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Ausgabe:

1918

Spalte:

121-125

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Bork, Ferdinand

Titel/Untertitel:

Das Georgische Volk 1918

Rezensent:

Schwally, Friedrich

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Seite 1, Seite 2, Seite 3

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitlUS und Professor D. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. Leipzig Halbjährlich IO Mark

_ Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlich an _ _ . , _

4d. Jahrg. Nr 10/11. Profefforb. Titius in Göttingen Nikolausberger Weg 66, zu fenden. 25. Mai 1918

O" *-»*■■ asz/W. Rezenfionsesemplare ausfchließlich an den Verlag. *««-». ww* * ~ *

Zur Kultur des Islam (Schwaüy).
Delitzfch, Philologische Forderungen an die

hebr. Lexikographie (König).
Schmidt, Der Prophet Arnos (Meinhold).
Nägelsbach, Der Schlüflel zum Verftändnis

der Bergpredigt (W. Bauer).
Brinkmann, De .Gerechtigkeid Gods' bij

Paulus (Windifch).
Löffstedt, Amobiana (Jülicher).
Stegmann, Die pfeudoathanafianifche ,IVte

Rede gegen die Arianer' ein Apollinarisgut

(Loofs).

Weife, Unterfuchungen zur Gefchichte der
Architektur und Plaftik des früheren Mittelalters
(Stuhlfauth).

Hauck, Kirchengefchichte Deutfchlands, Tl IV
u. V i. (Mirbt).

Martin, Mittelalterliche Welt- und Lebensan-

fchauung (Scheel).
Die hl, Reformationsbuch der ev. Pfarreien des

Großh. Helfen (Bolfert).
Clauß, Die Einführung der Reformation in

Schwabach (Schornbaum).
Rofcnkranz, Die Einführung der Reformation

in der fächf. Oberlaufitz (O. Clemen).
Opitz, Lorenz Heydenreich (O. Clemen).
Volbehr und Wey 1, Profefforen und Dozenten

der Chriflian-Albrechts-Univerfität zu Kiel
1665- 1915 (G. Ficker).

Schlatter, Gefchichte der Bafler Miffion 1S13
— 1915, Bd. II u. III. (Bornemann).

Lüdemann, Das Chriftentum der kirchlichen
Reform (Job. Wendland).

Wach, Staatsmoral und Politik (Troeltfch).

Weiß, Ein gute Wehr und Waffen (Lobftein).

Falk, Der unfichtbare unfterbliche und der
fichtbare vergängliche Menlch (R. A. Hoffmann
).

Bezzel, Dienft und Opfer (Schian).
Nieberg all, An der Schwelle des Troftcs
(Thimmc).

Schmidt, Der richterliche Eid (Kulemann).
Wichtige Rezenfionen. — Neuefte Literatur.

Adolf Rott f.

Herr Adolf Roft, feit 1890 die leitende Perfönlichkeit der J. C. Hinrichs'fchen Buchhandlung, ift am 15. April
geftorben. Von den Verdienften, die er fich um die gelehrte Forfchung erworben hat, der allgemeinen Bibliographie,
deren Ausgeftaltung ein großer Teil feiner Lebensarbeit gehörte und die fein Stolz war, der Herausgabe der
Hauck'fchen Realencyklopädie, der Berliner Kirchenväter-Ausgabe, der Orientaliftifchen Literaturzeitung, letztlich
auch von Deutfch-Evangelifch, kann hier nicht geredet werden. Aber auch unfer Blatt verdankt ihm viel und verliert
mit ihm viel, denn feine ganze Umficht und Gefchäftskunde hat er ftets in befonderem Maße der Förderung
desfelben gewidmet. Die Theologifche Literaturzeitung auf der Höhe zu halten, in fchweren Zeiten, wie den gegenwärtigen
, auch erhebliche Opfer für fie nicht zu fcheuen, das gehörte zu den ererbten Traditionen feiner Firma,
an denen feftzuhalten ihm Ehrenfache war. Es war nicht bloß großzügiger Gefchäftsfinn, der dahinter ftand, fondern
fein Intereffe galt in hohem Maße der Sache felbft. Entfchiedener Chrift, dem ,glauben' hieß ,mit der Wirklichkeit
Gottes Ernft machen', mehr und mehr zugleich ,modernen' Gedanken fich erfchließend, nahm er an religiöfen,
theologifchen, kirchlichen Problemen ein perfönlicbes, oft geradezu brennendes Intereffe und eine entfehiedene, Altes
mit Neuem oft eigenartig verbindende Stellung. Darum konnten wir ihm auch ein volles perfönliches Vertrauen
entgegenbringen, das auch in fchwierigen Lagen fich ftets bewährte. In den letzten Jahren mußte er Schweres
leiden, auch einen hoffnungsvollen Sohn, der fchon in die Firma aufgenommen war, dem Vaterlande hingeben.
Aber in allem vermochte er die herzliche Fröhlichkeit, wie fie fein Lieblingsautor Hilty zu pflegen wußte, aufrechtzuerhalten
. Für feine Todesanzeige wählte er die Form, er laffe herzlich grüßen und für Liebe und Freundfchaft
danken, die ihm erzeigt fei, für die Trauerfeier beftimmte er die Gefänge ,0 daß ich taufend Zungen hätte' und
,Lobe den Herren'. Diefe Anordnungen kennzeichnen fein Wefen. So fteht er uns, die wir ihn kannten, vor Augen.
Dem fchlichten und aufrichtigen Chriften, dem tatkräftigen Verleger, der uns zugleich ein Freund ward, werden
wir ftets ein ehrenvolles und treues Andenken bewahren.

Die Redaktion.

Zur Kultur des Islam.

B1 a n k e n b u r g1 gibt einen im Allgemeinen zu verläffigen

fchehen. Doch beftanden im Jahre 1914, nach der Erklärung
des damaligen Minifters Schükri Bey, nur 3526
Volksfchulen mit 200.000 Knaben und 40.000 Mädchen
D« Schuletat ift jetzt bedeutend erhöht, doch das tue
alles nichts, folange keine tüchtigen Lehrkräfte zur Verfügung
flehen. Mit dem höheren Schulwefen fteht es fehr
viel beffer, und nicht erft feit der jungtürkifchen Umwälzung
von 1908. Nicht allein wegen der Rückftändig-
keit des türkifchen Schulwefens, fondern auch im Intereffe
nationaler und konfeffioneller Sonderbeftrebungen haben
die im osmanifchen Reiche lebenden Armenier und Grieche
n fchon feit vielen Jahrzehnten eigene Schulen, niedere wie
höhere, eingerichtet, die fich in glänzender Verfaffung befinden
, und deren Gefamtzahl fich auf 1546 mit 220.000
Schülern belaufen foll. Unter den Auslandsfchulen flehen

Nationalitäten des osmanifchen Reiches fowie die Gründ
ungen ausländifcher Staaten oder Gefellfchaften, deckt die
Mängel des bisher befolgten Syftemes auf und fu cht fihließlich
die Aufgaben zu beftimmen, welche das deutfehe Reich hier
zu erfüllen hat. Die allgemeineSchulpflichtwurdezwarfchon
im Jahre 1847 — im achten Regierungsjahre Abdulmed-
fchids — als Staatsgefetz verkündigt, aber die Ausführung
ließ faft alles zu wünfehen übrig. Seitdem ift natürlich vieles ge-

») Blankenburg, Oberlehr. Dr. W., M. d. A,:Die Zukunftsarbeit
der deutfehen Schule in der Türkei. (Länder u. Völker der Türkei.
Heft 1.) (31 S.) gr. 8°. Leipzig, Veit&Comp. 1915 M. —50

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