Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1919

Spalte:

97

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Leeuw, G. van der

Titel/Untertitel:

Plaats en taak van de Godsdienstgeschiedenis in de theologische wetenschap 1919

Rezensent:

Clemen, Carl

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiuS und Professor D. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nm. Vertag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlunsr, Leipzig Halbjährlich 12 Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan _
44. Jahrff Nr. 9/10 Profeffor D. Titius in Göttingen, Nikolausberger Weg 66, rufenden. 31. Mai 1919

uruugi J.»A. xs/*-^ Rezenfionsexemplare ausfchließlich an den Verlag.

Schmeidler, Hamburg-Bremen und Nordoft-

Europa vom 9.—II. Jahrhundert (Lerche).
Schultze, Stadtgemeinde und Reformation
(Boffert).

Wähler, Die Einführung der Reformation in

Orlamünde (O. Giemen).
Weidel, Reformation und Volksfchule (Knoke).
Die Feier des 400 jähr. Reformations-Jubiläums in
der Univerfitätskirche zu Dorpat (O. Clemen).
Bibl, Zur Frage der religiöfen Haltung

K. Maximilians II. (Loefche).
Kulturjahrbuch für 1917 (Loefche).
Tofetti, Der Heilige Geilt als göttliche Perfon I Rofenzweig, Das ältefte Syftemprogramm

in den Evangelien (Pott). des deutfchen Idealismus (Scholz).

Kirfch, Die römifchen Titelkirchen im Alter- j Hoensbroech, Kirchenftaat und Chriftus

Leeuw, Plaats en taak van de Godsdienft-

gefchiedenis in de theologifche wetenfchap

(C. Clemen).
Piper, Der Spuk (Hoffmann).
Rahlfs, Über einige altteftamentliche Hand-

fcnriften des Abeffinierklofters S. Stefano zu

Rom (Duenfmg).

Thilo, Die Chronologie des Alten Teftamentes
1 Steuernagel).

Greßmann, Vom reichen Mann und armen
Lazarus (Gunkel).

tum (Koch). | (Mulert).

Harnack, Die Sicherheit und die Grenzen

gefchichtlicher Erkenntnis (Kühler).
Jaeger, Innfeits (Steinmann).
Geyer, TJnfterblichkeit des Menfchen und

wiffenfchaftliches Denken (Steinmann).
Mehlis, Probleme der Ethik (Haering).
Niebergall, Praktifche Auslegung des Alten

Teftaments. 2. Bd. Propheten (Maas).
Die Zukunftsaufgaben der evangelifchen Kirche

in Niederfachfen (Knoke).
Kriegspredigten und religiöfe Kriegsliteratur

(Schian).

Bibliographie.

Leeuw, Dr. G. van der: Plaats en taak van de Godsdienft-
gefchiedenis in de theologilche wetenfchap. (Antritts-)
Rede. (28 S.) gr. 8°. Groningen, J. B. Wolters 1918.
Van der Leeuw, der fich bisher namentlich durch feine
Doktorarbeit: Godsvoorftellingen in de oud-aegyptifche
pyramidetexten 1916 (befpr. in ThLZ 41,425t) bekannt
gemacht hatte, fucht in diefer beim Antritt der Profeffur
für Religionsgefchichte an der Univerfität Groningen gehaltenen
Rede zu zeigen, daß Religionsgefchichte ein
mögliches Fach ift und in die theologifche Fakultät gehört
. Genauer unterfcheidet er Religionsgefchichte, bei
der die Einheit der Religionen mehr gelegentlich zur
Sprache komme, und Phänomenologie der Religion, beider
alles auf die Einheit angelegt fei. Hier handle es fich um
das pfychologifche Verftändnis der Religion; man dürfe
dabei weder zu fchnell generalifieren, noch umgekehrt am
Einzelnen haften und den Blick für das Ganze verlieren.
Die Bedenken, daß ein Einzelner nicht alle Religionen
kennen und daß man frühere Gefchlechter überhaupt nicht !
verftehen könne, werden zurückgewiefen bzw. nur infofern
anerkannt, als in dem Religionshiftoriker allerdings i
verwandte Saiten müßten mitfehwingen können. Sofern
das aber bei einem Theologen am ficherften der Fall
fein würde, gehöre die Religionsgefchichte zur Theologie,
die (als Befchreibung des Glaubens der chriftlichen Ge- j
meinde in Vergangenheit und Gegenwart) die Norm für
die Religionsgefchichte bilden und umgekehrt durch fie
eine allgemeine Bafis bekommen könne. — Bis auf den
letzten Punkt wird man diefen (durch zahlreiche, des Ver-
faffers Befähigung für fein neues Amt verratende Belege
erläuterten) Ausführungen gern zuftimmen; nur einer derartig
fpeziellen Norm bedarf die Religionsgefchichte doch
wohl nicht. Daß bei Nichttheologen keine Religiofitat
zu finden fei, will der Verf. natürlich felbft nicht behaupten
; fo frägt es fich, ob nicht andere Gründe dafür
fprechen, daß die religionsgefchichtlichen Profeffiiren vielmehr
in den philofophifchen Fakultäten errichtet werden.
Aber das gilt allerdings zunächft für deutfehe Verhält-
niffe, die van der Leeuw felbftverftändlich nicht zu be-
rückfichtigen brauchte.

Bonn. Carl Clemen.

97

Piper, Dr. phil. h. c. et jur. Otto: Der Spuk. 250 Ge-

fchehniffe aller Arten u. Zeiten aus der Welt des Über-
finnlichen, gefammelt u. behandelt. (169 S.) gr. 8°.
Köln, J. P. Bachem 1917. M. 3.20; geb. M. 4—

Unter ,Spuk' verfteht der Verf. ,von den menfehlichen
Sinnen wahrnehmbare, unirdifche, rätfelhafte und darum
unheimliche Vorfälle mannigfacher Art' (S. 7), mit Aus-
fchluß der mediumiftifchen Erfcheinungen. So behandelt
er nacheinander: Doppelgängerei, zweites Geficht und
Vorzeichen, befonders des Todes, Spukorte, andauernde
Verfolgung einzelner durch Spuk, Erfcheinen Sterbender
und Verdorbener, andere Anzeichen des Ablebens, die
wilde Jagd und Verwandtes, fpukfichtige und fpukende
Tiere. Die durch ein leider fehr gefchmacklofes Titelbild
verunzierte Schrift trägt im wefentlichen kompilatorifchen
Charakter. Ältere Sammelwerke werden vielfach herangezogen
, fogar die Zimmerifche Chronik aus dem iö.Jahrh.,
auch fagengefchichtliche. Kritik wird feiten geübt, aut
einen Verfuch, die mitgeteilten Vorfälle fyftematifch zu
ordnen und gewiffe Gefetze des Gefchehens für fie zu finden,
wird verzichtet. Von neueren wertvollen Sammlungen
ift benutzt: Flammarion, l'inconnu et les problemes
psychiques (deutfeh: Rätfei des Seelenlebens, Stuttgart
1909), und die ,Phantasms of theLiving' von Gurney, Myers
und Podmore (deutfeh, verkürzt, Leipzig 1897 unter dem
Titel: Gefpenfter lebender Perfonen und andere telepa-
thifche Erfcheinungen). Doch ift letzteres Werk von dem
Verf. mit den Veröffentlichungen der englifchen Gefell-
fchaft für pfychifcheForfchung zufammengeworfen worden,
in denen wir die bisher exakteften Unterfuchungen über
telepathifche Erfcheinungen bei Todesfällen befitzen.
Vgl.: Proceedings of the society for psvehical rcsearch
part XXVI. Vol. X. London, Auguft 1894.

Das von dem Verf. zufammengetragene Material
hätte etwa in folgender Weife geordnet werden müffen:
1. Wahrlcheinlich erfundene Berichte. 2. Subjektive
Vifionen. 3. Objektive Vifionen, a) mit bekannter, b) mit
unbekannter Urfache. 4. Mutmaßliche Materialifationser-
fcheinungen. Zu letzterem Kapitel wären die fehr inter-
effanten Experimente vonDurville über den ,Fluidalkörper
des lebenden Menfchen' (deutfeh Leipzig 1912) fowie die

98