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Ausgabe:

1920

Spalte:

206

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Ehses, Stephanus (Ed.)

Titel/Untertitel:

Concilium Tridentinum. Tomus VIII, Pars V 1920

Rezensent:

Benrath, Karl

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Theologfifche Literaturzeitung 1920 Nr. 17/18.

206

möchte, daß alle im gemeinfchaftlichen Hennebergifchen
Archiv aufbewahrten auf den Ausburger Reichstag bezüglichen
Berichte einmal zufammenhängend veröffentlicht

Concilium Tridentinum. Diariorum, Actorum, Epistularum,
Tractatuum nova collectio. Ed. Soc. Goerresiana.
Tom. VIII. Actorum pars V, complectens acta ad

praeparandum concilium et sessiones anni 1562 a prima
werden möchten. (XVII) ad sextam (XXII). Coli, ed., illustravit Stephanus

Alfeld.__ bchornbaum^ fchses. (XI, 1024 S.) Lex. 8«. Friburgi Brisg., Herder

sÜBi^lroIrÄc Luther und das Httliche Ideal. (77 Sü W9- djefer Abtdlung des groüei^r^köSn«
8». Gütersloh C Bertelsmann '^ft ' nd i fchon die Vorbemerkungen des Herausgebers Ehses

Stange unterfche.det zwei ^P6"^ 'i allgemeine Beachtung in Anfpruch nehmen. Denn da

fchauung, die des Evangeliums, die in der Ketormauon j ^^ Schickfale der Drucklegung feit dem Ausbruche

des Krieges mit Italien und die Schwierigkeiten derfel-
ben auch in den letzten Kriegszeiten erkennen laffen, fo
o-ewinnt man erft durch fie eine Anfchauung von der
ganzen unvergleichlichen Leiftung, die nun hier vorliegt,

wieder durchbricht, und die griechifch-heidnifche, die
fich in der mittelalterlichen Theologie und der Ethik
Kants und des deutfchen Idealismus fortfetzt. Luthers
Leiftung auf dem Gebiet der ethifchen Erkenntnis dem-
entfprechend durch Herausarbeitung des Gegenfatzes

einerfeits zur Scholaftik, mit der er fich polemifch berührt, j von der Arbeit, die hier getan werden mußte, von der
andrerfeits zu Kant, der ftärker als fonft die moderne j Selbftverleugnung, mit der auch der Drucker und Ver

Philofophie unter reformatorifchem Einfluß fleht, ins rechte
Licht zu fetzen, ift die Abficht feiner Arbeit. Die Unter-
fuchung fetzt ein mit der Entwicklung des Begriffspaares
Eleifch und Geift und geht dann weiter zu dem Begriffspaar
Gefetz und Evangelium. Wie alle Arbeiten Stange's
ift fie dadurch ausgezeichnet, daß wenige einfache Grundgedanken
mit größter begrifflicher Klarheit herausgearbeitet
und zu einer charakteriftifchen Gefamtkonftruktion
kraftvoll verbunden werden.

Es fallt mir fchwer, gegenüber einer fo fyftematifch

leger große Opfer hat bringen müffen, wenn es ihm
möglich werden follte, in diefen Zeiten folch einen Band
der wiffenfchaftlichen Welt darzubieten.

Und alles dies fleht man nun äußerlich diefer Abteilung
des fünften Bandes nicht mehr an. Ja, was wichtiger
ift, auch die Fülle des Inhalts und die Sorgfamkeit
der Darbietung läßt einen wefentlich hemmenden Einfluß
der böfen Zeiten nicht erkennen. Der Inhalt umfaßt 1)
Acta ante Concilium vom 8. September 1559 bis
15. Januar 1562, d. h. von der Aufftellung der Wahlgehaltenen
Leiftung hiftorifche Bedenken anmelden zu i kapitulation gelegentlich des Condaves aus welchem Pius
müffen. Einmal führt Stange's Art, die Dinge im Großen j IV. hervorging; 2) Acta Conciln im Bereich der 6 erften
und Ganzen anzufehn, doch zu erheblicheren Ungenauig- ! Seffionen des wieder eröffneten Konzils vom 18. Januar
keiten im einzelnen. Stange fpricht z. B. von einem 1 1562 bis l7- September 1562. Dazu noch eine kurze
,Prieftergelübde' Luthers, erblickt in den Verdienften der Appendix in Aktenftücken von 1561 und 1562 fo wie das
Heiligen den in der Verwaltung der Sakramente von Regifter in üblicher Fülle und Genauigkeit, die Namen
der mittelalterlichen Kirche ausgefpendeten Schatz und ; und die zitierten Bibelftellen enthaltend,
trägt, auf eine einzige mehrfinnige Belegftelle geftützt, Indem Ehses, aus der maßgebenden Quelle der

eine Deutung von Luthers Erbfündenlehre vor, die fich ! römifchen Archive fchöpfend, über alle in der Gefchichte
mit Luthers Äußerungen über Urftand und Sündenfail 1 des Konzils intereffierenden Fragen Auskunft zu geben
nicht leicht in Einklang bringen läßt. Sodann aber I fucht, bringt er auch in entlegenere Punkte erwünfehte
mbt Stande um feines konftruktiven Zufammenhangs willen j Information. So betreffs der Frage nach der Teilnahme

nur eine Auswahl der ethifchen Grundgedanken der von j deutfeher Flirrten, die ja freilich bei diefem letzten Ab-
ihm behandelten Männer. Das macht fich befonders bei fchnitt weniger als früher in's Gewicht fällt. Hier find
Luther als Mangel fühlbar. Ein großer Teil von Luthers ; es die beiden Braunfchweiger Fürften, über deren Stellung
ethifcher Denkarbeit — und gerade der feinfinnigfte in der Frage wir genau informiert werden. Es liegt da
mit kommt fo überhaupt nicht zur Sprache. neben den gewechlelten Schnftftücken, Aufforderung zur
Bei Berückfichtigung vor allem des zweiten Einwandes i Teilnahme und Antwort, auch ein Bericht vor, den der
verfchieben fich die gefamten Unterlagen der Konftruktion ; Nuntius Don Commendonean den Staatsfekretär erftattete
fo ftark, daß man zu einer neuen Durcharbeitung des , (N. 120S. i8of). Natürlich benutzte Herzog Heinrich die
ganzen Problems fchreiten muß. Alles in allem: ein ! Gelegenheit, um für die Beftätigung der Wahl zum ErzBuch
, aus dem etwas zu lernen ift, dem man aber vor bifchof von Bremen durch den Papft ein Wort zu fagen,
allem'Lefer wünfeht, die über es hinauszugehn zu einer wie er denn auch fchon in n. 116 fich unbedingt den
felbftändigen Anficht der Sache die Kraft haben. Wünfchen des Papftes entgegenkommend fchriftlich geäu-
Bonn E. Hirfch. ßert hatte. Ähnlich wie über diefe, fo finden fich auch

---- Auskünfte über die Einladung zum Konzil an Joachim II.

Steck, K., 11. G. Tobler, Proff. DD.: Aktenfammlung zur Gefchichte von Brandenburg u. A. Daß der Herzog Albrecht von

der Berner-Reformation 1521—1532. Hrsg. m. Unterftützg. der bern. Preußen mit einer Einladung verfehen wurde lao- befonders

Kirchenfynode. (In etwa 15 Lfgn.) 1.-4. Lfg. (320 S.) gr. 8«. Bern. nahe lJiefelbe erging durch HoflUS, dem dann ia als

K.J. Wyß Krben 1918. Die Lfg. Ir. 2.50 ; • 1 Konzilslerxaten rn* wirhfin.1 P uaiiii ja ais

Hiefe auch in der äußeren Form an E. Eglis bekannte Akten- einem dei Konzilslegaten eine wichtige Rolle zufiel. Die

fammlung zur zürcherifehen Reformationsgefchichte lieh anfchließende, : ipezielle Aktion, welche an die Ivinladung des Herzogs fich

von Steck und Tobler herausgegebene Publikation fei der Beachtung | anknüpfte, fcheint Elises entgangen zu fein; die Briefbücher

der deutichen Theologen und Hiftoriker nachdrückliche empfohlen; für des Herzogs, aus welchen Voiift Über den Briefwerhfel

den Reforma.ionshiftoriker ift he unentbehrlich. Waren wir bisher für Albrechts mjt Gelehrten ufw fo reichhaltige Mitteilungen

die Rcformationsgefchichte Berns aul die unvollflandige, noch dazu . . , ,. " ' 'w 10. reicnflaltlge Mitte limgen

äulierft ungefchickte Urkun.lenfammlung von Sturler angewiefen, fo er- Sj^uSt^^^oJr^vVTrrf^iyji Materlal <f- Neue Preuß. Prov.

halten wir jetzt das vollftändige Material in chronologifcher Folge tflatter Du. Vlll, Königsberg 1849).

(Undatierbares fleht am Schluß der einzelnen Jahre». Kulturhiftonfch Königsberg. K. Benrath,
wie allgemeingefchichllich, von dem fpeziell Reformationsgefchichtlichen

-fmdet' &j**™™£?£; ™n t SSSSZ Ruprecht, Lic. Rudolf: Der Pietismus des 18 Jahrhunderts

Perfüniichkeitcn wie Haiier, Ko b Ansheta « :*ün(che uml Ver- in den Hannoverichen Stammlandern. (Stuihen zur Kir-
knüpfen die Fäden mit ^':r gg£ZS** '°-8 «*i chengefchichte Niederfachfens 1.) (II, 206 S.) gr. 8».
Ä3;tVÄ, ^ß dt%wichtige Nr. ,74 «« J** Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht ,919. f. 6-
■ S23 fffi .5") ßoi'ört. w Köhle, Mit vieler Mühe un.l großem Fle.ß hat der Verf. die

Zürich. zerftreute Literatur erftmalig zufammengebracht uud auf

Grund derfelben eine zufammenhängende Darfteilung des
hann. Pietismus gegeben, die bisher fehlte. Gefchickt