Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1921

Spalte:

3

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Hartmann, Franz

Titel/Untertitel:

Die Bhagavad Gita, Das hohe Lied. Enthaltend die Lehre der Unsterblichkeit 1921

Rezensent:

Franke, R. Otto

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

3

Theologifche Literaturzeitung 1921 Nr. 1/2.

4

Die Bhagavad Gita, Das hohe Lied. Enthaltend die Lehre der Unfterb-
lichkeit. In poetifcher Form nach Edwin Arnolds Sanskritüberfetzg.
i. Deutfche übertr. v. Franz Hartmann M. D. (VII, 143 S.) S".
Leipzig, Theofoph. Verlagsh. [o. J.] M. 5 —

Schon der Untertitel ,Das hohe Lied' ift verkehrt (statt ,Das Lied
des Erhabenen' oder noch genauer ,Die vom Erhabenen, d. h. Krsna-
Vhjnu, vorgetragene Upanisad'). Und verkehrt ift die ganze t'berfetzung
von Anfang bis zu Ende.

Königsberg i/Pr. R. Otto Franke.

Aalders, Dr. G. Gh.: Tij-kentering in de Oud-Teflamentilche
Wetenfchap. Rede bij de Aanvaarding van het Hoog-
leeraarsambt van de Vrije Univerfiteit te Amfterdam
den 28. Mei 1920 uitgefproken door Dr. G. Ch. A.
(35 S.) gr. 8°. Kampen, J. H. Kok 1920.
Diefer Vortrag ift von dem Verf. bei Antritt der Alt-
teftamentlichen Profeffur in Amfterdam gehalten. A. fucht
den Nachweis zu erbringen, daß ähnlich wie in der Natur
fich Ebbe und Flut ablöfen, fo auch der Verlauf des
geiftigen Lebens fich vollzieht: wir haben keine gradlinige
Entwicklung im regelmäßigen Fortfehritt vom Tiefpunkt
zum Höhenpunkt, fondern fie vollzieht fich in Wellenbewegung
. Das wird fpeziell an der Altteftamentlichen
Wiffenfchaft der letzten Jahrzehnte, an Problemen der
altteft. Theologie, der israel. Gefchichte und der Einleitung
nachgewiefen. Daran fchließt fich der Hinweis auf die
Aufgaben, welche der von A. vertretenen wiffenfchaftl.
Richtung bei diefem Stand der Dinge zufallen, fie darf
nicht länger fchweigend und abwartend bei Seite flehen,
fondern muß ,die geöffnete Tür', die ihr gegeben ift, benutzen
, ohne freilich ihre Eigenart aufzugeben. Denn die
Tatfache, daß man jetzt nicht dauernd gegen den Strom
zu fchwimmen hat, fondern oft mit ihm fchwimmen kann,
birgt die Gefahr in fich, daß man fich von dem Strom
fortreißen läßt. Speziell weift A. auf die Notwendigkeit hin,
dem Begriff der Offenbarung feine Aufmerkfamkeit zuzuwenden
und die Fragen zu unterfuchen, in welchem
Sinn das A. T. von Offenbarung redet, welche verfchie-
denen Formen derfelben fich vorfinden und wie fie voneinander
gefchieden find.

In den Hauptgefichtspunkten wird man dem Verf.
nur zuftimmen können. Die Vertreter der von dem Verf.
bekämpften Richtungen können nur mit Freude den Ent-
fchluß eifriger Mitarbeit begrüßen, und es wünfehen gewiß
alle A. reichen Ertrag feiner akademifchen und literar-
ifchen Tätigkeit.

Leipzig. W. Nowack.

Wi egan d, Theodor: Sinai. [Wiffenfchaftl. Veröff. d. deutfeh-
türkifchen Denkmalfchutz-Kommandos. Heft 1.] Mit
Beiträgen von F. Freiherrn Kreß von Kreffenftein,
W. Schubart, C. Watzinger, E. Werth und K. Wul-
zinger (145 S. mit 8 Taf. u. 142 Abb.) gr. 8°. Berlin,
Vereinigg. wiffenfchaftl. Verleger 1920.
Die Mitglieder des Denkmalfchutz-Kommandos in
Syrien, Paläftina und Weftarabien hatten auf ihren Infpek-
tionsreifen Gelegenheit zu neuen wiffenfehaftlichen Beobachtungen
und Aufnahmen, die fie nunmehr in Einzelheften
veröffentlichen. Das vorliegende I. Heft beginnt mit
einer Darfteilung der Kriegführung in der Wüfte und
des Feldzugs gegen den Suezkanal durch v. Kreffenftein.
Die Schilderung ift knapp, anfehaulich, objektiv und in
höchftem Grade feffelnd für jeden Zeitgenoffen, der diefen
Ausfchnitt aus der modernen Weltgefchichte mit Bewußtfein
miterlebt hat, und noch mehr für den Hiftoriker, der
fich mit der Gefchichte Israels und des alten Orients befchäf-
tigt. Daran fchließen fich archäologifch-topograpifche
Beobachtungen an Stätten, die nördlich der Sinai-Halbinfel
liegen und fpeziell den Altteftamentler, den chriftlichen
Archäologen und überhaupt den Kunfthiftoriker angehen.
Es find die Orte, die fich um Kades gruppieren: Raphia,
Rhinokorura, Maghara, Kala'at en-Nachl, Birseba,( Ruhebe,
Umm el-Keisüme, Mifchrefe, Sbeita,' Abde, Hafir el-Audfcha
und Kuseime-Kades. Die äußerft wertvollen Unter-
fuchungen (lammen in der Hauptfache von Wiegand

und verraten den gefchulten Blick des Archäologen, der
Funde gut beobachten und einleuchtend ergänzen, der
aber auch die Einzelheiten zu einem lebensvollen Bilde
1 zufammenfaffen kann. Ein Überblick orientiert über die
Bautechnik der Wüftenorte, ihren Bauftil und ihre Schmuckformen
, über Entwicklung und Charakter, Entftehungszeit,
Weiterbildung und Untergang. So entflieht vor unferen
Augen ein Stück frühbyzantinifcher Kulturgefchichte,
deren Blütezeit in das 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. fällt.
Hierzu gehört auch das ältere Grab Aarons auf dem
Berge Hör, das W. entdeckt und rekonftruiert hat.
Der Fortfchritt wird befonders klar, wenn man die hier
vorliegende Darftellung der Wüftenorte etwa mit der
Muhls vergleicht, der an diefen Stätten meift nur eine
chronologifch nicht genauer fixierte, .uralte' Kultur gefunden
hat. Die altteftamentlichen Forfcher feien ferner
darauf hingewiefen, daß jetzt, wie W. mit Recht betont,
an der Identifikation von Kades mit dem heutigen kdes
nicht mehr der geringfte Zweifel fein kann, nachdem
das Waffer (der Quelle von kderät einige 30 km weit
in die Wüfte geleitet ift, um die Soldaten an der front
zu tränken (S. 6), und nachdem Kufeime durch die von
Werth behandelten jungpaläolithifchen Steinwerkzeuge als
eine fchon vor den Israeliten vorhandene Siedlung erwiefen
ift. Damit fcheidet 'en webe QOboth) mit feiner kleinen
Quelle, feinem falzigen Waffer und feinem Mangel an
älteren Überreften endgültig als Konkurrent von Kades aus.
Schlachtenfee. Hugo Greßmann.

Wijngaarden, Willem Dirk van: De fociale pofitie van de

vrouw bij Ifrael in den vöör-en na-exilifchen tijd. )Acad.

Proeffchrift, Leiden.) (XIV, 147 S.) gr. 8U. Leiden,

E. J. Brill 1919.
Vf. fucht das vielerörterte Thema durch Vergleich
mit den Bräuchen anderer Völker, der Babylonier und
Ägypter und der Primitiven, vor allem der alten Araber,
zu beleuchten, weil er findet, daß in keiner der bisherigen
Bearbeitungen die ethnologifche Vergleichung völlig zu
ihrem Recht kam. Außer den altteftamentlichen Quellen
benutzt er die Apokryphen und Pfeudepigraphen zum
A.T. und die talmudifche Literatur. Der Stoff wird
naturgemäß fachlich, nicht chronologifch gruppiert; daneben
aber werden die Einwirkungen der gefchichtlichen
Vorgänge, wie der Einfiedlung in Kanaan, oder der
geiftigen Führer, wie der Propheten und Gefetzgeber, und
die Frage der auf- oder abfteigenden Entwicklung
berücksichtigt. Die letztere Frage läßt fich, wie der Vf.
befonnen urteilt, nicht einheitlich beantworten, man kann
nicht einfach fagen, daß fich die Stellung der Frau in
Ifrael im Laufe der Zeit gehoben habe. Vielmehr bringt
die Einfiedlung in Kanaan und die dadurch bewirkte
Lockerung des alten Stammes und Gefchlechterverbandes
zunächft eine ftärkere Abhängigkeit der Frau vom Mann,
und es entfteht für die Propheten und die Gefetzes-
männer die Aufgabe, für die Rechte der Frau zu forgen.
Die foziale Stellung und die fittliche Wertung gehen
übrigens nicht immer Hand in Hand; das zunehmende
Zurücktreten der Frau aus dem öffentlichen Leben verbindet
fich bisweilen mit einer erhöhten fittlichen Wertung
. Ein einheitliches Bild ift überhaupt für keine Zeit,
weder für die vorexilifche noch die nachexilifche zu
fchaffen, nur das Bild eines vielgeftaltigen, aus reichen
Gegenfätzen, aus eigner Volkskraft und aus fremder
Einwirkung zufammengefetzten Lebens, auch in diefer
Frage.

Tübingen. Volz.

White, M. A. Hugh G. Evelyn: The Sayings of Jefus.

From Oxyrhynchus ed. with introduetion, critical
Apparatus and Commentary. (LXXVI, 48 S.) 8°. Cambridge
, University Press 1920. geb. 12 sh. 6d
Diefe neue Bearbeitung der ,Sprüche Jefu' ift fehr
dankenswert; denn fie erfetzt m. IC nicht nur alle früheren,