oft der Wiffenfchaft dargeboten
hat. Mit der ganzen Gründlichkeit und Zähigkeit
eines deutfchen Gelehrten ift Schrenck-Notzing in
feiner neueften Schrift diefem Problem zu Leibe gegangen.
Er berichtet zunächft über die Beobachtungen an dem
polnifchen Medium Stanislawa Tomczyk, die der inzwifchen
verdorbene Warfchauer Pfychologe Profeffor Ochorowicz
und fpäter er felbft angeftellt haben (S. 1—53). Dann
wird ausführlich der Eufapia Paladino gedacht. Vom

Jahre 1894 an hat er immer wieder, zumeift mit anderen j--

namhaften Gelehrten, trotz ihrer gelegentlichen natürlichen Bruhn, Priv. Doz. Liz. Wilhelm: Religiöfe Selblthilfe. Ein

Nachhilfen ihre medialen Fähigkeiten fchätzen gelernt, Notruf u. Aufruf des gebildeten Laientums. (Samm-
fo insbefondere auch bezüglich ihrer Einwirkung auf j hing Collignon, Bd. 4) (146 S.) kl. 8°. Berlin, A

ohne Berührung nahm das Gewicht des Mediums ungefähr
um das des Tifches zu, es hatte dann durch feinen
unfichtbaren Träger das Gewicht des Tifches mitzutragen,
während anderfeits fein Gewicht, z. T. erheblich, abnahm,
wenn ihm, z. B. zur Bildung von Klopflauten, in der
Weife Materie entzogen wurde, daß fie irgendwo einen
natürlichen Stützpunkt fand (Crawfordfche Verbuche). Der
Pfychiater Morfelli u. a. haben auch Levitationen des Mediums
felbft beobachtet, wodurch manche Berichte über
mittelalterliche Heilige u. a. beftätigt werden. In einem
unfichtbaren Träger, der von ihrem Körper ausging, hat
dann die betr. fchwebende Perfon einen Stützpunkt gehabt
(S. 89 f.)

Bei dem großen Intereffe, das die Aufhellung aller
mediumiftifchen Phänomene auch für die Theologen befitzt
, fei hiermit auf die beiden Schriften nachdrücklich!!:
hingewiefen.

Wien. R. A. Hoffmann.

Stingeder, Dompred. D. R. Franz. Ge[chichte der Schriftpredigt
. Ein Beitrag zur Gefchichte der Predigt. (Predigt-
Studien, 2. Bd.) (XVI, 238 S.) gr. 80- Paderborn, F. Schö-
ningh 1920. M. 12—

Eine katholifche Gefamtgefchichte der Predigt fehlt.
St. will dem Mangel .einigermaßen' abhelfen. Das ift ihm
in dem von großer Belefenheit zeugenden, fehr reichhaltigen
, nach Möglichkeit felbftändig urteilenden Buch
auch zweifellos gelungen. Namentlich ift die Darfteilung
der neueren Zeit, befonders auch die treffliche Zufammen-
ftellung katholifcherPredigtwerke der letzten dreijahrzehnte
fehr wertvoll Hier bietet St., was wir fonft nirgends finden.
Freilich, er befchränkt fich ganz auf die katholifche Predigt
; die proteftantifche wird mit wenigen Seitenblicken
auf i. g. etwa 12 Zeilen abgetan. Der Titel ift alfo falfch.
Daß der Gefichtspunkt des Verhältniffes zur Schrift in den
Vordergrund gefchoben wird, ift einerfeits anregend, an-
dererfeits infofern bedenklich, als doch wieder Gefamturteile
gefällt werden, denen der ausreichende Unterbau fehlt. Das
Urteil geht an den Schwächen der katholifchen Predigt nicht
völlig vorüber, aber es verfährt mit ihr ganz außerordentlich
fchonfam. Es geht denn doch fehr weit, wenn St. einen
Satz wie diefen prägt: ,1m ausgehenden Mittelalter ift die
Predigt theoretifch und praktifch Schriftauslegung und -an-
wendung'(S. 122). Katholifche nicht orientierte Benutzer
werden durch folche Urteile irregeführt; wir Proteftanten
laffen uns durch fie nicht abhalten, das Buch mit Dank
zu benutzen. Dann könnten die Regifter beffer unterftützen,
wenn fie forgfältiger gearbeitet wären; befonders das Na-
menregifter ift recht unvollftändig.

Die Anführung des Artikels Gefchichte der Predigt aus der Hauck-
fchen R E S. X u. ö. erweckt den falfchen Schein, als fei die 3. Aull,
benutzt, was ganz deutlich nicht der Fall id.

Gießen. M. Schian.

leblofeGegenftände, mit denen fie nachweislich in keinerlei
fichtbare Berührung gekommen war, S. 54—99- Daran
fchließen fich die Berichte über Sitzungen mit einzelnen
andern Medien im letzten Winter, S. 100—IIS, ein Referat
über die intereffanten Unterfuchungen, die der Profeffor
der Phyfik Crawford in Belfaft 1915 und 16 bezüglich
der mediumiftifchen Tifcherhebungen angeftellt hat (S.
116—188), und fchließlich wird noch der oben befprochenen
Geleyfchen Materialifationsbeobachtungen gedacht, S.
189—201. Als übereinftimmendes Refultat hat fich folgendes
ergeben. Medianime Fäden und Schnüre, Ruten und
Träger, hand- und fußartige Gebilde treten aus dem Körper
der Verfuchsperfon heraus und bewirken die Phäno

Collignon (1920), M. 4.50; geb. 6 —

Der Verf. fpricht im Namen der gebildeten Laien,
in deren Seelen die Religion durch die Erfchütterungen
der letzten Jahre zum bewußten Leben erweckt wurde
oder in denen fie doch als ftille Sehnfucht träumt, die
aber an der kirchlichen Verkündung in ihrer herkömmlichen
Form kein Genüge finden. Die Kirche, heißt es,
wird den religiös 1 ntereffierten Gebildeten durch dreierlei
verleidet, den Paragraphen (gemeint ift vor allem die
dogmatifche Bindung), das Mittelmaß (ihre Prediger find
Durchfchnittsmenfchen und follten Überwinder, Propheten,
Künftler fein), das Schema (die fchablonenhaft normierte,
gefchäftsmäßige Amtsführung), drei Krebsfchäden, die

mene, auch die geheimnisvollen Klopflaute. Mit Hilfe darin begründet find, daß die Kirche bisher allzufehr dem
der Photographie, aber auch durch gelegentliche Beobach- | Trieb der Selbfterhaltung folgte. Sie trachtete darnach,
tungen, Betaftungen und finnreich konfluierte Vorrich- ihre gefchichtliche Form und Überlieferung zu bewahren,
tungen ließ fich das feftftellen. Bei Tifcherhebungen ftatt, wie fie follte, den Dienft, die Erweckung felb-