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Ausgabe:

1921

Spalte:

253-254

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Fiebig, Paul

Titel/Untertitel:

War Jesus Rebell? Eine historische Untersuchung zu Karl Kautsky’ der Ursprung des Christentums, m. e. Anhang: Jesus und die Arbeit 1921

Rezensent:

Bauer, Walter

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er diefe zwei Beifpiele ."«WS und -cna lieht in J 15 mal, in D 3ma, her feiner Originalität zu berauben, auf feine Berechtigung geprüft
inP einmal, und "O '»rl'jj begegnet inj 5 mal, in E einmal und in Rd Auch hier handelt es fich nur um Bereitftellung und Beurteilung des
einmal' und fagt: Da die angegebenen Ausdrucksweifen nicht in den allerwichtigßen Stoffes, nicht um ein tieferes Eindringen in den Gegen-
mispatim Runden, feien fic von dem einen Verfaffer gebraucht. Rand.

Weiterhin erwähnt er z. B. den Grundftamm jalad als Aufdruck für ! Göttingen. Walter Bauer,

.erzeugen' ,iomal bei T in der Erzählung'. Aber er bemerkt nicht,

,CUC..6.u ,----- -— j-----------

daß die 10 Male in einzelnen Abfchnitten zulammenRehen, die fich ' deZwaan. S.: De Handelinnen rlpr Annltnlnn (Tch-ft ttAi
auch durch andere Eigenheiten aus ihrer Umgebung herausheben und TT Ret N TT ,2 c r AP°.'te,en fTekft en Ultlegf

daß bei P vielmehr der abgeleitete Verbalflamm IIi.:höltd wieder in | ' ' 4 b4 Groningen, Wolters IQ20.

zufammenhängenden Abfchnitten neben anderen Belonderhciten der Aus- i c . fl. 2 ?0

drucksweife gl braucht iR. AnRatt fo exakt die tatfächlichen DilTerenzen Seiner Auslegung des Lukas hat de Zw hier ein

zu beurteilen, füllt er mehrere Seiten mit der Aufzählung von Sprach- Bändchen über die Apo- fo]o-en J iffen In A U r 1
erfcheinungen, deren trennende Kraft niemand behauptet hat und nach ; Gediegenheit jene an Wert wnhl rt, - -al ,,.C Ie,lne
den Geletzen des Spraehbeweifes (meine Ein], § 36) niemand behaupten bisher erfXenenen TrtZ L t? z l,bftl'"«- Von den
könnte. Eine fchwächlichere Stellungnahme zum Sprachbeweis der T erichienenen teilen des Unternehmens (das neuer-
Pentateuchkritik hat die Welt noch nicht gefehen. — Die folgende I . *F aUCÖ .aUl das A- T- ausgedehnt ift) verdient diefe
Unterfuchung (S. 191 —215) weiß den .technifchen' Gebrauch der Ausdrücke
für Gefetz in den übrigen Büchern des AT nach und meint
(S. 214), der herrfchenden Pentateuchauffaffung dadurch einen Schlag
verrctzt zu haben, daß fie den Gebrauch der Ausdrücke für Geretz in
den Büchern der Könige nachwerft, Aber das träfe ja nur diejenige
Auffaffung von P, die diefe Quelle einfach im 6. Jahrh. entRanden fein
läßt, während die Materialien von P neuerdings immer mehr als großenteils
überliefert erkannt worden find. — Der 7. Abfchnitt (S. 216—238)
gibt eingeflandenermaßen nur einen Auszug aus dem Buche .Moses
and the Monuments' (1919), bei deffen Beurteilung in (liefern Blatte
ich zu dem Schlurfe kommen mußte, daß der Verf. die Tragweite feiner
Beobachtungen über das Vorkommen von Aegyptiaca im Pentatcuch
überfchätze. — Dann befchäftigt er fich noch mit den .gefchichtlichen
Schwierigkeiten und Vcrfchiedenheiten im Pcntateuch', wobei er aber
der Meinung von der Abfaffung des Pent. in babylonifcher Sprache und
Schrift beißimmt, auch auf den bei Naville und anderen beliebten Satz
von der radikalen Verfchiedenheit orientalifcher Bücher fchwört (S. 245)

Auslegung der Apg. in erfter Linie die Berückfichtigung
feitens nicht holländilcher Gelehrter. Der Hauptwert liegt
m. E. darin, daß de Zw. fich Mühe gibt, die Gefchichten
aus ihrem zeitgefchichtlichen Milieu zu veranlchaulichen.
Paulus und feine Umgebung vor allem werden uns als
.Levantiner' gefchildert, und fo findet mancher unerklärliche
oder verwunderliche Zug feine Aufhellung und
könnte gegenüber den Bedenken der Kritiker als gefchicht-
lich oder als lukanifch feftgehalten werden.

Hierher gehört u. a. die übernähme des Nafiräatsgelübde durch
Paulus in Jerufalem: Die Nachgiebigkeit, die P. hier zeigt und die fo
abßicht von feiner Haltung Gal. 2,sff, könnte ein levantinifcher
Charakterzug gewefen fein — ganz wohl iß mir freilich bei diefer Erklärung
, zu der der Vf. indes noch andere Motive hinzutreten läßt, nicht.
Ahnlich bemerkt de Zw. zu der mehr als eigenartigen Haltung, die P.
von der raaiuaien vonu,,™,..™ .,.,Cmu.,.viic. f>ucu<=. I dem hohen Rat gegenüber einnimmt (23 ff.), P. wandle hier wohl die

und den Pent. aus einem Tagebuch Mofes eutßanden fem laßt. Auf krummen rfade (ler antiken Polemik und'«ige fich als Levantiner;
eine weitere Widerlegung darf ich aber mit um fo mehr Recht verzieh- ! foUte hier nicht vielmehr Lukas oder befrer der Verfaffer der Apg. der
ten, als alle diefe Fragen jetzt erß wieder in meinem Kyle noch unbe- J iLevantiner. gewefen fein?

kamrtem 9^°^^., .^^S,dies fein- Wie fchon angedeutet, fieht de Zw. in Lukas den

Mein G^lrurted ^» ZJSSLTA„£?ff Verfaffer des Gefchichtswerkes. Viele Bedenken, die

Das angezeigte Buch enthalt kernen^J^gSSSTJS^l ^ Überlieferung entgegenftehen, weiß er gefchickt
•Hif die von der neueren Wiffenlchatt erarbeitete Aufladung . r*t. -n. • n ... s, 44

wegzunehmen. Doch ift nicht alles uberzeugend. Daß

Gloffolalie in Act. 2 in Abweichung von der paulinifchen
Befchreibung, ein Sprachenwunder geworden, kommt
nicht recht zur Geltung. Das Problem 'Act 15—Gral. 2
fucht er in der Nachfolge namentlich englifcher Gelehrten
mit der m. E. verzweifelten Annahme zu löfen, die in
Gal. 2 befchriebene Konferenz falle mit dem Kollekten-
befuch Act n,2T f.zufammen (Gal.in Antiochien gefchrieben
und das Konzil von Act. 15 zur Löfung der Streitfragen
gehalten, die danach in Antiochien entftanden vgl. Gal.
2.2 ff,); annehmbarer ift die Vermutung, P. fei bei der Verhandlung
Act 15 nicht (oder wenigftens nicht bis zum
Schluß) zugegen gewefen, da ihm Act 21,25 das Apoftel-
Fiebig.Paoü WarJefusRebell?Einc hißor.Unterluchg. zuKarlKuiitsky' dekret als etwas Neues mitgeteilt wird. Auch mit
der Urtprung des Chrißentums, m. einen Anhang. Jelus und die den wichtjgen uns aus den Briefen bekannten

Arbeit. (IV, 38 S.) 8». Gotha, F. A. Perthes A.-G. 1920. | n;„_„ ,_____i1:°u j___ CJ,__e. _u. i._ r , .

M. 3 —

F.s Heß zerfällt in zwei Teile. Der erße umfangreichere hat es
mit der Frage zu tun, die der Generaltitel Hellt. El iß eine Auseinan-
derfetzung mit K. Kautskys bekanntem Buche über den .Urfprung des
Chrißcntums' «1919. Da das Unternehmen, allen Behauptungen Ks. nachzuäffen
ein Buch erfordern würde, das dem feinen an Umfang gleichkäme
befchränkt fich F. auf die Hauptfachen, daß Jefus ein Rebell gewefen
fei das Urehrißentum aber eine kommunißifche Unterßutzungsverei-
nig'ung, aus der dann die Kirche erwuchs, ,die gewaltigße Ausbeutungs-

O O' __„ , -W-« /VI__V _ 4____ „ ___Iii 1 . . 1 t . I r«.»* T« rinn

des Pentateuch.
Bonn. Ed. König.

o

Ridderbos, Dr.J.: De MeTfias Koning in Jefaja's Profetie. Rede, ge-
houden bij de Gverdracht van het Rcetoraat der theol. School van
de Gereformeerde Keerkcn in Nederland, den 9. Dez. 1920. (64 S.)
gr. 8°. Kampen J. H. Kok 1920.

R. ßeht auf bibclgläubigem Standpunkt und vertritt ihn in einer
Weife, der man die Achtung nicht verfagen kann. Er hat eine gute
Kenntnis der Literatur und fetzt fich mit den Forfchern fo fcharfiinnig
auseinander, daß man ihm gem folgt und aus feinem Widerfpruch
lernen kann.

Schlachtenfce-Berlin. Hugo Gießmann.

Dingen (namentlich dem Streit mit den Judaiften), die
,Lukas' verfchweigt, nimmt es de Zw. m. E. etwas zu
leicht. Daß der Bericht über P. und die Juden in Rom
fo viel zu wünfehen läßt, fucht er mit der nicht fehr wahr-
fcheinlichen Annahme verftändlich zu machen, daß Lukas
Rom fofort verlaffen habe. So fehe ich keinen Anlaß,
meinen Standpunkt in der Verfafferfrage, wie ich ihn in
einem Artikel vertrete, der demnächft im 2. Band Begin-
Sä^der^ätü Piefe Befchränkung will beachtet fein. I» den I nings 0f Chriftianity (ed. K. Lake u. F. Jackfon) erfchei-
^ISimn^mü^F- m«ncherW Gut» gegenKa Auf^Dimgen. 8wird zu revidieren.
ffKS ganz8 feiten ' Für die Beftimmung des Verfaffers und der Entfteh-

würde. F. will zu viel beweifen in lemcm «m ,g ^ Gunflcn ungszeit der Apg. wäre noch die etwaige Benutzung
SäSSSidÄr^^ ^ desjofephus und Norden's Hypothefe über die Areopagrede

drückt worden. Was foll denn ein Satz wie der: ,k. fieht nicht, daß nc» VQn (m> jyr n> freilich nicht durchfchlagendem) Gewicht.

die Stammbäume Jeff fehr wohl mit der wunderbaren jw™ Je« . De Zw. hält bei Act 5,36 f. literarifchen Zufammen-
SK' Ä£ ÄT fä^^r^ sÄK» , hang mit Jof. für ficher und laßt die Wahl zwifchen zwei
A nflehen' angefleht* der Tatfache, daß beide Stammbäume des NTs Annahmen: entweder habe Lukas die Quelle des Jof
fcAcht Tofephs und nicht der Maria find. Oder follte F. jenen harmo- j (flüchtig) gelefen oder ein Bearbeiter habe fpäter V. 36
nißifchen Künfleleien beipflichten, die das Gegenteil behaupten? ^ eingefügt. Bei Erörterung des Altarproblems 18,22 ff.
ErÄl^S^ £Ztt^*SlZS& : wird die fcharfhnnige Erkllrung von Norden leider etwas

bereits eine ,1 >,e™£?»8 ... Verglcichung älterer und jüngerer evan- fehl" verächtlich abgetan.

ff* T^ „ e£ tclemm So bedarf alfo auc/, der Kritiker Aus der Einleitung hebe ich hervor, daß de Zw. die

fo h der Kritik ,. , „ „ -nmlnm I Hypothefe von Plooij (Act. fei eine Apologie, die zur Ver-

l£ nJelteTril rammt Teftu, ™ä^»"^^£^*S%t 1 teidigung des P. eingereicht worden fei) mit Recht ab-

überhaupt flogen ,lie Auffaffi^ .n S^ ßbenfo verhäft er fich fkeptifch gegenüber der
mißachtet. Dabei wird der belictne vsnwu, j