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Ausgabe:

1918

Spalte:

79-80

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Lindeboom, L.

Titel/Untertitel:

De ‚analogia fidei‘ en Rom. 12:6 (7) 1918

Rezensent:

Windisch, Hans

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Seite 1

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79

So

entfprechen inhaltlich und der Reihenfolge nach der 17. i druck xara rqv avaXoyiav rqg jciarecog die nlang nicht,

wie gemeinhin angenommen wird, die fubjektive fides
quae credit, fondern die objektive fides quae creditur fei,
daß ihr Inhalt der den Vätern verheißene, in Jefus gekommene
Chriftus fei, daß die avaXoyia hier nicht den
Sinn von Richtfchnur, Regel, fondern den von Regelmäßigkeit
, Ebenmaß, harmonifche Einheit habe (Richt-

e

und 18. Bitte des A. Gebets (nach bab. Rezenfion), und
der Priefterfegen wird mit der 19. Bitte fich decken (S.
35 ff.). 5- Aus Tamid IV Schluß und Tarn. V, 1—2
fft zu folgern, daß die 17. und 19. Benediktion des A.Gebets
von denPrieftern und dem Maamar (d. i. den Laienvertretern
) im Tempel gebetet wurden (S. 43).

In dem 2. Hauptteil (S. 55—114): das Zeugnis des In- ; fchnur fei nur in xara ausgedrückt), fo daß die Aufgab
haltes und der Zeitgefchichte, fucht Sch. die Entftehung ! der Profetie herauskomme: nicht nur nichts zu lehren gegen
des Gebetes nach rückwärts noch weiter zu verfolgen, j die Lehre des Glaubens, die in Jefus Chriftus voll ge-
In Allgemeinen kann Sch. recht gegeben werden, daß j wordene Gottesoffenbarung, fondern auch und zu allererft
unfer Gebet fpezififch pharifäifchen Charakter aufweift, j den rechten Sinn und die herrliche Bedeutung und Kraft.
! »afiir fpricht z. B. die 2. Bitte, die Totenerweckung be- S die der ganze Glaube für das volle Menfchenleben hat,
treffend (S. 59ff.). Sodann die 3. Bitte: die Heiligen I zu Gottes Ehre und der Menfchen Seligkeit ans Licht
(nach bab. Rez.), die Gott jeden Tag preifen, werden ! zu fetzen. Die Beweisführung ift nicht immer ftreng

methodifch, die verfchiedenen Bücher des N. T. werden
unterfchiedslos verwendet. Hauptgewährsmänner find dem.
Vf. u. A. die alten Autoritäten der reformierten Kirche.
Von neueren Forfchern, auf die er fich berufen könnte,
nennt er nur Cremer (Wörterbuch der Beutelt. Gräci-
tät8); er hätte auch Philippi (Com. über den Brief

die Engel fein — die Sadduzäer lehnten im Unterfchied
zu den Pharifäern den Engelglauben ab (S. 65). Auch
die 5. und 6. Bitte um Bekehrung und Vergebung tragen
pharifäifches Gepräge (S. 67) und ebenfo die 13. Bitte
mit ihrer Verdienfttheologie (S. 84). Den S. 75 aus dem
pharifäifchen Charakter einzelner älterer Bitten des Ge

betes gezogenen Schluß, daß diefe Bitten aus der 2. Hälfte ■ Pauli an die Römer) und K. P. Liddon (Explanatory

Analysis of St. Paul's Ep. to the Romans 1893, bei
Sandlay-Headlam zu Rom 12,6 zitiert) nennen können.
Infofern ift freilich dem Vf. Recht zu geben, als xara
rqv avaXoyiav rrjg niartmg v. 6 nicht ohne weiteres mit
70 finden. Weit höher würde hinaufzufetzen fein eine für (lUQOV jtionmg v. 3 gleichzufetzen ift, wie viele Exege-
die Tefilla anzunehmende Urform, wenn die unleugbaren j ten meinen. Ebenfo befteht jedenfalls die Möglichkeit,
Berührungen von Jef. Sir. 5i,i2ff. und 36,1—ii (=33,1— daß jrioriq hier wie auch fonft gelegentlich bei Paulus die
13'* + 36,16b—22 bei Smend) mit gewiflen Benediktionen j Glaubenslehre bezeichnet. Ein Hauptbedenken gegen die
des A. Gebets auf Abhängigkeit von der Tefilla beruhten. 1 Erklärung L.'s liegt m.E. darin, daß die Prophetie bei Paulus

des letzten vorchriftlichen Jahrb.. Rammen, kann ich nicht
für zwingend halten. Wie Sch. kann auch ich nicht von
der 14. Bitte (nach pal. Rez.), die Gott als Erbauer Je-
rufalems preiR (S. 87), einen Hinweis auf die Zeiten nach

Sch. bezweifelt (S. 97) die Echtheit der Sirachfielle 51,12 ff.,

ein Charisma iff, bei dem ein Verfioß gegen die Lehr-

und für 36,1—11 möchte er Einfluß auf die Tefilla anneh- Offenbarung von vorn herein ausgefchloffen fein follte.
men. Auch hier befriedigt feine Beweisführung nicht. Viel Daß auch die herrfchende Auslegung (nach dem Maß des
Kapital fcheint Sch. (S. I02f.) aus Pf. Sal. 5,8ff. für feine ' Glaubens, das der Prophezeiende befitzt) einige, auch bei
obige Anfetzung der Tefilla zu fchlagen. Obwohl der i Philippi angedeutete Schwierigkeiten hat, fei gleichwohl
größte Teil der Bitten des A. Gebets im n.t.lichen Zeitalter anerkannt.

vorhanden gewefen fein foll, läßt fich jedoch die Tefilla felbfi 1 Leiden. Hans Windifch.

im N. T. nicht nachweifen (S. 113). Indeffen foll Jefus '

(vgl. Luk. ii,iff.) das Vaterunfer den 12 oder 16 Bitten, Profumo, Attilio: La memoria di s. Pietro nella regione

aus denen die Tefilla damals beRand, gegenübergeRellt Salario-Nomentana. (Römifche Quartalfchrift f. chriRl.
haben. Altertumskde. u. f. Kirchengefch. 21. Suppl.-Heft."

In dem letzten Hauptteil (S. 115—168), die Zeit (132 S. m. 17 Fig.) gr. 8". Rom, 1916. Freiburg i. B.,
und Tätigkeit Gamaliel II, gibt fich Sch. mit der end- Herder. M. 4 —

gültigen Rezenfion und der urfprünglichen Zahl der Bitten ! Es gibt drei Notizen, aus denen fchon feit langer Zeit
der Tefilla ab. Die babylonifche Rezenfion mit ihren j gefchloffen worden iß, daß an einem der an den Viae
19 Bitten iR durch Spaltung der 14. Bitte in 2 entRanden. ; Salaria nova und Nomentana gelegenen Coemeterien
Sch. nimmt aber an, daß das urfprüngliche Gebet nur, j eine Tradition hafte, nach der der ApoRel Petrus dort
17 Bitten umfaßt habe, indem die Ketzerbitte Samuels j getauft habe. Welches es fei, ob das Coemeterium Priscil-
jetzt an 12. Stelle Rehend, erfi nach 70 n. Chr. hinzukam , lae oder das Coem. malus, darüber herrfcht Streit. Proais
neue Bitte. Andere find der Meinung, daß diefe
lütte in eine fchon vorhandene Bitte eingefchoben wurde
(S. 124ff). Nach Sch. S. 152 hat die von Samuel verfaßte
Verwünfchungsformel fich auch gegen die Chriffen gerichtet
. Sehr richtig vermutet Sch. (S. löof.) als Motiv
für die Hereinziehung der Ketzerbitte in die Tefilla, daß
fo in dem Kampf zwifchen Judentum und ChriRentum

fumo entlcheidet fich in eindringender Unterfuchung für
das Coemeterium maius und bezieht alle drei Notizen auf
ein und diefelbe petrinifche Tradition, die, wohl fchon
am Emde des 3. Jahrhunderts an der Via Nomentana am
2. Meilenfieine, eben an dem Coemeterium maius=Ostria-
num lokalifiert erfcheint. Die dem Coemeterium maius
eigentümlichen Tuff-Kathedren beziehen fich auf eine,

die Entfcheidung Gott anheimgegeben werde, der natür- j vielleicht fchon in das Ende des 2. Jahrhunderts zurück
lieh auf Seiten feiner Bekenner Rehen muß. i reichende, mit diefer Tradition in Zufammenhang Rehen-

Möchte der Verf. feine im Schlußwort angedeutete ! de Gedankenverbindung, d. h. auf die Cathedra Petri,

Abficht erfüllen und feiner tüchtigen Monographie über
die Tefilla eine textkritifche Ausgabe folgen laffen und
fodann die Stellung des Achtzehngebetes zum Pfalter und
N. T. erörtern und feinen Einfluß auf die altchriRliche
Liturgie nachweifen. Nach dem fchönen Vorläufer dürfen
wir für die Fortfetzung Gutes erwarten.

auf deffen Aufenthalt in Rom.

Wie mir fcheint, find zwei grundlegende Fragen unbeantwortet
geblieben. 1) Der Ausdruck ad Nymphas
(limphas) b. Petri iR nicht erklärt; es iR auch nicht be-
wiefen, daß unter diefem Petrus der ApoRel verRanden
werden müffe; es kann ein beliebiger Petrus fein, von

Heidelberg. G. Beer. d9™ di? Nymphae ihren Namen hatten. 2) Es iß durch

1 nichts bewielen, daß die dem Coemeterium maius eigen-

Lindeboom, Prof. L.: De ,analogia fidei* en Rom. 12:6 S tümlichen Lehnfeflel aus Tuff mit der Cathedra Petri
(7). (S.-A. aus: Geref. Theol. Tijdfchrift 1917.) (26 S.) j in Zufammenhang Rehen muffen. Mode und Eigenart der
gr. 8". ! Architekten des Coemeteriums und der Angehörigen der

Diefe exegetifch-dogmatifche Studie ßellt fich den j dort Beigefetzten können diefe Eigentümlichkeit erzeugt

Beweis zum Ziel, daß in dem fchwer zu deutenden Aus- haben. Daß in einer legendenfüchtigen Zeit diefe Cathe-