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Ausgabe:

1919

Spalte:

122-123

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Hrozny, Friedrich

Titel/Untertitel:

Die Sprache der Hethiter, ihr Bau und ihre Zugehörigkeit zum indogermanischen Sprachstamm 1919

Rezensent:

Jensen, Peter

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiUS und Professor D. Hermann Schuster
Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. HinrichsTche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich 12 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find auafchließlichan ne-% t ■ tmr

AA lohrff TVJt« 11 12 Profeffor D. Titiui in Göttingen, Nikolamberger Weg 66, rufenden. 2o. JlHH lyiU

Udlirg. Lr. Ii- -"•*< Rcienfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Grützmacher, Konfuzius. Buddha. Zara-

thuftra (Haas).
Hrozny, Die Sprache der Hethiter (Jenfen).
Weinheimer, Hebräifches Wörterbuch in

fachlicher Ordnung (König).
Spitta, Die Auferftehung Jefu (Bultmann).
Frölich, Das Zeugnis der Apoftelgefchichte

von Chriftus und das religiöfe Denken in

Indien (Bornemann).
Hauck, Apologetik in der alten Kirche (Koch).
Marefch, Elifabeth, Landgräfin v. Thüringen

(Wenck).

Annalen des Hiftorifchen Vereins für den Niederrhein
. 100. Heft (Lerche).
Hirfch, Luthers Gottesanschauung (Eck).
Relormationsliteratur (Köhler).

Zum Gedächtnis Hermann von Bczzels (Schorn- | machers nach der kurzen Darfteilung u. ihre

bäum).

Bezzel, Die Heben Worte Jefu am Kreuz

(Schornbaum).
Besig, Die Rechtsftellung des Jefuitenordens

in den deutfchen Bundesftaaten (Sehling).
Braun, Der Krieg im Lichte der idealiflifchen

Philofophie (Scholz).
Moog, Kants|Aufichten über Krieg und Frieden.

— Fichte über den Krieg (Scholz).
Molwitz, Luthers Kirche inmittender Kirchen

und Völker (Schornbaum).
Dessoir, Vom Jenfeits der Seele (Strunz).
Dunkmann, Religionsphilofophie.

— Die Nachwirkungen der theologifchen Prinzipienlehre
Schleiermachers.

— Die theologifche Prinzipienlehre Schleier-

Begründg. durch die Ethik (Wobbermin).
Görland, Neubegründung der Ethik (Haering).
Lauterburg, Recht und Sittlichkeit (Mulert).
Slotemaker de Bruine, Christelijk Sociale Studien
(Windifch).
Rittelmeyer, Das Vaterunfer (Niebergall).
Rolffs, Das kirchliche Leben der evangelifchen

Kirchen in Niederfachfen (Eger).
Schaeffer, Chriftus ift des Gefetzes Ende
(Fiebig).

Brennecke, Aus der Enge des Konfeffiona-
lismus zur Freiheit der Religion Jefu (Eger).

Marcuse u. Hannig, Die Feuerbeftattung
(Smend).

Bibliographie.

Grützmacher, Prof. D. R. H.: Konfuzius. Buddha. Zara-| Die paar Einzelverfehen, die andere ihm aufmutzen mögen,
thuftra. (Lebensideale der Menlchheit, 2. Heft.) (92 S.) find auch dem Ref. nicht entgangen. Sie laffen fich für

kl. 8°. Leipzig, A. Deichert 1918. M.2.70; kart.M. 3.50
Zeitgenoffen, wie der Verf. S.79 (vgl. S. 92) will, find
fie ja wohl nicht gewefen, die Träger der drei Namen,
die der Titel diefer kleinen Schrift gefeilt. Gefellen laffen
fie fich darum doch, alle drei ragende Gipfel der Menfch-
heitsgefchichte und als folche Geftalter und Auspräger
typifcher Lebensideale. Und das eben ift auch der Gesichtspunkt
, unter dem fie hier zulammengebracht find,
der Meifter in China, der Meifter in Indien, und, der lange
vor diefen beiden war und lehrte, der Meifter in Iran.
Daß der chriftlich-theologifche Autor fich nicht verfagen
kann, in einem kurzen Schlußwort wenigftens auf einen
hinzuweifen, der nach den dreien kam und der ihm
größer ift als alle, ift fehr wohl verftändlich. Man merkt
die Abficht und — ift nicht verftimmt. Es ift das doch
ein ganz, ganz anderes, als wenn der Literatenzelotismus
einer früheren Periode die großen Sectaires, Legis-
lateurs et Moralistes des Orients — damals, im
18. Jahrh., waren es Zoroafter, Buddha und Muhammed,
die man zum Dreigeftirn vereinte — in Dienft nahm als
Bundesgenoflen in dem großen Kampfe contre ,1'infäme'.
Was die, da und dort zur Vergleichung werdende Dar-
ftellung der drei großen Lehrerpersönlichkeiten und ihres
.Lebensftils' im einzelnen anlangt, fo ift eine Kritik derselben
nicht angebracht. Sie würde mehr die vom Ver-
fafler genützten Autoritäten (fein Sichbefchränken auf
einige wenice folche gibt, ihm eine Sicherheit des Urteils,
um die er fich gebracht haben würde, wenn er der Stimmen
mehr zu fich hätte dringen laffen) als ihn felber
treffen. Hervorgehoben fei denn nur, daß er für vertrauensvoll
übernommene Auffaffungen eigene glückliche
Formulierungen findet und Lichter aufzufetzen weiß, an
denen man fich lefend freut. Das befte aber ift: der
chriftliche Theologe Grützmacher ift ehrlich befliffen,
jedem der drei alten .Heiden' rückhaltlofe, volle Gerechtigkeit
widerfahren zu laffen. Und dem gegenüber ift
man dem Autor gern der Freund, der nicht .eifrig zufieht,
wo er ein Loch finde, oder nach Fehlern fpäht' (S. 76).
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eine etwaige Neuauflage leichtlich tilgen.
Leipzig. H. Haas.

Hrozny, Prof. Dr. Friedrich: Die Sprache der Hethiter,

ihr Bau und ihre Zugehörigkeit zum indogerm. Sprach-

ftamm. Ein Entziffergsverfuch. (Boghazköi-Studien.

Hrsg. v. O. Weber. 1. Stück). (XV, IV u. 246 S.)

gr. 8°. Leipzig, J. C. Hinrichs 1916 und 1917. M. 21 —
Zu den verhältnismäßig leichten Problemen der Ent-
zifferungslinguiftik gehört das der Entzifferung der hitti-
tifchen Keilfchrifttexte aus Kleinafien, mit nur ein paar Ausnahmen
aus Boghazköi, deren Aufdeckung wir in der
Hauptfache der Tatkraft unferes zu früh dahingegangenen
H. Winckler verdanken. Vor allem die zahllofen aus
den fonftigen Keilfchrifttexten bekannten Ideogramme
mit völlig geficherten Bedeutungen und die affyrifch-ba-
bylonifchen phonetifch gefchriebenen Wörter in den
gen. Texten erlaubten es bereits vor mehr als 20
Jahren, allerlei von deren Sprache zu erfchließen. Von
üelitzfch veröff. fumerifch-afiyrifch-hittitifche Vokabulare
waren weiter äußerft wichtige Hilfsmittel. Und
fo ward es Hrozny, dem eine große Fülle von Texten
zur Verfügung Stand, nicht allzu Schwer gemacht, den
Inhalt von namentlich hiftorifchen Infchriften und den
grammatifchen Bau ihrer Sprache z. T. in ganz erheblichem
Maße zu enthüllen. Der Rezenfent, der fich unabhängig
von Hrozny im Laufe von zwei Monaten in
die ihm zugänglichen Texte hineingearbeitet hat und
dabei auch in manchen Punkten über Hrozny hinaus
gekommen ift, darf fich dies Urteil um fo eher erlauben
als auch er bereits vor langen Jahren auf Grund nur eines
bzw. zweier damals bekannter Texte allerlei herausgebracht
hatte, das fich als richtig oder ungefähr richtig
erwiefen hat. Die Entzifferung der fog. hittitifchen Hiero-
glypheninfchriften, mit der der Berichterstatter feit
langem befchäftigt ift, ftellt uns vor eine unvergleichlich
Schwierigere Aufgabe. Dabei muß ich aber nachdrücklich
hervorheben, daß Hrozny viele gefcheite und

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