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Ausgabe:

1918

Spalte:

314-315

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Merz, Erwin

Titel/Untertitel:

Die Blutrache bei den Israeliten 1918

Rezensent:

Nowack, Wilhelm

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Theologische Literaturzeitung

Beoründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

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Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiUS und Professor D. Hermann Schuster

Jälulich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich IO Maru

_ Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find auafchl ie ßt ic h an „, " ,

43. Jahrg. Nr. 25 26 Profeffor D.Titius in Güttingen, Nilolau5berger Weg 66, zu r,n,len. 21. DeZeiTlber 1918

O ' Kezenfionsexemplare ausfchlteßlich an den Verlag.

Sc hmidt, Der }!u<ldha mitl feiner,ehrc'FrankcM. W ü rsdorfer Erkennen und Willen nach Gregor Saitfchiek, Von der inneren Not unferes

Dürr, Ezechiels Vifion von der Erfcheiming von Rimini (Scheel). Zeitalters (Thimnre).

Gottes (Ez. c. i n. io) im Lichte der vorder- Knauer, Der Urfprung der Marien-Wallfahrt Niebergall, Lebensinhalt (Thimme).

al'iatifchen Al^erhuaakunde (Meißner;. zu Wartha tu Schieden (Völker). Kircliliches Handbuch für das katholifche

Merz Die Blutrache bei den lfraeliten (Nowack). Brandis, Beiträge aus der Univcrdtä! sbi bliothek T Pf^fchW^rli 6. Bd. (Mirbt). AU

kf^rÄ^1' .«Jena(aeT) ^SKÄSU

Kittel, Jefus als Seellorget (Bauer). *tngler, Diethelm Georg Futsler (Köhler). ' ■ r ,n,i

Die Hypothese einer einjährigen Wirk- Gass< straßburger Theologen (Anrieh). Gl brich, Die evang'elilchc Kirche und die

tamkeit jelu ^Bauer;. _ AdeB?e und Kleriker an Strallbttrgs Hoch- Kricgsbelchadigten (Derf.).

Riggenbach, Der Brief an die Hebräer (Knopf). fchulen im XV1I1. Jahrb. (Derf.;. Trattb, Sehwert und Brot; Heimatlieg; Heira-

Radcke, Die eschatologifchen Anfchauungen — Georg Klarmann (Derf.). krieg»: Das Volk lieht auf (Schufter).

Bernhards von Uairvaux (Scheel). Möllmann, Die Religion des Goethefchen Sträter, Das Männerapoftolat (Schlofier).

van den Borne, Die Franziskus-horfcliung Zeitalters (Eck). Schweizcrifche'Theolog.Zeitfchrift 1917 (Köhler).

iLempp). MifiionswillenfchaftlicherKtirfus in Köln (Mirbt). Tlieologii'che Arbeiten aus dein Rheinifchen

Ebner. Die Erkenntnislehrc Richards von Vor Trosbekeiulelfe (Schmidt). wifl- Pred'ger-Verein N. F. 17 (ZiDefleri).

St. Viktor (Scheel). Torm j idelscn (Derf) *te.Uer< Ein Freund Afrikas (Bomemann).

1 fL A n rr t- 1 1 orm, Liclclsen (Derl.). Meie h Iiner, Luther Bornemann .

v. Loc, Alberts des Großen Homtlie zu Luc. Lott) Den unge Re]if,iÜU1,iacrer ,Derr.). Niebergall, Wie predigen wir dem modernen

II, 27 (bauen. Stange, Wander uiulHeilsgefchichtelLobftein). Menleben (Schufter).

Michel, Der Liber de consonancia tiature et Lippert, Credo, 3. Bdchn. (Lobftein). Cltot/.en, Die Notwendigkeit einer häuslichen

gracie des Raphael von Pomaxio (Scheel). Diekamp, Katholifche Dogmatik (Lobftein). (ittlichon Erziehung (Schufter).

Eichniann. Kirche und Staat (Bonwetfch). Rofl um, Deessentia sacramenti ordinis (Scheel). Wichtige Rczenfioncn. — Neucfte Literatur.

Schmidt. Dr. Kurt: Der Buddha und leine Lehre. (32 S.) 8«. Merz. Lic. Erwin: Die Blutrache bei den lfraeliten. (Bei-

Leipztg, O- Harrafiowitz 1917. —80 träge zur Wiffcnfclinft vorn A T Heft "zcD dVl<7S)

Diefes Schriftchen, ein gedruckter Vortrag, der vor der Zffi '.,r *vl"e»lc ™« Y°,n 'r m ^ „1 m .äo
Vtünchener Ortsgruppe des Deutfchen Moniftenbundes gehalten 8 • L«P«& J- C Hinnchs 1916. M. 3.60. geb. M. 4.60
wurde, ift nicht gut und nicht eigentlich fchlecht (wenigitens nicht Die Bedeutung der Arbeit von Merz liegt darin, daß

To fchlecht, als man anfangs erwartet, wenn man gleich über die i i,jer zum erften Mal die Blutrache der lfraeliten in ethno-
Tiir einen Ausbruch Karl Eugen Neumanns, noch dazu als j i0(?:fcher, fozialer und religiöfer Beziehung zur Darfteiluno-

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kommt. M. beginnt mit einer allgemeinen Charakteriftik
der Blutrache, deren enger Zufamtnenhang mit der fo-
zialen untl politifchen Struktur, fo wie mit der Religion
aufgezeigt wird. Bei den gleichen Verhältniffen mußte
auch noch gedruckt werden, und ieut!z Dem Verkfeh das ^ . If d dj Blutrache heimifch werden, aber unter
Augenmaß für das Alter der einzelnen werke des buddhiltilchen , f - n (. , T 1 • u r u ■ 1, «öT .

Schrifttums, für die Stichhaltigkeit oder Nichtltichhaltigkeit bis- ! dem Einfluß des Jahvtsmus galten fchon im alten Ifrael
heriger Forfchungsergebniffe, eine genügende Kenntnis der vor- . die Bluttaten an Volksgenoflen nicht mehr als Privatde-
handenen Arbeiten über den Buddhismus und das kritifehe Urteil likle, fondern auch als religiöfe Schuld, die freilich nur
über den verrchiedenen Wert derer, die er kennt Wer der eine Schuld zweiter Ordnung war. Im Laufe der Knt-
buddhiftirchen Lehre, daß Leben nichts als Leiden fei, mit der >,i„_._ . „^....„aav-Lf,., v„£ j„- , ;„ . l , , ,
Bemerkung (von S. 24) genugzutun glaubt: ,Wer jetzt nach zwei , Z X01 ^ihlchen /ett tritt dann eine bedeutende

Jahren Weltkrieg noch nicht einfieht, daß die Welt voller Leiden Modifikation ein: die Blutrache wird tnbezug auf ihr Sub-
fei, dem werden es auch noch fo eindringliche Worte nicht be- jekt individualiftert, inbezug auf ihr Objekt gewöhnlich
greiflich machen', der macht (Ich feine Aufgabe doch zu leicht, j anf die Talion begrenzt, fowie durch I'rotektions- und
Königsberg 1 Pr. R. Otto Franke. : Afylswe(en und eine fleh immer ftärker einbürgernde

Loskaufspraxis eingedämmt. Aber fie blieb Privatver-
Dürr. Prüf. Dr. Lorenz: Ezechiels VWon von der hrfoheiniinq Gottes Seltullg, welche durch eleu Jahvismus nur einen Anflug
(Ez. 0. I u. 10) im Lichte der vorderafiatirchen Altertumskunde, höherer Strafgerechtigkeit empfing; nur die direkten reli-
Mit 12 Abbildgn. (XII, 76 S.) gr. 8". Münder i. W., Afchen- giöfen Vergehen gegen Jahve wurden als öffentliche Ver-
dorff 1917. M. 3.50 brechen charakterifiert und durcli öffentliche Strafe ver-
D. hat es unternommen, zu den in Ezechiel Kap. 1 und 10 ,,0n.,n ]<va durch die Pninneren wurde ein Anffnll
beichriebenen Viüonen von der Ericheinung Gottes altorienta- i ßoltul- 111T mu.cn GR iropneten w urde ein Anltoß
lifche, fpeziell babylonirch-alLrifche Parallelen zu lämmeln. Das ' d;izu gegeben, dies Stadium zu uberwinden durch ihre
ift um fo auslichtsreicher, als der Prophet i. J. 597 v. Chr. mit i I'orderung, daß aus Ifrael auch in bürgerlich - fozialer
dem Könige Jojachin nach Babel ins Exil geführt war und dort Beziehung ein Rechtsftaat wurde. In diefer Bahn treht
babylonifche Verhältniße natürlich genau kennen gelernt hatte. j der Nomismus weiter: unter der Nachwirkung der proin
6 Abichnitten befpricht D. lahves und der onentalifchen „u_f.jr_i.tf,., -o..„a;,a „.....a„ aw> ni„.,.„„i, • • ,, t

Götter Erfcheinen im Stimme den Gotteswagen und die Kerub- l^etffchen Predigt winde die Blutlache prinzipiell über-
geftalten bei Ezechiel und in dem vorderafiatirchen Kultus. Die > wunden, und das Beitreben tritt hervor, fle durch die öffent-
einzelnen Symbole am Kerub, das des Stieres, des Löwen, des liehe Strafe zu erfetzen. Das verflachte zunächft das D.,
Adlers und'des Menfchen, geben D. Gelegenheit, die Stellung , un<j denfelben .Standpunkt, nur mit einer anderen Nüan-
diefer Weren in der altonentalirchen Kunft und Literatur zu : zierung untl fogar einer gewiffen Verfchärfung. vertrat
unttrfuchen. Auch zu dem Motiv der vier Gelichter am Kerub , pift„j., 1 b.
gibt er vielfache Parallelen von Menfchen- und Tiergeftalten mit ner 1 nentikociex.

mehreren Gelichtern. Tiergeftalten als Träger von Götterthronen p)s ift eine Lrftlingsarbeit, aber trotzdem eine Mufter-

lalfen fich ebenfalls auch fonft im alten Orient nachweifen. leiftuno, die uns berechtigt, das Befte iür die Zukunft von

00 hat es D. verftanden, diefe fchwierigen K.apitel des dunkeln > , *P f i,0f(rn TTmfaffp,1(le Kenntnis dp« o-pfbmtPi,
Propheten durch Heranziehung der vorderafiatirchen Altertums- c'fnlVt.rt- ™ npne"' Dmlaliendt Kenntnis des gelamten
künde unrerm Verftändnis näher zu bringen. Stoffes 111 ethnologifcher, fozialer, rehgiofer und pohttfeher

Breslau- Bruno Meißner. | Hinficht, ein überall forgfam abwägendes Urteil, das nur

.eines unterer tüchtigften Buddhaforfcher' gefchrieben findet),
eine Laienarbeit, die zwar deshalb natürlich nicht mittelmäßig
zu fein brauchte, es aber doch tatfächlich ift und nichts bringt,
das nicht fchon oft mindeftens ebenfogut gefagt worden wäre.
Warum alfo mußte der Vortrag, wenn er fchon gehalten wurde,

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