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Ausgabe:

1918

Spalte:

289-290

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Gunkel, Hermann

Titel/Untertitel:

Ausgewählte Psalmen, übersetzt und erklärt. 4., verb. Aufl 1918

Rezensent:

Nowack, Wilhelm

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiuS und Professor D. Hermann Schuster

Jährlich 26 Nm. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlunp;. Leipzig Halbjahrlich 10 Marc

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlich an

43. Jahrg. Nr. 23/24 l^^J^^^^^^^- 30. November 1918

Gunkel, AusgewähltePfalmen4.Aull.(Nowack). Loferth. Die protelt. Schulen der Steiermark

Kittel, Gefchichte des Volkes Ilrael 2. Bd. im 16. Jahrb. (Knokc).

3 Aull (Nowack) Zeitfchnft der Gefellfchat't liir Diederfächf. Kir-

Wetter Der Sohn Gottes' (VV. Bauer). chengefchichte 21. Taing. (BolTert).

Jansfcn ' Der literar. Charakter des Lukas- Jann, Die kathol. Mifrionen in Indien, China

Evangeliums (M. Dibelius). u. Japan (Mirbt).

Stegmann Silvana! als Mifbonar u. ,Hagio- Ocdcnkblatter aus der Gefebiebte der ev.-luth.

graph (VV. Bauer). Kirche im Elfaß (Anrieh).

Pcitz, Das Regiftcr Gregors L (Lerche). Michaelis, Die evangcl. Kirehe in Lothringen

Schwark, Bischof Rather von Verona als (Derfclbe).

Theologe iScheel). Baftgea, Die rdniifche Präge (Mulcrt).

Hautkappe, Über die altdeutfchen Beichten Papit, Kurie u. Weltkrieg (Derfclbe).

u. ihre Beziehungen zu Cäfarius v. Arles'j Vetter, Otto Stockmayer (Fleifch).

(Grützmacher). i Keller, Aus meinem Leben Bd. i (Derfclbe).

Bodenfieck, Gotteskraft in fehwerer Zeit
(Hümme).

Niebergall, Der Sehulrcligions- u. der Kou-
firmantlenunterricht (Bornemann).

Lemmc, Der geiflige Neubau unteres Volkslebens
nach dem Kriege (v. d. Goltz).

Bussmann, Selblthilie der Kirche (Gohrs).

Teologifk Tidsfkrilt (Schmidt).

L i e fe,Caritativ-foziale Lebcnsbilder(v. d. Goltzi.

B. Meyer, Die Miffion u. der Weltkrieg (Bornemann
).

Weichert, Der Weltkrieg der Miffion (Bornemann
).

Krman, Die Hieroglyphen (Schulter;.

ßaur L. Die Philofophie des Robert GrolTe- ! Thicsmeyer, Was jedermann von der chrift-

tefte (Scheel), liehen Gemeinfchal'tsliewegung in Deutfch- I Wundt, Griechifehe Wcltanfchauung (Derfclbe)

Hauck, Die Reformation i" ihrer Wirkung

auf das Leben (Eck).
Er. Naumann, Die Freiheit Luthers (Derfclbe).
lordan. Reformation u. gelehrte Bildung in

Anshach-Bayreuth l (Schornbaum).

land willen muH (Derfclbe). I Buffe, Die Welianfchauungen der großet
Schwarz, Fichte u. wir (Hirfch). Philofophen der Neuzeit (Derfclbe).

Vinet, Philofophie murale et soc. II (Lobftein). I Ki rn-Stc p han, Sittliche Lebensanfehauungen
v. d. Goltz, Grundfragen der prakt. Theologie der Gegenwart (Derfclbe).

(Naumann). ; Wichtige Rezcnfionen. — Ncuefte Literatur.

Gunkel. Prot D. Dr. Herrn.: Ausgewählte Pfalmen, über- fehlt hier der Raum, im Einzelnen zu zeigen, wie oft
fetzt und erklärt. 4. verb. Aufl. (IX, 258 S.) gr. 8°. j mit kleinen Änderungen fleh ein einheitliches Metrum

Güttingen, Vandenhoeck & Ruprecht 191/.

M. 3.80; geb. in Halbl. M. 4.80
Die erite Auflage diefer ausgewählten Pfalmen er-
fcinen 1903. Wenn jetzt nach vierzehn Jahren im dritten

erreichen läßt, ich verweife aufstellen wie 122, 5. 8. 9. 123,
2 a. 4. 124, 3.4.6.7. 125, 1, 2. 3 vgl. LXX. 5. 126, 1 ff. Jedenfalls
verdient G. den wärmften Dank für (liefe im neuen
Gewand erfchienene Arbeit. Möchte fie mit dazu helfen,

Kriegsjahr die vierte Auflage erfcheint, fo zeigt diefer glän- j daß die Kinder unterer Zeit wieder Erfrifchung und Kraft
zende Erfolg, daß Gunkel es verbanden hat, diefe Lieder j aus diefer ewig jungen Quelle fchöpfen.
aus vergangenen Tagen unfern Zeitgenoflen nicht nur Straßburg i. E. W. Nowack.

verftändlich zu machen, fondern auch zu ihren Herzen

reden zu laden. Auch diefe neue Auflage beweift, mit
welchem Ernft Gunkel daran weiter gearbeitet hat, dem
Lefer fowohl das Verdändnis für die Form und Eigenart
diefer Poefie zu erschließen, als auch die Frömmigkeit
der Dichter diefer Lieder ihm deutlich zu machen und
ans Herz zu legen. Befonders wertvoll find die da und

Kittel, Geh. Rat Domhr. Prof. Rudolf: Gerchichte des
Volkes Ilrael. 2. Band. Das Volk in Kanaan. Quellenkunde
u. Gefchichte der Zeit bis zum Babylonifchen
Exil. 3., vielfach umgearb. u. verm. Aufl. (Handbücher
zur Alten Gefchichte. I. Serie, 3. Abtig.) (XVI, 647 S.)

dort unternommenen Verfuche, die Gefchichte einzelner gr. 8°. Gotha, F. A. Perthes 1917. M. 20

religiöfer Gedanken in kurzen Zügen zu geben, nicht 1 Verhältnismäßig fchnell id auch die dritte Auflage

feiten find auch Parallelen bezw. Gegenfätze aus andern
Religionen, befonders der babylonifchen und ägyptifchen
herangezogen. An nicht wenig Stellen hat Gunkel eine von
der früheren Erklärung des Textes abweichende gegeben,
ch verweife auf Pf. 2, 1. 6. 5. 8, 2. 5. 22, 28. 31, 29,* 3. 6. 32,
4 .7. 9. 42, 5. 6. 10. 14. 15. 46, 5- 9- So, 5- 5 b 8. 73. 3- 8. 10.
15. 20. 24. 90, 1.6 (10). 11. 97, 3- 103, 5- 9- io4, 10, 14. 15.
19. 110, 3. 5. 122, 2. 3. 5. 130, 1. 137, 5. 139, H.(i4a.b)24.
Jon. 2,9. In den meiden Fällen kann Ref. in der jetzt
vertretenen Erklärung nur einen Fortfchritt fehen.

Gunkels Vorficht inbezug auf Verwendung der Metrik
zur Umgeftaltung des überlieferten Textes wird man nur
gutheißen können. Er hebt mit Recht hervor, daß unfer
Wiffen von der hebräifchen Metrik in allen Einzelheiten

des erden Bandes der des zweiten gefolgt. Handelt es
fleh bei diefer dritten Auflage auch nicht um eine völlige
Neubearbeitung wie bei der zweiten, fo find doch auch
bei diefer nur wenige Seiten völlig unverändert übernommen
, der Umfang diefes Bandes id um ca. 60 Seiten
gewachfen. K. hat eben mit größtem Fleiß alles feit der
zweiten Auflage erfchienene, das irgendwie mit den hier
behandelten Problemen im Zufammenhang deht, herangezogen
. Die därkde Erweiterung haben die drei Kapitel
über die Kultur und Religion in den verfchieden en Ab-
ichnitten erfahren, mehr als ein Drittel der Erweiterung
fallen auf diefe. Das id um fo dankenswerter, weil grade
das hier in Betracht kommende Material weit zerdreut id
und die Verwertung desfelben nicht geringe Schwierig-
keineswegs fo befedigt id, daß wir darauf allzuviel bauen keiten bietet, macht doch grade hier der Dilettantismiis
könnten, und er fürchtet nicht ohne Grund, daß wir, lieh befonders breit. Männer wie Thomfen haben damit
wenn wir auf dem von einigen Metrikern betretenen Wege begonnen, das durch die Ausgrabungen gewonnene Ma-
ewiter gehen, in einen Wirrwar unbeweisbarer Vermutun- , terial für die Kulturgefchichte Ifraels zu verwerten, aber
gen hineingeraten. Namentlich id es durchaus zu billigen, J wir dehen noch im Anfang der ICrforfchung der kultur-
wenn G. fleh dräubt, die überlieferten ,Mifchmetra' in ; gefchichtlichen Entwicklung Ifraels, und Kittel id unter
.glatte Metra' zu verwandeln. Diefe Zudimmung kann , den Alttedamentlern der erde, der eingehend dies ganze
Ref. freilich nicht davon abhalten, zu betonen, daß G. in Gebiet in feine Dardellung gezogen hat. Aber auch
feiner Vorficht doch vielleicht zu weit gegangen id. Es | die mit der politifchen Gefchichte fleh befchäftigenden

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