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Ausgabe:

1921

Spalte:

169-170

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Beth, Karl

Titel/Untertitel:

Einführung in die vergleichende Religionsgeschichte 1921

Rezensent:

Mayer, Emil Walter

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack
Fortgeführt von Professor D. Arthur Titius und Professor D. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 18 Mark

Bezugspreife für das Ausland jährlich Fr. 25—; 1 £; $ 5—; holl. Gulden 12—; fkandin. Kr. 18 —

_ _ _ Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find a u s fc hl i e ß 1 i c h an

46. Jahrg. Nr. 15/16 ProfefforD. Titius in Gottingen Nikolausberger Weg 66, zu fenden. 27. AUgUSt 1921

O ' Rezenfionseaemplare ausfchheßhcn an den Verlag. ° »w»™^

Beth, Einführung in die vergleichende Reli-

gionsgefchichte (E. W. Mayer).
Schriften, Die, des alten Teftaments (Lohr).
Sellin, Einleitung in das Alte Teftament (Lohr).
König, Friedrich Delitzfch's ,Die große Täu-

fchung' (Nowack).
Kittel, Die altteflamentliche Wiflenfchaft in

ihren wichtigßen Ergebniffen (Schufter).
Rotenberg, Die Spur des Juden im Wandel

der Zeiten. (Bischoff).
Kahn, Die Juden als Rasse und Kulturvolk.

(Derf.).

Gerecke, Biblifcher Antifemitismus (Derf.)
Krupnik, Die jüdifchen Parteien (Derf.).
Deißner, Die Einzigartigkeit der Perfon Jefu
(Bauer).

Kennedy, The Theology of the Epiftles (Pott).
Kögel, Das Evangelium des Johannes (Bauer).
— Der Brief des Apoftels Paulus an die Galater
(Derf.).

Koopmans, De fervitute antiqua et rcligione

chriftiana capita felecta (Lietzmann).
Brinktrine, Der Meßopferbegriff in den erften

zwei Jahrhunderten (Dibelius).
Ganfzyniec, DeJuftini M.Apologia II. (Koch).
Sybel, Frühchriftliche Kunft (Hennecke).
Strzygowski, Urfprung der chriftlichen

Kirchenkunft (Derf.).
Bierbaum, Bettelorden und Weltgeiftlichkeit

an der TJniverfität Paris (Wenck).
Köhler, Wie Luther den Deutfchen das Leben

Jefu erzählt hat (Schornbaum).
Archiv für Reformationsgefchichte (Boffert).
Burrage, An ans wer to John Robinfon of

Leyden by a Puritan friend (Goetz).
Zur Gefchichte der Reformation in Polen

(Benrath).

Kaufmann, Zwei katholifche und zwei prote-
ftantifche Univerfitäten vom 16.—18. Jahrhundert
(Mirbt).

Staehelin, Die Miffion der Brüdergemeine

in Suriname und Berbice im 18. Jahrb.,

(Bornemann).
Kilger, Die erfte Miffion unter den Bantu-

ftämmen Oftafrikas (Mirbt).
Nitfchmann, Unter füdafrikanifchem Himmel

(Derf.).

Natorp, Hermann Cohen als Mensch, Lehrer
und Forfcher (Troeltfch).

— Hermann Cohens philof. Leiftungcn (Derf.).

von Hoenshroech, Das Wesen des Chriften-
tums (Wendland).

Sulzer, Was ift Wahrheit? (Thimme).

Stekel, Der Wille zum Leben (Derf.).

Andrea, Der geiftige Menfch und feine Freiheit
(Derf.).

Meumann, Intelligenz und Wille (Baade).

Foerfter, Gottes Ernft und Güte (Schian).

Mitteilung (Greßmann).

Bibliographie.

Beth, Prof.Dr.Karl: Einführung in die vergleichende Religions-

gefchichte. (Aus Natur u. Geifteswelt, 658. Bdchen.)

(125 S.) kl. 8°. Leipzig-, B. G. Teubner 1920.

M. 6.80; geb. M. 8.80

Das Büchlein bietet nicht weniger dar als in knappem
Umriß eine förmliche Phänomenologie des religiöfen Be-
wußtfeins der Menfchheit. Auf eine kurze Einleitung
folgt ein zweiter Abfchnitt, der von den ,religiöfen Grund-
vorftellungen' handelt. Als folche werden unterfchieden:
die Vorftellung des Überfinnlichen überhaupt, der ,Chre-
matomorphismus', der „Theriomorphismus', der ,An-
thropomorphismus', die Heroenvorftellung, die Dämonen-
vorftellung, der Schickfalsgedanke. Ein dritter Abfchnitt
befaßt fich mit dem Verkehr zvvifchen Gottheit und
Menfch und fchildert einerfeits die verfchiedenen Arten
göttlicher Offenbarung, anderfeits das Verhalten des
Menfchen in Kultus, Gebet und Opfer. Der vierte Abfchnitt
befpricht unter dem Titel ,Die religiöfen Güter
und das Heil' die /Teilnahme am göttlichen Sein im
Diesfeits', das zukünftige Leben, ,Lebenszeremonien und
Myfterien', fowie das Wefen der Erlöfung. Der letzte
Abfchnitt trägt noch einiges nach über den Mythus,
Kosmogonie und Anthropogonie, religiöfe Überlieferung,
heilige Schriften und endlich über das Verhältnis von
Religion und Philofophie. Das Ganze erweift fich als
eine auf weitverzweigter Sachkenntnis beruhende, fehr
überfichtliche Darftellung, die den Stoff durch eine Fülle
von Beifpielen anfehaulich zu geftalten verlieht Der
Zweck, ,auch Nichtfachleuten' einen Einblick zu erfchließen
in das weite Gebiet der vergleichenden Religionsgefchichte,
dürfte in vollftem Maße erreicht fein.

Als ein befonderes Verdienft wird man es dabei dem
Verfaffer noch anrechnen dürfen, daß er wenigftens grund-
fätzlich mit der kindlichen Hoffnung der Ethnologen bricht,
auf Grund der Beobachtung der Naturvölker gleichfam die
Urreligion feftftellen und von da aus Wefen und Entwicklung
der Religion erfaffen zu können. Allerdings
wird noch immer auch in der Bethfchen Schrift der Be-
169

fprechung der Naturreligionen auf Koften der höheren
Religionen viel mehr Raum gewährt, als am Ende fachlich
gerechtfertigt ift. Ebenfo klingt noch etwas von
jener veralteten — fo darf man fie doch wohl nennen —
ethnologifchen Hlufion in den zahlreichen Äußerungen
nach, in denen der Managlaube als die zeitliche Voraus-
fetzung aller anderen Religionsformen beurteilt zu werden
fcheint. Ein gefährlicher Schein! denn der von Codrington
entdeckte, fenfationell wirkende, feither fo viel erörterte
Manabegriff, mitfamt den zahlreichen verwandten Begriffen,
ift uns doch wohl noch nicht durchfichtig genug, als daß
wir nicht Gefahr liefen, auf Irrwege zu geraten, wenn wir
ihn wiederum, wie feinerzeit den Animismus oder Ahnenkult
, zum Ausgangspunkt religionswiffenfchaftlicher Kon-
ftruktionen machen wollten. Überhaupt wäre zweifellos
über die von Beth gelegentlich beigegebene Deutung
der gefchilderten religiöfen Phänomene noch manches zu
fagen; und der Unterzeichnete würde gern dem Wert des
vorliegenden Büchleins in reicherem Maße gerecht zu
werden fachen, indem er noch eine Reihe von Einzeleinwänden
erhöbe, wie, um nur ein Beifpiel anzuführen
die Frage, ob es zuläffig ift, fo ohne weiteres nach berühmten
Muftern das Orakelwefen nicht als reli<riös fondern
als magifch zu bewerten. Die Rückficht0 auf die
gebotene Kürze nötigt indeffen, eine derartige Diskuffion
auf fpäter zu verfchieben.

Gießen. E. W. Mayer.

Schriften, Die, des alten Teftaments, in Auswahl neu überf.
u. f. d. Gegenwart erklärt v. Herrn. Gunkel, W. Staerk,
Paul Volz, Hugo Greßmann, Hans Schmidt u. M. Haller,
3. Abt.: Lyrik und Weisheit, 1. Bd. Lyrik (Pfalmen.
Hoheslied u. Verwandtes) überf., erkl. u. m. Einleit.
verf. v. Prof. D. Dr. W. Staerk. 2. verb. u. verm.
Aufl. (XLIII 306 S.) Lex. 8°. Göttingen, Vanden-
hoeck & Ruprecht 1920. M. 15—; geb. M. 24 —
Das erftmalig 19h erfchienene Werk, ganz wefent-

lich den Pfalmen gewidmet, tritt uns 1920 in 2. verbefferter

170