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Ausgabe:

1921 Nr. 1

Spalte:

201

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Neubauer, Jakob

Titel/Untertitel:

Beiträge zur Geschichte des biblisch-talmudischen Eheschließungsrechts 1921

Rezensent:

Strack, Hermann L.

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Seite 1

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Theologifche Literaturzeitung 1921 Nr. 17/18.

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daß auch die fehr fpärlichen femitifchen (nabatäifchen jeden, der fich an der wiffenfchaftlichen Debatte über Jefus
und hebräifchen) Infchriften je bei ihrem Fundort in den I beteiligen will (S. 11). Es reden hier allzuviel Unberufene
Anmerkungen wenigftens erwähnt worden find; damit ift j mit. Aufs Ganze gefehen fcheint mir L. die Unzulänglich

der Herausgeber dem Ideal eines Corpus fo nahe gekommen
wie nur möglich. Was dem kargen Inhalt zu entnehmen
ift, hat Alt am Schluß zu einem gefchichtlichen Bilde
lichtvoll zufammengefaßt (S. 47 — 60): I. Chronologifcher
Umriß; II. Die vorchriftliche Zeit; III. Die chriftliche Zeit;
IV. Die Bevölkerungsverhältniffe. Durch die Neubearbeitung
der bereits bekannten, durch die Mitteilung der
unveröffentlichten Infchriften, durch neue Beobachtungen
im Einzelnen und die Verwertung des Ganzen ift das
Verftändnis der Infchriften gefördert und unfer gefchicht-
liches Wiffen vertieft worden.

Schlachtenfee-Berlin. Hugo Greßmann.

Neubauer, Dr. Jakob: Beiträge zur Gefchichte des biblilch-
talmudifchen Ehefchlieflungsrechts. Eine rechtsverglei-
chend-hiftorifche Studie. (Mitteilungen der Vorderafia-
tifch-ägyptifchen Gefellfchaft 1919/1920) (XVI, 249 S.)
gr. 8°. Leipzig, J. C. Hinrichs 1920. M. 50 —

"Ein außerordentlich fleißiges, auf gründlicher Kenntnis
der talmudifchen wie der juriftifchen Literatur ruhendes
Werk. Die Ergebniffe find: In ältefter Zeit fand bei den
Ifraeliten nur ein einziger Ehefchließungsakt ftatt: Die

keit unferer Quellen für das Leben Jefu zu unterfchätzen.
Falfch ift S. 24 die Behauptung, daß erft mittelalterliche
Schriftfteller etwas von der Erfcheinung des Auferftandenen
vor feiner Mutter Maria wüßten. Wenn nicht fchon Tatian,
fo haben fleh doch fonft mancherlei Stimmen des chrift-
lichen Altertums in diefem Sinne geäußert.

Göttingen. W. Bauer.

Singer, Kurt: Piaton und das Griechentum. Ein Vortrag. (3(1 s.)
kl. 8°. Heidelberg, Weiff'fche Univ.-Bh. 1920. M. 2.50

Der Verf. bezeichnet leinen Vortrag als Vorläufer einer künftigen
Gelämtdarftellung Piatons. Er betont die Unzulänglichkeit faft aller
bisherigen Darftellungen und will ihnen eine neue gegenüberftellen, die
fich von Logizismus und Myftizismus gleichweit fernhalten und von
der ,Mitte' Piatons felber ausgehen foll, von der aus der Philofoph ,als
Geftalt zu nehmen ift'. (13) Ich habe nach der Lektüre des Vortrags
den Eindruck, daß fich feine Darftellung Piatons in ähnlicher Weife von
den anderen fcheiden wird, wie fich s. E. Piaton ,wie ein Galt aus
anderer Welt . . . von der Reihe großer Denker fondert, die fich nach
feinem Beifpiel Philofophen nennen' (8).

Königsberg. Goedeckemeyer.

Rauer, Dr. Max: Der dem Petrus von Laodicea zugelchriebene
Lukaskommentar. (Neuteftamentl. Abhandlgn. VIII. Bd.
Ubergabe des Madchens mit folgend 2- Heft) _ (8o S )_ gr> 8o. Münfter i. W., Afchendorf

gung. Die Kulturbedürfniffe bewirkten fchon früh Teilung
in das rechtsverbindliche Eheverfprechen (Verlöbnis) und
deffen Erfüllung (Trauung). Bei jenem diente als Perfektionsmittel
des ifraelitifchen Rechts die Wadia, welche

I92°- M. 5-

Eine fehr brauchbare, fleißige Arbeit aus Sickenbergers
Schule. Der Verf. unterfucht einen weitverbreiteten
Kommentartyp zu Lukas, indem er die mit Namen ver-

der Bräutigam dem Vater der gefchaftsunfahigen Braut fehene Catene Vind. theol. 117 saec. X zu Grunde legt;
überreichte, eine fymbohfche Handlung welche nicht mit er arbeitet forgfältig, und fein Endergebnis ift von erheb-
der babylonilchen Kaufehe, tirhatu, identifch ift. Aus licher Bedeutung. Unfere fämtlichen Catenentypen zu
ihr ift die fubjektiv ftihfierte Verlöbnisurkunde, welche , Lukas benutzen eine Urkatene, die ihre Quellen genau
fpater objektiv gefaßte Zeugenurkunde wurde, hervorge- angab; namenlofe Scholien, die aus diefer Vorlage ftammen,
^^^J^^i^^}^^^L^d^^3'P^^l'~' werden mit ig ävtJiiyi>ü<pov bezeichnet. Diefe reichhaltige

Fundgrube hat der Schöpfer des Typs p (Vind. 117 etc.)

Die ausführlichen Erörterungen über jüdifches Vertrags
recht, fowie über Kauf- und Arrhalrecht, S. 76—139, find
dem Verfaffer Mittel zum Zweck des Beweifes.

Zu dem Glauben an begattungslofe Befruchtung beim
Nehmen eines Bades durch in der Wanne befindliches
männliches Sperma S. 63 f. vgl. das von M. Steinfehneider
herausgegebene Alphabetum Siracidis 16 b.

Die Uml'chreibung der hebräifchen Buchftaben könnte gleichmäßiger
und genauer fein: s. z. B. fleht für '•£> und für S, neben chuppah häufig
chuppah. Druckfehler: S. 241 1. icxpQtxyioavio (p nach ip); dafelbft u. |

< 346 ,wv,Hx,;.fxoK (c nach o); s. 242, z. 20 ywaixa (yv)Z. 30 ?£<>»•>) Dölger, Franz Jofeph: Sol Salutis, Gebet und Gelang im
(H* ™tT,^^A"J^?S^& n e'^ierunfn "',c FAnkrefilh chrim- Altertum. Mit befond. Rückficht auf die Oftung in

.und n. Chr.' Ichreiben will (in England, USAmerika und Frankreich j n^U-t... r -.4.____:» /t U____:___r-Vl-Lil ^__r_,___rT™* "1

benutzt und mit umfangreichen Excerpten aus den Lukas-
homilien des Cyrill v. Alexandrien verbunden. Mit Petrus
von Laodicea, dem Verfaffer des von Heinrici edierten
Matthaeuskommentars, hat der Typ nichts zu tun. Der
Name findet fich bei ihm nur vereinzelt in fpäten Hand-
fchriften.

Jena. Hans Lietzmann.

fchreiben fie ohne Bedenken A. D. ufw.), fo follte er doch nicht die
gefchmackloien und Ärgernis erregenden Bezeichnungen ,post' und ,ante'
(S. 158. 234. 236) anwenden, fondern etwa ,vor (nach) der üblichen
Zeitrechnung.'

Berlin-Lichterfelde W. Herrn. L. Strack.

Leipoldt, Prof. D.Dr.Johannes: Hat Jefus gelebt? (Erweit.
S.-A. aus der Allg. Ev.-luth. Kirchenztg. Nach e. Vortrage
.) Leipzig, Dörffling & Franke 1920. (47 S.) 8°.

b ; F s M. 2.50

Die Schrift, ein erweiterter Sonderdruck aus der Allgemeinen
Evangelifch-Lutherifchen Kirchenzeitung 1919,

baut fich auf der Grundlage eines Vortrages auf, der am

19. Okt. 1.919 in Leipzig als eine Antwort auf eine Rede

von A. Drews über das Thema: Wer war Jefusf gehalten

worden ift. So viel über feinen Gegenftand auch in der

letzten Zeit gerade gefagt worden fein mag, fo bringt es

L. doch fertig, feinen Ausführungen eine eigenartige Note

zu geben Lehrreich ift die Art, wie er die Angaben der

Evangelien auf ihre Richtigkeit hin prüft durch Vergleich

mit dem was andere Quellen über die Verhaltniffe des

zeitgenöffifchen Paläftina ausfagen. Auch die Hinweife

auf die Religionsgefchichte des Hellenismus find dankenswert
. Rh perfönlich begrüße befonders die Betonung der

Notwendigkeit, Aramäifch und Syrifch zu können,- für | einfchlägigen Fragen nach und ftellt die treibenden GeGebet
u.Liturgie. (Liturgiegefchichtl.Forfchgn.,Heft4/5.)
(X, 342 S.) gr. 8°. Münfter, Afchendorft'fche Verlags-
buchhdlg. 1920. • M. 25 —

In feiner Studie ,Die Sonne der Gerechtigkeit und
der Schwarze' 1918 kam Dölger auch auf die Bedeutung
der Himmelsrichtungen bei der Taufliturgie (Abfchwörung
vom Teufel nach Werten, Angelobung an Chriftus nach
Orten) zu fprechen. Hier packt er nun die Frage um-
faffender an und behandelt die Gebetsoftung in den alten
Religionen und im Chriftentum. Beide Arbeiten waren
urfprünglich als Kapitel eines größeren Werkes über
.Sonnenkult und Chriftentum' gedacht und fie follen nach
der archäologifchen Seite durch eine Unterfuchung über
,die Oftung der altchriftlichen Bafilika', nach der religions-
und liturgiegefchichtlichen Seite durch eine Studie .Lumen
Christi — Oftervigil und antike Pannychis' ergänzt werden.
Ausgehend von einem Tadel Papft Leos I. gegen Chriften,
die vor dem Kintritt in die Petersbafilika eine Verneigung
gegen die aufgehende Sonne machten, unterfucht D. die
Zufammenhänge und die Unterfchiede zwifchen dem
Chriftentum und den antiken Religionen in der Gebetsrichtung
. Mit ftaunenswerter Belefenheit in Quellen und
Literatur, mit unermüdlicher Sammelfreude, mit glücklicher
Kunft der Deutuug und Darfteilung geht er den