Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1920 Nr. 1

Spalte:

202

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Preller, Hugo

Titel/Untertitel:

Das Altertum, seine staatliche und geistige Entwicklung und deren Nachwirkungen 1920

Rezensent:

Goedeckemeyer, Albert

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

201

Theologifche Literaturzeitung 1920 Nr. 17/18.

202

fer oft unbarmherziger Kritik des ,bisherigen' aus. Wie I fbodert exiftierten. Allein, das Ich in xäyü> 18a auf eine andere Perlon

mit fchweren Stiefeln werden alle Flammen, die irgendwo ! als da8 Ich '" ™Y<!> unf (toi 18b zu beziehen, durfte m. e. der

brennen und namentlich alle glimmenden Dochte ausge- ; ÄÄ^Ä^t/S Z^lf^oÄ

treten, obfchon das l'euer, das dann lodernd entlacllt Windifch die Umfchiebung von 7n'oTiv und' epya zum reinen Gegenteil

wird, den ZUVOr erftickten Lichtern nahe verwandt ift. So j als leichte Umftellung bezeichnen, fo wird "nichts übrig bleiben, als

P-Iaube ich Z. B nicht dali die große Erlöfung, die Barth 1 v; '»» wle h »nd wie alles Folgende für die eigentliche Meinung des

predigt, eine Wirklichkeit fei, die nicht auch Joh. Müller Z d_ Mund & £| & ifm

aufweifen könnte, ja ich meine fogar, daß fie auch im mit Kecht fagen . . . und felbft den Schimpfnamen ehres höhlen Me"

Bannkreis der .Religionen' und der .Kirchen' heimifch fei. ! fchen ihm nicht erfparen. Ein ironifches eyeic — durchaus nicht Änui-

Gewiß ift des Verf. Kritik oft treffend, aber fie Über- valent von Ifyett „tri — bedarf keiner Rechtfertigung. Hart ift nur

fchla. fich auch .rn. Und in der Kritik ift der Verf. i d.asa"R;« hint" VV< wä ,nd " unm"telbar »"* V. 16 gar keinen

icuiaöi neu «uui &«•-*"• , , . , .__: I Anftoß erweckt. Aber im Sinn von: Nein, fogar. vgl etwa PM1 n R

oft beredter und deutlicher als indem pof.tiyen Zeugnis: I n< Cor „. mt es fich vemehcn. das ,JqA ^ ^ j^-S*

gegen das, was in den verachtenswerten Großen Kellglon, ■ Negation, = ,gar nicht lebendig' empfunden worden. Diefe Auskunft

Moral Perfönlichkeitspflege und Krfahrungstheologie ge- ! liegt um fo näher, wenn man auch fonft den Eindruck hat, daß Jakobus'

boten' wird fcheint es mir nicht genügend abgegrenzt. ! etwas geneigt nft Bildung zu präftieren und daß ihm rhetorische Formeln

Aber es fteht trotz allem viel Schönes, Treffendes, Er- "« noch Schulweisheit, nicht in Fleifch und Blut

greifendes in dem Buch; man fpürt die igovala des Marburg. Ad. jülicher.
Predigers.

Das Buch will feinem Geramtwert ^B^^^fd^eJXth ! StempUnger, Prof. Dr. Eduard, und Prof. Dr. Hans Lamer:

kann ich ^J^^^^ 2g££ DeStJchtum und Antike in ihrer Verknüpfung. Ein Über-

5? A*t£,o^£ n_ der Täufer, fon-ern auch blick (Aus Natur u. Geifteswelt, 689. Bdchn.) (120 S.)

Tefus Paulus und der johanneifche Chriftus wefentlich anders darüber , ^ g0 Leipzig, B. G. Teubner 1920. M. 2 — j

gedacht. Wenn er mit großem Pathos gegen den ^^^^t geb. M. 2.65

vidualismns ankämpft, fo polemifiert er damit gegen ^ ""«^ Preller Hugo: Das Altertum, feine ftaatliche und gei-

Zeugen des N T., vor allem ^Ä,fA«Äxtv^eÄlÄ " toelffikW u. deren Nachwirkungen, (Aus sL

tEkttJ^^tt^ SS H uLGeiftesweft, 642. Bdchn.) (I26 S?

bekämpfte Pietismus fteht dem Paulus näher als er (Verf.) denkt. Eben | . ß Q Teubner igjo. M. 2 — j geb. M. 2.65

Beide Werke wollen die Einwirkung der Antike auf
die fpätere Zeit zur Davftellung bringen. Das von StempUnger
und Lanier verfaßte verfolgt im befonderen die
Abficht, diefer Einwirkung auf dem Boden der einzelnen
Kulturgebiete wie Wiffenfchaft und Kunft, Religion, Sprache
und Literatur in allen möglichen Einzelheiten bis in

bekämpfte Pietism
fowenig kann ich aus der Erklärung von Rom. 13 den Geift des Textes
heraushören. Gewiß müßte konfequenter Weife die Staatsauffaffung
Barths auch die des P. fein; aber P. trägt hier eine Lehre vor, die eben
mit feinen fonftigen Anfchauungen nicht vereinbar ift. Unrichtig ift
ficher die Händige Oberletzung von niaxiq mit .Treue Gottes«, auch
wenn der Verf. verfichert, das fei dasfelbe wie Glaube. Solcher Gnofis,
und mancher anderen kann mich nicht anfchließen.

Leiden. H. Windifch.

Ropes, Prof. James Ilardy; A critical and exegeticalCommen-

tary on the Epistle of St. James. (The International

Critical Commentary.) (XIII, 319 S.) 8°. New York,

Ch. Scribner's Sons 1916. $ 2.75

Was Ropes in diefem neueften Kommentar zum
Jakobusbrief leiftet, ift innerhalb der Schranken des Internat
, crit. comm. das Vollkommenfte. Die Literatur voll-
ftändig bis auf Entlegenes und Vergeffenes hin ausgenützt
; alle Einleitungsfragen erfchöpfend behandelt; im | becken an bis zum_Mittelalter hin abgelaufen ift. "Er

die Kleinigkeiten des täglichen Lebens hinein nachzugehen
. So gelingt es ihm, feinen Leitfatz: .Überall das
Altertum' durch eine Fülle von Belegen für jeden, der
fehen will, zu voller Gewißheit zu erheben und den von
ihm betonten Wert genetifchen Denkens für das Verftändnis
der Gegenwart in glücklichfter Weife zu veranfchaulichen.

Dagegen kommt es Preller vor allem darauf an,
unter Abftraktion von den Einzelheiten die großen Linien
herauszuarbeiten, in denen die Entwicklung unferer Kultur
von ihren erften Anfängen im örtlichen Mittelmeer-

Text jedes Wort fo .iebevoll betrachtet wie die Grund- I ift daher wefentlich hiftorifch orientiert, berückfichtigt aber
o-edanken. Dabei herrfcht mufterhafte Akribie, Fehler wie : mit großer Sorgfalt die verfchiedenen kulturellen "Fäden,
von' ftatt ,das* S. 94 n. 2 oder /ist' Ixuolac S. 259, oder ! die fchließlich zu der einheitlichen Kultur des Mittelalters
1751 ftatt 1752 als Bengels Todesjahr find die fchwerften. zufammenfehießen, in deren Darfteilung das Werk
üb des Guten, z.B. in der Mitteilung von Text Varianten feinen Abfchluß findet. Es ift nicht ganz "leicht zu lefen,
wie Tfionoei neben rr/Qr/ar/ und in kirchengefchichtlichen aber für jeden von höchftem Intereffe, der über dem
Exkurfen, nicht zu viel getan wird? Die unnachfichtliche Wuft hiftorifcher Einzelheiten das Ganze der Entwicklung-
Durchführung der Scholienform vermindert leider auch nicht aus den Augen verlieren will,
hier die Anziehungskraft und fchädigt das Verftändnis. Königsberg. Goedeckemeyer.
In kritifchen Fragen wie durchweg in der Exegefe____________

ÄdÄÄ 5X£1££ mf_ ■•■«•«'•> * *-M der MMMfc.

rCh, _ einVm ehemaligen jeden in MSftta. od« Jj** ,IV' 2">S-> - • GutCTSl„h, Bertelsn^n^

Diefer durch Knappheit und Klarheit ausgezeichnete
Grundriß ift vor zehn Jahren zum erften Mal erfchienen;
die Verbefferungen, die der Verf. für nötig erachtet hat,
haben ihn um zwölf Seiten erweitert und auf die Höhe
Befferes anbringen. f des gegenwärtigen Standes der Wiffenfchaft gebracht.
Eine neue Erklärung fcblagt K. iur 1,117_____k n . . | Tm RATiKr auf di« U„,a„i------ __ xr_____ .-/I---Z^ u^xa_

u. _ui. v uii i in'. 111 ----o— j~---- — -— -— inio M t u

Südfyrien gefchrieben. Zwar liefert 5,7 für das Letzte lg durchKnannhr.it ,,„h v, u £' gc ' u4

keinen ficheren Beweis, auch die Berührungen mit der
jüdifchen Gedankenwelt Rheinen mir nicht durchfchla-
gend. Aber andere Hypothefen können für fich nichts

Eine neue Erklärung icniagi _ # —, — ——- --_ — - i T_ yj- - c „ n ----- —......---------- o---------

naoakkayh k toonfji tooäü&ftotot, ßenau na(;h • uatI ™. aut dle Entftehung des Neuen Teftaments hätte

überfetzt: with whom is none of the Variation that belongs to the i fich Beftimmteres fagen laffeu, als man hier findet (S. 49f.)•

turning of the shaclow. Gewiß, fo darf man lefen und ™^*£>*%* ÖaÜ das Rölllifche Symbol neungliederig ift, habe ich
lent' fcheint mir der fo gewonnene Sinn nicht gerade, fondern unerträglich zuerft nacheewiefen f2U. S C2 n 2. f Sitzun. sbenVht,. A
fchwülftig. Wie fchlichtdem gegenüber die Konjekturlesart des alten Agyp- p ^ n A il j < _ c 52 l-^ung™zn<:ht(i d.

te«: weder nanaX).Ky,) noch nfOKf] noch AnooxtctOLtai — Schon £reuL5 Akad. 6. Febr. 1919. Der Abfchnitt über die
früher hatte Ropes für 2,18 eine Interpretation vorgerebiagen, die nicht min- , Lntltehung der katholifchen Kirche (§. 12) hätte eine
der ingeniös ift, und doch auch nicht überzeugt. Mit du' tut MC roll der ; nocb größere Präzifion erhalten, wenn fchärfer hervor-
Verf. einen Opponenten auftreten laffen, der als Verteidiger des toten p-ehoben wäre Hall diefe Kii.he nur nlo •
Glaubens eine Vermittlung anbietet: der Eine hat nun einmal in erfter *f/?f°?en *al e« dala ^ruc^^ UB aSShmtüCCiO-
LhS* Glauben/der andere Werke. Dem würde Jakobus von 18 b an nitffche und antimontaniftlfche Schöpfung ZU Verftehen ift.
entgegen, es fei nicht möglich, daß lebendiger Glaube und Werke ge- i Berlin. Adolf V. Harnack.