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Ausgabe:

1918 Nr. 2

Spalte:

324-325

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Torm, Frederik

Titel/Untertitel:

Lidelsen 1918

Rezensent:

Schmidt, Reinhold

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323 Theologifche Literaturzeitung 1918 Nr. 25/26.

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in Würzburg zu einem langwierigen obrigkeitlichen Verfahren der gefchichtlichen, der theoretifchen wie praktifchen Seite
d™ ^KfrJj^J^ SL&^LJS!^ Ä"r§ erftrebt und diefes Ziel ift- auch erreicht worden. Es b

entzog', wo er als konftitutioneller Priefterkanditat Aufnahme . "T* 1 V;.a"cu CJ1 clT7r,rVUraC^ TA

fand. ; handeln Schnudlin das Wefen der Miffionswfffenfchaft,

Straßburg i E. Anrieh. | R- Streit die Miffionsliteratur, Schwager die Erfahrungen

der katholifchen Weltmiffion im Weltkriege, Eher die d

, _ . _ . Ii-,-.- t> »

og-

Hoffmann, Prof. Lic. Dr. Heinr.: Die Religion des Goethe- matifche Begründung der Miffionsaufgabe. Meinerts die hl.
sehen Zeitalters. (Sammlung getneinverftändl. Vorträge ' Schrift und die Miffion, Bigelmair die altchriftliche und
u. Schriften aus d. Gebietd.Theol.u. Eeligionsgefch. 8r.) mittelalterliche Miffion im Vergleich mit der gegenwär-
(37 S.) gr. 8°. Tübingen, J. C. B. Mohr 1917. M. 1— j tigen, Huonder die Frage eines einheimifchen Klerus, Pieper
Das Goethefche Zeitalter oder, in zufammenfaffendem i das heimatliche Miffionswefen, Acker die Miffionen in den
hiftorifchem Begriff, der deutfehe Idealismus nimmt mit ' deutfehen Kolonien, Lammens die Orientmiffion, Schmidlin
der Aufklärung' an dem Prozeß der Säkulalifierung teil die oftafiatifchen Miffionen, Galm Miffion und Seelforge,
und rückt bei allem Streben nach Allfeitigkeit Kunft und Ditfcheid die Miffion in der Schule, Schweitzer Miffions-

Philofophie in den Vordergrund. Dennoch nimmt in ihm j pflege und Vereinsleben

die Religion keine geringe Stellung ein. Schiller fleht ihr Göttingen. Carl Mirbt.

vielleicht am fernften. Die Führer kommen zur Religion--------

entweder von der Natur und dem Univerfum oder von Vor Trosbekendelle. Bibelsk belyfl af H. Oftenfeld, II. M.
der Ethik her. (Dabei ift die Zertrümmerung der dog- i Fenger, H. Martenfen-Larfen, E. Geismar, A. Fibiger,
matifchen Naturerkenntnis durch Kant als Voraus- A. Th. Joergenfen, Chr. Welding, H. Ufflng, J. Stecn
fetzung feiner Ethik ebenfo unberückfichtigt geblieben og H. Iloffmeyer. (Kirke og Folk. I—II.) (156 SV)
wie die Entwicklung Goethes, nicht zuletzt unter Kants kl. 8°. Kopenhagen, Gyldendal 1917. Kr. 2.75
Einwirkung.) Das geglaubte Göttliche wird überwiegend Torm, Prof. D. Frederik: Lidellen. Med faerligt henfyn
vom Gefühl aus erfai.lt; Kant lieht mit feinem Widerfpruch til lledfortraedende Lidelfe in hiftoriens og verdens-
allein, Fichte-IIegel-Fries greifen über den Gegenlatz hin- krigens lys. (Kirke og Folk. III.) (78 S.) kl. 8°. Konus
. Auf eine eigentümliche Umbildung der Myltik läuft penhagen, Gyldendal 1917. Kr. 1.75
es hinaus, die religiöfen Auslagen werden zu fymboli- Löft, Johannes: Den unge Religionslaerer. (Kirke og Folk.
fchen, und es entlieht eine überwiegend pantheillifche : IV.) (48 S.) kl. 8°. Kopenhagen, Gyldendal 1917

Gottesanfchauung, von der wieder Kant (und Jacobi) fleh
ganz fernhält. Ohne nachgewiefene Verbindung mit dieler
Gottesanfchauung führt die Richtung der Zeit auf höchlle
Perfönlichkeitswerte direkt zur Religion, wie denn aus

Der Herausgeber der Sammlung, Dr. A. Th. Joergenfen
lagt in einem Begleitwort zu diefer Schriftenreihe: ,Während
die dänifche Literatur reich ift anErbauungsfchriften,
auch auf manchen Gebieten mit theologilcher Fachliteratur

jenen auch ein lehr entfehiedener Unllerblichkeitsglaube 1 verfehen ift, fehlt es uns fehr an einer kundigen und doch

hervorgeht. Wie aber lieht es um das Chriltentum? Gegen -
fätzliches wird llark betont, das Gefühl der Verwandtfchaft
überwiegt doch: der Perlon Jefu, der Bibel wird ein lebvolkstümlichen
Führung zur Beleuchtung einer Reihe wichtiger
Fragen, die das Verhältnis von Kirche und Volk behandeln
. Wir brauchen kundige Führung in dem fchweren

haftes Verftändnis entgegengebracht, das Chriftentum als ! Problem, das da heißt .Stellung der Kirche zum Staat'.
Ganzes wird mit hoher Wertung in den Entwicklungs- Noch mehr Führung haben wir nötig dahin, was gefunde
prozeß der Menfchheitsgefchichte eingeftellt. Dennoch | und wahre Lehre in unterer Kirche ift, für beide, Glauben

bleibt etwas Zweifeitiges in diefer Stellungnahme übrig,
das erklärt fein möchte. Hoffmann iit auf die gefchicht-
iche Herleitung nur ganz kurz eingegangen. Er erinnert
nur an Luthertum und Pietismus. Aber das ift: in der
Tat nur die eine Linie, auf die es ankommt. Nahezu
Alles, was über Natur-Religion, Pantheismus, Myllik, ja
Perfönlichkeitswert auf diefem Grunde zu fagen war, läßt
fleh in feiner Weife auch zuvor in europäifcher Gedanken-
und Lebensbewegung nachweifen. Vgl. die meillerhafte
Skizze von W. Dilthey, Gef. Schriften II, 339 f. Wie diefes
europäifche Gemeingut fleh auf deutfehem Boden gewan- J Natur. In 1—2 geben eine Reihe Theologen eine ,bibli-
delt hat, wie allerdings Luthertum und Pietismus diefe fche Beleuchtung' der einzelnen Glieder des Apoftolikums,
ganze Gedankenweit koppernikanifcher Herkunft in deut- ! in 3 gibt ITofeffor Torm eine Studie zur Frage des
fchem Schmelztiegel umgegoffen haben, fcheint mir das llellvertretendenLeidens. Gewiß,oberflächlicheErbauungs-
tieffte, nicht nur gefchichtliche Problem des deutfehen routine äußert fleh nur in den Beiträgen von Fenger und
Idealismus und vollends feiner Stellung zu Religion und Fibiger, die übrigen bieten ernfthafte theologifche Arbeit
Chriftentum zu fein. etwa im Sinne der modern-pofitiven Theologie, die Schritt

Gießen. Eck. von Torm eine gediegene Unterfuchung im Geifte und

und Gemeinfchaftsleben. Am allermeiften aber brauchen
wir Führung in den Aufgaben und der Arbeit der Kirche
an den Menfchen unfercr Zeit'. Vielleicht könnte ein
folcher Hinweis auf die Gefamttendenz in diefer Zeit-
fchrift genügen. Denn während das 4. Heft in anfehau-
licher, praktifcher Lebhaftigkeit jungen Religionslehrern
Mut zur Arbeit zu machen fucht, fleh dabei aber vielfach
auf Verhältniffe bezieht, die ich nicht aus eigener
Anfchauung kenne, alfo auch nicht beurteilen kann, find
die anderen Darbietungen im wefentlichen erbaulicher

in der Methode Schlatters, und der Beitrag von M;i

Miffionswilfenfchaftlicher Kurlus in Köln für den deutfehen >■ tenfen-Larfen über den Schöpfergott zeigt bei aller
Klerus vom 5. bis 7. September 1916. Veranftaltet Schlichtheit der Darbietung volle Beherrfchung der wiffen-
vom Internationalen Inilitut f. miffionswiff. Forfchgn. fchaftlichen Methode. Dennoch läge kein Grund vor, über
Vorträge u. Referate nebft Bericht, hrsg. v. Prof. Dr. jenen Hinweis hinauszugehen, wenn nicht der Gefamt-
J. Schmidlin. (XVI, 232 S.) gr. 8". Münfter i. W., Charakter des hier Gebotenen es forderte. Wir haben
Afchendorff 1916. M. 4.70; geb. M. 5.50 hier eine Gruppe von ausgefprochener Kraft und Eigen-

Der Veröffentlichung der hier gehaltenen Referate art vor uns. Ihre Kraft offenbart fleh darin, daß die hier
ftanden nach dem Vorwort allerhand fachliche Bedenken Redenden ganz befonders mitgearbeitet haben an einer
im Wege, aber fle wurden mit Recht zurückgeftelit. Denn ftarken Erneuerung des kirchlichen Lebens, die in Däne-
die Vorträge find inhaltreich und geben in ihrer Gefarnt- mark, befonders in Kopenhagen eingetreten ift, und daß fle
heit ein Bild von dem gegenwärtigen Stand der katholi- ftark damit rechnen, einmal ihre Eigenart der dänifchen
fchen nufflonsvviffenfchaftlichen Arbeit in Deutfchland wie ! Kirche im ganzen aufprägen zu können. Und in dielen
von den Wegen, die zur Hebung des Miffionsintereffes j Schriften kann man fehr gut den Charakter diefer Be-
auf katholifcher Seite jetzt eingefchlagen werden. Da es wegung ftudieren. Sie ift bewußt antiorthodox, will
fleh um eine erfte Veranftaltung handelte, wurde eine nichts wiffen von ftarrer Lehrgefetzlichkeit oder verEinführung
in das gefamte kathoüfche Miffionswefen nach biffener Infpirationsgläubigkeit. Sie ift auch nicht pie-