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Ausgabe:

1918

Spalte:

217-219

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Orientalistische Studien. Fritz Hommel zum 60. Geburtstag, gewidmet von Freunden

Titel/Untertitel:

Kollegen und Schülern. 2 Bde 1918

Rezensent:

Gressmann, Hugo

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Seite 1, Seite 2

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Theolo

Begründet von Emil Schürer und Adolf Harnack

Fortgeführt von Professor D. Arthur TitiUS und Professor D. Hermann Schuster

Jälvrlich 26 Nrn. Verlag: J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung, Leipzig Halbjährlich IO Mark

Manufkripte und gelehrte Mitteilungen find ausfchließlichan

43. Jahrg. Nr. 17/18 Profeffor R^i"^ 31. August 1918

Siddhänta des Rämänuja (v. Glafenapp).
Orientaliftifche Studien (Greßmann).
Eißfeldt, Erftlinge und Zehnten im Alten

Teftament (Nowack).
König, Das Deuteronomium (Steuernagel).
G r i m m, A. H., Das Hohe Lied d. Liebe (Gunkel).
Grimm', E., Die Ethik Jefu (Wendt).
Boehmer, Die neuteftamentliche Gottesfcheu

(R. A. Hoffmann).
Linde, Der vermeintliche Opfertod Jefu im

Lichte der Evangelien (Bauer).
Heuffi, Kompendium der Kirchengefchichte,

Zeittafeln (Köhler).
Holl, Die Schriften des Epiphanius gegen die

Bilderverehrung (Lietzmann).

Schedler, Die Philofophie des Macrobius und
ihr Einfluß auf die Wiffenfchaft des chrift-
lichen Mittelalters (Scheel).

Vogelfang, Der Begriff der Freiheit bei
Robert Groffetefte (Scheel).

Jagic, Ein Beitrag zur Erforfchung der alt-
kirchenflavifchenEvangelientexte(Trautmann).

Bernt u. Burdach, Der Ackermann aus Böhmen
(Petfch).

Preuß, Luthers Frömmigkeit (Hirfch).
Feine, Luther und die Bibel (Hirfch).
Kohut, Martin Luther als Sohn, Gatte u.
Vater (Hirfch).

Kalkoff, Das Wormfer Edikt (W. Köhler). I Neuefte Literatur.

Kalkoff, Luther und die Entfcheidungsjahre

der Reformation (W. Köhler).
Streit, Bibliotheca missionum I. Bd. (Mirbt).
Aus 40 Jahren deutfeher Kirchengefchichte

(Zfcharnack).
Friedrich, Profeffor Gregory (Titius).
Eucken, Geiftige Strömungen der Gegenwart

(E. W. Mayer).
Gogarten, Religion weither (Thimme).
Bauer, Die neuere proteftantifche Kenofislehre

(Lobftein).
Kriegspredigten (Schian).

Berichtigungen betr. Beckh, Stegmann und
Doeckes.

Siddhänta des Rämänuja. Texte zur indifchen Gottesmyfttk.
II. Aus dem Sanskrit übertr. v. Rudolf Otto. (Reli-
giöfe Stimmen der Völker. Die Religion des alten
Indien III.) (162 S.) 8°. Jena, E. Diederichs 1917.

M". 4 -—; geb. M. 5.50
Das vorliegende Buch bildet eine Ergänzung zu dem
in Nr. 24/25 des 42. Jahrganges diefer Zeitfchrift befpro-
chenen ,Visnu-Näräyana'. Es enthält in formvollendeter
Überfetzung den einleitenden Abfchnitt zum Brahma-
Sütra-Kommentar des berühmten visnuitifchen Theologen
Rämänuja (12. Jh. n. Chr.). Diefer Abfchnitt
bildet ein in fich abgefchloffenes Ganzes; er wird mit
Recht als ,Siddhänta', d. i. ,die abfchließende Lehrmeinung
' bezeichnet, weil er den konkreten Theismus
des indifchen Philofophen der Gottesliebe zufam-
menfaffend darlegt und gegen den akosmiftifchen Theopanismus
Sarikaras und feiner Vedänta-Schule fcharf-
finnig verteidigt. Die Lektüre des ,Siddhänta' gibt nicht
nur eine gründliche Vorftellung von dem religionsge-
fchichtlich fo außerordentlich intereffanten Syriern Rämä-
nujas, fondern gewährt zugleich auch einen tiefen Einblick
in die Weltanfchauung feiner Gegener und in die Methode
der philofophifchen Diskuffionen, wie fie vor fieben Jahrhunderten
in Indien geübt wurden. Die gefchickte typo-
graphifche Anordnung des Textes erleichtert das Ver-
ltändnis ungemein, fo daß auch diejenigen, welche das
Original oder Thibaut's Überfetzung in den ,Sacred Books
of the East' zur Hand haben, Otto's erftmalige deutfehe
Übertragung mit Gewinn zu Rate ziehen werden. Angehängt
ift dem Buche die Verdeutfchung des ,Bhakti-
Hundertvers von Räma-Candra', eines kunftvollen Sans-

durch neue, fruchtbare Gefichtspunkte, in Beidem würdig
des Meifters, dem fie gewidmet find. Auch der Theologe,
und befonders der Altteftamentler, kann nicht an ihnen
vorübergehen; für den Neuteflamentler fpeziell ift der
Auffatz Bernharts wichtig, der für die römifche Kaifer-
verehrung reiches Material aus den Münzen beibringt.
Aber felbft bei diefer Befchränkung muß es genügen,
das Wertvollfte herauszugreifen.

Unter den Arbeiten, die fich direkt mit dem Alten
Teftament befchäftigen, ift an erfter Stelle Eisler zu
nennen, der Pfalm 19, 2—7 anregend als ein Hochzeitslied
auf die Vermählung Jahves mit der Sonnengöttin
erklärt, wenngleich feine kühnen Schlußfolgerungen
und Hypothefen einer Kritik nicht ftandhalten. Hehn
fetzt fich mit Recht für die traditionelle Auffaffung von
mrjbx als ,Todesfchatten' ein. Grimme weift gut den
Einfluß der prophetifchen Infpirationsorakel auf die tech-
nifchen Ephodentfcheide nach. — Das Alte Teftament
wird aber auch durch viele andere Auffätze teils direkt
teils indirekt beleuchtet. Am wertvollften ift das neue
von Zimmern verarbeitete Material zum babylonifchen
Schöpfungsmythus Enuma-elis, der jetzt durch die deut-
fchen Tontafelfunde in Affur erfreulich ergänzt wird. So
erfahren wir jetzt von der Geburt des Gottes Affur nach
dem Tode des Apfu und des Mummu; die Rezenfion
aus Ninive erzählte dasfelbe von Marduk, die fumerifche
von Ellil, wie Z. gewiß mit Recht annimmt Jeremias
behandelt noch einmal die fchon bekannten, für Gen. 14
wichtigen Kedorlaomer-Texte, die den Namen des Tid-
'al, des Ariok (?), und des Kutur-Nahunte enthalten, aber
für den gefchichtlichen Kern von Gen. 14 ,nichts Ent-

kritgedichtes aus dem 13. Jahrhundert n. Chr., das eine fcheidendes beitragen. Nur das darf man fagen, daß der
charakteriftifche Probe der dem Kult der Gottesliebe im hebräifche Schriftfteller . . . aus denfelben hiftorifchen
Visnutum fo ähnlichen religiöfen Ideen im fpäteren ! Quellen gefchöpft haben wird wie der babylonifche
Buddhismus gibt. j Dichter'. Leider bleibt die Frage unbeantwortet, wie dem

Berlin. H. v. Glafenapp. Hebräer babylonifche Quellen zugänglich waren. Nach

____.——---- Landersdorfer hatte der fyrifche Dichter Jakob von

Orientaliltilche Studien. Fritz Hommelzumoo.Geburtstag, Serug (4. Jahrh. n. Chr.) noch gute Kunde über Nisroch
am 31. Juli 1914, gewidmet v. Freunden, Kollegen i (II Reg. 19,36f.), den er angeblich einen ,Gott des Kriegs
u. Schülern. 2 Bde. gr. 8°. Leipzig, J. C Hinrichs. , oder der Verwüftung' nennt; trotz der gegenteiligen Ver-

ficherung L. find beide Überfetzungen grammatifch un-
zuläffig und beruhen auf einem fehlerhaften Text. Meißner
gibt den Texten, die in der Debatte über den altorien-
talifchen Monotheismus eine große Rolle gefpielt haben,
eine durchaus anfprechende Deutung, die fie freilich für
jene Verwertung ungeeignet macht. Paffrath erklärt den

2I7 /n 218

M. 45 -

I. (VIII, 332 S. m. Abbildgn., 5 Tafeln u. I Bildnis.)
1917. M. 20 —. — 2. (V, 392 S. m. Abbildgn. u. 5
Tafeln.) 1918. M. 25 —
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