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Ausgabe:

1918

Spalte:

93-94

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Rudolph, Hermann

Titel/Untertitel:

Die Krankheitsursachen und die okkulten Heilwesen 1918

Rezensent:

Hoffmann, Richard Adolf

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Seite 1

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♦93

fles frnnzöfifchen Kardinals Fefrh zum Koadiutor cum Ihnen erkennt Rudolph nur einen mehr oder minder ■bedingten
des iranzoincnen t^arcnnais r-elch zum ivoaujui : w/ert zu. Dabei geht es dann freilich ohne mancherlei' felfiam

iure succedendi Dalbergs und das Scheitern der IJal- : anmutende Behauptungen-nicht ab.

bergfchen Politik hervor. Das Buch liefert zugleich einen j Bemerken möchte ich noch,.daß kürzlich Rittelmeyer in
äußerft wertvollen Beitrag zur Lebensgefchichte diefer j drei Artikeln der ,chridlichen Welt', 1917 Nr. 33-35 auf die'hohe
merkwürdigen Perfönlicbkeit, die man im Kirchenrecht ! erzieherifche und möglicherweise auch Erkenntnis ^
wohl auch den letzten Episköbaliften Deutfchlands zu
nennen pflegt

Erlangen. Sehling.

deutung der Theofophie, fpeziell Rudolf Steiners, in anregender
Weife hingewiefen hat. . „ „„

Wien. R A. Hoffmann.

Morgenglanz der Ewigkeit. lahrbuch f. religiofe Lyrik.

I. Folge. Unter Mitwirkg. zahlreicher Zeitgenoffen hrsg.

v. Wilh. Rüdel. (329 S.) kl. 8°. München, Müller

u. Fröhlich 1917. Geb- M- 4-5o

,So zahlreich auch die religiöfen Anthologien find,
die die fchönften Beiden religiöfer Lyrik aus früheren Zei-

ten und ans bereits veröffentlichten Werken gefammelt bcnrenk-Bethel über die Stille und der von Heim über Krieg und

Die 25. allgemeine Chriftliche Studenten-Konferenz zur Vertiefung
chriftlichen Lebens u. zur Anregung chridlichen Werkes in
Wernigerode vom 5.-7. Auguft 1916. (Vorträge. Hrsg. v.
Dr. Philipp Krämer.) (80 S.) 8°. Berlin, Furche-Verlag 1916.

M. 1.80

An diefem Heft ift nicht nur die Eröffnungsanfprache des
fpätern Reichskanzlers Michaelis von Wert, fondern jeder andre
Beitrag auch. Voll und tief find die beiden Vorträge, der von

haben'ein Buch das nur Ungedrucktes von lebenden Ver- ^'fTrn,G^.anke.n, Sanz r^"" und "3rker Art> getaucht in

naoen. ein Bucn, uas um ^ p...r T ., „ . , -r. ____, ^ tiefe Chriftusfrommigkeit und auf das Leben bezogen mit offenem

faffern auf dem Gebiete religiöfer Lyrik gebracht und es } Blick fur feine Nö* und Aufgaben dazu eine Form der Dar-
fo vor dem Verfchwinden in der Tagesliteratur bewahrt | bietung, die oft etwas mit der modernen Welt der Technik
hätte fehlte bisher.' Diefe Lücke will das Jahrbuch aus- i kokettiert, das läßt wirklich lebendige Kraft eindrucksvoll und
füllen n ihm haben 60 Männer und Frauen mitge- ! »nyerwifchbar auf den Leferüberftrömen. In den Ansprachen von
luiien D1 , , „nheknnnre Bek-innre ThenWr-n ; Schader> Humburg und Niedermeyer fpricht bis auf einzelne Abarbeitet
, bekannte und unbekannte Bekannte Iheologen . wanQlungen derfeibe GeiPt; offen und entfchloffen wird an der
find Otto Frommel, Otto Herpel, (Pfarrer in Lißberg, Ober- i Aufgabe gearbeitet, nicht nur den Studenten chriftlich zu machen,
heffen; er gab kürzlich in der .Chriftlichen Welt' eine ein Werk, deffcn Grenzen man wohl einfieht, fondern die ganze
eindringende Analyfe der religiös-dichterifchen Entwich- Bewegung aus ihrem Individualismus und ihrem Internationalis-
lung von Karl Röttger), Paul Kayfer-Leipzig, Karl Ernft i mt!jA?heG(fdanken des Vaterlandes zuzuführen

Knodt, Fritz Philippi, Friedrich Ulmer und Dietrich ' Heidilbeig- ____F. Niebergall.

Vorwerk. Bekannte Namen von Dichtern find ferner: | Mai-Rodcgg, Guftav: Hamlet-Entdeckungen eines Schaurpielers.
Dttn rViifiii« Fmil Hadim Karl Rötto-er und Guftav ' Mit e. Geleitwort v. Geheimrat Prof. Jofef Kollier. 2. durch-
e T. , Lr™' G ui • U V r 2 xr r v / 1 ge'eh. Aufl. (111 S.) 8«. Berlin, Oefterheld & Co. 1917. M. 3 —

Schuler. Von Dichterinnen: Marie Peefche, IhereleKolt- Schaufpielerkritiken von dramatifchen Kunltwerken bedeuten
lin, Emma Müllenhöf, Marie Sauer, Anna Schieber. Aber nicht immer eine Förderung der Wiffenfchaft. Das vorliegende
auch unbekannte oder wenig bekannte haben wertvolle Schriftchen aber darf niemand überleben, der (ich mit den
Lieder beigefteuert, wie der fränkifche Pfarrer Georg Mer- I fchwierigen Fragen des Hamlet' auseinanderfetzen will. Denn
bei „nrl Her -Rpktnr Hermann Trebbin Heraiisrreher ift der Verf. weiß nicht bloß die Auffallung der Rolle, zu der er lieh
hei und dei Rektoi Hermann rrebpm. irlerausgtber llt innerlich durchgearbeitet hat, klar und eindringlich, bisweilen
der Munchener Pfarrer Wilhelm Rudel. Er hat felber | mehr überredend als überzeugend auseinanderzuretzen, er weiß
fchöne Gaben beigefügt, und in der Zufammenftellung I fie auch gefchichtlich zu begründen. Er hat fich in der fad un-
hat er Gefchmack und Takt bewiefen. Eigentliche Kriegs- j überfehbaren Literatur über das Drama tüchtig umgefehen .. nur

lyrik, die nur ftofflichen vergänglichen Wert befäße, ift i fch,a,d?> daßJhm die Arbeit entgangen ist, die feine gewiß richtige
„ rt,:«i„- iu„li , . „ „,„„„u„ -d»:*_- „ „ , Auffailung Hamlets als Helden am bebten geltutzt hatte: . Schicks

ausgefchieden. Wohl deuten manche Be trage natur- , ausgezeichneter Feftvortrag vor der Shakefpeare-Gerellfchaft vom
gemäß auf die Gegenwart hin, auf den großen Krieg und 1 Jahr 1902 (Shakel'pjb. Band 38). Wenn Hamlet kein fauler Träumer,
das Luthergedenkjahr. Aber das Meifte ift zeitlofe Lyrik | kein blaffer Neuropath fein foll, wie erklärt (ich dann fein langes'
oder doch fo aus dem gefchichtlichen Anlaß ins Über- ' Zögern mit der auferlegten Tat, jene Unentfchiedenheit, unter

zeitliche erhoben, daß es für alle Zeit verftändlich und der er, felbef am ™filten ,vlet«? UM-R-ü.ei,ft a«f dfn Renaiffance-
e »• u i t x7- 1 . ■■ t .f f' li ry ., '■ gedanken der ,bella Vendetta' hin: Nicht Rache an fich ift
erbaulich bleibt Einzelnes tragt epifchen Ton. Zuweilen 1 notwendig) rondern eine wohlüberlegte, vollftändige und von dem
finden wir chriftliche hefte oder beftimmte Gedenktage j Urteil der Welt als gerecht p -.erkannte Rache. Darauf geht H

aus Luthers Leben verherrlicht; das Allermeifte ift aber
rein lyrifche Lyrik, Stimmungslyrik. Kirchenliedmäßigen
Ton trägt kaum ein Lied, am eheften noch Schülers ,Troft-
lied'. Trotzdem nicht weniger als 60 Verfaffer zu der
Sammlung beigefteuert haben, trägt fie doch einen einheitlichen
Stempel: es liegt, wenn fchon Töne des Kampfes
mit Leid und Leben nicht fehlen, Feiertagsftimmung über
dem Ganzen. Mitten im Krieg ift hier ein Buch friedvoller
Schönheit gefchaffen. Nachdem ich faft den ganzen
Band zweimal gelefen, verftärkt fleh mir der Eindruck
von feinem Wert. Unter manchem Durchfchnittlichen
findet fich viel Eigenes und Schönes. Möchte der Band
foviel Anklang finden, daß der Herausgeber fein Werk,
wie er wünfeht, Jahr für Jahr fortfetzen kann.

Hannover-Kleefeld. Schuft er.

aus, bis ihm fein rafches Blut einen Streich fpielt und die Gewalttat
gegen Polonius das ganze Werk verderbt. An diefer
Deutung ift ficher fehr viel richtiges, He rührt auch wirklich an
den Nerven des Stückes und erklärt fehr viel, wenn auch nicht
fo viel, wie M.-R. mit feinen oft überkühnen Einzelbemerkungen
erweifen will. (Das Buch, worin H. lieft, foll die ,Ermordung
des Gonzaga' fein, die nachher aufgeführt wird, und dergl.). Vor
allem aber wird M.-R. der Frage nicht gerecht, die unfre Lefer
am meiden angehen dürfte: wie weit religiöfe Hemmungen für
H. in Betracht kommen. Sein Verhältnis zu dem Geiffe bedarf
noch erneuter Unterfuchung unter gründlicher Heranziehung
alles deffen, was uns über die Anfchauungen der elifabethanifchen
Zeit von den letzten Dingen, von Buße und Fegefeuer, von trüger-
ifchen Gefpenftererfcheinungen und dergl. fichere Kunde gibt.
Zwei großen Aufgaben fleht fich H. gegenüber gedeih: einmal
die Botfchaft des Geides zu prüfen, und dann, die als gerecht
erkannte Aufforderung zur Rache in die Tat umztffetzen. Für
das erdere id noch vieles zu tun, doch auch hier wird M.-R., felbd
wo er zum Wiederfpruch herausfordert, manche wertvolle Anregung
geben.

Pofen. Robert Petfch.

Von Prof. Lic. Paul Pape in Berlin W. 57, Manfteinftr. 10.

Beziigl. Ihnwcifc und Sendungen find jederzeit erwünjeht.

Rudolph, Herrmann: Die Krankheitsurfachen und die okkulten
Heilweifen. Ein Wegweifer zur Förderg. der geid. Kultur u.
zur Verjüngg. der menrchl. Raffe. (Theofophirche Kultur-
Bücher f. wahre Lebenskund u. Lebensweisheit, Nr. 4.) (57 S.) Wichtige Rezenlionen.
8°. Leipzig, Theofoph. Kultur-Verlag 1917. M. 1 50
Verf. vearitt, wie fchon in früheren Schriften (vgl. ThLZ 1916

S. 65 f. 1917 S. 69) den Standpunkt der theofophifchen ,Geides-

wiffenrehaft' Die letzten Uriachen aller Krankheiten find ihm

feelircher Natur, liegen in der verkehrten Willensrichtung der

Menfchen und ihrer mangelhaften Selbderkenntnis. Auch zum

Zweck körperlicher Geftindung kommt es nach Rudolphs

Meinung darauf an, das höhere Selbd im Menfchen als das wahre,

geidige, göttliche Sein aller Dinge zu erkennen und fo zur Reinheit
und Menfchenliebe zu gelangen. Die ,materialidifchen' und

die ,okkulten' Heilweifen werden dann der Reihe nach befprochen.

Harnack: Zur Revilion d. Prinzipien d. nteft. Textkritik (v. WBauor ■
DtfchLtz 1916, 44; v. vD.: LtZtrbl 1916, 47; v. JMHeer: ThRev
I9D. 3 4)-

Hauck.- Deutfchland u. England i. ihren kirchl. Beziehungen (v GB-
LtZtrbl 1917, 5; v. AK: lniKrchlZ 1917, 2; v. GGrützmacher- Th-
Ggw 1917, 3; v. HPreuß: ThLrbl 1917, 4).
Heigl: Die vier Evangelien (BiblZ 1916, 2; Kath 1917, 3; vKKaft-