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Ausgabe:

1918

Spalte:

76

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Wiener, Harold M.

Titel/Untertitel:

The Date of the Exodus 1918

Rezensent:

Holzinger, Heinrich

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Seite 1

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75 Theologifche Literaturzeitung 1918 Nr. 6/7

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Wörtern, dagegen :auffallend der Irrtum (S. 25), daß
Homer nichts von den Phöniziern Tage, wo er fie doch
Od. IV 83 f., XIV 288, XV 115 und 414 II. VI 288 ff.
und XXIII 740 deutlich erwähnt.

Leipzig. Erich Bifchoff.

Eichrodt, Lic. Waith.: Die Quellen der Genefis, von Neuem
unterfucht. (Beihefte zur Zeitfchr. f. d. altteft. Wiff
31.) (III, 156 S.) gr. 8°. Gießen, A. Töpelmann 1916.

M. 5.60

Die fprgfältige und lehrreiche Unterfuchung ift in
der Hauptfache eine Auseinanderfetzung mit Eerdmans,
weiterhin Stellungnahme zu Smend. Der erfte Teil
(S. 1—56) ift fchon 1915 als Differtation mit dem Titel
,Die Priefterfchrift der Genefis' erfchienen. Der Verfuch
von Eerdmans, P« als Quelle verfchwinden zu laffen, wird
abgelehnt. Dagegen werden im Anfchluß an Smend,
die Tholedoth Ps aberkannt, in nachträglicher Auseinanderfetzung
auch gegen Budde (inZAWi9i4), von größeren
bisher diefer Quelle zugewiefenen Stücken vor allem
Kap. 23. Dagegen bleibt für P* die Chronologie der
Genefis. Kurz PK' ift eine zufarnmenhängende Quelle,
und wenn manches ihr fonft zugerechnete an P" — im
weiteren Sinn —- gewielen wird, fo gewinnt fie an Einfachheit
und Überfichtlichkeit der Anlage' und an
.Großzügigkeit' des gefchichtlichen Aufriffes.

Die Unterfuchung von JE. fchließt fich, foweit ich fehe,
im ganzen der Drei-Quellen-Theorie von Smend an. Doch
wird an einer Stelle (S. 109) eine jüngere Schicht von E
als noch erkennbar genannt. Jedenfalls wird Smends
Untericheidung von J1 und J2 auch in den Patriarchen-
gefchichten, mit gelegentlicher Korrektur diefer und jener
Analyfe aufgenommen; J1 und J2 find fchriftftellerifche
Perfönlichkeiten. Wenn dabei ftärkere Beweglichkeit der
Gottesnamen vorausgefetzt wird, als von der älteren

r/v, VöUr;V

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Zerteilung' der Quellen 111 zufammehha'ngsiofe Emzejlge-
fchichten entfchloffen ablehnt.

Alles in allem ift Eichrodts Ergebnis, daß die neuere
Urkundenhypothefe in ihrer Grundlage gefund ift. Daß
fie .Hypothefe' ift, in fö und fo vielen Fällen Fragen offen
gelaflen hat, in fo und fo viel Einzelheiten Verfuch eines
Verfuchs und verbefferungsbedürftig ift, wurde m. W. von
ihren Vertretern ftets vorbehalten. Erfreulich aber ift,
daß in der jüngeren Generation der Wille und die Geduld
zur Weiterführung diefer ganzen mühfamen Arbeit
vorhanden ift.

Ulm a. D. II. Holzin geh

Wiener, Harold M., M. A., LL. B.: The Date of the Exodus
(S.-A. aus Bibliotheca Sacra.) (454—480) gr. 8«. Oberlin, Ohio,
Bibliotheca Sacra Co. (1916). 25 c.

W. legt das Datum des Exodus genau feit: das Ereignis hat
am 15. Tag des Monats Abib im 2. Jahr des Pharao Merneptah
ftattgefunden — die Ägyptologie hat jetzt nur deffen Thronbesteigung
flcher feftzulegen. Vorerft bleibt die Zeit zwifchen 1233 und
1223 frei. ,TruIy a marvelous resultl' Die Hauptbeweife find
folgende .Die Städte Pithom und Raamfes Ex 1,11 find unter
Ramfes II gebaut worden. Auf diefen weift auch die Notiz Ex
2,23 ,es gefchah in jener langen Zeit, daß der König von Ägypten
ltarb', was man nur bei einem König lagen kann, der i'ehr
lange regierte, wie eben Ramfes mit feinen 66 oder 67 Jahren.
Nur eben, daß man dann eigentlich fagt ,nach jener längen
Zeit', was fleh hebräifch ganz gut ausdrücken läßt; das Wort für
,lang' wird ungefchickte Glorie fein. Der Pharao des Auszugs
ift dann Merneptah. Auf der in feinem 5. Regierungsjahr errichteten
Stele wird u. a. ein Sieg über Ifrael genannt. Wie fchon
Lehmann-Haupt (Ifrael 36 ff.) geltend gemacht hat, ift da nach
dem Determinativzeichen von Ifrael nicht als einem Lande, fondern
als von einem noch nicht angefledelten Stamm die Tf ede
der fleh füdlich von Paläftina, etwa um Kades herum, aufgehalten
haben mag. Diefer Sieg Merneptahs ift die Nu. 14,40 ff. berichtete
Niederlage der Ifraeliten im Herbft (vgl. Nu. 13, 20) des dritten
Jahres des Auszugs (vgl. Dt 2,14). Da die Ereigniffe zwifchen
dem Tod des Ramfes und dem Auszug einige Zeit beanfpruclien,
fo bleibt für den Auszug nur das zweite Jahr des Merneptah übrigl
Kritik, fo ift das keine grundfätzhehe Sache. E. llt ge- Darüber, daß Nu. 14,40 nicht den Pharao als Gegner nennt,

neigt, Schwankungen in erfter Linie aus der redaktionellen wird fleh reden laffen — warum foll ein folcher fleh nicht den
Verarbeitung zu erklären, über das Verhältnis der Gottes- Sieg eines yafallen gutfehreiben?'-auch darüber, daß in den

. . _ta™ , : . ■ ,---- - a . ~ . AllR711PPfUcmenn-n Konflikte mit I?<tmPpc nnH M/ArnA.r»tol-, na^U

namen in MT und LXX fpricht er fich (S. 119fr, auch
140L) höchft behutfara und ohne eigentlichen Abfchluß

Auszuggefchichten Konflikte mit Ramfes und Merneptah nachklingen
. Und zu beweifen, daß Ex 14 den Merneptah dem Untergange
feines Heeres nur zufehen läßt, macht dem Scharffinn1 W.s

aus; die Nachprüfung der Aufftellungen Dahfes ift äugen- : flcher keine Schwierigkeiten
fcheinlich eine der Arbeiten, die E. für fpäter in Ausficht i Weiter zurück fichert W. dann noch die 430 Jahre des Aufhellt
. Die Auseinanderfetzung mit Eerdmans führt auch j |nthalts in Ägypten Ex 12,40, u. a. gegen die Lesart von LXX und
:. „ , A, fk , -.-lt /"•! 1 Sam., und bereitigt die 400 Jahre der Bedruckung Ge 15.13 dadurch,
hier zu ftarker Ablehnung. Der polytheiftifche Charak- j daß er aus ni^^ eine Verlehmg von ^k^M^^t
ter der Genefisgefchtchten, insbefondere der Polytheismus ; ift eine runde Zahl, keine Datierung; da die Eroberung des Landes
im Gebrauch von QirfbN wird glatt abgewiefen (S. 106. 108 Jahre nach dem Regierungsantritt des Ramfes begann, fo ift
noft). In fo und fo viel Einzelfällen wird erkannt, daß S die viertf Generation, von der die Stelle redet, ganz in Ordnung
Ff-rrlman«! keinen P'ortfrhritt erreicht -vnrh execretifrh ver- ! — man braucht nur für eine Generation bloß 25 Jahre anzuretzen.
Eerdmans keinen Port aucn exegetucn ver , Natürlich ift das Ergebnis: eine fo aktenmäßig genaue und
fagt (z. B. S. 114 zu Kap. 24), über Spannungen und Wider- ( ,.ichtige Datierung im Pentateuch ift nur möglich, wenn MbTe
fprüche einfach hinweggeht (S. 1261) oder mangelhafte
Quellenfcheidung bietet (S. 129). Seinem Aufriß der
Genefiskompofition wird vorgeworfen Unvollftändigkeit
und Unzulänglichkeit in der Aufteilung der Stoffe und
Unbrauchbarkeit der Einteilung (S. 133), das Fehlen eines

felblt der Verfaffer ift. Truly a marvelous result.

Ulm a. D. H. Holzinger.

Mowinckel, Sigmund: Ezra den Skriftlärde. Studier til
den jödiske menighets hiftorie og litteratur. Anden
mchfichen Prinzips für Gewinnung von'Zufammengehöri- ! Sämling. (VIII, 170 S.) Lex. 8°. Kriftiania, O. Norlis
gern und daher viel willkürliche Entfcheidung (S. I36f). : Fori. 1916.

Die Rückkehr zur fchrankenlofen Ergänzungshypothefe : Die Fortfetzung der in diefer Literaturzeitung 1916,
(S. 138) könnte m. E. nicht als Vorwurf genannt werden, j 484f- befprochenen Studie des Verfaffers über den Stattwenn
Eerdmans fie als fachlich notwendig bewiefen hätte. ' halter Nehemiasl) enthält bei weitem mehr als der Titel:

Das Ergebnis ift (nach S. 139Ü: Ee. gelange zu keiner
brauchbaren Löfung des Problems und gebe keine direkte
Förderung, aber Anregungen für die Literatur- und Textkritik
. Darnach erfcheint es nicht recht verftändlich,
warum S. 3f gegen Steuernagel und mich der Vorwurf
reiner Negation gegenüber Eerdmans erhoben wird, denn
mehr als wertvolle Einzelbeobachtungen, die ihm niemand
abgeftritten hat, erkennt ihm auch Eichrodts Nachprüfung
nicht zu. Widerfpruch wird auch gegen die Zu-
fammenftellung von Eerdmans und Smend zu erheben
fein. Wenn Ee. in Auflöfung der Quellenzufammenhänge
eine von Gunkel eingefchlagene Linie fortfetzt (S. i5')>
fo ift fchwer verftändlich, wie er gleichzeitig mit Smend
zufammengebracht werden kann, der gerade Gunkels

Efra der Schriftgelehrte,_vermuten läßt. Sie behandelt
nämlich nicht nur die Eft. 7—10, Neh. 8 vorliegende
Quelle und auf Grundlage davon die Tätigkeit Efras in
Jerufalem, fondern gibt S. 91 — 138 eine umfaffende Überficht
über die religiöfe Entwickelung der Ifraeliten von
den früheften Zeiten an, wobei eine Reihe von wichtigen
Punkten, z. B. das Auftreten Mofis, der Charakter des
Deuteronomiums und die Urfachen der Zentralifation, Deu-
tero-Ezechiel, das im Exile entftandene, aus zwei Schichten
beftehende Heiligkeitsgefetz, die in Paläftina zwifchen
537 und 520 verfaßte Priefterfchrift u. a. m., behandelt

1) Eine eingeliendeie BtTprechung habe ich in der norwegirchen
theolog. Zeitfchr. 1917, 113 fr. geliefert.